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Psychologie (Fach) / 1. Lernen (Lektion)
Lernen als Verhaltensänderung (Modelllernen & Behaviorimus) VL6+5 und Lernen als Wissenserwerb (Gedächtnis) VL 7
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- Welche Eigenschaften sollte ein geeignetes Modell mitbringen, damit sein Verhalten von anderen Übernommen wird? Betrifft die Aufmerksamkeitsprozesse Modellverhalten muss beobachtet werden. Das ist wahrscheinlicher, … … wenn das Modell • hohes Prestige hat • hohe Kompetenz aufweist • hohe Sachkenntnis hat … wenn das Verhalten • deutlich erkennbar ist • angemessen komplex ist • von positiver Bedeutung ist
- 2. Operantes Konditionieren: Welche Art von Verhaltenskonsequenzen gibt es? - positive Verstärkung: Plus-Verstärkung (Lob oder Belohnung) - Darbeitung von positiver Reizqualität = angenehme Konsequenz - negative Verstärkung: Minus-Verstärkung (Weinen des Kindes hört auf) - Entzug einer negativen Reizqualität = unangenehme Konsequenz - Bestrafung Typ I: Plus-Bestrafung (Tadeln, Schläge) - Darbietung einer negativen Reizqualität - Bestarfung Typ II: Minus-Bestrafung (Fernsehverbot) - Entzug einer positiven Reizqulität
- 1. Wie läuft eine klassische Konditionierung ab? - Vor der Konditionierung - Unkonditionierten Stimulus (Fleisch) führt zu unkonditionierten Reaktion (Speichelfluss) - neutralen Stimulus (Glocke) - Während der Konditionierung - Unkonditionierten Stiumulus und Glocke zusammen - Nach der Konditionierung - Unkonditionierten Stimulus --> Konditionierten Stimulus (Glocke) führt zu konditionierter Reaktion (Speichelfluss)
- 9. Wie arbeitet das Gedächtnismodell von Steinhauser (2014)? - selektieren (sensorisches Register) - organiseren (Arbeitsgedächtnis) - integrieren (Langzeitgedächtnis)
- 10. Wie ist das sensorische Register aufgebaut? - Ikonisches Gedächntis (visuelles sensorisches Register) - Echoisches Gedächtnis (audiotorisches sensorisches Register) - Taktiles Gedächtnis (haptisches sensorisches Register)
- 10. Wie ist das Arbeitsgedächtnis aufgebaut? nach Steinhauser (2014) - Zentrale Exekutive - visuell-räumlichen Notizblock - phonologische Schleife - episodischer Buffer
- 10. Wie ist nach Steinhauser (2014) das Langzeitgedächtnis aufgebaut? - Explizit (deklarativ) - episodisch - semantisch - Implizit (non-deklarativ) - klassische Konditionierung - prozedural - Bahnen/Priming
- Was sollte man bei Strafen im pädagogischen Alltag berücksichtigen? - Bestrafung darf nicht unkontrolliert eingesetzt werden. - Eingreifen sollte dem Problemverhalten angemessen sein (Bestrafung Typ I evtl. notwendig, bei Gefahrensituation oder massiver Störung) - Inhaltlich-logischer und zeitlicher Bezug zum Problemverhalten (für Lernende verdeutlichen) - Verdeutlichen, dass spezifisches Verhalten, aber nicht Person als Ganzes bestraft wird - Angemessenes Alternativverhalten sehr genau darstellen (dieses evtl. einüben) - Besser: Entzug positiver Reize (Bestrafung Typ II) anstatt Darbietung aversiver Reize (Typ I)
- Der Verhaltensrückgang nach der Bestrafung ist umso stärker... … je intensiver der aversive Reiz… je andauernder der aversive Reiz… je unmittelbarer der aversive Reiz demProblemverhalten folgt… je konstanter der aversive Reiz demProblemverhalten folgt
- Nebenwirkungen von Bestrafung: - Förderung von Angst- Förderung von Flucht- und Vermeidungsreaktionen- Reduktion von Verhaltensweisen, die nicht unmittelbar der Bestrafung unterliegen, aber im Umfeld bestrafter Reaktionen angesiedelt sind- Modell für aggressives Verhalten- Negative Beeinflussung des Beziehungsaspekt- fehlender Hinweis auf erwünschtes Verhalten
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- Was ist Behaviorismus? und was beutet hierbei Black Box? - Begründer: John B. Watson (1878-1958)- Psychologie als Naturwissenschaft vom Verhalten des Menschen - Zentrale Frage: Warum verhalten sich die Menschen so, wie sie sich verhalten?Ablehnung der Introspektion und der Bewusstseinspsychologie Die „Black Box“ - Behavioristische Modelle: stimulus response models (S-R-Modelle)- Kognitivistische Modelle: stimulus cognition response models (S-C-R-Modelle)
