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Wirtschaftsethik (Fach) / Kapitel 3(2) - Makroebene (Lektion)
Kapitel 3(2) - Makroebene
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- Ordnungsethik = ethische Bewertung der institutionellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens zwei zentrale Aspekte: - Vereinbarkeit der vorhandenen Institutionen mit ethischen Prinzipen (z.B. Menschenrechte, Gerechtigkeit) und erstrebenswerten Zielen (z.B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) - Ausgestaltung und Wirkungsrichtung von Anreizsystemen
- Ist die wirtschaftliche Vorteilssuche mit moralischen Handeln vereinbar? - Contra ist nicht vereinbar --> Lösung: ZVW als ordnungspolitische Alternative aber: ZVW hat widerum viele andere Probleme, z.B. Motivationsdefizite, geringere Effizienz
- Ist die wirtschaftliche Vorteilssuche mit moralischen Handeln vereinbar? - Pro ist vereinbar --> Marktwirtschaft aber: auch die Mechanismen des freien Marktes führen nicht immer zu optimalen Ergebnissen --> Marktversagen - allokativ (externe Effekte) - distributiv (ungerechte Einkommensverteilung) - stabilitätspolitisch (Selbstheilungskräfte des Marktes reichen in manchen Situationen nicht aus → auf Wirtschaftskrisen folgen größere soziale Verwerfungen wie Arbeitslosigkeit oder Armut)
- Fördern oder verdrängen marktwirtschaftliche Mechanismen moralische Handlungskalküle? keine eindeutige Beantwortung der Frage möglich --> es kann zu einem ökologischen Dilemma kommen, wenn Moral und ökonomischer Erfolg negativ miteinander korrelieren z.B. ein Unternehmen kümmert sich nicht um moralische Aspekte, fährt aber einen hohen Gewinn ein alternativ können Märkte eine moralschaffende Institution darstellen -->Investitionen können sich für UN rentieren
- Beispiel für die negative Korrelation von Moral und ökonomischem Erfolg Ein Unternehmer zahlt seinen Angestellten übertarifliche Gehälter. Treffen die Nachfrager ihreKaufentscheidung allein aufgrund des Produktpreises, gefährdet die (aus moralischer Sicht zubegrüßende) übertarifliche Bezahlung die ökonomische Überlebensfähigkeit desUnternehmens. Kann diese Entwicklung von anderen Marktteilnehmern beobachtet werden, kommenähnliche moralische Handlungskalküle anderer Unternehmen dadurch möglicherweise zumErliegen
- Beispiel für Märkte als moralschaffende Institution Der Einsatz von Ressourcen zum Aufbau von Vertrauenskapital (z. B. Garantie, Zertifizierung) kann geschäftsfördernd wirken, da unsichere Erwartungen von Geschäftspartnern, Mitarbeitern oder der Öffentlichkeit stabilisiert werden.
- Stellt die soziale Marktwirtschaft nach ethischen Maßstäben einen geeigneten Ordnungsrahmen dar? Verbindung des Prinzips der Freiheit auf dem Markt mit sozialem Ausgleich--> ethische Aspekte fließen in die Ausgestaltung der Rahmenordnung ein
- Aspekte des sozialen Ausgleichs in der Sozialen Marktwirtschaft • Sicherung persönlicher Freiheitsrechte wie Recht auf freie wirtschaftliche Betätigung • Privateigentum an den Produktionsmitteln • freie Preisbildung für Güter und Dienstleistungen am Markt • Gewinnstreben als Leistungsanreiz • Netz an Sozialleistungen zum Schutz vor wirtschaftlicher Not, wenn Eigenversorgung nicht möglich ist (z. B. Arbeitslosengeld)
- Staatsversagen/Regulierungsversagen = staatliche Eingriffe zur Korrektur von Marktversagen zeigen mitunter nicht die gewünschteWirkung Grund: Funktionsdefizite der Demokratie --> Marktmechanismen zur Ressourcenlenkung sind meist effizienter als staatliche Eingriffe, z.B. bei der Erfassung der Dringlichkeit von Präferenzen
- Funktionsdefizite der Demokratie Situation: - politische Entscheidungsträger sind demokratisch legitimiert- Wettbewerb der politischen Parteien um die „staatliche Macht auf Zeit“- begrenzter Wettbewerb der Parteien untereinander: wenig große Parteien, die ihre Programme mehrheitsorientiert ausgestalten (mit Blick auf die Wählergunst) Probleme: - Spielräume für „schlechte“ Politik sind nicht hinreichend begrenzt aufgrund vonInformationsasymmetrien zu Lasten der Wähler - mangelhafte Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten staatlicher Akteure durch die Wähler - Lobbyismus: ungleiche Machtverteilung verschiedener Interessensgruppen, die auf demMarkt aktiv sind → diejenigen mit besonders guter Organisations- und Konfliktfähigkeitkönnen eher Vorteile durchsetzen
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- Nirvana Approach Aussage: Vergleich zwischen realen Gegebenheiten und theoretischen Idealzuständen ist unzulässig --> dies trifft auch auf den Vergleich realer (und damit) unvollkommener Marktprozesse und derIdealvorstellung von Marktprozessen zu, die politischen Diskursen zugrunde liegt daher sind demokratische Entscheidungsprozesse ein unzulängliches Substitut für das Marktpreissystem→ Zulässigkeit und Wirksamkeit staatlicher Eingriffe begrenzt
- Problematik staatlicher Eingriffe in den Marktprozess - Staatsversagen - Nirvana Approach - politisch induzierte Erosion der Moral
- politisch induzierte Erosion der Moral taktische Spiele und geschulte Rhetorik sind für den politischen Verteilungskampfkennzeichnend und erfolgsversprechend z.B. - Übertreibung der eigenen Bedürfnisse bei der Bereitstellung von Kollektivgüter (z. B.staatlich subventionierte Theater oder Stadthallen) - Untertreibung der eigenen Leistungsfähigkeit, um Ausgaben zu vermeiden, odervermehrt von der öffentlichen Umlagenfinanzierung zu profitieren (z. B.Kindergartenbeiträge) - politischer Druck (z. B. Streiks, Blockaden, öffentliche Drohungen um anEinkommensverbesserungen zu Lasten der Allgemeinheit zu gelangen) dies zeigt: moralisches Verhalten wird bestraft, unmoralisches Verhalten wird belohnt häufige staatliche Interventionen gehen mit einer wachsenden moralischen Beanspruchungaller Beteiligten einher→ zu viel Regulierung kann zu einer Erosion moralischer Standards in der Gesellschaft führen
- Verhältnis von Markt und Moral - Kernfragen - Ist wirtschaftliche Vorteilssuche mit moralischem Handeln vereinbar? - Fördern oder verdrängen marktwirtschaftliche Mechanismen moralische Handlungskalküle? - Stellt die soziale Marktwirtschaft nach ethischen Maßstäben einen geeignetenOrdnungsrahmen dar? - Welche moralischen, kulturellen und ethischen Implikationen bringt die Globalisierung mitsich?
- Globalisierung und Ethik für international tätige Unternehmen ergeben sich Handlungsfreiräume die regionale Mobilität führt zu einem Machtgefälle gegenüber den ausschließlich national tätigen Unternehmen --> Aufbau einer Drohkulisse in Form von Standortverlagerungen durch die international agierenden Unternehmen Folge: - Unternehmen sind in der Lage, staatliche Rahmenbedingungen nach ihren Vorstellungen zu verändern - Auswirkung im Standortwettbewerb: „race to the bottom, z.B. hinsichtlich der Arbeits- und Umweltstandards