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Sozialpsychologie (Fach) / VL3 (Lektion)
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- Einstellungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer - Valenz - Stärke
- Explizite Einstellungen bewusste Bewertungen, die leicht benannt werden können
- Impliziste Einstellungen Bewertungstendenzen. Sie können Urteile oder Verhaltensweisen beeinflussen, ohne dass sich die Person ihres Einflusses bewusst ist: unwillkürlich & nicht kontrollierbar
- Formen der Einstellung Vorurteile (richten sich gegen andere Menschen) Selbstwertgefühl (Einstellung gegenüber der eigenen Person) Wertvorstellungen (Einstellung gegenüber abstrakten Sachverhalten)
- Funktion von Einstellungen 1. Einschätzungsfunktion Vereinfachte Entscheidungen (Markentreue), Komplexitätsreduktion, erleichterte Orientierung 2. Nützlichkeitsfunktion Kosten minimieren 3. Soziale Anpassungsfunktion Identifikation mit Sympathieträgern 4. Ich-Verteidigungsfunktion Positive Selbstwahrnehmung („was ich tue, finde ich gut“ z. B. Rauchen) & Vermeidung negativer Selbstwahrnehmung („Tanzen macht eh keinen Spaß“) 5. WertausdrucksfunktionAusdruck zentraler Werte und des Selbstkonzeptes
- Selbstkonzept Kognitive Repräsentation unserer Selbsterkenntnis, die aus der Gesamtsumme aller Überzeugungen besteht, die wir über uns selbst haben. Sie gibt unserer eigenen Erfahrung - und dazu gehören auch die Beziehungen zu anderen Menschen.
- Kognitiv basierte Einstellungen Manche Einstellungen basieren hauptsächlich auf Fakten-> Vor- und Nachteile eines Einstellungsobjektes werden vorwiegend objektiv bewertet
- Affektiv basierte Einstellungen Affektiv basierte Einstellungen gründen sich auf Emotionen und Wertvorstellungen Beispiele: Einstellung zu Abtreibung
- Verhaltensbasierte Einstellungen Frühere Verhaltensweisen zu einem Einstellungsgegenstand werden herangezogen, um die eigene Einstellung abzuleiten Theorie der Selbstwahrnehmung nach Bem (1972) Beispiel:Einstellung zu Kernkraftwerken
- Kognitiv vs. affektiv basierte Einstellungen (Shavitt,1990) VIDEO S.41
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- Entstehung von Einstellungen - Klassische Konditionierung- Mere-Exposure-Effekt- Operante Konditionierung- Modelllernen- Rationale Konstruktion
- Entstehung von Einstellungen durch Konditionierung Behavioristische Lerntheorie:Einstellungen = erlernte Reaktionen, die durch klassische und operante Konditionierung verstärkt werden Neutraler Stimulus erwirbt durch wiederholte Assoziation mit Stimulus, der eine Reaktion bereits hervorgerufen hat, allmählich die Fähigkeit, diese Reaktion auch auszulösenReaktionen, die positive Folgen haben (bzw. negative Folgen vermeiden) werden gestärkt
- Studie von Insko (1965): Studierende wurden befragt bzgl. ihrer Einstellung zu einem Aloha- Festival für Touristen UV: verbale Verstärkung („ah, good!“) bei positiven vs. negativen Äußerungen AV: spätere erneute Befragung bzgl. der Einstellung zum FestivalErgebnis: positivere Einstellung bei zuvor verstärkter Befürwortung -> geäußerte Einstellungen können durch Verstärkungen kurz- und langfristig verändert werden
- Modelllernen Soziale Lerntheorie nach Bandura (1979) - Erlernen von Verhalten durch Beobachtung und Nachahmung- Rolle stellvertretender Belohnung Kinder übernehmen Einstellungen zu weltanschaulichen Fragen (Parteien, Religion) von ihren Eltern (Boehnke, 2001)
