10

Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 4(3) - Governanceethik nach Wieland (Lektion)

Lektion 4(3) - Governanceethik nach Wieland

Diese Lektion wurde von ASchaetz erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • Argumentation der Governanceethik nach Joseph Wieland Ökonomische Transaktionen wären ohne ein Mindestmaß an Vertrauen zwischen denbeteiligten Akteuren nicht möglich Die Transaktionspartner gehen von gegenseitiger Vertragstreue aus:- Verkäufer: Vertrauen in die vertragsmäßige Abnahme der Ware und Zahlung des Kaufpreises durch den Käufer - Käufer: Vertrauen in die fristgerechte und mangelfreie Lieferung der vereinbarten Ware durch den Verkäufer
  • Ausgangspunkte der Governanceethik nach Joseph Wieland Grundlage: Systemtheorie --> Gesellschaft teilt sich in Systeme und diese wiederum in Subsysteme (z.B. Moral und Wirtschaft)  Problem: Jedes Subsystem hat unterschiedliche Rationalitätsmaßstäbe und damit unterschiedliche Sprachen/Codierungen (wie z. B. Gut/Böse, Nutzen/Kosten) Die Kommunikation über die Grenzen der Subsysteme hinweg ist zumeist schwierig
  • Steuerungsmechanismen der Governanceethik Governance = Möglichkeiten zur Steuerung eines Systems, Unternehmens oder Individuums mögliche Steuerungsmechanismen: - individuelle Selbstüberwachung (--> eigenes Gewissen) - informelle Regelungen (--> gesellschaftliche Werte & Grundüberzeugungen) - formelle Regelungen (--> Verträge & Gesetze) - organisatorische Elemente (--> Hierarchien, Anreizsysteme)
  • Wahl des geeigneten Steuerungsmechanismus in der Governanceethik - Orientierung an Neuer Institutionenökonomik - im Speziellen: Transaktionskostentheorie Transaktionskosten:sämtliche Kosten, die in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Tätigkeiten stehen, z. B. Informationskosten, Anbahnungskosten, Vereinbarungskosten, Transportkosten, Kontrollkosten Ziel der Governanceethik: transaktionskostenoptimale Steuerung Schwerpunkt auf den informellen Regeln, da die anderen Steuerungsmechanismen suboptimal sind --> Ethikmanagementsystem nach Wieland
  • Wielands Ethikmanagementsystem (EMS) Inventarisierung der moralischen Verfassung eines Unternehmens 4 Stufen: - Kodifizieren (Unternehmenswerte) - Kommunizieren (Unternehmenskommunikation) - Implementieren (Instrumente des Wertemanagements) - Organisieren (Organisation des Wertemanagements)
  • Wielands Ethikmanagementsystem - Prozessstufe 1 Grundwerte des Unternehmens werden im Leitbild verankert oder als Verhaltenskodex formuliert Unterteilung der Grundwerte: - Leistungswerte (z.B. Kompetenz) - Interaktionswerte (z.B. Konfliktfähigkeit) - Moralische Werte (z.B. Ehrlichkeit) - Kommunikations und Kooperationswerte (z.B. Transparenz)
  • Wielands Ethikmanagementsystem - Prozessstufe 2 beschreibt wie die Ergebnisse aus der 1. Stufe an relevante Akteure kommuniziert werden - Intra Team: innerhalb des Unternehmens- Inter Team: zwischen Unternehmen/Unternehmensbereichen- Extra Team: gegenüber der Gesellschaft  Kommunikation über echte Integration der Werte in den Geschäftsalltag, z.B. Ausrichtung der Personalauswahl sowie der Wahl von Lieferanten und Geschäftspartnern 
  • Wielands Ethikmanagementsystem - Prozessstufe 3 Etablierung von Überwachungsprogrammen zur Kontrolle der Implementierung der Grundwerte
  • Wielands Ethikmanagementsystem - Prozessstufe 4 Institutionelle Verankerung der Grundwerte, z.B. durch Einrichtung eines Ethikbeauftragten
  • Unterschied zwischen ordnungstheoretischem Ansatz und der Governanceethik ordnungstheoretischer Ansatz: Moral muss in die Sprache der Ökonomie übersetzt werden Governanceethik: Moral gilt als elemantar für das Wirtschaftsgeschehen und übernimmt dort eine wichtige Koordinations und Steuerungsfunktion Unternehmen sind ohne moralischer Güter (wie z.B. Vertrauen oder Ehrlichkeit) nicht in der Lage Transaktionen effektiv und effizient abzuwickeln
Anzeige