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verhaltensmedizin (Fach) / T7 (Lektion)

Krebs

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  • Krebs (Gemeinschaftliche Definition/Merkmal) Bösartige Neubildungen durch ungehemmte und unkontrollierte Zellteilung (Proliferation) --> Wuchert in gesundes Gewebe, zerstört dieses und löst Metastasenbildung aus
  • Metastase (Definition) Tumor, der sich in ursprünglich gesundem Gewebe aufgrund des Primärkrebses entwickelt
  • Karzinome (Definition + Häufigkeit) Geschwülste auf Geckgewebe (Epithelial)-> Haut, Schleimhaut, Drüsen Machen 90% der Krebserkrankungen aus
  • Sarkome (Definition + Häufigkeit) Geschwülste aus Zellen des Bindegewebes, Fett-/Knorpelgewebes, der Muskulatur, Kochen, blutbildenden oder Nervengewebes (Nicht Epithelial) Macht c.a 5% der Krebserkrankungen aus
  • Neoplasien (Definition + Häufigkeit) Ekrankungen des blutbildenden/lymphatischen Gewebes Macht 5% der Krebserkrankungen aus
  • TNM-Klassifikation T = Größe des Tumors (T1 - T4) N = Befall regionaler Lymphknoten (N0-N3) M = Metastase (0 = Nein, M1 = Ja)
  • Krebs-Entstehung 1. Blockade zellulärer Reifung sodass Zellen sich nicht weiter differenzieren/ausbilden (Dedifferenzierung/Analplesie) bis kaum/keine Ähnlichkeit zur Mutterzelle 2. Uneingeschränkte Proliferation (Autonom und unkontrolliert) 3. Auswanderung der Zellen aus Ursprungsgewebe und Infiltration gesunden Gewebes (Neigung zu Metastasen) 4. Rezidivbildung (Möglich)
  • Stadien der Metastasenbildung 1. Wucherung des Primärtumors2. Ablösen der Zelle aus dem Ursprungsgewebe --> Verbreitung über Kreislauf3. Überleben der Zellen im Kreislauf4. Transport zu gesunden/neuen Organen --> Verweilen5. Austritt von Blut (Extravasation) in umgebendes Gewebe ("Wandern")6. Angiogenese (Aufbau eigener Blutversorgung) & Wachsen des metastatischen Tumors
  • Prävalenz von Krebserkrakungen (Häufige Arten) Männer: Prostata (22.7%), Lunge (13.9%), Darm (12.5%), Harnblase (4.7%)Frauen: Brustdrüse (29.5%, Darm (11.1%), Malignes Melanom der Haut (4.8%), Gebärmutterkörper (4.7%)
  • Tödlichste Krebserkrankungen (Am tödlichsten / Am wenigsten tödlich) Geringe Überlebensrate: Mesotheliom, Bauchspeicheldrüse, Lunge, Leber Höchste Überlebensrate: Nicht melanotischer Hautkrebs, Hoden, Schilddrüse
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  • Faktoren, die Krebsinzidenz beeinflussen (Pathogenetische Mechanismen) Verminderte Immunaktivität: Unzureichende Früherkennung von entarteten Zelle, Tumorzellen erschweren durch erhöhte Mutation, starke Proliferation und Zerstörung von Immunzellen die Immunüberwachung Einfluss von Stress denkbar aber nicht ausreichend belegt Umweltfaktoren (Kanzerogene, Strahlung, Viren) Genetik Psychosoziale Faktoren (Vorsorgemaßnahmen, Exposition von Kanzerogenen)
  • Biobehaviorale Einflüsse auf Symptome/Verlauf einer Krebserkrankung Interaktion psychosozialer und biologischer Faktoren Depression erhöht Mortalitätsrisiko, nicht Rezidivwahrscheinlichkeit Physiologische Mediatoren vermitteln interagierende Effekte
  • Sickness Behavior bei Krebs SchmerzGastrointestinale SymptomeAuszehrung & AppetitsverlustErschöpfungAngstDepression
