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Wirtschaftsethik (Fach) / Kapitel 3(3) - Mesoebene (Lektion)

Kapitel 3(3) - Mesoebene

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  • Unternehmensethik = betrachtet moralische Fragestellungen des wirtschaftlichen Handelns von Unternehmen zentrale Aspekte: - Können Unternehmen moralische Normen und Ideale entwickeln? - Wie können diese entwickelt werden? - Wie können sie im betrieblichen Alltag integriert werden?
  • Kategorien unternehmerischen Handelns unterteilt nach dem Verhältnis von Rentabilität zu moralischer Akzeptanz 1) höhe Rentabilität und hohe Akzeptanz = positiver Kompatibilitätsfall 2) hohe Rentabilität und geringe Akzeptanz = moralischer Konfliktfall 3) geringe Rentabilität und hohe Akzeptanz = ökonomischer Konfliktfall 4) geringe Rentabilität und geringe Akzeptanz = negativer Kompatibilitätsfall
  • Unternehmensethischer Diskurs nach Milton Friedmann --> die einzige Verantwortung von UN ist es Profite zu erwirtschaften, daher ist ein unternehmensethischer Diskurs überflüssig dadurch entsteht aber die Frage, was das Wesen und die Kernaufgabe der Unternehmensführung ist --> Shareholder-Value und Stakeholder-Value
  • Shareholder-Value-Ansatz vertragstheoretische Sicht des Unternehmens Unternehmen als Netz von Verträgen --> Grundvertrag ist der Gesellschaftsvertrag: - klärt zentrale Fragen der Eigentums und Verfügungsrechte- Basis für den Abschluss weiterer Verträge  wirtschaftliches Handeln ist mit Risiko verknüpft Eigenkapitalgeber haben nur Anspruch auf erwirtschaftete Überschüsse--> legitimes Ziel aller unternehmerischen Entscheidungen: Gewinnmaximierungsabsicht
  • Stakeholder-Ansatz koalitionstheoretische Sicht des UnternehmensExistenz und Fortbestand von Unternehmen beruht auf den Beiträgen unterschiedlichster,gleichberechtigter Interessensgruppen bei Interessenskonflikten Moderation durch Unternehmensmanagement statt eindimensionaler Zielfunktion (d. h. Gewinnmaximierung) mehrdimensionaleZielfunktion: angemessene Gewinne, hohe Löhne, Arbeitsplatzsicherheit etc.
  • Shareholder vs. Stakeholder Shareholder: Rechtsordnung in Deutschland setzt der Gewinnmaximierung Grenzen undermöglicht, dass bestimmte Interessensgruppen ihre Ansprüche geltend machen Stakeholder: gleichzeitige Berücksichtigung aller Interessensgruppen ist im Unternehmensalltag unrealistisch --> Faktisch: Gewinnprinzip innerhalb einer marktwirtschaftlichen Rahmenordnung, die berechtigte moralische Anliegen aller Anspruchsgruppen erfassen und zum Ausgleich bringen soll Aber: Abweichungen von diesem Idealzustand machen Unternehmensethik erforderlich
  • Gründe für die Abweichung vom Ideal der marktwirtschaftlichen Rahmenordnung - Gesetze bilden nur den äußeren Rahmen des wirtschaftlichen Handelns und lassen Handlungsspielräume für moralisch fragwürdiges Handeln (z.B. durch unbestimmte Rechtsbegriffe wie "nach Treu und Glauben") - Unvollständigkeit der marktwirtschaftlichen Rahmenordnung aufgrund dynamischer Prozesse, sowie zeitversetzte Reaktionen - Funktionsdefizite der Demokratie (Interessensgruppen mit niedriger Mitgliederzahl sind im Vorteil; mit steigender Mitgliederzahl verschlechtert sich die Kosten Nutzen Relation deseinzelnen Mitglieds (Kollektivgutproblem: alle profitieren auch wenn sich nur einer einsetzt) - durch die Globalisierung benötigte überstaatliche Rahmenordnungen sind bislang nur rudimentär ausgeprägt
  • Typen der Unternehmensethik im Zentrum steht der ökonomische Imperativ: das Gewinnprinzip Fragestellung: Ob und inwieweit erfährt das Gewinnprinzip eine Relativierung? 4 Typen: - Korrektive Unternehmensethik - Karitative Unternehmensethik - Integrative Unternehmensethik - Instrumentalistische Unternehmensethik
  • Instrumentalistische Unternehmensethik auch: funktionalistische Unternehmensethik - kein Konflikt zwischen betriebswirtschaftlichem Erfolgs und Gewinnstreben und ethischenÜberlegungen- ethisches Handeln wird zur Erhöhung des Gewinns eingesetzt - Ethik als langfristiges ökonomisches Führungsinstrument - Ort der Moral: Führungsebene --> nicht der Eigenwert ethischer Gesichtspunkte steht im Vordergrund, sondern Zweckrationalität
  • Karitative Unternehmensethik auch: philantropische Unternehmensethik - hält am Gewinnmaximierungsprinzip fest- ethische Gewinnverwendung (statt ethischer Gewinnerzielung)--> Ausrichten des unternehmerischen Handelns am Ideal der Gewinnmaximierung, um aus dementstandenen Gewinn außerökonomische Wertansprüche zu bedienen (z. B. Spenden) - Gewinnverwendung wird nicht erfolgsstrategisch begründet, d. h. Spenden sind nichtGegenstand imagefördernder ÖffentlichkeitsarbeitAber: Ökologische und soziale Schäden, die durch striktes Gewinnmaximierungsverhaltenverursacht werden, lassen sich durch monetäre Wohltätigkeit nicht wieder gutmachen
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  • Korrektive Unternehmensethik - Gewinnmaximierungsprinzip wird relativiert - im Mittelpunkt steht die Frage, mit welchen Mitteln Gewinn erwirtschaftet werden soll - situative Selbstbegrenzung des unternehmerischen Gewinnstrebens - aktive Übernahme von Verantwortung für das soziale und ökologische Umfeld
  • Integrative Unternehmensethik - Gewinnmaximierungsprinzip wird in Frage gestellt - im Mittelpunkt steht lebenspraktisch wertvolles Handeln - Annahme: jede wirtschaftliche Entscheidung ist immer auch eine Wertentscheidung - ökonomisches Handeln darf nicht auf Geldwerte reduziert werden, sondern muss einenBeitrag zur lebensdienlichen Ökonomie leisten Aber: Unternehmensmanagement verfügt über große Spielräume, welche Werte esseinem Handeln zugrunde legt.