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ReWi (Fach) / Vorlesung 5 (Lektion)

Funktionalismus

Diese Lektion wurde von Ronin erstellt.

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  • Funktionalistische Ansätze: (3) - Religionsverständnis der Religionssoziologie unterscheidet sich grundlegend von dem der Religionsphänomenologie  - Religionskonzept hat keinen Inhalt, sondern wird rein funktional verstanden: Religion erfüllt eine Funktion, wie etwa gesellschaftlichen Zusammenhalt, oder ist Ausdruck von etwas anderem, z.B. der vormodernen Gesellschaft - - Funktionalistische Ansätze entwuchsen weitgehend der Religionskritik. Doch bald wurden sie in soziologische Theorien überführt und wurden ein integraler Bestandteil der Soziologie Religionssoziologie ist heute der wohl am stärksten ausgeprägte Zweig der Religionswissenschaft
  • Ludwig Feuerbach (1804-1872): war protestantischer Theologe, Philosoph und DemokratReligions- und Idealismuskritiker Kritik an Hegel (Anliegen ist eine philosophische Religionskritik gegen die Hegelsche metaphysische Begründung von Religion)Kernthese: Religion ist keine metaphysische, sondern eine anthropologische Annahme  Annahme: “Der Mensch ist das Ebenbild von Gott”Religion als das “kindliche Wesen des Menschen” (begrenzte aber eine unentbehrliche  Funktion) im Prozess menschlichen Selbsterkenntnis Religion= Hilfsmittel der menschlichen Entwicklung und Emanzipation von der Natur -Religion ist nichts metaphysisches, sondern etwas das im Menschen veranlagt ist und nur noch an die Oberfläche kommen muss 
  • Karl Marx (1818-1883): 1. Religionsgegner 2. Religion = “Machwerk des Menschen” / Selbstbewusstsein wird erst (unbewusst) auf das Außen projiziert  3. Religion ist Ausdruck des wirklichen Elends und gleichzeitig Protest gegen das wirkliche Elend > Opium des Volkes  > Ort der Religion = Bewusstsein, dadurch Erklärung gesellschaftlicher Umstände    4. Religion: findet im Menschen statt (Aufnahme des Gedanken der Anthropologisierung) Anthropologisierung und Materialisierung der Religion verwandeln Religion in ein abgeleitetes Phänomen, das bestimmte Funktionen erfüllt
  • Auguste Comte (1798-1857): Begründer der Religionssoziologie, auch der “Sociologie” Positivist (materialistisch, anti metaphysisches) und Sozialist Religiöse Funktion im französischen Frühsozialismus (sehr religiös) progressive Entwicklung über verschiedene Entwicklungsstufen - Fetischismus → Polytheismus → Monotheismus → Synthese (= Religion + Wissenschaft + Philosophie) “perfectibilité”= Prozess des Perfekt werdens  Synthese soll herbeigeführt werden, neue rationale, wissenschaftliche Religion als Grundlage der Gesellschaft. (Werte der Synthese: Verwirklichung der ,,new Kirche”, Frauenrechte, freie Liebe, Suche nach dem weiblichen Messias im Orient etc..) → Entwicklung von primitiv zu perfektioniert
  • Comtes 3 Stufen positive Philosophie:> Theologische Stufe : Alle Phänomene durch übernatürliche Ursachen, durch persönliche und willkürliche Eingriffe von Gottheiten > Metaphysische Stufe : Erscheinungen aus verborgenen Kräften/ Eigenschaften erklärt, die Körper innewohnen/ gleichsam beseelen  > Positive bzw. wissenschaftliche Stufen : Erscheinungen als Folge unabänderlicher Naturgesetze, keine Willensakte (weder über- noch natürliche) rief sich zum Propheten: “neue Religion der Menschheit” Religion bekommt neue konkrete, gesellschaftliche Rolle
