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verhaltensmedizin (Fach) / T4 (Lektion)

Adipositas

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  • Übergewicht (Definition) Körpergewicht, dass überhalb der Alters-/Geschlechtsnorm wird
  • Adipositas (Definition) Der Anteil des Körperfetts an der Gesamtkörpermasse ist zu hoch Hartes Kriterium: BMI zwischen 30 und 39,9--> Bei BMI > 40 = Extreme Adipositas (Adipositas permagna)
  • BMI als diagnostisches Kriterium BMI nur als ungefährer Schätzer von Über-/Untergewicht Ein erhöhtes Gewicht kann so beispielsweise auch auf erhöhte Muskelmasse zurückgehen (ein Leistungssportler wäre laut BMI auch "übergewichtig")
  • Waist-to-Hip-Ratio Kriterium zur Einschätzung der FettverteilungBeschreibt Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang (Taille/Hüfte)
  • Erkrankungen für die Adipositas als Risikofaktor nachgewiesen ist (Mind. 5 nennen!) Arterielle HypertonieDiabetes-Mellitus-Typ2HyperlipidämieMetabolisches SyndromHerzinfarktHerzinsuffizienzSchlaganfallGichtGallenblasenerkrankungenKatarktePrimäre LungenembolienKrebserkrankungenSchwangerschaftskomplikationenSchlafapnoe-SyndromOrthopädische KomplikationenMortalitärsrisiko
  • Zusammensetzung des Energieverbrauchs Grundumsatz (70%) = Energie zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen Diätinduzierte Thermogenese (10 - 15%) = Energie zu gastrointestinaler Verarbeitung und Resorption aufgenommener Nahrung (Stoffwechsel) Aktivitätsinduzierte Thermogenese (15 - 50%) = Energieverbrauch für körperliche Bewegung
  • Für Adipositas relevante Faktoren, die genetische beeinflusst sind EnergieverbrauchAnzahl der AdipozytenLipolyse im FettgewebeMuskelzusammensetzung & OxidationspotentialFettpräferenzFreie Fettsäuren und Aktivität der Beta-Rezeptoren in FettgewebeThermogenetischer Effekt der NahrungInsulinsensitivitätLeptinspiegel
  • Effekte einer Überernährung -> Anstieg des Energieverbrauchs (stärker als durch Zunahme fettfreier Körpermasse zu erwarten wäre -> Ineffizienterer Umsatz) -> Freisetzung von Sättigungshormonen (Leptin + Insulin) & weniger Ausschüttung von Hormonen, die Hunger signalisieren (Ghrelin) -> Geringere Gewichtszunahme bei stärkerer Steigerung des Verbrauchs
  • Effekte einer Reduktion der Nahrungszufuhr nach Überernährung --> Reduktion des Gesamtverbrauchs (stärker als aufgrund des Verlusts an fettfreier Masse zu erwarten ist) --> Verringerte Aktivität des Sympathikus, weniger Freisetzung von Noradrenalin + Leptin, effizientere Nutzung von Energie bei körperlicher aktivität --> Effekt in Tierstudien bis zu ein Jahr lang beobachtbar
  • Wie kommt der Jojo-Effekt zustande? Variation metabolischer Adaption und Energieverbrauch/-zufuhr  (Homoöstatische Regelung) -> Nach Reduktion der Energiezufuhr sinkt der Grundumsatz -> Erhöht sich nur sehr langsam wieder (teils über Jahre) -> Gleichzeitig oft nicht wengier Energiezufuhr oder mehr Verbrauch Energiezufuhr allein beeinflusst bereits den Verbrauch
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  • Fetale Programmierung von Übergewicht (Studienergebnisse) High Fat-Ernährung des Muttertiers führt bei Nachkommen zu: - Erhöhtem Gewicht, vermehrte Kalorienzufuhr, Präferenz von fettreichem Futter- Erhöhter Cholesterinspiegel- Erhöhte Produktion von Hormonen wie Insulin / Galanin Bleibt auch bei ausgewogenem Futter nach Geburt erhalten
  • Einflussfaktoren auf Essverhalten (Berthoud & Morrison, 2008) Fuel Availability --> Wenn da, negative Rückkopplung auf Essen Availability --> Positiver Einfluss Hinweisreize (zustandekommend durch Umwelt und Lifestyle) Liking-Wanting-Emotion --> Positiver Einfluss (durch Cues und Schmackhaftigkeit)
  • Einfluss der Darmflora Beeinflusst Liking-Wanting-Emotion und Fuel Availability Direkte Einflüsse auf Energieaufnahme, -speicherung, Sattheitsgefühl, Energieeffizienz und Genexpression in Geweben, die zu metabolischem Syndrom beitragen
  • Was ist die Darmflora? Im Darm lebende Bakterien, die den Organismus bei der Verdauung/Aufspaltung von Nahrung unterstützen Zusammensetzung ist interindividuell verschieden (Abhängig von Geschlecht, Alter, Gene, Immunsystem, Beweglichkeit des Darms, Nahrungsaufnahme) Externe Einflussfaktoren auf Darmflora: - Antibiotika -> Töten Bakterien- Operationen -> Ändern Zusammensetzung der Darmflora
  • Mögliche Wirkweise der Darmflora auf die Entstehung von Adipositas Bei fettreicher Diät -> Darmflora bildet Fettsäuren im Darm -> Fettsäuren aktivieren über das Gehirn den Parasympathikus -> Der verstärkt Glucose-induzierte Insulinfreisetzung und Ausschüttung von "Hungerhormonen" -> Nahrungsaufnahme steigt
  • Einfluss von Stress auf Adipositas Stress beeinflusst Liking-Wanting-Emotion ("Stressessen") und greift in homoöstatische Regulation ein
  • Wie macht Stress Dick Ausschüttung von Cortisol führt zu höherer Salienz für Belohnungsreize (Zucker, Fett) und vermehrter Ablagerung von Bauchfett "Frustessen" als negatives Rückkopplungssignal --> Vermindert Cortisol- und Katecholaminfreisetzung --> Verstärkung des Essverhaltens, weil dieses Stress wirklich reduziert
  • Zusammenfassung der Auswirkungen von Stress auf Essverhalten Fördert StressessenBehindert Kochen und Selbstkontrolle Schlechtere Sättigungswahrnehmung bei Essen bei Ablenkung