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Systematische Zoologie (Fach) / Würmer, Plathelminthes, Nemathelminthes (Lektion)
Bilateria, Dugesia, Dicrocoelium dentriticum (kleiner Leberegel), Rinderbandwurm
Diese Lektion wurde von sidneymarie972 erstellt.
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- Plathelminthes Merkmale - Bilateria -> bilaterale Symmetrie - triploplastische Organisation; drei Keimblätter, neben Ektoderm und Endoderm, Mesoderm (verantwortlich für Muskulatur) - Körpervorderpol (Cephalisation); Ausbildung eines übergeordnetem Zentrum des Nervensystems ("Gehirn") und Ausbildung der Sinnesorgane am Vorderpol - Gerichtete Fortbewegungsweise - Protonephridien (Nieren); Exkretionsorgane, bestehen aus Schläuchen oder Tubuli mit wenigen Zellen, enden oft blind mit einer spezialisierten Reusengeißelzelle (Reusenapparat), dort findet die Filtration der Gewebsflüssigkeit statt, auf diese Weise wird Primärharn gebildet - meist parasitisch - meist Zwitter - dorsoventral abgeflacht - mehrheitlich Endo- oder Ectoparasiten --> Malaria, Bilharziose
- Plathelminthes (Plattwürmer) Teiltaxa 1 Turbellaria (Strudelwürmer, frei lebende Form) Parasiten: 2 Trematoda (Saugwürmer) 3 Cestoda (Bandwürmer)
- Turbellaria (Strudelwürmer) Bsp. Dugesia besonders ursprünglich Körperbau: bilateralsymmetrisch vorderer Körperpol (Cephalisation, Kopf) --> Cerebralganglion ("Gehirn"), einfache Lichtsinnesorgane (Pigmentbecherzellen) und chemische Sinnesorgane (Auricularsinnesorgane, "Öhrchen") Körperwand: bewimperte, einschichtige Epidermis mit Drüsenzellen, eingelagert sind Rhaptiden (stäbchenförmige Sekretzellen zur Feindabwehr) Muskulatur: Unter Epidermis Hautmuskelschlauch aus äußeren Ring- und Längsmuskeln sowie dorsal und ventral verlaufenden Muskeln In Muskulatur ist ein Parenchym eingebettet (Füll- od. Stützgewebe) Gastrovaskularsystem: terminaler After fehlt ein vorderer und 2 hintere Schenkel, die verzweigt sind Mundöffnung befindet sich in der Körpermitte auf der Unterseite, an der Spitze eines ausstülpbaren muskulären Schlauch (Pharynx) (Beuteerwerb) Nervensystem: vom zentralen Gehirn gehen 2 ventrale Längsstränge aus -> Markstränge, sind in Querrichtung durch Kommissuren verbunden peripheres Nervensystem (außerhalb des Gehirns); netzartige Nervengeflechte in und unter der Epidermis
- Neodermata - Trematoda (Saugwürmer) & Cestoda (Bandwürmer) Eigenschaften - bewimperte Epidermis wird durch unbewimperte Neodermis ersetzt --> wird von mesodermalen Zellen (Keimblatt) gebildet, die zum einem Syncytium verschmelzen (=vielkerniges Gebilde ohne Zellgrenzen) - alle Neoderma sind parasitisch - Neoderma-Bildung hängt damit direkt zsm --> Körperhülle dient nicht mehr der Fortbewegung, sondern der Nahrungsaufnahme, Exkretion, Osmoregulation & Schutz vor der Immunabwehr des Wirts
- Lebenszyklus Fasciola hepatica (Großer Leberegel) Trematoda Endwirt: Säugetier (z.B. Kuh) Zwischenwirt: Schnecke Kot --> befruchtete Eier / Miracidium --> wird von Schnecke aufgenommen --> Sporocysten --> bilden mehrere Redien (Tochercysten) --> bilden Cercarie (freischwimmend) --> werden ausgeschieden & setzen sich an Wasserpflanzen fest --> Metacercarie (bilden Kaspeln) --> Aufnahme durch Kuh --> Adulttiere (geschlechtl. Vermehrung)
- Lebenszyklus von Dicrocoelium dendriticum (kleiner Leberegel) Trematoda Gruppe: Plathelminthes Endwirt: Säugetiere --> Eier (über Kot des Wirtes freigesetzt, enthalten Miracidien) --> Aufnahme durch Schnecken --> Miracidien durchdringen Darmwand der Schnecke --> Entwicklung zu Muttersporocysten und Tochtersporocysten --> Entwickeln sich zu Cercarien --> Cercarien in Schleimbällchen von Schnecke ausgestoßen --> Aufnahme durch Ameisen --> enzystieren zu Metacercarien --> Aufnahme durch den Endwirt --> Eibildung im Endwirt
