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ReWi (Fach) / Vorlesung 7 (Lektion)
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- Dipesh Chakrabarty (1948-heute): Historiker, Marxist wollte Geschichte schreiben über die Arbeiterklasse in Indien, diese war allerdings nicht vorhanden Die Idee „zuerst in Europa, dann anderswo“ steht im Zentrum der Annahme, dass nicht-westliche Gesellschaften immer „unvollständig“ seien, gezeichnet von einem „Mangel“, der sie von „Moderne“, „Fortschritt“ oder „Entwicklung“ ausschließt. Europäisches Wissen ist heute „jedermanns Erbe“, auf der ganzen Welt (genealoigsche Perspektive) Soziologie und Ethnologie = traditionell wertende europäische Disziplinen > Fakt sei nicht resultierend aus der Arroganz und mindere auch nicht die Forschung der Europäer
- Cecil Rhodes (1853-1902): postulierte: Briten= die führende Rasse der Weltje mehr Briten Welt bevölkern = desto besser für den Rest der Welt
- Wo entstand “Moderne”? Salman Rushdie: europäische Geschichte hat nicht nur in Europa stattgefunden, weltweit Sebastian Conrad: globale Verflechtungsgeschichte - Dezentralisierte Verflechtungsgeschichte - Moderne als transregionale, inhaltlich umstrittene Entwicklung - Gegen Idee von „multiple modernities“ (Shmuel Eisenstadt) - Beteiligung „nicht-westlicher“ Akteure - Identitätsbildung immer auch vom „Anderen“ abhängig
- Wann entstand “Moderne”? auch schon vor Kolonialzeit/- Austauschprozessen gab es regionale Entwicklungen
- “Moderne” aus genealogischer Perspektive: Die Bedeutung von „Religion“ und ihre Rolle in der „modernen Gesellschaft“ war in Europa heftigst umstritten und somit alles andere als klar. Es gab demnach kein definiertes „modernes westliches Religionsverständnis“, das in die Welt hätte exportiert werden können. Stattdessen spielten sich auf globaler Ebene Streitigkeiten über die Bedeutung von „Religion“ und „Moderne“ ab. Diese Aushandlungsprozesse fanden in Verflechtung statt, d.h. in allseitiger Abhängigkeit der an ihnen teilnehmenden Akteure.
- Folgen für die Geschichtsschreibung: aus Aufgabe eines homogenen Verständnisses von „westlicher Moderne“. Berücksichtigung „nicht-westlicher“ Akteure bei der Erforschung der verschiedenen historischen Ansichten über „Moderne“.
- “Moderne” aus genealogischer Perspektive: Folgen für die Geschichtsschreibung: Die Bedeutung von „Religion“ und ihre Rolle in der „modernen Gesellschaft“ war in Europa heftigst umstritten und somit alles andere als klar. Es gab demnach kein definiertes „modernes westliches Religionsverständnis“, das in die Welt hätte exportiert werden können. Stattdessen spielten sich auf globaler Ebene Streitigkeiten über die Bedeutung von „Religion“ und „Moderne“ ab. Diese Aushandlungsprozesse fanden in Verflechtung statt, d.h. in allseitiger Abhängigkeit der an ihnen teilnehmenden Akteure. Aufgabe eines homogenen Verständnisses von „westlicher Moderne“. Berücksichtigung „nicht-westlicher“ Akteure bei der Erforschung der verschiedenen historischen Ansichten über „Moderne“.