  • Émile Durkheim (1858-1917): beeinflusst von deutscher Forschung Schlüsselbegriff: soziale Tatsache (fait social) → Handlungen die nicht vom Einzelnen willkürlich durchgeführt werden, sondern nur aufgrund von Erwartungen der Gesellschaft passieren Individuelles Leben entspringt dem kollektiven Leben hält an Übernatürlichem, Heiligem fest und stellt es über Alltägliches Religion hat aber keinen Inhalt: nur eine Funktion um gesellschaftliches Zusammenleben zu sichern (funktionalistischer Ansatz) Religion ist eine Innerlichkeit nicht Religion Gegenstand, sondern der Mensch  > Religion ist in Zukunft die Individual Religion > Auflösung der traditionellen Religion > Soziologische Individualisierungsthese 
  • Thomas Luckmann (1927-2016): Religion = „das, was den Menschen zum Menschen werden läßt“ (anthropologische Konstante)„Menschwerdung ist Sozialisierung: Einübung und Einzwängung in ein das Einzeldasein transzendierendes Sinngefüge. Wenn man von einer religiösen Konstante sprechen will, so ist sie mit dieser Funktion gegeben. Sozialisierung als religiösen Prozeß zu verstehen, heißt, den Menschen als religiöses Wesen zu definieren.“ Religion = universale anthropologische Konstante Religion = per definitionem etwas, das jedem Menschen eigen ist 
  • Thomas Luckmann 2. ABER: keine inhaltliche Bestimmung von Religion, sondern als Funktion für die Sozialisierung des Menschen Abgrenzung von Nicht-Religion kaum möglich  Ähnlich wie bei Durkheim, wenn auch mit anderer inhaltlicher Fokussierung Verbindung eines funktionalen Religionsverständnisses mit einem Religionsbegriff der Innerlichkeit  Religion = Erfahrung von Transzendenz (Religion der Innerlichkeit) sieht Säkularisierung der Religion: ist aber nicht das Ende von Religion sondern gibt ihr einen neuen Raum, der nicht mehr an die Gesellschaft gebunden ist, sondern an das Individuum wichtig bei ihm: Individualisierung, Privatisierung, Säkularisierung
  • Max Weber (1864-1920): allgemein Rechtswissenschaftler, Nationalökonom 1910 Gründung Deutscher Gesellschaft für Soziologie  soziales Handeln: soziales ist mit Sinn verbunden, an Mitteln und Werten ausgerichtet und in ein eVielfalt von Bedeutungszusammenhängen eingebunden soziales Geflecht: Klassifizierung von Gruppen (nur um Dinge leichter verständlich darzustellen) Abstraktionen als Grundzug soziologischer Methodologie  Formung von Idealtypen essentiell für Webers Vorgehen
  • Max Weber (1864-1920): Religion ist laut Weber in erster Linie um Sinngebung (erklärt das Irrationale) bemüht Erfahrung von „Irrationalität“ (Tod, Unglück, Krankheit) Religion tritt bei jedem Menschen auf und passt sich ihm individuell an; es gibt keine festgelegte Form; bei jedem tritt es unterschiedlich auf (= soziale Wandlungsfähigkeit)  Rationalismus als besonderes Kennzeichen abendländischer Kulturentwicklung  Entzauberung der Welt als Reaktion auf die Erfahrung der „Irrationalität“ der Welt  Rationalisierung weiter Lebensbereiche; umfassende Sinngebungen scheitern  Wichtiges Schlagwort, das heute immer mehr in Frage gestellt wird!
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  • Weber und der Kapitalismus Zusammenhang zwischen protestantischer Ethik und dem Aufkommen des Kapitalismus Tätigkeits- und Arbeitsdrang der puritanischen Ethik als Verdrängung der Ungewissheit der Prädestination hängt mit dem kapitalistischen Ethos der ständigen Gütervermehrung zusammen
  • Zusammenfassung: Funktionalistische Ansätze Religion hat keinen Inhalt, sondern eine Funktion Teil gesellschaftlicher Dynamiken  Bereich der Religion nicht von anderen Bereichen getrennt und häufig nicht oder schwer unterscheidbar  Bildung abstrakter Kategorien, Klassifizierungen und Idealtypen