- Cestoda (Bandwürmer) Bsp. Taenia saginata (Rinderbandwurm) Morphologie: - versch. Organe reduziert (wegen Parasitismus) - Darm fehlt völlig, Nahrungsaufnahme ausschließlich über Neodermis durch Endocytose & im Parenchym gespeichert - meist deutlich abgesetztes Vorderende miit Hafteinrichtungen vorhanden (Scolex) - übriger Körper aus sog. Proglottiden gebildet, das sind einzelne Glieder, die durch Querfurchen gegeneinander abgesetzt sind --> entstehen unmittelbar hinter dem Stolex in einer Sprossungszone --> jede Proglottide besitzt einen zwittrigen Geschlechtsapparat, wobei männl. Organe zuerst reifen (Protandrie) (jung -> männl. / alt -> weibl.) - in Gegensatz zu den Trematoden haben Bandwürmer zwar Wirtswechsel, aber keinen Generationswechsel
- Cestoda Lebenszyklus - bei Taenia saginata (Rinderbandwurm) ist der Endwirt der Mensch oder fleischfressende Säugetiere (Carnivora) - adulter Bandwurm (6-8cm) lebt im Darm & ernährt sich vom Darminhalt ohne größeren Schaden anzurichten - reife Bandwürmer befruchten sich in der Regel selbst --> reife befruchtete Proglottiden mit Eiern werden mit dem Kot abgegeben --> Eier werden durch Zerfallen mit dem Kot freigesetzt & dann mit Pflanzen vom Rind als Zwischenwirt aufgenommen - Im Dünndarm des Zwischenwirts schlüpfen unbewimperte Oncosphaera-Larven (Hakenlarven) --> durchdringen Darmwand & gelangen über das Blutgefäßsystem in die Muskulatur wo sie sich als Finne abkapseln --> wird das betroffene Muskelfleisch (z.b Rind) roh oder ungenügend gegart vom Endwirt aufgenommen, stülpt die Finne ihren Scolex aus und setzt sich an der Darmwand fest - In der Sproßungszone bilden sich sukzessive neue Proglittoden aus
- Deuterostomia (Neumünder) z.B Echinodermen (Stachelhäuter) & Chordata (Säugetiere) - Gegenüberstellung zu den Protostomia (Urmündern); alle Würmer - der Mensch ist z.B ein Neumünder - Entstehung des Coeloms (von Epithel umkleideter Hohlraum zwischen Körperdecke (Ektoderm) und Darm (Endoderm) der Metazoa (Vielzeller)) durch Enterocoelie (Abfaltung des Urdarms - Coelom ist primär paarig & 3-gliedrig (Proto-, Meso-, Metacoel)
- Gastroneuralia - Tiere bei denen Längsnervenstränge auf der Ventralseite verlaufen - hochgradige Determination der Furchungzellen; von Anfang an festgelegt wieviele Zellen entstehen
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- Spiralia ca. 90 % aller Arten z.B Plathelminthes, Mollusca, Annelida, Arthropoda --> Spiralfurchung --> Entstehung des Coeloms aus der 4d-Urmesodermzelle
- Cycloneuralia Taxon, z.B. Nematoda Teil der Ecdysozoa (Häutungstiere)
- Nemathelminthes Merkmale Wichtigste Gruppe: Nematoda (Fadenwürmer) gehört zu Ecdysozoa (Häutungstiere), Cycloneuralia, Protostomia - süßwasser- und marine Formen, Bewohner von Moospolstern & viele Bodenbewohner - viele Arten parasitisch - von extremer weltgesundheitlicher Bedeutung - Bau sehr einheitlich
- Nemathelminthes Morphologie - Körper ausgesprochen zylindrisch - Körperenden laufen spitz zu - einfache Lichtsinnesorgane bei manchen aquatischen Formen - am Körpervorderende sind mechano- und chemorezeptorische Kopfsensillen (kleine Sinnesorgane) vorhanden, außerdem chemozeptische Sinnesorgane - Mundöffnung ist endständig - ausgeprägter pharyngealer (im Rachen) Saugapparat ist vorhanden - Körper ist unsegmentiert - Epidermis neigt zu Syncytienbildung, d.h. die Zellgrenzen verschwinden, das Ganze wird zu einem einheitlichen vielkernigen Gebilde --> von einer elastischen gummiartigen Cuticula bedeckt, die gehäutet wird, in diese ist Chitin eingelagert - Körperinnere ist zu einem erheblichen Anteil mit Flüssigkeit gefüllt: Hohlraum mit Flüssigkeit - Pseudocoelom
