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Sprachkontakt (Fach) / Definitionen (Lektion)
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- Definition: Sprachkontakt + Abgrenzung von Mehrsprachigkeit & Fragestellung - Wenn sich Sprachen wechselseitig beeinflussen - Ist ein Ergebnis von Mehrsprachigkeit -Abgrenuung: Im Sprachkontakt stehen die SPRACHEN im Zentrum, nicht die SPRECHER - Strenggenommen bildet jede Anwendung verschiedener Sprachen durch einen Sprecher einen Fall von Sprachkontakt - Fragestellung: Auf welche ART beeinflussen sich verschiedene Sprachen
- Sprachkontakt: Psycholinguistische Begriffsbestimmung + Psycholinguistische Fragestellung & Beispiel Ort des Kontakt: Das Gehirn eines mehrsprachigen Sprechers/ Sprecherin Fragestellung: Was Passiert in den Köpfen von Sprechern/ Sprecherinnen, wenn sie abwechselnd zwei oder mehr Sprachen sprechen? Beispiel.: Migrantensprache in Deutschland --> sprechen abwechseln -a.) Migrantensprache mit Freund/innen und Familie -b.) Deutsch in der Schule, Uni oder auf der Arbeit
- Soziolinguistische Begriffsbestimmung + Fragestellung & Beispiel Ort des Kontakts: Gesellschaften oder soziale Gruppen --> nicht jede/r in der Gruppe muss alle/beide Sprachen gleichermaßen sprechen/ gebrauchen ==> Die Gruppe als GANZES ist entscheidend! Fragestellung: Wie/ auf welche Art beeinflussen sich verschiedene Sprachen in einer mehrsprachigen Gesellschaft/ Gruppe? Beispiel: Gesellschaft unterteilbar in Gruppen, die verschiedene Sprachen verschieden gut beherrschen. Sprachkontakt Phänomene dort am häufigsten, wo Sprecher beide Sprachen nebeneinander gebrauchen.
- Psycho.-Z Soziolinguistische Begriffsbestimmung = Kombination beider Ansätze (und Riehls Auffassung?) - Sprachkontakt beginnt im Kopf des Individuums und breitet sich unter bestimmten Bedingungen allmählich in der Gesellschaft aus. - Sprachkontakt (oder Varietätenkontakt) ist immer da, wo verschiedene Sprachen / Varietäten einr Sprache aufeinanfer treffen (Riehl 2014)
- Definition: Diglossie --> H & L & Unterschiede &Theoretiker +2 Beispiele H & L (Einteilung - Arbeitsteilung der Sprachen: Wann, wo und wie welche Sprache in einer Gemeinschaft gebraucht wir, ist geregelt -> beide Sprachen werden nicht in den gleichen Situationen verwendet - Verwendung von zwei funktional unterschiedlichen Domänen: - High variety (H-Varietät): formelle Ebene (z.B. Institutionen) - Low variety (L-Varietät): informelle Ebene (z.B. Familie) Beispiele: 1.Arabische Schriftsprache (H) und gesprochenes Arabisch (L) in Ägypten 2. Hochdeutsch (H) und Schweitzerdeutch (L) in der Schweiz - Theoretiker: Ferguson (Standardeinteilung), Fishman (Erweiterung)
- Definition: Binnendiglossie und Außendiglossie + genetisch Verwandte und nicht Verwandte Sprachen 1. Binnendiglossie: Varietäten der selben Sprache (genetisch verwandt) Bsp.: Klassisches Arabisch (H) Volksarabisch (L) 2. Außendiglossie: Varietäten verschiedener Sprachen Bsp. genetisch nicht verwandt: Spanisch Paraguay (H), Guarani (L)
- Definition: Triglossie und Polyglossie + Beispiele - Komplexe Arbeitsteilung der Sprachen --> Verwendung von mehr als 2 funktional unterschiedlichen Varietäten 1. Bsp. Triglossie: Südtirol --> Standarddeutsch (H), Italienisch (H), Südtiroler Dialekt (L) 2. Bsp. Polyglossie: Häufig in ehemaligen Kolonien Afrikas --> Kenia: English (H), Suaheli (H) + verschiedene Bantu Sprachen (L)
- Definition Sprechmodi: Monlingualer und bilingualer (multilingualer) Sprechmodus 1. Monolingualer Sprachmodus - Eine Sprache/ Varietät ist stärker aktiviert --> mehrsprachige Personen sprechen in einsprachigem Kontext mit einsprachiger/n Persone/en ---> Sie passen sich der einsprachigen Person an 2.Bilingualer/ multilingualer Sprachmodus - Alle Sprachen/ Varietäten sind gleichstark aktiviert --> mehrsprachige Personen sprechen in mehrsprachigem Kontext mit mehrsprachigen Personen ---> Wechseln zwischen Sprachen/ Varietäten oder mischen diese
- Definition: Code- Switching + 2 Beispiele - Nur in mehrsprachigen Gesellschaften/ Gruppen möglich --> Einzelsätze, Mehrworteinheiten und Sätze möglich - Switching zwischen Sätzen: Intersentielles Code-Switching Bsp.: Ich habe heute keine Lust zu lernen. I will do that tomorrow. - Switching innerhalb von Sätzen: Intrasententielles Code-Switching Bsp.: Ich liebe Smartphones, I couldnt live without them - Sprachen/ Varietäten verändern sich beim Codeswitching nicht --> einsprachige Höhrer/innen verstehn den jeweiligen Teil
- Definition: Transfer - Auch in einsprachigen Gesellschaften - Elemente einer Sprache werden in eine andere übernommen und dabei of verändert --> nur ein Wort oder eine idiomische Einheit - Einsprachige Höhrer/Innen verstehen das betreffende Element häufig nicht (richtig) Der war geborn über'n Schwamm von die alte Heimat an dieser Road (nochmal mit Johannes klären?)
