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Psychologie (Fach) / 4. Einführung (Lektion)
Vl 1 + Vl2 (Wahrnehmung) + Vl11 (Verhaltensauffälligkeiten)
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- 3. Was sind die Aufgaben von Psychologie? Zentrale Aufgaben der Psychologie 1. Beschreibung (objektiv)2. Erklärung (Regeln, Theorien)3. Vorhersage (Wahrscheinlichkeit, Zusammenhänge)4. Modifikation (Verhaltenskontrolle, Intervention)
- Wie funktionieren Bottom-Up- und Top-Down-Prozesse bei der Wahrnehmung? - An der Wahrnehmung ist viel mehr beteiligt als nur die Merkmale des wahrzunehmenden Stimulus, es sind eher Kombinationen anzunehmen: - Bottom-up-Prozesse: Wahrnehmung basierend auf physikalischen Stimulusmerkmalen (Gestaltgesetze, Mustererkennung)- Top-Down-Prozesse: Wahrnehmung in Abhängigkeit von Erwartungen, Vorwissen, Motivation und Kontext
- 13. Welche Risiken, Ursachen und Schutzfaktoren gibt es für Depressionen? - Genetische Faktoren- Qualität der Eltern-Kind Interaktion - wesentlicher Faktor psychischer Gesundheit: Sensitivität und Responsivität- Jugendalter ist Risikofaktor - Erfolge werden nicht eigener Anstrengung oder Kompetenz zugeschrieben, sondern external attribuiert - Eigene Person ist Ursache ungünstiger Ergebnisse → dysfunktionale Bewertungsverzerrung
- 6. Welche Perspektiven gibt es in der Psychologie? Wie unterscheiden sich diese? Aktuelle Perspektive (Paradigmen) der Psychologie: - Psychodynamische Perspektive (Triebe, innere Spannungen auslassen) - Behavioristische Perspektive (Black-Box, Einflüsse der Umwelt, Experiment) - Humanistische Perspektive (Mensch=aktive Geschöpfe, intentional, positive Entwicklung) - Kognitive Perspektive (Denken, Wissen, Wahrnehmung, Erinnerung) - Biologische Perspektive (Körperliche Strukturen, Nervenzellen, Vererbung) - Evolutionäre Perspektive (Kognitive Prozesse von Anpassung) - Kulturvergleichende Perspektive (Vergleich von nationalen Phänomenen)
- 1. Was ist Psychologie? Was untersucht sie? ... ist die wissenschaftliche Untersuchung des Verhaltens von Individuen und ihren kognitiven Prozessen ... Wissenschaft des Unsichtbaren (Gedanken, Wissen, Gefühle) und des Sichtbaren (Verhalten und Handeln) ...untersucht: - Erleben, z.B. Wahrnehmungen, Bewusstsein, Gedanken, Gefühle - Verhalten, z.B. Lern-, Sozial-, und Spielverhalten, Handeln und Verhaltensmuster - plus: deren Ursachen und Wirkungen
- 2. Welche Stellung hat Psychologie? Welche Teildisziplinen (Grundlagen-, Anwendungsperspektiven) gibt es? - Psychologie liegt in der Schnittfläche verschiedener Disziplinen (Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaft) - ist eine empirische Wissenschaft, Theorien werden empirisch geprüft Grundlagenperspektiven: - Allgemeine Psychologie - Differenzielle Psychologie - Sozialpsychologie - Entwicklungspsychologie - Physiologische/Biologische Psyologie - Psychologische Methodenlehre und Psychodiagnostik Anwendungspersepktiven: - Klinsche Psychologie - Pädagogische Psychologie - Arbeits- und Organisationspsychologie - Medienpsychologie
- 4. Wo liegen die Beschränkungen der Alltagspsychologie? Was ist ein gutes Beispiel dafür? Alltagspsychologie - erfasst zu allgemein/ungenau Situationen - prüft keine Alternativerklärungen - ist verzerrt durch nachträgliche Einsicht - überschätzt die eigene Urteilsfähigkeit Beispiel: Fundamentaler Attributionsfehler - personeninterne, stabile Ursachen werden überschätzt, wobei personexterne, situative Ursachen unterschätzt werden --> bei Analyse von fremden Verhalten - "Das ist ja mal wieder typisch"-Effekt z.B. Zu spät kommen wird Person zugeschrieben, nicht dem unzuverlässigem Zugverkehr
