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Psychologie (Fach) / 5. Forschungsmethoden (Lektion)
Wissenschaftliche Methoden der Psychologie
Diese Lektion wurde von lucillenerea erstellt.
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- 1. Was sind Merkmale wissenschaftlicher Hypothesen? - sind aus theoretischen Überlegungen heraus begründete Vermutungen -beziehen sich auf reale, empirisch zugängliche Sachverhalte - sind potenziell falsifizierbar (widersprechende Ereignisse sind denkbar) - sind allgemeingültige, über den Einzelfall oder ein singulären Ereignis hinausgehende Behauptungen (Allsätze) - haben die Formalstruktur eines sinnvollen Konditionalsatzes(„Wenn-dann-Satz“ bzw. „Je-desto-Satz“), zumindest implizit.
- 2. Was ist Validität? - Gültigkeit: Fähigkeit des Verfahrens, das zu messen, was es zu messen vorgibt - Immer zu prüfen: Wird der Test seiner Messabsicht gerecht? - Arten der Validität: Inhaltsvalidität (bei Schulleistungstests: Curriculare Validität), Kriteriale Validität (enge Zusammenhänge mit anderen Verfahren, die dasselbe oder ein ähnliches Merkmal erfassen), Konstruktvalidität (können mit dem Verfahren bereits abgesicherte theoretische Annahmen repliziert werden) - Frage nach Validität ist testtheoretisch und logisch von der Frage nach Reliabilität zu unterscheiden - Folgen geringer Validität: Interpretationsfähigkeit eingeschränkt, Vorhersagefähigkeit eingeschränkt, Unbrauchbarkeit des Instruments
- 2. Was ist Reliabilität? - Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit - Grad der Genauigkeit, mit der das geprüfte Merkmal gemessen wird - Perfekte Reliabilität: Test misst wahren Wert ohne jeden Messfehler (gibt es in der Praxis nicht) - Logik der Reliabilitätsprüfung: - Wiederholte Messung mit gleichem oder äquivalenten (Sub-)Test am selben Untersuchungsobjekt - Interpretation der Abweichungen als Messungenauigkeit („Unreliabilität“) - Quantifizierung durch Korrelation oder ähnliche Maße -Folgen geringer Reliabilität: Interpretationsfähigkeit eingeschränkt |nur geringe Zusammenhänge beobachtba
- 2. Was ist Objektivität? - Ausmaß, in dem die Ergebnisse des Verfahrens unabhängig von der Person des Untersuchenden (z.B.: Beobachter*in| Beurteiler*in |Untersuchungsleiter*in) ist - Arten: Durchführungs-, Auswertungs-, und Interpretationsobjektivität - Standardprüfmethode: Übereinstimmung der Werte eines Untersuchungsobjekts bei Messung durch verschiedene Untersuchungsleiter (Korrelation |Übereinstimmungsprozent) - Wann ist die Objektivität zu prüfen? - Gehe von perfekter Objektivität aus, wenn: standardisierte quantitative Verfahren +von geschulten Testanweiser*innen eingesetzt +standardisiert ausgewertet und interpretiert - Objektivität zu prüfen bei: nicht-standardisierten Verfahren |qualitative Verfahren |projektive Verfahren
- Was sind die wichtigsten Merkmale eines Experiments? (Randomisierung, Manipulation, Kausalaussage) - Planmäßige Manipulation der Unabhängigen Variablen (UV), alles andere wird konstant gehalten - Jene Variable, deren Änderung abhängig von der UV beobachtet wird, ist die Abhängige Variable (AV) - Ausschalten aller Störeinflüsse durch Randomisierung (Zufallszuweisung zu Untersuchungsgruppen) - Echte Kausalaussagen des Typs x → y werden bei sauberem Experimentieren möglich
- 3. Wo ist der Unterschied zwischen eine Längs- und einer Querschnittstudie? Längsschnittstudie - Temporale Ordnung begünstigt kausale Aussagen (Beispiel: Einschulungstest korreliert mit Grundschulleistung)- Trotzdem sind konkurrierende Aussagen („Alternativerklärungen“) möglich (Beispiele: Leistung in Einschulungstest und Grundschulleistung gehen auf elterliche Förderung zurück oder Grundschulleistung geht auf Lehrererwartung zurück) Querschnittstudie - Nur ein einziger Messzeitpunkt- Eine oder mehrere natürliche Untersuchungsgruppen ohne Manipulation einer Variablen- Unterscheidung unabhängiger Variablen (UV) und abhängiger Variablen (AV) artifiziell- Gut für explorative Studien und Testung nicht-kausaler Hypothesen
- 1. Wie werden in der Psychologie Theorien generiert und geprüft? Empirische Wissenschaft - Hypothesen sind zentrales Element - Vorgehen: Theorie > überprüfbare Hypothese > empirische Prüfung > Datenauswertung und Interpretation > Rückschluss auf Theorie - "Wir irren uns empor"
- 3. Was ist ein Experiment und ein Quasi-Experiment? Wie unterscheiden sie sich? Experiment - planmäßige Manipulation einer unabhängigen Variable, alles andere wird konstant gehalten - Beobachtung der AV: Ändert sie sich mit der Manipulation der UV -Ausschaltung aller Störeinflüsse durch Randomisierung -Echte Kausalaussagen sind bei sauberen Experimentieren möglich Quasi-Experiment - statt randomisierter Zuordnung: natürliche Untersuchungsgruppen - weiterer Unterschied: Vortest, Kontrolle etwaiger Anfangsunterschiede und Störvariablen -z.B. Effekte einer neuen Unterrichtsmethode (UV) und AV (Motivation, Leistung, Klassenklima), Störvariablen ( Vorwissen, Intelligenz, Charakteristika der Klasse)
- 4. Welche Fehler können bei Untersuchungen aufkommen? Wie wird mit diesem umgegegangen? Zwei Fehlerquellen Stichprobenfehler (=Standartfehler) - Fehler, der beim Ziehen der Stichprobe unterlaufen kann -"wahre" Effekte können in der Population anderes sein als in der Stichprobe beobachtet - Zu Vermeiden: Je größer die Stichprobe, desto kleiner der Stichprobenfehler --> Irrtumswahrscheinlichkeit muss klein genug sein, damit Hypothesen angenommen werden Messfehler - Ungenauigkeit des eingesetzten Messverfahrens (Test, Beobachtung...) = situative Einflüssse, die unabhängig von dem zu messendem Merkmal sind - Varianz bei der Messung eines Merkmals = echte Unterschied + Fehlervarianz --> Statistik hilft: Kann Aussagen und Schlüsse gegenüber diesen Fehlern absichern
- 5. Welche Maße der zentralen Tendenz gibt es? Was bedeutet Standartabweichung? Was ist ein Korrelationskoeffizient? Maße der zentralen Tendenz - Mittelwert, Medien (Wert der Mitte), Modus (Häufigster Wert) Standartabweichung - Streubreite eines Merkmals, um desen Mittelwert - Wurzel der Varianz (= durchschnittliche Abweichung vom Mittelwert) Korrelationskoeffizient - Korrelation = (standartisiertes) Maß, inwieweit Abweichungen der einen Variable von ihrem Mittelwert mit Abweichungen der anderen von ihrem Mittelwert einhergehen - zwischen -1 und 1, Vorzeichen gibt Richtung an - Koeffizient= Stärke des Zusammenhangs --> wichtig: Ist dieser Zusammenhang statistisch sig. ?
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- 6. Was sagt die statistische Signifikanz aus? -bezieht sich auf den Stichprobenfehler, "wahre" Effekte können in der Population anderes sein als in der Stichprobe beobachtet - ist die Irrtumswahrscheinlichkeit (p) - ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein in der Stichprobe beobachteter Effekt eintritt, obwohl er in der Population nicht besteht (Alpha-Fehler, Fehler 1. Art) - muss klein genug sein, damit eine Hypothese angenommen werden kann - p kleiner =0,05