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- Funktionales/ soziolinguistisch motiviertes Code-Switching motiviert durch: - Äußere Situationen - strategische Gründe - bewusst (?) - Meist wechsel zwischen Sätzen (intersententiell) - häufig bwusst und expliziert, z.B. durch - Kommentare "... wie man auf Englisch sagt" -Widerholungen: "ich sag ja:....." - Übersetzungen: "Also auf Deutsch: ..."
- Situatives Codeswitching Beispiele - Form des funktionalen/ soziolinguistisch motivierten Code-Switchings Z.b. Wenn: - Eine neue Gesprächsperson der bisherigen Sprache nicht mächtig ist - Ein Ortswechsel stattfindet (Betreten eines Amtes) - Themenbedingt (z.B. sprechen über ein anderssprachiges Schulfach wie Englisch) - Abhängig vo Interaktionstypus (z.B. privates vs. Geschäftsgespräch)
- Konversationelles Code-Switching (Form des funktionalen/ soziolinguistisch motivierten Code-Switchings) - Diskursstrategische Gründe - Kommunikativer Effekt Kommunikative Effekte: - Wörtliche Zitate ("..." wie man auf Englisch sagt) - Expressive Funktion ("Gestern war ich... My god, it was amating") - Metakommunikative Äußerung - Referentielle Funktion --> Bei Schwierigkeiten in einer Sprache wird in eine andere gewechselt
- Nicht-Funktionales/ Psycholinguistisch motiviertes Code-Switching - Code-Switching ohne Absicht der Person und ohne äußere Einflüsse ==> nicht intentionales Code-Switching --> häufige (Selbst) Korrekturen, weil Switching erst im Nachhinein bemerkt wird - Es gibt Triggerwörter: - Eigennamen - lexikalische Übernahmen - Homophone die in beiden Sprachen vorkommen
- Definition: Code - Mixing - Lexikalische Einheiten und grammatische Strukturen aus verschiedenen Sprachen in einem Satz -Insertion: Einheiten aus einer anderen Sprache in die andere -Alternation: Satz beginnt in einer und endet in anderen Sprache -Kongruente Lexikalisierung: Basissprache unklar
- Definition: Lehnwort vs. Fremdwort + jeweils Beispiele ( 2Lehn, 1 Fremd.) Lehnwort - gehört zum üblichen Vokabular einer Gruppe - Nach Lautung, Schreibung und Flexion integriet Bsp. Fenster (< lat. fenestra), Sport (< eng.) Fremdwort - als solches erkennbar/ benennbar - seltener Gebrauch, häufig als Zitat - nach Lautung, Schreibung und Flexion (noch) nicht integiert Bsp. Pneumonie (< gr.)