- Anfänge der Moderne Annahme des europäischen Diffusionismus West and the Rest impliziert ein Mängel bei anderen Kulturen bspw. Entwicklungsländer
- Was ist Moderne viele Kategorien, nach denen man das gliedern könnte Zeitgenossen im 19. Jhd. nahmen Moderne wahr und stritten sich darüber Wie und wer höchst unterschiedlich und nicht unbedingt nur in Europa
- Säkularisierung Sicher ist: Die Formen der Religiosität ändern sich, aber „Religion“ – oder „Spiritualität“!? – verschwindet nicht Erklärungsversuche: (empirisch belegte Tatsachen)Abkehr von traditioneller Kirchen-Religiosität Privatisierung (erinnern Sie sich an Luckmann) Individualisierung Pluralisierung „Neue/alternative religiöse Bewegungen“ Religion spielt weiterhin eine maßgebliche Rolle bei der Bildung sozialer und politischer Identitäten (Wertevermittlung)
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- Probleme der Säkularisierung Frage der Hegemonie (neue religiöse Gruppen gewinnen an Macht; aber wie stark können sie Einfluss auf Gesellschaft nehmen?)HäresieTony Ballantyne: Steigende Systematisierung von „Religion“, Streitigkeiten über die Bedeutung, Signifikanz und Verortung von Religion im öffentlichen Leben. „Subalterne“ (kolonisierte, sozial benachteiligte…) Leute nahmen an dieser Entwicklung Teil
- Peter L. Berger (1929-2017): Wissenssoziologe -> Beschäftigt sich mit Alltagswissen für ihn positive, konstruktive Rolle der Religion in der Gesellschaft gesellsch. Kontruktion der Wirklichkeit Stabilisierung des Individuums & Gesellschaft: Rekonstruktion der Sozialen Konstruktion der Wirklichkeit:Regeln/verhaltensweise externalisieren sich aus Individuen, werden dann objektiviert und im Folgenden richten die Individuen ihr Handeln an diesen Vorgaben aus (internalisieren). Diese Regel “konstruierte Wirklichkeit” bedarf der Legitimation > Plausibilitätsstruktur Beispiel: Kind, alles ist gut Spuren der Transzendenz in moderner Säkularisierungs Gesellschaft versuchen den Hang des Menschen nach Ordnung -> Hang des Menschen zum Ordnen -> dieser impliziert eine transzendente Ordnung Induktiver Glaube: aus Alltagserfahrungen = können religiöse Dimensionen erschlossen werden Religion verschwindet nicht, sondern wird Individualisierung/Privatisiert = individuelle Erfahrungen Kontext des religiösen Pluralismus: „Zwang zur Häresie“ => die Freiheit, sogar Notwendigkeit der Wahl zwischen unterschiedlichen Angeboten auf dem weltweiten Markt der Religionen
- Der Spirituelle Wanderer (von Gebhardt, Engelbrecht & Bochinger) Verschieden von der „Zielstrebigkeit des modernen ‚Pilgers“ und der „Beliebigkeit des postmodernen ‚Flaneurs‘“ (Abkehr von traditionellen Kirchen Traditionen, Selbstgestaltung von Religion nach eigenen Wertvorstellungen, Bedürfnissen) → Konzept gab es jedoch bereits im 19. Jhr. (aber nicht notwendigerweise außerhalb der Kirche Selbstermächtigung des religiösen Subjekt Charakteristika: a) Das Bild der ‚vielen Wege‘, die zur ‚Wahrheit‘ führen. (der Wanderer ist offen für alles, er bedient sich verschiedener religiöser Traditionen, Esoterik und Psychologie und geht davon aus, dass sie kompatibel sind. Der individuelle Weg führt zur überindividuellen Wahrheit.) b) Der Anspruch auf die soziale Deutungshoheit über die eigene Spiritualität. (lehnt jede nicht selbst überprüfte Autorität ab.) c) Die Annahme eines dem Menschen positiv und unbedingt zugewandten Absoluten. > Annahmen: ( Gott steht jenseits aller Religionen Gott= Quellpunkt für Liebe & FreudeGott = eine Frequenz oder Energie )
- Überblick: Abkehr von traditioneller Kirchen Religiosität Unterscheidungen zwischen „religiös“ (dogmatisch, institutionalisiert) und „spirituell“ (frei, ungebunden, tendenziell universalistisch) Privatisierung (vgl. Luckmann) Individualisierung Pluralisierung „Zwang zur Häresie“
- Überblick der Säkularisierung Bereich „alternativer Religiosität“, „neuer religiösen Bewegungen“, New Age, etc. Aber all dies ist nicht neu!Vor allem omnipräsent im 19. Jahrhundert, das uns hier so sehr interessiert (siehe u.a. nächste Sitzung) Weiteres Problem: z.B. erfahren Formen des Christentums und des Islams in den letzten Jahren weltweit massiven Zulauf Außer Frage steht, dass das Thema Religion im öffentlichen Diskurs in den Vordergrund tritt, nicht in den Hintergrund Abkehr von traditioneller Kirchenreligiosität Unterscheidungen zwischen „religiös“ (dogmatisch, institutionalisiert) und „spirituell“ (frei, ungebunden, tendenziell universalistisch) Privatisierung (vgl. Luckmann)Individualisierung Pluralisierung„Zwang zur Häresie“