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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 4(2) - Kontinentaleuropäischer Pluralismus (Lektion)

Lektion 4(2) - Kontinentaleuropäischer Pluralismus

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  • Aufgabe der Wirtschaftsethik nach dem ordnungstheoretischen Ansatz • Identifikation von Dilemmasituationen im Alltag• Identifikation gesellschaftlich wünschenswerter Zielzustände--> daraus Ableitung von Maßnahmen, die entsprechende Entscheidungen hervorrufen   Hierbei kommt der Ordnungsethik auf der Makroebene eine entscheidende Bedeutung zu: • Lösung solcher Dilemmeta durch die einzelnen Akteure nicht möglich ist• Rahmenordnung (Wirtschaftsordnung) stellt erforderliche Orientierungsmaßstäbe zurVerfügung• Innerhalb dieser Spielregeln entscheiden die Akteure anhand des individuellen Nutzens (d. h.Unternehmen anhand des Effizienzkriteriums)
  • Gefangenendilemma --> Jeder Akteur entscheidet sich für Situation, die für ihn am besten ist individuell rationales Verhalten führt in die soziale Falle und zu einem suboptimalen Gesamtergebnis --> kollektive Irrationalität
  • Handlungsoptionen bei moralischen oder ökonomischen Konfliktfällen - Wettbewerbsstrategie - Wettbewerbsstrategie = Unternehmerische Bereitschaft, auf die moralischen Forderungen der Gesellschaft einzugehen Ziel: Verbesserte/hohe ethische Reputation des Unternehmens  
  • Ordnungstheoretischer Ansatz nach Karl Homann Ökonomik kein Gegensatz zur Ethik, sondern deren Fortführung mit anderen, besseren Mitteln Aussage: individuelle Vorteilsmaximierung ist durchaus auch geeignet, um gesellschaftlichpositive Zustände zu erzeugen aber: ethische Forderungen... ... dürfen die Moralität des ökonomischen Handelns nicht ignorieren ... müssen innerhalb der Grenzen menschlichen Handelns umsetzbar und nicht utopisch sein   Gut/Böse in der Sprache der Ethik lässt sich als Nutzen/Kosten in die Sprache der Ökonomikübersetzen --> Veranschaulichung durch das Gefangenendilemma
  • Regulierungsversagen --> Defizite in der Rahmenordnung bewirken, dass Dilemma-Situationen nicht oder nur suboptimal gelöst sind In solchen Situationen sind die Unternehmen auf der Mesoebene in ihrer ethischenVerantwortung gefordert: selbständiges moralisches Handeln der Unternehmen isterforderlich, um Unsicherheit abzufangen und damit verbundene Kosten von Interaktionen zusenken Sinnvolle Vorgehensweise ist abhängig von der jeweiligen Situationen --> 4 Konstellationen
  • Voraussetzung zur Lösung der Dilemmata - Die Regeln sind für alle gleich. - Die Regeln sind allen bekannt. - Die Regeln werden durchgesetzt. - Die relative Stärke der Gegner (Mitbewerber) ist ungefähr gleich. - Die Spieler müssen das Spiel ernst nehmen und gewinnen wollen. - Die Regeln sind stabil. Regeländerungen müssen offiziell gemacht werden.
  • Vorgehensweisen bei Regulierungsversagen 4 Konstellationen: - Positiver Kompatibilitätsfall: Unternehmerische Entscheidung steht nicht im Widerspruch zu moralischen Zielen --> keine Schwierigkeit bei der Umsetzung - Negativer Kompatibilitätsfall: Unternehmerische Entscheidung bringt weder Erfolg, nochwird sie moralisch akzeptiert --> keine Umsetzung - Moralischer Konfliktfall: Ökonomisch sinnvolle, legale Handlung wird gesellschaftlichnicht akzeptiert, weil sie ethische Standards verletzt - Ökonomischer Konfliktfall: Erfüllung ethischer Standards führt zu ökonomischenNachteilen
  • Dreistufiges Entscheidungsmodell bei Konfliktfällen Frage 1: Sind die moralischen Forderungen berechtigt? --> nein, dann begründete Zurückweisung --> ja, dann Frage 2: Erfüllt die Rahmenbedingung die moralischen Forderungen? --> ja, dann durch Rahmenordnung abgedeckt --> nein, dann Frage 3: Wie sind die Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens unter Wettbewerbsbedingungen? --> Matrix (Akzeptanz vs. Rentabilität)
  • Handlungsmöglichkeiten von UN bei Konfliktfällen 1) geringe Rentabilität, hohe moralische Akzeptanz: Ordnungspolitische Strategie 2) hohe Rentabilität, hohe moralische Akzeptanz: Wettbewerbsstrategie 3) hohe Rentabilität, niedrige moralische Akzeptanz: Wettbewerbs- und/oder Ordnungspolitische Stratgie 4) geringe Rentabilität, niedrige moralische Akzeptanz: Marktaustrittsstrategie
  • Würdigung des Ordnungstheoretischen Ansatzes - die Möglichkeit des Gewinnverzichts wird als unzumutbar erachtet --> Primat der Ökonomie- Argumentativer Kern des Ansatzes: jedes Handeln muss von außen beeinflusst werden, ummoralische Ziele zu erreichen --> ethische Verantwortung wird vom Individuum auf die rahmengebende Institution verlagert - die Verankerung der Moral in der Rahmenordnung (Gesetze, Anreizsysteme und Verordnungen) kommt dem Gesamtnutzen zugute Folge: Ethik muss deshalb als Institutionenethik formuliert sein
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  • Handlungsoptionen bei moralischen oder ökonomischen Konfliktfällen - Ordnungspolitische Strategie - Ordnungspolitische Strategie = Versuch, Defizite der staatlichen Rahmenordnung auf kollektiver Ebene zu kompensieren Vor allem dann sinnvoll, wenn die Überwindung von Konfliktsituationen über die Wettbewerbsstrategie nicht möglich ist Beispiel: branchen oder verbandsbezogene Regelungen (Branchenkodizes) --> kollektive, statt individueller Selbstbindung