- 5. Wie funktioniert das psychische System? Welche Wechselwirkungen gibt es dabei? - Personale Dispositionen (z.B. Temperament, Fähigkeiten, Motivationale Tendenzen) entwickeln sich über die Zeit (Reifen und Lernen) --> Diese wirken auf die aktuelle Prozesse ein (Emotion, Motivation, Erfassendes Denken, Planendes Denken, Wahrnehmmung, Verhalten) - Wechselseitige Beziehung zwischen Situation und Prozesse (Anreger auf Wahrnehmung) und (Verhalten auf Effekte) kurz: Verhalten ist die Ableitung von Person und Situation
- 7. Was sind Kontextexte der Wahrnehmung? Welche gibt es? - Bei Kontexteffekten werden Merkmalsinformationen durch den Wort- oder Satzkontext ergänzt - Kontext hilft, mehrdeutige Reize zu erkennen (z.B. temporaler Kontexteffekt bei Maus/Mann-Experiment) - ABER: Kontext und Personenzustände sind auch für Fehler verantwortlich Beispiele: - Erwartungseffekte: z.B. Mensch auf den wir warten, wird schneller in Menschenmenge identifiziert - Motivationseffekte: z.B. Hunger/Durst lassen Essen/Trinken heller erscheinen, nach Konsum nicht mehr der Fall
- 8. Was beschreibt der gestaltpsychologische Ansatz? Wo gibt es Kritikpunkte? Gestaltpsychologische Ansatz: - Gründervater: Max Wertheim - Ausgangspunkt: visuelle Wahrnehmung ist mehr als nur die additive Registrierung von mehreren Lichtpunkte - Ziel: Regeln beschreiben, wie Einzelteile als eine ganze Gestalt wahrgenommen (zusammengesfügt) werden - Ergebnis: Gestaltgesetze (Gesetz der guten Gestalt, der Ähnlichkeit, der Nähe) Kritik: - Mehrdeutige Bilder können damit nicht erklärt werden - Gestaltgesetze widersprechen sich - liefert Erklärungen erst im Nachhinein - beschreibt Wahrnehmung, aber kann sie weder erklären, noch vorhersagen
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- 9. Welche Merkmale hat die menschliche Informationsverarbeitung? Informationsverarbeitung ist vielfach ... unbewusst - unbewusste Aktivierung von Stereotypen möglich (Priming, Anbahnung) ... automatisch - automatische Prozesse/Handlungen können nur schwer unterdrückt werden und mit anderen Informationen interferieren ... gedankenlos - Verhaltensweisen, die automatisch, ohne Berücksichtigung der Situation ausgeführt werden ... beeinflusst durch Ankerinformationen - Einfluss von (willkkürlicher) numerische Informationen auf ein nummerisches Urteil ... heuristisch - gelenkt durch Daumenregeln/Eilverfahren --> Dies beschleunigt und entlastet die Verarbeitung stark, aber birgt auch Schwächen
- 10. Welche Probleme gehen mit der menschlichen Informationsverarbeitung einher? birgt manche Anfälligkeiten unbewusst: (Priming als unbewusste Manipulation) automatisch: (Identifizieren von Informationen wird durch automatische Prozesse gestört) gedankenlos: (Situationsmerkmale werden ignoriert, z.B. Placebogrund) Ankerinformationen: (Manipulation von Urteilen) heuristisch: häufig verkürzt/falsch
