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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 2(2) - Ort der Moral und Bewertungsgrundlage (Lektion)

Lektion 2(2) - Ort der Moral und Bewertungsgrundlage

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  • Ort der Moral Frage: Welcher Ort wird als moralische Instanz gesehen? Mit welche Ebene menschlichen Handelns befasst sich die Ethik der jeweiligen moralischen Instanz? moralische Instanzen: - Individualethik --> einzelner Mensch - Institutionenethik --> Institutionen - Systemethik --> Institutionenübergreifendes Beziehungsgeflecht
  • Individualethik - moralisches Subjekt: einzelner Mensch mit seinen Werten und Normen - er werden Appelle an das individuelle Gewissen gerichtet - zentrale Rolle: Selbstverantwortung - Bewertung der Handlungen: Folgen oder Motiv einer Handlung
  • Institutionenethik • institutionelles / überindividuelles Handeln • Individuum hat die Wahl, welcher Institution es sich anschließt --> Entscheidung für die Institution die den persönlichen Bedürfnissen am nächsten kommt • Institutionen versuchen sich den Bedürfnissen der Mehrheit anzupassen • entlastende Funktion von Institutionen durch vordefinierte Handlungs- undVerantwortungsspielräume
  • Formen von Institutionen - auf gesamtgesellschaftlicher Ebene: Markt, Demokratie - auf einzelwirtschaftlicher Ebene: Unternehmen, Vereine
  • Systemethik • Theorie der menschlichen Lebensführung• Verhalten und Handlungen in überindividuellen und institutionenübergreifenden Beziehungsgeflechten
  • Begründungsansätze der normativen Ethik Ansätze, wie Handlungen zu bewerten sind - Teleologische Ethik = Bewertung von Handlungen anhand ihrer Folgen - Deontologische Ethik = Bewertung von Handlungen anhand der Motive, die zu den Handlungen geführt haben
  • Teleologische Ethik aus dem griechischen: telos = Ziel/Zweck Beurteilt die Richtigkeit einer Handlung anhand der eingetretenen Ergebnisse - situationsabhängige Betrachtung - Prinzip der Wohltätigkeit = Handlungen sollen zu Wohltätigkeit führen --> es zählt das Werk, nicht der das Werk begründende Wille  --> Verantwortungsethik Bei Handlungskonflikten werden die jeweiligen Folgen abgewägt
  • Verantwortungsethik teleologische Argumentation Aussage: es gibt keine unumstößlichen Handlungsnormen; eine Relativierung von Handlungsnormen ist hinsichtlich eines guten Zwecks möglich --> richtiges Handeln ist situationsbedingt (Bsp. Lügen, um einen Unschuldigen zu retten) Verantwortungsethik =^ Folgenethik --> derjenige der die Folgen seines Handelns einbezieht, handelt verantwortungsethisch aber: der Zweck heiligt nicht die Mittel, wenn die negativen Folgen die positiven übersteigen --> eng verbunden mit Utilitarismus/Konsequenzialismus
  • Utilitarismus / Konsequenzialismus inhaltliche Differenzierung und Konkretisierung der Verantwortungsethik anhand von 4 Grundprinzipien Handlungsmaxime: "Handle so, dass das größtmögliche Glück für möglichst viele Menschen erzeugt wird ebenfalls von Bedeutung: Kriterium der Universalisierbarkeit = individuelle Bedürfnisse, Interessen und Normen sind für alle beachtenswert, wenn sie verallgemeinert werden können
  • Grundprinzipien des Utilitarismus • Konsequenzprinzip: Beurteilung von Handlungen anhand ihrer Folgen • Utilitäts- / Nutzenprinzip: Handlungen sollen zur Mehrung des Guten (Glück /Wohlergehen) der Betroffenen beitragen • Hedonismusprinzip: Glück soll durch die Befriedigung menschlicher Bedürfnisseermöglicht werden • Sozialprinzip: Erreichung des größtmöglichen Glücks für alle, die von einer Handlungbetroffen sind
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  • Formen des Utilitarismus - Handlungsutilitarismus = situationsbedingte Abwägung moralischer Maßstäbe bei der Beurteilung einer Handlung - Regelutilitarismus = Betrachtung der Folgen, die die Ausführung einer Handlung in vergleichbaren Situationen haben wirdz.B. im Allgemeinen hat das Einhalten von Versprechen positive Folgen
  • verschiedene Formen des Utilitarimus - Handlungsutilitarismus = situationsbedingte Abwägung moralischer Maßstäbe bei der Beurteilung einer Handlung - Regelutilitarismus = Betrachtung der Folgen, die die Ausführung einer Handlung in vergleichbaren Situationen haben wirdz.B. im Allgemeinen hat das Einhalten von Versprechen positive Folgen
  • Deontologische Ethik aus dem Griechischen: déon = Pflicht/Schickliche Die Richtigkeit einer Handlung wird nach dem ihr zugrundeliegenden Motiv beurteilt --> situationsunabhängige Betrachtung --> Prinzip der Gerechtigkeit Es zählt der gute Wille (das Handlungsmotiv), nicht das Werk Bei Handlungskonflikten: Beachtung von Grundsätzen zentrale Argumentation: Gesinnungs- / Pflichtenethik
  • Gesinnungs-/ Pflichtenethik Unterteilung in zwei Lehrtraditionen: - Handlungsdeontologische Theorien  - Regeldeontologische Theorien bekannter Repräsentant der Pflichtenethik: Immanuel Kant--> Kategorischer Imperativ
  • Kategorischer Imperativ „Handle nach einer Maxime, welche zugleich als allgemeines Gesetz gelten kann.“ → unter allen Umständen geltende Verpflichtung → Handlungen auf der Basis dieses Prinzips sind immer „gut“
  • Handlungsdeontologische Theorien • ethische Urteile sind reine Einzelurteile • Individuum entscheidet in jeder Situation ohne Rückgriff auf allgemeine Regeln alsOrientierungshilfe neu → nachrangige Bedeutung von Regeln
  • Regeldeontologische Theorien • Regeln als Hilfe, um zu einem Urteil über das richtige Handeln zu gelangen • Regeln haben unbedingte Gültigkeit und sind unabhängig von ihren Folgen zu beachten • „goldene Regel“ bei Regelkonflikten:„Was Du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem andern zu!“ → Anwendung der Regel führt zu einer ausgewogenen Interessensabwägung aller vonder Entscheidung Betroffenen
  • Voraussetzungen für die "goldende Regel" • imaginärer Rollentausch = handelnde Person versetzt sich in Betroffenen • Entfaltung moralischer Kompetenz = Anerkennung der Werte anderer & Relativierung der eigenen Zielsetzung