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Wirtschaftsethik (Fach) / Kapitel 3 - Einführung und 3-Ebenen-Modell (Lektion)

Kapitel 3 - Einführung und 3-Ebenen-Modell

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  • Wirtschaftsethik = Anwendung ethischer Normen auf ökonomische Sachverhalte Teilbereich der angewandten Ethik --> Schnittmenge zwischen der philosophischen Ethik und der Wirtschaft Frage, nach dem guten und richtigen Handeln und nach sittlich erwünschten Zuständen in der Wirtschaft Kernfrage: Welches wirtschaftliche Handeln lässt sich auch moralisch rechtfertigen?
  • Besonderheiten und Nutzen der angewandten Ethik Besonderheiten: • Arbeit an der Schnittstelle von (mindestens) zwei Wissenschaftsdisziplinen• Berücksichtigung von Erkenntnissen aus beiden Bereichen• Fokus auf konkreter Anwendung der Ethik, nicht auf Theorie Nutzen: • Wissenstransfer zwischen der Ethik und anderen Wissenschaften• Übertragung ethischer Forderungen auf die Sprach- und Denkwelt anderer Wissenschaftsbereiche
  • gemeinsame Sprach- und Denkwelt von Ethik und Ökonomie Handlungsmaßstab: Ethik --> moralische Legitimation Ökonomie --> Maximum- bzw. Minimumprinzip Art des Handelns: Ethik --> gutes Handeln vs. schlechtes Handeln Ökonomie --> rationales Handeln --> Detaillierung in den Verhaltensprinzipien des homo oeconomicus
  • Verhaltensprinzipien des homo oeconomicus • Individualprinzip: Handeln aus Eigeninteresse • Prinzip der Problemorientierung: Fähigkeit zur vollständigen Strukturierung vonEntscheidungsproblemen (beinhaltet auch, dass alle Informationen zur Verfügung stehen) • Prinzip der Trennung von Präferenzen und Restriktionen: Annahme einer stabilenNutzenfunktion; Restriktionen wirken sich unmittelbar auf das Verhalten aus • Rationalitätsprinzip: es wird immer die nutzenmaximale Entscheidung getroffen • Prinzip der „Nicht-Einzelfall-Betrachtung“: rationales Verhalten ist typisch für alle Gesellschaftsmitglieder • Prinzip des methodologischen Individualismus: Eigenschaften sozialer Systeme werden überdie individuellen Eigenschaften und Verhaltensweisen der beteiligten Akteure erklärt
  • Drei-Ebenen-Modell der Wirtschaftsethik Mikroebene --> Individualethik Mesoebene --> Unternehmensethik Makroebene --> Wirtschaftsethik Meso- und Mirkoebene sind Teilbereiche der Makroebene; die Mikroebene ist ein Teilbereich der Mesoebene zahlreiche Interdependanzen zwischen den Ebenen Unterscheidung der Ebene zu Analysezwecken: Welche Anreizsysteme sind auf denjeweiligen Ebenen geeignet, um moralisches Verhalten zu erzeugen?
  • Makroebene zentrale Frage: Wie sieht ein gutes und gerechtes Wirtschaftssystem aus? --> Betrachtung von gesamtwirtschaftlichen Handlungen und Ergebnissen unter Berücksichtigung der Wirtschaftsordnung  Ethik auf dieser Ebene wird auch als Ordnungsethik bezeichnet
  • Ordnungsethik Analyse und ethische Begründung der Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns im Mittelpunkt steht eine ethische Bewertung der institutionellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens
  • Mesoebene zentrale Frage: Wie sind die Handlungen und Entscheidungen institutionalisierter Wirtschaftsakteure moralisch zu bewerten? institutionalisierte Wirtschaftsakteure = Unternehmen, Gewerkschaften, Verbände --> haben eigenen moralischen Status und müssen moralische Verantwortung übernehmen Ethik auf dieser Ebene: Institutionenethik
  • Institutionenethik Analyse und Bewertung des verantwortungsvollen Handelns von Institutionen Sonderform: Bezogen auf Unternehmen -> Unternehmensethik • Bewertung der Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, Konkurrenten• Analyse der Binnenstruktur (Unternehmenskultur, Betriebsklima, Kommunikationsstil,hierarchischen Gliederung, Arbeitsplatzgestaltung etc.)
  • Mikroebene zentrale Frage: Wie ist das wirtschaftliche Handeln einzelner moralisch zu bewerten? Ethik auf dieser Ebene: Individualethik
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  • Individualethik = Analyse und Bewertung individueller Verhaltenserwartungen und Verantwortlichkeiten z.B. in der Rolle des Individuums als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer Mitunter auch Betrachtung von kollektiven Entscheidungen kleiner Gruppen ohne spezifischeorganisatorische Struktur (da ansonsten Mesoebene) Bezogen auf die Entscheidungen von Führungskräften: Arbeitsethik / Führungsethik
  • Interdependenzen der Ebenen 4 Arten: Beziehungskatergoie Individuum --> Unternehmen (Einfluss des Individuums auf Unternehmen) Beziehungskatergoie Unternehmen --> Individuum Beziehungskatergoie Unternehmen --> Rahmenordnung Beziehungskatergoie Rahmenordnung --> Unternehmen
  • Beziehungskategorie Individuum --> Unternehmen Moralisch relevante Einflüsse des Individuums auf das Unternehmen Beispiele:• Persönlichkeit des Gründers• konstitutive Entscheidungen des Gründers wie Rechtsform, Standort, Produktionsprogramm
  • Beziehungskategorie Unternehmen --> Individuum Formale und informale Verhaltenserwartungen des Unternehmens beeinflussen dasindividuelle Verhalten der Unternehmensmitglieder (also der Individuen) z.B. sekundäre Sozialisation des Individuums im Unternehmen, z. B. Anpassung des eigenenKommunikationsverhaltens an die Gegebenheiten im Unternehmen Übereinstimmung wird bereits bei der Personalwahl berücksichtigt
  • Beziehungskategorie Unternehmen --> Rahmenordnung Bemühungen des Unternehmensmanagements, die Rahmenordnung aktiv zu beeinflussen Beispiele: • Lobbyarbeit• Drohung der Standortverlagerung
  • Beziehungskategorie Rahmenordnung --> Unternehmen Die Rahmenordnung... ... bestimmt systembezogene Merkmale von Betrieben ... übt über Gesetze und „ungeschriebene Gesetze“ eine regulative Wirkung auf das Verhaltenvon Unternehmen aus ...führt zu einer landeskulturellen Sozialisation von Unternehmen