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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 4(5) - Integrative Wirtschaftsethik nach Ulrich (Lektion)

Lektion 4(5) - Integrative Wirtschaftsethik nach Ulrich

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  • Merkmale der Integrativen Wirtschaftsethik Sonderstellung in der Ethik, da Ulrich das unternehmerische Gewinnstreben grundsätzlich in Frage stellt andere Ansätze versuchen das Nutzenpotenzial ethischen Handelns für das UN zu identifizieren (Zwei-Welten-Prinzip) Ulrich fordert ein für menschliche Zwecke vernünftiges, lebensdienliches Wirtschaften: --> Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse aber keine bloße Vermehrung von Konsumgütern, sondern kritische Reflexion der eigenen Bedürfnisse --> Basis: ein Deontologisches Ethikmodell, das vom Maßstab der Vernunft geprägt ist
  • Vernunft --> wechselseitiger Anspruch auf Achtung der Würde aller Personen --> universales Moralprinzip (d.h. Moral als elementarer Teil der menschlichen Natur)
  • Zwei-Welten-Konzept Annahme, dass es in der Marktwirtschaft ökonomische Sachzwänge gibt, die keinerleiethischen Diskussion bedürfenWirtschaftsethik erfüllt lediglich eine korrektive Funktion in den Bereichen, in denen diemarktwirtschaftlichen Gesetze nicht wirken
  • Diskursive Verständigung Mittelpunkt der Integrativen Wirtschaftsethik Diskursive Verständigung aller durch die Ökonomie betroffenen Individuen, um die Ziele des Wirtschaftens zu bestimmen die ökonomische Rationalität wird um das Mitspracherecht der Betroffenen erweitert: - An die Stelle der Gesamtnutzenoptimierung tritt die Frage nach der Festlegung der Handlungskriterien, die die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen berücksichtigen --> Sozial ökonomisch rational ist jedes ökonomische Handeln, das von allen Betroffenen als „wertschaffend“ eingeschätzt wird
  • Wirtschaftsbürgerethik --> Ohne eine tugendhafte und pflichtbewusste Einstellung der Gesellschaftsmitglieder zurGemeinschaft ist die Entwicklung einer wohlgeordneten Gesellschaft nicht möglich republikanische Bürgertugenden als Minimalanforderungen: - Reflexionsbereitschaft bezüglich der eigenen Präferenzen und Einstellungen - Verständigungsbereitschaft hinsichtlich unparteilicher und fairer Grundsätze undVerfahrensregeln - Legitimationsbereitschaft, d.h. Bereitschaft, das eigene private Handeln an denBedingungen der öffentlichen Legitimation prüfen zu lassen
  • Willensbildung in der Wirtschaftsbürgerethik im Mittelpunkt: deliberative und demokratische Willensbildung - argumentative Präferenzerklärung: Einstellungen und Meinungen dürfen nicht vonaußen diktiert werden; Präferenzen sind diskursiv und öffentlich zu klären - deliberative Verfahrenslegitimation: Quelle der Legitimität ist der argumentativeWillensbildungsprozess, nicht die Mehrheitsentscheidung; für die Willensbildung sindfaire Kommunikationsbedingungen erforderlich - konsensbasierte Dissensregelung: es sind konsensbasierte Regelungen zum Umgang mitMeinungsunterschieden erforderlich, um die Verständigungsorientierung der Gesellschaft dauerhaft zu sichern
  • Ordnungsethik in der Integrativen Wirtschaftsethik funktionale Prämisse: eine moderne, komplexe, arbeitsteilig organisierte Wirtschaft ist auf eine marktwirtschaftliche Systemsteuerung angewiesen normative Prämisse: das Wirtschaftssystem muss einer wohlgeordneten Gesellschaft untergeordnet sein, um lebensdienlich zu sein --> Aufgaben der Ordnungsethik
  • Aufgaben der Ordnungsethik - Einbindung der Marktwirtschaft in ein gesellschaftliches Ganzes z.B. Konsensfindung, in welchen Bereichen marktwirtschaftliche Elemente als Koordinationsinstrumente eingesetzt werden sollen - Überwachung des Marktgeschehens, um die marktwirtschaftliche Steuerung auf dieBereiche zu beschränken, die per Konsens festgelegt wurden
  • Unternehmensethik in der Integrativen Wirtschaftsethik Wertschöpfungsaufgabe/Daseinsberechtigung von Unternehmen: Verbesserung der privaten Lebensqualität der Kunden oder die Erfüllung von gesellschaftlichen Aufgaben z.B. Ernährung, Gesundheit, Bildung, Bereitstellung von Wohnraum nicht: Gewinnmaximierung zweistufiges Modell: Geschäftsethik und republikanische Unternehmensethik
  • Geschäftsethik --> Innerhalb der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen ist das Unternehmen aufgefordert, rentabel und zugleich sozialökonomisch sinnvoll zu wirtschaften hierzu sollte das Unternehmen bindende Geschäftsgrundsätze festlegen und über einIntegritätsmanagementsystem verfügen z.B. CSS Integrity Concept C = Compliance (Gesetzestreue) S = Stability (wirtschaftliche Leistungsfähigkeit) S = Sustainability (Nachhaltigkeit)
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  • Republikanische Unternehmensethik - branchen und ordnungspolitische Mitverantwortung von Unternehmen --> kritische Reflexion der Rahmenordnung der Marktwirtschaft - Unternehmen müssen Reformen der Wettbewerbsbedingungen mitentwickeln und unterstützen (aufgrund des teilweisen Versagens der Ordnungspolitik) - hilfreich sind auch verbandspolitische Selbstregelungen und ethisch orientierteBranchenvereinbarungen z.B. Integratives Ethikprogramm
  • Bausteine eines Integrativen Ethikprogramms - Zweck allen unternehmerischen Handelns ist die Wertschöpfung zur Befriedigung individueller oder gesellschaftlicher Bedürfnisse - praktizierte Selbstbindung - Gewährleistung moralischer Rechte aller Stakeholder  - interne Verantwortungskultur und Klärung aller Zumutbarkeitsfragen unternehmerischenHandelns im ergebnisoffenen Diskurs - Förderung ethischer Kompetenzbildung & Vorleben der angestrebtenIntegritäts und Verantwortungskultur durch das obere Management - Anreizsysteme zur Sicherung der Konsistenz ethischer Handlungsorientierung