  • Begleitsymptome einer Chemo-/Strahlentherapie Übelkeit/ErbrechenNahrungsaversion
  • Psychosoziale Belastungen durch Krebsdiagnose Bedrohung durch TodVerletzung der körperlichen UnversehrtheitVerlust von Aktivität und AutonomieSoziale IsolierungAngst vor StigmatisierungBedrohung von sozialer Identität/Selbstwertgefühl
  • Bewältigungsverhalten im Verlauf einer Krebserkrankung Zu Beginn das Ziel der Kontrolle der Krankheit zentral --> Nimmt mit längerem Verlauf ab und wird durch Frage nach Sinn-/Lebensfragen abgelöst Spätestens ab Rezidiv weniger Frage nach Kontrolle der Krankheit
  • Rolle des Bewältigungsstils (+ welche gibt es?) Kampfgeist, Aktive Verleugnung, stoisches Akzeptieren oder Hilf-/Hoffnungslosigkeit --> Keine Evidenz für die Überlegenheit bestimmter Strategien
  • Typische psychische Beschwerden in der kurativen Phase einer Krebserkrankung SchmerzPTSDDepressive SymptomeDelirium
  • Typische psychische Beschwerden in der pallativen Phase einer Krebserkrankung Erschöpfungsgefühl, Schmerz, Depression, Anststörungen, Delirium, Neuropsychologische Symptome, Demenz
  • Typische psychische Beschwerden in der finalen Phase einer Krebserkrankung Erschöpfungsgefühl, Major Depression, Delirium, Neuropsychologische Symptome
  • Allgemeiner Prozess der Verarbeitung maligner Erkrankungen Zentrales Ziel: Erhalt der persönlichen Integrität und selbstbestimmung Basis: Individuelle Voraussetzungen -> Diese beeinflussen Erleben der Krankheit (Verarbeitung Diagnose, Krankheitstheorie) und Soziale/Professionelle Unterstützung --> Beeinflussen seelische Verarbeitung --> Beeinflusst Ziel
  • Ziele einer Psychoeduktion bei Krebserkrankung Vermittlung allgemeiner Krankheitsspezifischer Informationen Verbesserung adaptiver Coping-Strategien und psychosozialer Ressourcen Bearbeitung psychosozialer Belastung
  • Ziele psychologischer Interventionen bei Krebs Primäre Ziele: Reduktion emotionaler Belastung durch Krebsdiagnose, Reduktion der Beeinträchtigung durch medizinische Therapiemaßnahmen, Training gesundheitsförderlichen Verhaltens Sekundäres Ziel: Verlängerung des rezidivfreien Intervalls und der Überlebensdauer
  • Indikationskriterien einer psychoonkologischen Therapie (Mindestens 5 nennen) Schock bei Erstdiagnose, Hindernisse in der AufklärungBelastende Nebenwirkungen und Folgen durch Therapie/ErkrankungFehlende Linderung bei medikamentöser SchmerztherapieDiskrepanz zwischen Beschwerden und medizinischem BefindenFehlende Compliance (Kann/Will nicht kooperieren)Hindernisse bei BewältigungProbleme durch lange KlinikaufenthalteBelastung durch intensive Beschäftigung mit KrankheitsauslösernAktuelle/Vergangene TraumataPsychische VorerkrankungenFamiliäres Umfeld/Psychosoziale Ressourcen problematischArzt-Patient-Beziehung gestörtAuffällige Screening-Werte
  • Schmerz (Definition, IASP (1979)) Unangenehmes Sinnes-/Gefühlserlebnis mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft oder wird mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben --> Subjektive/Bewusste Empfindung (Verarbeitung in höheren Gehirnzentren)
