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verhaltensmedizin (Fach) / T6 (Lektion)

Diabetes Mellitus

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  • Diabetes Mellitus (Was ist das?) Sammelbegriff für ätiologisch heterogene Erkrankungen, die den Kohlenhydratstoffwechsel betreffen. Ein gemeinsames Charakteristikum ist das Vorliegen eines erhöhten Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie)
  • Folgeerkrankungen durch Hyperglykämie Mikrovaskuläre Schäden: Schaden an Auge (Retinopathie - Erblindung), Niere (Nephropathie - Niereninsuffizienz) oder peripheren Nerven (Diabethische Neuropathie --> Amputationen) Makrovaskuläre Schäden Stark erhöhtes Risiko für KHK (2 - 9fach erhöht)--> Herzinfarkt bei Männern 4fach, bei Frauen 6fach Apoplex (Schlaganfall)
  • Diabetes - T1 (Was ist das?) Eine organspezifische Autoimmunerkrankung, bei der fortschreitend die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Pankrias zerstört werden.  Ohne Insulin kann Zucker nicht abgebaut werden --> Chronische Hyperglykämie
  • Diabetes - T1 (Leitsymptome) Polydipsie (Starkes Durstgefühl) und Polyurie (Starker Harndrang) --> Kommt dadurch zustande, dass erhöhter Spiegel von Zucker im Blut dem Körper Flüssigkeit entzieht
  • Diabetes - T1 (Weitere Symptome / Mindestens 5 nennen!) MüdigkeitAbgeschlagenheitAcetongeruch des UrinsLeistungsschwächeGewichtsabnahmeSehstörungMuskelkrämpfeAmenorrhoeVerminderte Libido/PotenzInfektanfälligkeitSchlechte WundheilungPruritusHautinfektionenNeurologische SymptomeÜbelkeitErbrechenAbdominelle Schmerzen
  • Wann wird Diabetes-T1 häufig diagnostiziert? Die Verschlechterung des allgemeinen Zustands erfolgt bei DT1 häufig sehr rapide --> Wenn akute Verschlechterung, dann Diagnose
  • Wie läuft die Regulation des Blutzuckerspiegels bei Nahrungsaufnahme? Nahrungsaufnahme --> Blutzuckerspiegel steigt --> Aktivierung von Beta-Zellen in Pankreas löst Insulinausschüttung aus --> Insulin senkt den Blutzuckerspiegel (drei spezifische Wirkungen) Muskelzellen: Insulin beschleunigt Aufnahme von Glukose aus Blut --> Wird von Zellen in Energie umgewandelt (Proteinbiosynthese) Leber: Blutglukose wird in Glykogen umgewandelt, das für "schlechte Zeiten" gespeichert wird (Glykogensynthese) Fettgewebe: Gesteigerte Triglyzeridsynthese und -Speicherung in Leber und Muskel (Lipogenese)
  • Insulin ist das wichtigste ______ Hormon. Insulin ist das wichtigste anabole Hormon. Es senkt den Blutzuckerspiegel und die Blutfette
  • Was passiert bei niedrigem Blutzuckerspiegel? Nach Sportlicher Aktivität oder Fasten ist der Blutzuckerspiegel gering  Dann werden in Pankreas Alpha-Zellen aktiviert --> Produzieren Glucacon und schütten dieses aus --> Glucagon steigert Blutzuckerspiegel, durch Umwandlung von Glykogen in Glukose
  • Folgeerscheinungen von Insulinmangel Hoher BZ --> Verlust von Wasser und Blutsalzen (Wadenkrämpfe + Herzrhytmusstörungen) Eiweißabbau --> Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Muskelschwund Vermehrter Fettabbau, weil keine Glucose mehr abgebaut werden kann --> Unvollständiger Fettabbau lassen Azeton und andere Ketonkörper als Restprodukte zurück, außerdem Übersäuerung des Bluts (Ketoazidose)