- 4. Wie sieht ein optimales Lob aus? - Lob auf einzelne Verhaltensweisen beziehen und nicht auf „Persönlichkeitsmerkmale“ (gilt auch für informatives Feedback) - Nur Loben, wenn lernende Person wirkliche Verbesserungen gezeigt hat - Individuelle Verbesserungen fokussieren - Vergleiche mit anderen vermeiden - Nur loben, wenn wirklicher Anlass vorliegt - Nicht loben, um Trost zu spenden - Paradoxe Effekte von Lob vermeiden: Erfolge bei sehr leichten Aufgaben nicht loben
- 10. Wo liegen die Unterschiede zwischen "Kurzzeitgedächtnis" und "Arbeitsgedächtnis"? Zwei unterschiedliche Ansätze: Kurzzeitgedächtnis: - Zwischenspeicher zwischen Aufnahme und Speicherung: Übertragung ins LZG durch Wiederholung (Atkinson & Shiffrin, 1968) Arbeitsgedächtnis: - Zentrale Exekutive mit versch. Subspeichern (Baddeley, 1986) - Geringe Kapazität- Primäres Gedächtnis“: Inhalte sind bewusst (im Gegensatz zum LZG als „sekundäres Gedächtnis“) - „Werkstatt“ des Gedächtnissystems- Informationen werden gehalten und mit Wissensbeständen aus Langzeitgedächtnis verknüpft- Weiterverarbeitung von Informationen, die aus dem LZG abgerufen werden
- 1. Worauf lässt sich klassisches Konditionieren gut anwenden? - Klassisches Konditionieren v.a. anwendbar auf Organfunktionen und emotionale Reaktionen - Verhaltens- und Erlebensreaktionen können durch Techniken der klassischen Konditionierung aufgebaut werden - Kenntnis der Mechanismen nutzbar für Verhaltensmodifikation - Die Annahme vermittelnder kognitiver Prozesse ist für das Erklären bestimmter Konditionierungsphänomene unerlässlich (z.B. Signalcharakter von Stimuli)
- 10. Was sind die wichtigsten Merkmale des Langzeitgedächtnisses? (Inhalte, Funktionen) - Enthält: Wissen eines Menschen über die Welt und sich selbst- Speicher für alle Erfahrungen, Begriffe, Wörter, Regeln, Urteile, Kategorien, Fertigkeiten, Emotionen- Informationen, die aufgrund von Memorierungs- und Elaborationsprozessen in LZG gelangt sind, bleiben dauerhaft erhalten - Falls sie nicht erinnerbar sind, wird dies als eine Folge von Abrufschwierigkeiten aufgefasst. Wesentliche Funktionen: - Identifikation: Erkennen + Wiedererkennen bekannter Inhalte - Reproduzieren: Wiedergewinnen von Gedächtnisinhalten - Produzieren: Umformung alter oder Konstruktion neuer Gedächtnisinhalte
- 1, 2. Wie unterschieden sich klassisches und operantes Konditionieren? (Ausgangspunkt, anwendbar auf, zentral) Klassisches Konditionieren - Ausgangspunkt: Physiologische Reaktion, die durch einen bestimmten festgelegten Reiz ausgelöst wird - Anwendbar auf: Nur auf physiologisch festgelegte Reiz-Reaktions-Verknüpfungen - zentral: Vorauslaufende Bedingungen Operantes Konditionieren - Ausgangspunkt: Beliebige Reaktion ohne zwingenden Bezug von vorangehenden Reizen - Anwendbar auf: Beliebige Verhaltensweise (aber kaum auf Wissenserwerb) - zentral: Auf ein Verhalten folgende Bedingungen
- 10. Welche Merkmale hat das sensorische Gedächtnis? (Kapazität, Art der Speicherung, Behaltensleistung) - Auch: Ultrakurzzeitgedächtnis - Speichert auf den Organismus treffende Information im Sinne eines ersten Abbildes (Modalitätsspezifität) - Zugang erfolgt aufmerksamkeitsunabhängig - Art der Speicherung: Genaues Abbild der sensorischen Information wird während einer sehr kurzen Zeitspanne gespeichert, dann aber durch neue Information überschrieben - Sehr große Kapazität - Kurze Behaltensleistung (¼–3 Sekunden)
- 5. Wie lässt sich das Modelllernen in Prozesse und Phasen einteilen? Prozesse des Beobachtungslernens Erwerbsphase: eine Repräsentation des Verhaltens entstehtA) AufmerksamkeitsprozesseB) Behaltensprozesse Ausführungsphase: C) ReproduktionsprozesseD) Motivationale Prozesse
- 7. Welche praktische Bedeutung hat das Beobachtungslernen? Umfassender Lernmechanismus, der in Bezug auf sehr viele Lerngegenstände wirksam werden kann: - Verhaltensweisen - Überzeugungen und Einstellungen - Erwartungen - Emotionen - Lernen erfolgt im pädagogischen Alltag oft beiläufig ohne gezielte Planung. - Auch Medien können Modellwirkung haben (z.B. Film, Video)- Modelle im Film können positive, aber auch negative Effekte bewirken
