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Inkl und Mehrspr Jürgens (Fach) / Lektion - 3 (Lektion)
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- Sprachpolitische Prozesse - offene Sprachpolitik: bewusste und offen artikulierte Handlung - verdeckte Sprachpolitik: Maßnahmen, die durch sprachliches oder anderes Handeln sprachliches Verhalten beeinflussen – „Hidden Agendas“ (bewusst, unbewusst) - Sprachpolitik von oben: Entscheidungen auf Gesellschaftsebene, von Regierungen o.Ä. auferlegte Maßnahmen – „top-down-Prozess“ - Sprachpolitik von unten: Maßnahmen auf Mikroebene (betreffen einzelne Orte, Schulen o.Ä.), gehen von Sprachgemeinschaft/einzelnen Sprechern aus
- Beschreibung sprachpolitischer Prozesse - Statusplanung: Auswahlprozess, welche Varietäten welche Funktion in Gesellschaft übernehmen - Korpusplanung: Auswahl bestimmter Formen einer Sprache - diese muss kodifiziert sein (Grammatik usw.) - Prestigeplanung: Maßnahmen, die ein positives Klima und Ansehen einer Sprache schaffen
- Eigenschaften gesprochener und geschriebener Sprache - Gesprochene Sprache: sprechergebunden, zeitlich und räumlich gebunden- Schriftliche Sprache: zeitlich und örtlich unabhängig, situationsabhängig
- Linguistic landscapes = Regelmäßigkeiten von ortgebundener Schrift im öffentlichen Raum--> setzen sich aus sprachlichen Belegen in Form von Straßenschildern, Reklametafeln, Schildern in Schaufenstern, Aufklebern, o.Ä. Sehflächen innerhalb eines bestimmten Gebietes zusammen
- Funktionen öffentlicher, ortsfester schriftlicher Zeichen: Benennen und Charakterisieren- grundlegende Fkt ortsfester Schrift- Orientierungshilfe- Benennungen, z.B. von Bauwerken Gebrauchsweisen vorschlagen und verbieten- wichtigste Fkt öffentlicher, ortsfester Schrift- Gebrauch oder Handlungen werden verboten oder eingeschränkt Wegweisen und Orientierung geben- wichtigste und älteste Fkt- Verweis auf Orte, die nicht im visuellen Blickfeld platziert sind Erinnern und Appellieren- Gedenken an Ereignisse oder verstorbene Menschen- zum moralisch richtigem Verhalten ermahnen Zugehörigkeit signalisieren- Relation zwischen Ort und Person (natürlich oder juristisch) herstellen- Art der Zugehörigkeit vielfältig, aber häufig Relation Besitz
- Was für Zeichen kommen im öffentlichen Raum vor? - temporär – begrenzter Zeitraum- nicht-temporär – dauerhaft - offizielle Zeichen – durch autorisierte Institution- nicht-offizielle Zeichen – durch Privatperson--> auch uneindeutige Fälle möglich - indexikalisch – lassen sich nur an dem und durch den Ort interpretieren- nicht-indexikalisch – können an beliebigen Orten angebracht werden, immer gleich sinnvoll - visuelle Mehrsprachigkeit zeigt sich auf Informations-, Hinweis-, Geschäfts- und Straßenschildern--> in engem Zusammenhang mit Migration, Kultur- und Konsumtourismus und Regionalisierungstendenzen
- Konzept des Integrationskurses (IK) Kurse, aus denen sich der IK zusammensetzt:- Sprachkurs in deutscher Sprache - 600 Unterrichtseinheiten (UE) – jeweils 45 min --> Modifizierungen je nach Zielgruppe- Kurs zu politisch-gesellschaftlichen Grundfragen- Orientierungskurs – 100 UE Anzahl der Unterrichtseinheiten- i.d.R. 600 Unterrichtseinheiten – jeweils 45 min Curriculum- Rahmencurriculum: - Ämter und Behörden - Arbeit und Arbeitssuche - Aus- und Weiterbildung - Banken und Versicherungen - Betreuung und Ausbildung der Kinder - Einkaufen, Gesundheit, Mediennutzung, Mobilität, Unterricht, Wohnen Angestrebtes Sprachniveau - B1 Zielgruppen und deren Verpflichtungsgrad- