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Bildungssystem (Fach) / Stratifizieren und Leistung / Durchlässigkeit (Lektion)
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- Was ist Gliederung? -Allgemein: Das Vorhandensein verschiedener Schultypen, welche zu verschiedenen Abschlüssen und Berechtigungen führen -Detaillierte Merkmale: Alter beim 1. Übergang, Anzahl von Schultypen in Sek, Anteil des schultypspez. Curriculums, Anteil von Schülern die eine berufliche Ausbildung / Studium machen
- Welche Erkenntnisse gibt es aus den Studien zum leistungsbezogenen Schereneffekt im gegliederten Schulsystem in Deutschland? - Schereneffekt: Werden ähnlich begabte Schüler*innen, die jedoch unterschiedliche Schulformen besuchen, miteinander verglichen, so findet sich überdurchschnittlich häufig der größere Lernfortschritte bei den Kindern und Jugendlichen, die die höhere Schulform besuchen. - Mathe: Schereneffekt in allen Schulformen zu erkennen —> Mathe wird nur in Schule gelehrt - Lesekompetenz / Wortschatz: nicht eindeutig (teilweise Schereneffekte, teilweise nicht) da nicht unbedingt nur in der Schule erworben
- Welche Effekte können auf der Systemebene erwartet werden? Wie können sie gemessen werden? - Erwarrtete Effekt 1: Ausschöpfung der Potenziale alle SuS durch angemessene Förderung- Erwarteter Effekt 2: Es kommt zu schulartspezifischen Schereneffekten und somit zur Zunahme von Ungleichheit. - Messung: Vergleich von Leistungsstreuungen zwischen Ländern mit unterschiedlichen Schulsystemen (integriert vs. gegliedert) - Integrierte Systeme: Leistungsstreuung verringert sich weil keine unterschiedlichen Entwicklungsmilieus vorhanden sind. Alle SuS erhalten das gleiche Treatment.
- Wie wirken Schularten als spezifische Lernumgebungen auf Schüler? - Gym / RS: besseres Zeitmanagement / höheres kognitiver Anregungsgehalt.- HS: eng geführter Unterricht mit hoher Unterstützung. Schülerorientierung hoch. - Unterschiedliche Schularten sozialisieren die SuS unterschiedlich —> abhängig von der Wertigkeit der Schulart in der Gesellschaft - Unterscheidung zwischen kognitiven und sozialen Wirkungen
- Sind integrierte Schulsysteme gegliederten Schulsystemen über‐oder unterlegen? Begründen Sie Ihre Antwort mit Verweis auf empirische und theoretische Erklärungen. Theoretische begründung: Gründe für ein gegliedertes Schulsystem sind, dass Unterricht in leistungshomogenen Gruppen besser auf die Lernbedürfnisse der Schülerinnen abgestimmt werden kann und optimale Förderung möglich ist. Gründe für ein integriertes Schulsystem sind, dass die SuS sich gegenseitig anregen können und alle mit anregenden Beiträgen versorgt werden, sodass das gesamte Leistungsniveau steigt. Empirische Begründung: In Bezug auf soziale Ungleichheit: Im internationalen Vergleich: England mit einem integrierten Schulsystem weist eine große Chancenungleichheit auf und andere Länder mit einem gegliederten Schulsystem ebenfalls. Keine klare Beantwortung möglich. Studien zu Leistungsgruppierung uneindeutig: Positive effekte für leistungsstarke Sus, Negative für schwache Sus. Manchmal auch gar keine Effekte. Schereneffekt weist in Richtung pro-integrierte Systeme.
- Um mehr Chancengleichheit zu erreichen, brauchen wir mehr Gesamtschulen? Stimmen Sie dem zu? BegründenSie. Pro: - Gründe für Chancenungleichheit: Verteilung auf verschiedene Schularten. --> Selektion wird verlagert - soziale Segregation herrscht in allen Systemen, vor Allem aber in gegliederten. - in vielen Ländern mit integrierten Systemen ist der zusammenhang zwischen Leistung und Herkunft geringer (Kanada, Finnland) Contra: - 2. Bildungsweg möglich --> korrigiert Chancenungleichheit und Übergangsempfehlung --> keine Gleichwertigkeit der Abschlüsse, trotz Allem
- Was ist unter den Begriffen alternativer / direkter Weg zum Schulabschluss zu verstehen und wie beziehen sie sich auf die Begriffe erster/zweiter/dritter Bildungsweg? - Direkter Weg: Erstabschluss gleich Höchstabschluss (Allg. Hochschulreife Gym / GE) - Alternativer Weg: Zweitabschluss folgt auf den Erstabschluss. Man differenziert in 3 alternative Bildungswege. 1. Bildungsweg: Ein oder mehr Abschlüsse auf allgeimeinbildende Schulen /beruflichen Schule, keine Voraussetzung einer Unterbrechung 2. Bldungsweg: Allgemeinbildender Abschluss wird berufsbegleitend oder nach einer Ausbildung erworben. Sowohl Erst- als auch Schulabschluss möglich. 3. Bildungsweg: idR bereits Ausbildung abgeschlossen. Der Zugang zur Hochschule erfolgt ohne AHR / FHR.
- Wie kann erklärt werden, dass es trotz des Ansteigen des Anteils von Schülern auf direktem Bildungsweg dennoch ein Ansteigen der Schüler auf alternativen Wegen gibt? -Ständige Zunahme des Nachholens eines Schulabschlusses, trotz Zunahme direkt erworbener Abschlüsse - Ein zunehmender und substantieller Anteil der mittleren Abschlüsse und der Hochschulzugangsberechtigung wird nicht auf den klassisch dafür vorhergesehenen Schularten erworben - Ca. 1/3 der Schüer mit Haupt - oder mittlerem Schulabschluss als Erstabschluss erwerben im Anschluss höhere Abschlüsse - Besonders für am ersten Übergang benachteiligte Schüler stellen alternative Wege eine 2 Chance dar - --> verstärkte Beteiligung von Schülern aus unteren Herkunftsgruppen und mit Migrationshintergrund
- Was verstehen wir unter Standardisierung, Stratifizierung und beruflicher Spezialisierung? Welche Annahmen ergeben sich für die Arbeitsmarkteinmündung von Absolventen alternativer Bildungswege, wenn das deutsche Bildungssystem als beruflich spezialisiert und standardisiert beschrieben wird? Standardiesierung: - Sicherung von abschlussbezogenen Standards durch einheitliche Vorgaben, zentrale Prüfungen und Bildungsstandards -Ausweitung von Standardisierungsbemühungen im allgemeinbildenden Schulsystem und bezogen auf das Abitur an beruflichen Schulen Stratifizierung: - Differenzierung zwischen akademischen und nicht-akademischen Bildungsgängen - Durch Ausweitung alternativer Bildungswege zur Studienberechtigung: Abnahme hierarchischer Differenzen --> Aufweichung der Stratifizierung Berufliche Spezialisierung: - Direkt auf den Beruf / Karriere zugeschnuttene Ausbildungs- und Studiengänge - In Deutschland traditionell hohe Spezialsierung durch entsprechenden Ausbildungs- und Studienabschluss als Voraussetzung Fazit: Durch die Ausweitung alternativer Bildungswege kommt es zu einer Abnahme bzw. Aufweichung der Stratifizierung im deutschen bildungssystem bei gleichzeitig hoher Standardisierung und Spezialisierung
- Wie findet eine Standardisierung unterschiedlicher Bildungswege, die zu gleichnaimen Abschlüssen führt statt? - Übergreifende Vereinbarungen der KMK: Vergleichbarkeit der Vorgaben zu Inhalten (Curriculum), Umfängen, Fakultas und einheitlichen Zugangs- und Vergaberegelungen - Zentrale und einheitliche Prüfungen
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- Operieren alternative Bildungswege im Sinne einer Korrekturfunktion eines früh und stark stratifizierten Bildungssystems? Begründen Sie Ihre Ansicht unter Rückgriff auf empirische Daten. - Ja, weil insgesamt mehr SuS einen höherwertigen Schulabschluss erreichen und ein höherer beruflicher Status erreicht wird --> Selbstkorrektur - Problem: Hierarchisierung zwischen alternativem Bildungsweg und direkt erorbener Hochschulreife, trotz gleicher leistung! --> bessere Positionierung auf dem Arbeitsmarkt für SuS mit direktem Schulabschluss. - Gesellschaftlicher Status der Schulabschlüsse und Laufbahnen variiert. --> Soziale Ungleichheiten verstärken sich an den Schwellen (Schwellenhypothese) - Daten des NEPS zeigen das ein nachträglicher Erwerb einer Studienberechtigung zu einer verbesserten Berufsplatzierung führt. - Aber: Funktionale Differenzierung des höheren Schulwesens führt zu einer Hierarchisierung der Wege zur Studienberechtigung - Differenzen für Männer verschwinden, für Frauen bleibt Vorteil des direkt erorbenen Abiturs bestehen. - Sozioöknomische Selektion --> Die Studie zeigt, dass die direkt erworbene Abschlüsse immer ein wenig besser sind.