  • Nozizeption (Definition) Aufnahme, Weiterleitung und zentralnervöse Verarbeitung noxischer Reize Sensoren = Nozizeptor
  • Klassifikation von Schmerz (Lokalisation) Somatischer Schmerz -> Oberflächenschmerz (Haut | 1./2. Schmerz) und Tiefenschmerz (Bindegewebe, Muskeln, Knochen, Gelenke) Viszeraler Schmerz-> Eingeweide (Gallenkolik, Ulkusschmerz, Blinddarmentzündung)
  • 1.Schmerz (Definition) Direkter Schmerz bei Verletzung der Haut durch Verletzung oberflächlicher Zellen und deren Schmerzsignalen
  • 2.Schmerz (Definition) Langsamer, dumpfer Schmerz, der zeitlich nach 1.Schmerz auftritt--> Entsteht durch Schmerzsignale tiefer liegender Zellen (langsamere Signalübertragung)
  • Klassifikation von Schmerz nach Art der Entstehung Physiologischer Nozizeptorschmerz Pathophysiologischer Nozizeptorschmerz Neuropathischer Schmerz
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  • Physiologischer Nozizeptorschmerz (Definition) Schmerz aufgrund der Einwirkung gewebeschädigender Reize auf normales Gewebe (Warnfunktion)
  • Pathophysiologischer Nozizeptorschmerz (Definition) Schmerz aufgrund pathophysiologischer Veränderung (Bsp. Entzündung)
  • Neuropathischer Schmerz Schmerz wegen Schädigung von Nervenfasern
  • Komponenten des Schmerzes Sensorisch-diskriminative Komponente = Wie fühlt sich der Schmerz an? Affektive Komponente = Welche Gefühle löst der Schmerz aus? Vegetativ (autonome) Komponente = Blutdruck, Herzrate, Hautleitfähigkeit Motorische Komponente
  • Physiologisch-organische Verhaltensebenen des Schmerzes Schmerzbewertung (Kognitive Komponente) Schmerzäußerung (Psychomotorische Komponente (Bsp. Schonhaltung, Hinken, etc.)) Beeinflusst durch Schmerzkomponenten
  • Akuter vs. Chronischer Schmerz (Kriterien) Dauer: Zeitlich begrenzt vs. persistierend Auslöser/Ursache: Gut identifizierbar vs. nicht eindeutig identifizierbar Warnfunktion: Ja vs. nein Lokalisation: Gut lokalisierbar vs. schlecht lokalisierbar Körperl. Begleitreaktion: Vegetative Stressreaktion vs. geringe vegetative Stressreaktion Emotionale Reaktion: Angst aber kontrollierbar vs. Hilflosigkeit, Ärger, Depression, Angst
  • Migräne vs. Kopfschmerz vom Spannungstyp Charakteristika (Kopfschmerzen):  Mindestens 2 d. folgenden Charakteristika:Beidseitige LokalisationSchmerzqualität drückend oder einengendLeichte/Mittlere IntensitätKeine Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten Beide der folgenden Kriterien:Keine Übelkeit/ErbrechenPhotophobie oder Phonophobie (nicht beides!) Charakteristika (Migräne): Mindestens 2 d. folgenden Charakteristika:Einseitige LokalisationPulsierender CharakterMittlere/Starke SchmerzintensitätVerstärkung durch körperliche Routineaktivitäten Während der Kopfschmerzen mind. 1 der folgenden Symptome:Übelkeit/ErbrechenPhotophobie und Phonophobie
  • Häufige Komorbiditäten von Schmerzerkrankungen Depression, Angststörungen, Substanzkonsum
  • Yellow Flags für Chronifizierung Muskuloskeletaler Schmerzen Wichtig für Indikation einer psychotherapeutischen Behandlung Faktoren:Depressivität & StressSchmerzbezogene Kognitionen (Katastrophisieren, Hilf-/Hoffnungslosigkeit, Angst-Vermeidungs-Überzeugungen)Ausgeprägtes Schon-/Vermeidungsverhalten