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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 5(3) - Überbetriebliche Initiativen zur Etablierung ethischer Praxis (Lektion)
Lektion 5(3) - Überbetriebliche Initiativen zur Etablierung ethischer Praxis
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- Überbetriebliche Kodizes und Konventionen große Bedeutung bei der Sicherung moralischen Verhaltens im unternehmerischen Alltag aufgrund der Probleme und Mängel, die mit legislativen Maßnahmen verbunden sind 4 verschiedene Funktionen aufgrund der ethischen Herausforderungen die sich im Zuge der Globalisierung ergeben, richten sich viele Kodizes/Konventionen explizit an international agierende Unternehmen --> Global Eight = 8 Regelsysteme, die international besonders Aufmerksamkeit gewonnen haben
- Funktionen von überbetrieblichen Kodizes und Konventionen - Ergänzungsfunktion: vervollständigen das Recht, indem sie das Fehlen von Gesetzen inbestimmten Bereichen oder Ländern ausgleichen- Interpretationsfunktion: Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe bzw. rechtlicher Grauzonen- Standardisierungsfunktion: Vereinheitlichung von Maßnahmen der guten ethischenUnternehmensführung- Hilfefunktion: geben Akteuren, die für ethische Fragen aufgeschlossen sind, Orientierung
- Global Eight: Sozialstandard Social Accountability SA 8000 - Inhalt zielen v.a. auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Produktion ab inhaltlich sind sie stark von bestehenden Kodizes und Konventionen geprägt (z.B. UNMenschenrechtserklärung, Erklärungen der International Labour Organization) verboten sind u.a. Kinder und Zwangsarbeit, Diskriminierung, Disziplinierung durch körperliche Strafen oder Lohnkürzungen Erfüllung der Standards wird dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht Möglichkeit zur Zertifizierung durch eine unabhängige Prüfgesellschaft
- Global Eight: Sozialstandard Social Accountability SA 8000 - Ursprung und Entwicklung geht auf eine Initiative einer amerikanischen Verbraucherschutzorganisation zurück entwickelt im Multistakeholderprozess , d.h. - Beteiligung von Vertretern verschiedener Branchen - Gewerkschaften - Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden - Nichtregierungsorganisationen (NGO's) - Regierungsorganisationen
- Global Eight: UN Global Compact etabliert durch UN Generalsekretär Kofi Annan = werteorientierte Plattform zur Förderung institutioneller Lernprozesse Aufzeigen und Verbreitung bewährter und weltweit gültiger universeller Verhaltensweisen undGrundprinzipien Ziel: Unternehmen sollen zu vorbildlichem Handeln in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung angeregt werden Zielerreichung über Transparenz und Dialog --> Veröffentlichung gelungener Umsetzungsbeispiele, Information wichtiger Stakeholder über die Ziele, Integration der Ziele in die UN-Philosophie Unternehmen, die dem Pakt beitreten, verpflichten sich zur Einhaltung von 10 Prinzipien
- Global Eight Aufzählung - International Labour Organization (ILO-Konventionen) - OECD-Leitsätze - Global Sullivan Principles - UN Global Compact - ISO (14001, 26000) - AA 1000 - SA 8000 - Global Reporting Initiative
- Die zehn Prinzipien des Global Compact - Menschenrechte 1) Unternehmen sollten die international anerkannten Menschenrechte respektieren und ihre Einhaltung unterstützen 2) Unternehmen sollten sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen
- Die zehn Prinzipien des Global Compact - Arbeitsstandards 3) Unternehmen sollten die Freiheit der Arbeitnehmer zum Zusammenschluss und das Recht auf kollektive Verhandlungen hochhalten 4) Unternehmen sollten jede Form der Zwangsarbeit eliminieren 5) Unternehmen sollten Kinderarbeit abschaffen 6) Unternehmen sollten Diskriminierung bei der Einstellung und Beschäftigung vermeiden
- Die zehn Prinzipien des Global Compact - Umwelt & Korruption 7) Unternehmen sollten umsichtig mit Umweltgefahren umgehen 8) Unternehmen sollten Initiativen ergreifen, um eine größere Umweltverantwortung zu erreichen 9) Unternehmen sollten die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien unterstützen Korruption: 10) Unternehmen sollten alle Formen der Korruption bekämpfen, einschließlich Bestechung und Erpressung
- ISO 26000 ISO = International Organization for Standardization umfangreicher Standard zur verantwortlichen Führung von Organisationen beinhalten sieben Prinzipien gesellschaftlicher Verantwortung: Rechenschaftspflicht- Transparenz - Ethisches Verhalten - Achtung der Interessen der Anspruchsgruppen- Achtung der Rechtsstaatlichkeit- Achtung internationaler Verhaltensstandards- Achtung der Menschenrechte
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- ISO 26000 - Kernthemen für die Führung von Organisationen ergeben sich aus den sieben Prinzipien gesellschaftlicher Verantwortung 7 Kernthemen: - Menschenrechte - Arbeitspraktiken - Umwelt - Konsumentenanliegen - Faire Betriebs- und Geschäftspraktiken - Einbindung und Entwicklung der Gesellschaft
- ISO 26000 - Bewertung - viele Beteiligte aus verschiedensten Bereichen bei der Erstellung des Standards --> neben Experten auch Regierungen, Wirtschaftsunternehmen, Verbraucherverbände, Gewerkschaften - Eignung zur Durchsetzung ethischer Handlungsmaßstäbe im Unternehmen aufgrund des hohen Detaillierungsgards Vorteil: Problembereich der verantwortungsvollen Unternehmensführung wird professionell und differenziert betrachtet Nachteile: - Aufgrund der Komplexität schwierig zu kommunizieren - ISO 26000 keine Grundlage für Zertifizierungen
- Kontroverse Debatten über Regelwerke mit globaler Ausrichtung Kritik daran, dass es einen Werteimperialismus jener Länder gibt, die die Kodifizierung forciert haben --> Länder die an der Regelerstellung beteiligt waren versuchen ihre Werte auf andere Länder zu übertragen z.B. Menschenrechte und deren Beachtung bzw. Missachtung in Entwicklungsländern Zudem Problem der beschränkten Verbindlichkeit der Regelwerke --> Beachtung bzw. Einhaltung juristisch nicht erzwingbar; nur Selbstverpflichtung der Unternehmen
- Überbetriebliche Kontrollinstanzen zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit, dass das UN die selbstbindenden globalen Regelwerke einhält verschiedene Instanzen: - staatliche Kontrollen- Kontrolle durch die Öffentlichkeit- Kontrolle durch wirtschaftsnahe Organisationen (z. B Berufsverbände oder Kammern)- Kontrolle durch gemeinnützige Organisationen (Zertifizierung, Vergabe von Gütesiegeln)- Kommerzielle Kontrollanbieter (z. B. Ratingagenturen)
- Kontrollinstanz Öffentlichkeit Kontrolle durch NGO's Moderne Kommunikationstechnologien ermöglichen eine schnelle und hocheffiziente Konstitution und Organisationhierdurch erhebliches Macht und Sanktionspotenzial gegenüber Unternehmen, z. B. durchBoykottmaßnahmen oder Netzkampagnen
- NGO's als Kontrollinstanz der Öffentlichkeit NGO's = freiwillige, unabhängige, nicht am Gewinn orientierte private Organisationen - Verfolgung altruistisch motivierter Sachziele - agieren v. a. in Politikfeldern wie Ökologie, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, Gesundheitsförderung, Menschenrechte, Entwicklungshilfe, Bildung oder Korruptionsbekämpfung