- Nemathelminthes Muskulatur Bsp. Nematoda Spulwurm, Ascaris suum - unter Cuticula & Epidermis Längsmuskeln --> Kahnmuskelzellen --> bilden cytoplasmatische Fortsätze aus, aufgrund der einfachen Muskulatur können Nematoden nur einfache schlängelnde Bewegungen ausführen - Flüssigkeit des Pseudocoel und die Cuticula wirken als Antagonist der Längsmuskeln - vier innere Epidermisleisten (charakteristisch) --> ventrale Leiste: ventraler Markstrang vom ringförmigen Gehirn verlaufend --> dorsale Leiste: Längsnervenstränge, die vom Bauchmark abzweigen --> seitliche Leisten: seitliche Äste einer einzigen H-förmigen Zelle, sie ist Teil einer Drüse, die unterschiedliche Funktionen hat (Osmoregulation)
- Nemathelminthes Muskulatur & Nervensystem Bsp. Nematoda Spulwurm, Ascaris suum - unter Cuticula & Epidermis Längsmuskeln --> Kahnmuskelzellen --> bilden cytoplasmatische Fortsätze aus, aufgrund der einfachen Muskulatur können Nematoden nur einfache schlängelnde Bewegungen ausführen - Flüssigkeit des Pseudocoel und die Cuticula wirken als Antagonist der Längsmuskeln - vier innere Epidermisleisten (charakteristisch) --> ventrale Leiste: ventraler Markstrang vom ringförmigen Gehirn verlaufend --> dorsale Leiste: Längsnervenstränge, die vom Bauchmark abzweigen --> seitliche Leisten: seitliche Äste einer einzigen H-förmigen Zelle, sie ist Teil einer Drüse, die unterschiedliche Funktionen hat (Osmoregulation)
- Nemathelminthes, Nematoda Gastrointestinaltrakt & Fortpflanzung - Exkretion erfolgt atypischerweise über den Darm - sog. Exkretionsporus im vorderen Körperdrittel ist also eine Öffnung für Sekrete der Ventraldrüse - Darm ist durchgehend, einfach & unverzweigt --> Afteröffnung vorhanden, Darmmuskulatur fehlt, Nährstoffe werden durch den erhöhten Körperinnendruck, der bei schlängelnden Bewegungen entsteht, weiterbefördert - Nematoden fast stets getrenntgeschlechtlich --> Genitalapparat der Männchen: langgestreckte Hoden, paarige cuticularisierten Spiculae ( Strukturen aus Kalk), die als Kopulationsorgan dienen --> bei Weibchen: 2 lange entgegengesetze in Schleifen gelegte Schläuche --> Vagina dünner kurzer Endabschnitt --> Ovar darauf folgt der Ovidukt (dickerwerdend) & der Uterus - Entwicklung der Nematoden direkt: frisch geschlüpften Jungstadien sehen Adulttieren sehr ähnlich - Regenerationsvermögen sehr gering
- Wuchereria bancrofti (Blutfadenwurm), Nematoda - 4-10 cm lang - Erreger der Elephantiasis, häufig in Tropen - Wurm lebt geschlechtsreif in Lymphgefäßen der Menschen --> blockiert Lymphdrainage & bewirkt extremes Anschwellen der befallenen Extremitäten - Larven werden durch Stechmücken übertragen --> wachsen im Insekt bis zu 1,5mm heran & überschwemmen beim Stich ins Blut des Betroffenen - Larven halten sich nachts nahe der Oberfläche der Haut auf --> haben sich dem Flug- und Stechverhalten der Überträger angepasst - Teil der Infizierten zeigt keine Symptome Feinde der Nematoden: Pilz, der Schlingen bildet - fängt Wurm & frisst ihn
- Protonephridien Exkretionsorgane, bestehen aus Schläuchen oder Tubuli mit wenigen Zellen, enden oft blind mit einer spezialisierten Reusengeißelzelle (Reusenapparat), dort findet die Filtration der Gewebsflüssigkeit statt, auf diese Weise wird Primärharn gebildet
- Protonephridien Exkretionsorgane, bestehen aus Schläuchen oder Tubuli mit wenigen Zellen, enden oft blind mit einer spezialisierten Reusengeißelzelle (Reusenapparat), dort findet die Filtration der Gewebsflüssigkeit statt, auf diese Weise wird Primärharn gebildet - bei allen Tieren ohne Coelom (mit Coelom Metanephridien); Plathelminthes, einige Nemathelminthes