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Entwicklungspsychologie (Fach) / 3. Differenzielle Entwicklungspsychologie (Lektion)
3. Studieneinheit - Differenzielle Entwicklungspsychologie
Diese Lektion wurde von SimonFH erstellt.
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- Was sind zentrale Fragen der Entwicklungspsychologie ? (1) Wie lässt sich gestörte von normaler Entwicklung abgrenzen? (2) Welche risikoerhöhenden und welche risikomildernden Faktoren lassen sich im Entwicklungsprozess identifizieren? (Risiko- und Schutzfaktorenkonzepte)
- Wie unterscheidet man differenzielle Entwicklungspsychologie von der Allgemeinen Psychologie? Allgemeine Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit typischen Entwicklungsverläufen und deren Ursachen in bestimmten Lebensphasen -> Ziel: Gewinnung allgemeiner Entwicklungsnormen (altersspezifische Entwicklungsniveaus, „normale“ Entwicklungsprozesse) vs. Differenzielle Entwicklungspsychologie interindividuelle/unterschiedliche Entwicklungsverläufe, Abweichungen von der Norm -> Ziel: Ob und warum es Unterschiede („Differenzierungen) zwischen Personen der gleichen Altersgruppe gibt
- Nenne vier Abgrenzungsfaktoren von normalen zu gestörten Entwicklungsprozessen. 1. Abweichung von der Norm 2. Einschränkungen durch das problematische Verhalten 3. Gefährlichkeit des Verhaltens (a) Gefährdung der eigenen Gesundheit (b) Gefährdung anderer Personen 4. Dauer und Intensität des Verhaltens Mittels dieser 4 Kriterien lässt sich keine eindeutige Abgrenzung zwischen normaler und gestörter Entwicklung festlegen (im Sinne von „eindeutig normal“ vs. „eindeutig gestört“), sondern es ist eher von einem kontinuierlicher Übergang auszugehen (im Sinne von: eher in Richtung „normal“ vs. eher in Richtung „gestört“)
- Was sind risikoerhöhende Faktoren ? ... sind Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer fehlangepassten Entwicklung erhöhen ... gehen dem Zustand zeitlich vorraus --- Nenne und erläutere die vier Faktoren (A) Primäre Vulnerabilität / Verwundbarkeit (Merkmale des Kindes von Geburt an)Hirnschädigung, genetische Disposition, Frühgeburt, schwieriges Temperament: sehr unruhig, impulsiv (B) Umgebungsbezogene Risikofaktoren (Stressoren/Belastungen) Risikofaktoren, die in der Familie oder im weiteren sozialen Umfeld des Kindes lokalisiert sind (soziale und sozioökonomische Belastungen) (z.B.: Bindungs-, Pflege-, und Erziehungsverhalten der Eltern, niedriger sozioökonomischer Status, beengte Wohnverhältnisse) (C) Sekundäre Vulnerabilität (aus A+B)Risikofaktoren, die sich in der Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt entwickeln und welche das Kind verletzlich machen (z.B.: unsicheres Bindungsverhalten, kognitive Defizite) (D) Phasen erhöhter Vulnerabilität Besonders sensitive Phasen im Entwicklungsverlauf(z.B.: kritische Wachstumsperioden d. ZNS-Entwicklung; frühe Phase der Bindungsentwicklung;soziale Übergänge, kritische Lebensereignisse)
- Was sind risikomildernde Faktoren ? ... sind Bedingungen, die den Risiko erhöhenden Faktoren entgegenwirken ... Verringern die Wahrscheinlichkeit des Aufretens einer fehlangepassten Entwicklung
- Nennen und erläutern Sie die 4 risikoerhöhenden Faktoren. (A) Primäre Vulnerabilität / Verwundbarkeit (Merkmale des Kindes von Geburt an)Hirnschädigung, genetische Disposition, Frühgeburt, schwieriges Temperament: sehr unruhig, impulsiv (B) Umgebungsbezogene Risikofaktoren (Stressoren/Belastungen) Risikofaktoren, die in der Familie oder im weiteren sozialen Umfeld des Kindes lokalisiert sind (soziale und sozioökonomische Belastungen) (z.B.: Bindungs-, Pflege-, und Erziehungsverhalten der Eltern, niedriger sozioökonomischer Status, beengte Wohnverhältnisse) (C) Sekundäre Vulnerabilität (aus A+B)Risikofaktoren, die sich in der Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt entwickeln und welche das Kind verletzlich machen (z.B.: unsicheres Bindungsverhalten, kognitive Defizite) (D) Phasen erhöhter Vulnerabilität Besonders sensitive Phasen im Entwicklungsverlauf(z.B.: kritische Wachstumsperioden d. ZNS-Entwicklung; frühe Phase der Bindungsentwicklung;soziale Übergänge, kritische Lebensereignisse)
- Nennen und erläutern Sie die risikomildernden Faktoren. (A) Kind bezogene Faktoren: Eigenschaften, die das Kind in seiner frühesten Entwicklung/seit der Geburt aufweist - z.B.: weibliches Geschlecht; „positives“ Temperament (flexibel, aktiv, offen), - niedrige Emotionalität und hohe Impulskontrolle (Ausgeglichenheit, geringe Reizbarkeit) (B) Umgebungsbezogene Faktoren (Soziale Ressourcen): „Frühe“ Merkmale innerhalb der Familie oder im weiteren sozialen Umfeld Wie etwa:- stabile emotionale Beziehung zu einer Bezugsperson - Modelle positiven Bewältigungsverhaltens - familiärer Zusammenhalt - soziale Unterstützung - positive Freundschafts-/ Gleichalterigenbeziehungen (C) Generell die Entwicklung fördernde Bedingungen: (nicht nur bei Belastungen wirksam) Wie etwa: altersangemessenes und konsistentes Erziehungsverhalten allg. Lebenszufriedenheit und soziale Unterstützung der Eltern (D) Resilenz = Widerstandsfähigkeit Fähigkeit, negative Erfahrungen/belastende Umstände zu bewältigen (E) Kompetenz - Bewältigung altersentsprechender Entwicklungsaufgaben - Fortlaufende Modifikation und Erwerb von effektiven Mustern zur Bewältung von Entwicklungsaufgaben
- Was ist zu den Wirkweisen von risikoerhöhenden und risikomildernden Faktoren zu sagen? Risikoerhöhende Bedingungen treten häufig zusammen auf -> Kumulieren zu multipler Risikobelastung von Kindern Negative Kettenreaktion: risikoerhöhende Bedingungen bringen meist weitere mit sich !
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