- 2. Was sind die wichtigsten Merkmale des Operanten Konditionierens? (Vertreter, Grundlage ...) - Synonym: Operantes Lernen- Wichtigster Vertreter: Burrhus F. Skinner (1904-1990) - Grundlage des hedonistischen Menschenbilds: Vermeidung von Verhalten mit unangenehmen Konsequenzen, Bevorzugung von Verhalten mit angenehmen Konsequenzen - Operantes Konditionieren als (nicht-bewusstes) Lernen von Wenn-Dann-Regeln:„Wenn du den Hebel drückst, dann erhältst du Futter“„Wenn du in der Prüfung von deiner Nachbarin abschreibst, dann bekommst du eine Sechs“ → Es muss Kontingenz zwischen dem Verhalten und der darauf folgenden Konsequenz bestehen
- 4. Wie kann verstärkt werden? In welche Arten kann unterschieden werden? Arten von Verstärkern nach Qualität Soziale Verstärker: Person, zu dem Lernende positive soziale Beziehung hat - z.B. durch Lob, Interesse, Zuwendung, gemeinsame Aktivitäten Verstärkung durch Tätigkeiten: - Tätigkeiten, die Person gerne durchführt nutzen um weniger beliebte Tätigkeiten zu verstärken - z.B. Erst die Hausaufgaben, dann Spielplatz Materielle Verstärker: - z.B. Objekte, Tokens Informationelle Verstärker: - Hinweise auf Angemessenheit des eigenen Lernverhaltens (falsch/richtig), können selbstverstärkend wirken
- 4. Wie kann Verstärkung geplant werden? Kontinuierliche Verstärkung - jede erwünschte Reaktion wird verstärkt - Vorteil: schneller Aufbau, Nachteil: wird schnell vergessen Intermitterende Verstärkung - gelegentlich, aber systematisch - nach Intervall (nach Zeit) oder Quotenpläne (Anzahl an gezeigtem Verhalten) - Vorteil: höhere Löschungsresistenz, Nachteil: langsamerer Aufbau - variable Pläne: relativ gleichmäßige Verhaltenshäufigkeit - fixe Pläne: Verhalten steigt kurz vor Verstärkervergabe (z.B. fester Tag für Vokabeltest)
- 5. Was sind die zentralen Annahmen und Mechanismen von Modelllernen? - wichtigster Vertreter Albert Bandura - Modelllernen, Beobachtungslernen, Soziales Lernen - Sozial = Lernen im sozialen Kontext durch Beobachtung und Nachahmung - Verhalten verändert sich aufgrund der Wahrnehmung von Verhalten von Modell - Lernen kann man nur erklären, wenn man auch kognitive Aspekte betrachtet (z.B. Erwartung, ob bestimmtes Verhalten belohnt wird /Verstärkungserwartung) - Nicht nur: Mensch wird von Umwelt beeinflusst, auch Mensch beeinflusst Umwelt - keine monokausale Sicht mehr auf Entstehung und Verhalten
- 5. Was sind Konsequenzen/Effekte von Modelllernen? Welche praktische Bedeutung hat es? Effekte des Modelllernen Erwerb neuer Verhaltensweisen - z.B. einfach motorische oder koginitive Fähigkeiten bis komplexe Regeln zur Verhaltensgenerierung Hemmungs-Enthemmungseffekte - vorhandenes Verhalten wird (weniger) wahrscheinlicher - abhängig von Verstärkung/Bestrafung vom Modell Auslöseeffekte/Reaktionserleichterung - ausführen von bereits gelerntem, sozial akzeptierten Reaktion (Klatschen) Nulleffekte - Verhalten wird nicht (häufig) gezeigt, Einfluss von Moderatoren Praxis - Lernmechanismus, der auf viele Lerngegenstände wirkt: Verhaltensweisen, Überzeugungen und Einstellungen, Erwartungen, Emotionen - Lernen erfolgt oft beiläufig ohne gezielte Planung (z.B. Medien)
- 8. Was ist "Gedächtnis"? die mentale Fähigkeit: - Informationen zu enkodieren (Einprägen) - zu speichern (Behalten) - abzurufen - ein hypothetisches Konstrukt
- 11. Wie lassen sich die Erkenntnisse der Gedächtnispsychologie auf die Praxis übertragen? Positionseffekte - Komplexes Wissen in kleine Lerneinheiten gliedern (Lernfortschritte werden auch besser sichtbar) Interferenz - Notwendigkeit von Pausen, stark ähnliche Lernmaterialien sollten nicht unmittelbar aufeinander folgen -Zusätzliche Lerndurchgänge helfen der bisher gezeigten Erkenntnisse Vergessenskurve: - Karteikartensystem
- 9. Welche unterschieldichen Gedächtnismodelle gibt es? Einspeichermodell -Experimente von Ebbinghaus - Annahme eines einzigen nicht weiter differenzierten Gedächntisspeicher Mehrspeichermodell - Atkinson und Shiffrin (1968) - 3 Teilspeicher, inwzischen weitere Konzeption (z.B. Kurzzeitgedächtnis zu Arbeitsgedächtnis) - Erweiterung von Steinhaus