- 12. Wie können psychische Störungen klassizfiziert werden? (Was sind Vorteile und Nachteile?) Psychische Störungen klassifizieren spezifisches Erleben und Verhalten: Zur Klassifizierung von Erleben und Verhalten als abweichend müssen mehrere Merkmale zutreffen - nur spezifisches Erleben und Verhalten als abweichend klassifiziert nicht die Person selbst - Symptom= einzelner Indikator, Syndrom= gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Symptome Vorteile: - Diagnose gibt gestörten Verhaltensweise einen Namen - Interpretation von beobachteten Handlungen - Bereitstellen von präzisen Symptombeschreibungen - Klassifikation kann zu passenden Behandlung führen Nachteile: - Einmaligkeit der Person kann untergehen - Stigmatisierung
- 11. Wie können psychische Störungen definiert werden? Psychische Störung: - ist ein klinisch bedeutsames, auf das Verhalten oder das Erleben bezogenes, Syndrom oder Muster, das ... mit momentanem Leid ider Beeinträchtigung einhergeht ... Ausdruck einer verhaltensbezogenen, psychischen oder biologischen Dsyfunktion des Individums ist ... keine verständliche und kulturelle sanktionierte Reaktion auf eine bestimmtes Ereignis
- 13. Was sind Ursachen und Risikofaktoren für abweichendes Verhalten? Stressoren (=Erfordernis einer Anpassung) Frustation - Umweltbedingte Frustation: Diskriminierung, unbefriedigende Arbeit - Persönliche Einschränkungen: Eingeschränkte Fähigkeiten, Einsamkeit, Schuldgefühle Konflikte - Annäherungs-Vermeidungs-Konflikte - Annäherungs-Annäherungs-Konflikte - Vermeidungs-Vermeidungs-Konflikte Druck - Externer und interner Druck Stress - durch Stressor ausgelöste Reaktion des Organismus
- 13. Was sind Ursachen für Angststörung? (versch. Ansätze) Biologischer Ansatz - Vermutung: Evolutionäre Vergangenheit, bestimmte Ängste erhöhen Überlebenschancen unserer Vorfahren (oder gestörte Serotinstoffwechsel als Ursache) Psychodynamischer Ansatz - Annahme: Zugrunde liegen psychische Konflikte oder Ängste (Konflikte im Unbewussten) Behavioristischer Ansatz - Fokus: Wie werden Ängste/-symptome verstärkt oder konditioniert? (Erklärung von Phobie) Kognitive Ansatz - Fokus: Wahrnehmung/Einstellungen verzerren Gefahreneinschätzung (Unterschätzen eigener Fähigkeiten und überschätzen von Gefahr)
- 14. Welche Maßnahmen zur Prävention und Intervention gibt es bei Depression? Alltagsnahe Prävention: positives pädagogisches Verständnis von Fehlern etablieren- Feedback: Impuls zur Verstärkung der eigenen Anstrengung→ konsistent, lehrkraftübergreifend und im familialen Umfeld- Lehrkräfte und Gleichaltrige als soziale Modelle für das Nutzen von Feedback Unterrichtsnahe Prävention auf Grundlage der rational-emotiven Erziehung - Unterrichtseinheiten zur Förderung rationalen Denkens für Schüler*innen von 12–16 Jahren - Effektivität REE: führte zu erheblicher Linderung bei Trainingsgruppen, auch gut für Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten Hinweise auf Entwicklung im Schulumfeld• Beobachtetes Verhalten mit Zeitpunkt und Kontext schriftlich dokumentieren• Abgleich mit Kollegium• Elterngespräch (Vereinbarung zur fachlichen Abklärung) und offenes Gesprächsangebot an betroffenen Schüler*innen • Eltern: positive gemeinsame Aktivitäten │ positives soziales Modell für konstruktive,bewältigungsorientierte Kognitionen• Lehrkräfte: kurzfristig Entlastung in der täglichen Arbeit durch Reduktion der schulischenAnforderungen │ Anleitung für aktive Planung und Strukturierung des Schulalltags und Lernarbeit │ ungünstige Ursachenzuschreibung durch Attributionstraining thematisieren