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  • Diabetes - T2 (Was ist das) Insulinunabhängige Diabetes Es handelt sich um eine chronische Glukosestoffwechselstörung, bei der kein absoluter Insulinmangel vorliegt. Symptome gehen auf eine verminderte Insulinwirkung (Resistenz) und auf eine gestörte Insulinsekretion zurück. Zunächst wird häufig vermehrt Insulin ausgeschüttet, um die Resistenz zu kompensieren
  • Diabetes - T2 (Leitsymptome) Verläuft häufig lang asymptomatisch --> Häufig chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Prädiabetes (DT2) Zunehmende Insulinresistenz in Leber und Muskelzellen trotz verstärkter Insulinfreisetzung  Folgen: Gestörte Glukosetoleranz, Irgendwann Versagen der Beta-Zellen des Pankreas --> Gestörte Glukosetoleranz kann nicht mehr ausgeglichen werden
  • Pathogenetische Mechanismen für DT2 Insulinresistenz von Leber, Muskel und Gefäßen entsteht durch Adipositas, körperliche Inaktivität und ektope Fettspeicherung (Organverfetten) Fettgewebshypertrophie --> Ausbreitung & Vergrößerung des Fettgewebes --> sendet Zytokine (inflammatorische Prozesse) Adipositas und DT2 stehen in engem Zusammenhang Genetische Prädisposition + fetale Programmierung Lifestyle-Faktoren (Rauchen, Stress, etc.)
  • Prävalenz & Inzidenz von Diabetes DT1 --> Inzidenzgipfel in Kindes- und Jugendalter DT2 --> Inzidenzgipfel bei Erwachsenen Ü40 Prävalenz beider Typen nimmt über die Jahre sowohl in D als auch global zu
  • Behandlungsziel Einstellung eines guten BZ-Wertes
  • Objektive Marker zur Beurteilung des BZ-Spiegels HbA1c-Wert: Glykiertes Hämoglobin (Anteil der Blutkörperchen, die mit Glukose verbunden sind)--> Ist Hauptindikator für mittelfristige BZ-Einstellung (8-12 Wochen)  Fructosamine: Verzuckerte Eiweiße--> Zur Beurteilung der BZ-Einstellung über 2 - 3 Wochen
  • Verhaltensmedizinische Behandlung bei Diabetes (Ziele / Inhalte) T1: Adäquate Insulintherapie T2: Verbesserung der Insulinresistenz durch Gewichtsreduktion, körperl. Aktivität und Rauchentwöhnung Allgemein: Verbesserung von Lebensqualität, tertiäre Prävention durch Verbeserung der Adhärenz
  • Wann besteht Bedarf einer psychotherapeutischen Intervention bei Diabetes? Hohe Stressbelastung oder psychische Komorbiditäten
  • Zusammenhang versch. psychische Störungen und Diabetes Depression --> Erhöhte Prävalenz bei Diabetikern (bidirektionaler Zusammenhang), schlechtere Adhärenz, BZ, mehr Komplikationen Angststörungen --> Erhöhte Prävalenz bei Diabetikern, Überlappung von Angstsymptomen und Hypoglykämie-Symptomen, PTSD erhöht Risiko für T2D Essstörungen --> Erhöhtes Risiko bei Diabetikern, mehr Komplikationen und stationäre Aufenthalte, häufig Insulineinnahme verweigert
  • Hyperglykämie (Symptome) Müdigkeit, SchlappheitHäufiges Wasserlassen & DurstGewichtsabnahme durch Austrocknung / FettgewebeabbauWadenkrämpfe durch MineralstoffverlusteJuckreizÜbelkeit, Erbrechen, BauchschmerzenAzetongeruch in AusatemluftBewusstlosigkeit bis Koma
  • Hypoglykämische Stoffwechselentgleisung (Symptome) Schwitzen, Zittern, NervositätHeißhungerHerzklopfen, schnelles AtmenKonzentrationsstörungen, leichte Verwirrung, langsames DenkenProbleme beim Sprechen, Sehprobleme, schlechte KoordinationSchwere Hypoglykämie: Bewusstlosigkeit & KrampfanfälleBleibende Schäden, wenn wiederholt möglich