- Effekte der Wiederholung beim Einstellungserwerb Effekte der Wiederholung: - Allgemeine Lerneffekte- Mere-Exposure (Zajonc, 1968): je vertrauter eine Person mit einem neutralen oder positiven Stimulus ist, desto positiver wird dieser bewertet Aber: Gefahr von Abnutzungs-, Gewöhnungs- bzw. Sättigungseffekten
- Stärke der Einstellungen (Hollandetal.2002) - Starke Einstellungen sind Prädiktor für Verhalten (schwache nicht) - Verhalten ist Prädiktor für schwache Einstellungen (nicht für starke)
- Innere Konsistenz der Einstellung: Je mehr kognitive Überzeugung und affektive Bewertung übereinstimmen, desto höher ist die Korrelation zum Verhalten
- Self-generation-effect (Selbsterzeugung) Einstellungen, die auf eigener Erfahrung beruhen, haben stärkeren Einfluss auf das Verhalten (Regan & Fazio, 1977)
- Einstellung und Verhalten (LaPiere, 1934) LaPiere reist mit einem chinesischen Paar durch die USA nur in 1 von 184 Restaurants und 66 Hotels wird die Bedienung verweigert schriftliche Anfrage 6 Monate später :„Do you offer service to a chinese couple?“ 91% der Etablissements lehnen die Anfrage ab!
- Kritik LaPiere - Wer Fragebogen beantwortet, ist nicht unbedingt identisch mit Bedienung - Einstellungserfassung lange nach Verhaltensbeobachtung - Anwesenheit von LaPiere als Begleitperson nicht berücksichtigt - keine Studie unter kontrollierten Bedingungen
- Korrespondenzprinzip (Ajzen & Fishbein, 1977) - Zusammenhang von Einstellung und Verhalten ist abhängig von Grad der Spezifität - Konkrete Einstellungen zu einem bestimmten Aspekt sind guter Prädiktor für konkretes Verhalten in diesem Aspekt z. B. Einstellung/Anwendung von Verhütungsmitteln, bzw. Pille Gute Vorhersage bei hoher Übereinstimmung/Korrespondenz von Einstellungs- und Verhaltensmaßen
- Vorhersagekraft für spontanes und überlegtes Verhalten • Bei hoch zugänglichen Einstellungen (leichte Entscheidungen) ist das spontane Verhalten gut vorhersagbar (zB. Petition zu aktuellem Thema unterschreiben bei spontaner Ansprache auf der Straße) • Bei nicht unmittelbar zugänglichen Einstellungen müssen zur Vorhersage des tatsächlichen Verhaltens mehrere Faktoren berücksichtigt werden (Entscheidung für eine Hochschule)
- Erwartung x Wert-Theorien der Einstellung Video
- Erwartung x Wert-Theorie der Einstellung, Rotter Erwartung x Wert = Einstellung - mehrere Erwartung x Wert Produkte können sich summieren - unter verschiedenen Verhaltensoptionen wird diejenige gewählt, die die Wahrscheinlichkeit positiver Konsequenzen maximiert und/oder die negativer Konsequenzen minimiert
- Theorie des überlegten Handelns (Fishbein & Ajzen, 1975) Aus der Tatsache generell geringer Korrelationen zwischen Einstellung und Verhalten zogen Fishbein und Ajzen zwei Konsequenzen: 1. Anstatt abstrakte Einstellung zu erheben,sollte man konkrete Einstellung gegenüber Handlung erfragen, die allein auf einer Bewertungsdimension (gut vs. schlecht) erfasst werden kann 2. Neben dieser individuellen Bewertung muss die Norm für dieses Handeln und ihre Bedeutung für das Subjekt erfragt werden -> Bewertung und subjektive Norm können gemeinsam die Handlungsintention vorhersagen -> Aus Handlungsintention lässt sich Veraltensprognose ableiten
- Theorie des geplanten Verhaltens Ajzen (1985,1991) Erweiterung VIDEO