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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 4(4) - Diskursethischer Ansatz (Lektion)
Lektion 4(4) - Diskursethischer Ansatz
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- Diskursethischer Ansatz nach Steinmann und Löhr auch bekannt als „republikanischer Ansatz“ --> Gemeinwohl stellt den obersten normativenBezugspunkt für alle Regelungen und Handlungsweisen darGewinnprinzip des Unternehmens wird nicht in Frage gestellt, aber die Mittel der Gewinnerzielung werden hinterfragtmöglicherweise Erfordernis eines situativen Gewinnverzichts
- Erfordernis eines situativen Gewinnverzichts - Keine Erfordernis, wenn kein Konflikt zwischen Ethik und dem Prinzip der Gewinnmaximierung --> immer dann, wenn Maßnahmen zur Gewinnerzielung eine explizite ethische Basis haben (z.B. Produktion ausschließlich umweltfreundlicher Produkte, die von der Zielgruppe ausdrücklich nachgefragt werden) - Teilweise Erfordernis, wenn nicht alle möglichen effizienten Gewinnstrategien ethisch vertretbar --> die ethisch vertretbare Strategie ist zu wählen, auch wenn dadurch die Gewinne geringer ausfallen - Erfordernis, wenn die Maßnahmen zur Gewinnerzielung mit negativen externen Effekten verbunden sind --> Maßnahmen sind ethisch nicht vertretbar und sind zu unterlassen
- Steuerungsgrenzen des Rechts Ethische Selbstverpflichtung der Unternehmen ist aufgrund von Steuerungsgrenzen des Rechts erforderlich Diese Steuerungsgrenzen resultieren aus:- Timelag Problem: zeitlich Verzögerte Reaktion von Rechtsnormen auf Veränderungen - Abstraktionsproblem: unbestimmte Rechtsbegriffe bieten für den konkreten Einzelfall oft keine ausreichende Hilfestellung- Vollzugsproblem: aufgrund überlasteter Kontrollkapazitäten ist die Einhaltung geltenden Rechts nicht immer gewährleistet- Adressatenproblem: aufgrund von hoher Arbeitsteilung und intransparenterEntscheidungsstrukturen können Verantwortlichkeiten oft nicht nachvollzogen undeinzelne Unternehmensmitglieder nicht juristisch belangt werden
- Diskursethik - Anforderungen an die Unternehmensethik dialogische Verständigung aller vom unternehmerischen Handeln Betroffenen, um prozessuale und materiale Normen zu begründen verbindliche Inkraftsetzung dieser Normen durch Selbstbindung hierdurch sollen bei der Steuerung der Unternehmensaktivitäten konfliktrelevante Auswirkungen des Gewinnprinzips vermieden werden
- Argumentationsregeln für den Dialog - Unvoreingenommenheit: Bereitschaft, Vorurteile in Frage zu stellen- Nichtpersuativität : Verzicht auf Appelle- Zwanglosigkeit: Verzicht auf Sanktionen - Sachverständigkeit: Gründe sollen so vorgetragen werden, dass sie auf Zustimmungstoßen können Begleitmaßnahmen, um diskursive Verständigung zu ermöglichen: - Anpassung der Organisationsstruktur, - Aus und Fortbildungsmaßnahmen, um überproblemrelevantes technisches und normatives Wissen zu verfügen
- prozessuale und materielle Normen prozessuale Normen: personen und situationsabhängig, finden ihren Ausdruck z. B. in der Bildung von Ethikkommissionen materielle Normen: inhaltliche Vorschriften, die ggf. in den Unternehmenskodizes verankert sind, z. B. Leitlinien zur Mitarbeiterführung, Verhaltenskodizes
- Diskursethik - Hemmnisse für ethische Reflexion stark arbeitsteilig orientierte Unternehmensstrukturen:Akteure werden nicht als Individuen, sondern eher als Rollenträger wahrgenommen Hindernisse auch in Organisationskultur, z.B. durch strenge Verhaltenserwartungen & starke Gruppenkohäsion (starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und innerer Zusammenhalt) --> Daher: Besondere Bedeutung der Führungsethik
- Bedeutung der Führungsethik in der Diskursethik Aufgaben der Führung: - Anleitung zur zielgerechten Lösung von betrieblichen Problemen und Gewährleistung desZusammenhalts einer Gruppe - Verpflichtung, die unternehmerische Strategie kritisch in Frage zu stellen und/oder alsImpulsgeber für ethische Reflexionen zu dienen
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