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Wirtschaftsethik (Fach) / Kapitel 2 - Grundlagen ethischen Argumentierens (Lektion)

Kapitel 2 - Grundlagen ethischen Argumentierens

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  • Grundlegender Aufbau der Ethik Unterteilung in vier Bereiche: - deskriptive Ethik - normative Ethik - Metaethik - Methodenlehre
  • Deskriptive Ethik (empirische Ethik) Leitfrage: Was wird für das Gute gehalten? Beschreibung und Analyse der vielfältigen Ausprägungen von Moral und Sitten in verschiedenen Gesellschaften und deren Konsequenzen in vielen anderen Disziplinen verankert (z.B. Biologie, Ethnologie, Psychologie)
  • zentrale Beobachtungen der deskriptiven Ethik Werte und Normen die in einem Kulturkreis als selbstverständlich erachtet werden finden in anderen Kulturkreisen keine oder eine andere Bedeutung  --> z.B. Zinsverbot im Islam aber: es gibt weit verbreitete, von fast allen Menschen anerkannte Grundnormen --> z.B. Menschenrechte
  • Schwerpunkte der deskriptiven Ethik - empirische Untersuchung von Werten und Normen bestimmter Gemeinschaften - Untersuchung und Beschreibung der Einflüsse von Klima, geografischer Lage, Kultur, Religion oder Wirtschaft auf die Moral einer Gruppe oder Gesellschaft - Untersuchung von Geltungsansprüchen verschiedener moralischer Systeme
  • Metaethik Leitfrage: Sind Aussagen über das Gute wahrheitsfähig? kritische Überprüfung und Weiterentwicklung ethischer Methoden --> sprachanalytische Ethik, d.h. keine inhaltlichen Aussagen über das Gute sondern Betrachtung der sprachlichen Bedeutung sittlicher Zuschreibung wie "gut", "richtig", "sollen", "gerecht"
  • Metaethik - Kognotivismus vs. Non-Kognotivismus Aussage Kognotivismus: das Sittliche ist prinzipiell erkennbar Wahrheitsfähigkeit normativer Aussagen, d.h. normative Aussagen werden sich im Alltag als wahr oder falsch beweisen Aussage Non-Kognotivismus: die Wahrheitsfähigkeit normativer Aussagen kann nicht nach wissenschaftlichen Maßstäben überprüft werden --> das Einhalten ethischer Regeln ist eine Frage des Charakters und nicht des Wissens
  • Methodenlehre Leitfrage: Wie kann man Menschen bewegen, das Gute zu verwirklichen? --> Wie kann Ethik implementiert werden? Zwei Lösungswege: - Herausbildung einer entsprechenden Gesinnung des Individuums durch Erziehung - Setzen von Anreizen
  • Normative Ethik Leitfrage: Was ist das Gute? - kritische Prüfung der herrschenden Moral - Formulierung und Begründung von Normen, an denen sich das Handeln orientieren soll Problem der "Letztbegründung"
  • Normative Ethik - Begründung von Normen Forderung: die Festlegung von Normen und deren Gültigkeit sollten begründet werden können --> Aber: es ist unmöglich eine Letztbegründung zu geben --> "Münchhausentrilemma" Münchhausentrilemma beschreibt drei Perspektiven: Infiniter Regress, Logischer Zirkel, Verfahrensabbruch
  • Münchhausentrilemma - Perspektiven Infiniter Regress: Es ist immer möglich nach der Begründung einer Begründung zu fragen --> kein erreichbarer Endpunkt Logischer Zirkel: Bei der Begründung wird auf Argumente verwiesen, die selbst zuvor als begründungspflichtig identifiziert wurden Verfahrenabbruch: Falls ein Abbruch der Begründung erfolgt, sind auch die Abbruchskriterien begründungspflichtig
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  • Klassifikation normativer Ethik nach den Entscheidungsmethoden: Materielle und Formale Ethik (Unterteilung Formaler Ethik in Monologischer Ethik und Diskursethik) nach der Bewertungsgrundlage: Deontologische Ethik und Teleologische Ethik
  • Formale Ethik Hilfestellung für die Fundierung ethischer Entscheidungen im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Handlungen sondern grundlegende Prinzipien des Handelns Ziel: Identifikation von Regeln, nach denen das Handeln unter moralischen Gesichtspunkten betrachtet werden kann --> formale Moralprinzipien auf dieser Basis müssen die Menschen selbst die inhaltliche Konkretisierung dessen vornehmen was als "gut" betrachtet wird
  • materiale Ethik inhaltliche Konkretisierung des "Guten" Beispiele: Gebote, Verbote, ethische Leitsätze
  • monologische Ethik Form der Formalen Ethik Regeln haben ihren Ursprung im Reflexionsprozess des Einzelnen der Einzelne nimmt in Gedankenexperimenten verschiedene moralische Standpunkte ein und entscheidet auf dieser Basis, welche Handlungen gut sind bekannte Vertreter: Immanuel Kant, John Rawls ("Theorie der Gerechtigkeit")
  • Theorie der Gerechtigkeit (John Rawls) Menschen versetzen sich in einen fiktiven Urzustand, d.h. niemand kennt seine persönliche Situation oder seinen Stand in der Gesellschaft --> Schleier des Nichtwissens als unparteilicher moralischer Standpunkt aus dieser Perspektive heraus finden Menschen aus reinem Eigeninteresse gerechte Regeln
  • Theorie der Gerechtigkeit (John Rawls) - Gerechtigkeitsgrundsätze - Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das mit dem gleichen System für alle verträglich ist --> Freiheit begrenzt in der Freiheit des Anderen - soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu gestalten, dass zu erwarten ist, dass sie jedermanns Vorteil dienen und sie mit Positionen und Ämtern verbunden sind die allen offen stehen
  • Diskursethik Regeln entstehen nicht durch Gedankenprozesse eines Einzelnen sondern durch moralische Debatten führt zu formalen Moralprinzipien alle von einer Regel betroffenen Personen führen die Debatte, so dass das Ergebnis von allen akzeptiert werden kann bekannte Vertreter: Habermas, Apel
  • Varianten sozialen Handelns in der Diskursethik - strategisches Handeln: eigennützig & erfolgsorientiert - kommunikatives Handeln: verständigungsorientiert  --> Koordination des eigenen Handelns mit den Handlungen der anderen und der Legitimation dieser Handlungen in einem rationalen Diskurs
  • Voraussetzungen für einen rationalen Diskurs • alle Betroffenen sind in gleicher und freier Weise an der Wahrheitssuchebeteiligt • das bessere Argument entscheidet • Machtkalküle spielen keine Rolle • Diskursteilnehmer dürfen keine Informationen verbergen, verzerren oderandere zu überreden versuchen