- Definition: Transferenz - Prozess der Übertragung jeglicher Items, Merkmale oder Strukturen von einer in eine andere Sprache und die Ergebnisse dessen - ein Einzelner Fall von Transferenz wird als Transfer bezeichnet - betrifft alle möglichen Ebenen einer Sprache (Lexik, Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Textebene - Betrifft Transferenz/ Transfer konketes material --> matter oder abstrakte Strukturmuster (pattern) --> führt zu Sprachveränderung (zunächst/ meist nur vorübergehend)
- Überdachung am Beispiel Luxemburgs: Vor und nach dem 2. Weltkrieg Standartsprache überdacht Dialekte --> Mehrheitssprache überdachte Minderheitssprache --> kann Druck ausüben Luxemburg vor 19. Jhd. Deutsch überdacht moselfränkische Dialekte, Entlehnungen aus dem Französischen Luxemburg nach dem 2. Weltkrieg: Luxemburgisch überdacht in überschneidung mit Deutsch und Französisch Vernakularsprache (nicht standardisierte Sprachvarietät) Diese überdachte wiederum luxemburgische Dialekte --> Entlehnungen aus dem Deutschen und Englischen
- Definition: Sprachinselminderheiten + 2 Beispiele KEIN geographischer Kontakt zum Sprachkernland Überdachung durch andere Sprachen --> Intensiver Sprachkontakt Beispiele: Pennsylvaniadeutsche, Namibiadeutsche
- Autochthone Restminderheiten +3 Beispiele Sprachminderheiten ohne Sprachkernland Friesen, Sorben --> beide in Deutschland
- Städtische Immigrant*innengruppen + 2 Beispiele + 3 Generationenregel allochthone (woanders entstanden) Minderheiten - Türkische Minderheiten in Deutschland, Portugiesische in Luxemburg 1. Generation: Einsprachig in Erstsprache 2. Generation: ZWeisprachig 3. Generation Einsprachig in Sprache des Aufnahmelandes
- Definition: Individuelle Mehrsprachigkeit --> Sprachkontakt vor allem in den Köpfen der Individuen --> Definition vielschichtig und kontrovers - Ein Individuum benutzt verschiedene Sprachen in einsprachigen oder mehrsprachigen Situationen - Ein Individuum benutzt eine Sprache in der Jugend, eine im Erwachsenenalter - Eine gesprochene vs. eine geschriebene Sprache - Besitzt die Kompetenz des 'Umschaltens' zwischen verschiedenen Sprachen --> Fähigkeit eines Individuums. sich in mehreren Sprachen auszudrücken
- Problematisierung: Definition individuelle Mehrsprachigkeit + Relevant von individueller Mehrsprachigkeit für den Sprachkontakt Problematisierung: Ab wann kann man 'umschalten', benutzen... sich ausdrücken etc.? (wann ist das LVL erreicht, dass man von diesem Begriff von einer Sprachkompetenz sprechen kann?, was ist der Maßstab?) ==> Mehrsprachigkeit = dynamisch und verändert sich gleiche Kompetenz in 2 Sprachen ist sehr selten Zweitspracherwerb ist eher die Regel Relevanz für Sprachkontakt: Findet in den Köpfen der Individuen statt - kann Auslöser für Sprachwandel sein
- Definition: Fossilierung im Zweitspracherwerb -Stehenbleiben auf einer Stufe des Erwerbs ("reicht doch (erstmal)")
- Definition: Spracherosion (Attrition) 3 Verlustfaktoren Erforschung und Relevanz für Sprachkontakt Mehrsprachigkeit kann man erwerben und verlieren - umweltbedingt (eingeschränkter Gebrauch) - altersbedingt (Alterungsprozesse) -pathologisch (durch Krankheit oder Trauma) Erforschung:Generationenvergleich oder Langzeitstudien Relevanz: Einfluss einer LX --> auf L1, nachweisbar in: lexiko semantischen Fehlern, Ausdrucksfehlern, Wortfindungsschwierigkeiten, Code-Switching
- Definition: Varietät, Dialekt, Standardsprache 1. Varietät: Teil einer ganzen Sprache, die in der Regel eine größere Zahl von Vaerietäten umfasst --> Subsystem; Begriffe auf -lekt (Soziolekte, Historiolekte, Regiolekte) 2.Dialekte: Eine regional bestimmbare Varietät einer Sprache, die von einer sprachsoziologisch häherstehenden Varietät überdacht ist --> Dialekte sind die standardfernsten, lokal oder kleinregional verbreiteten Vollvarietäten 3. Standardsprache: An Norm orientierte Sprechlage, größte kommunikative Reichweite aller Systemschichten ---> übedacht andere Varietäten
- Definition und Erläuterung: Varietätenkontakt - Sprachkontakt zwischen verschiedenen Varietäten ---> zwischen Dialekt und Dialekt ---> zwischen Dialekt und Standardsprache - Durch Kontakt zwischen diesen Varietäten: Entstehen Zwischenvarietäten --Regionaldialekt = Dialekt beeinflusst vom Standard --Umgangssprache = Standard beeinflusst von Dialekten (Umgangssprache = eine Zwischenvarietät, aus dem Kontakt zwischen Dialekt und Standardsprache) (kodifizierte) Standardsprache VVVVVVV Umgangssprache (Regiolekt) ^^^^ Basisdialekt - Nur Basisdialekte und Standardsprache = klar abgegrenzte Systeme --> Umgangssprache (Zwischenvarietäten) nicht
- Definition: Kookkurenz(Restriktionen) + Beispiele - Bestimmte Varianten treten nur gemeinsam auf Beispiel 1: angehört (standard) --> ogheat/ angheat (Bairisch) => nie ogeheat Beispiel 2: Du weißt viel (Standard), Du woaßt vi (Bairisch) => nie du weißt vui oder du woaßt viel - Ad-hoc Mischungen - Nicht-funktionales Code-switching (durch Triggerwörter)
- Definition: Koineisierung (A + B => C) - Koiné (gr) = Ausgleichsvarietät, Verkehrsvarietät ==> neue, gemeinsame Varietät mit Elementen/ Strukturen aus beiden beteiligten Varietäten - Zwei Prozesse sind hierbei besonders wichtig: --> Nivellierung von seltenen Elementen/ Strukturen --> Reduzierung von unregelmäßigen Formen - Auch Bewerung spiel eine Rolle --> Negative Bewertung > führt häufig zu Abbau --> Positive Bewertung < führt häufig zu Erhalt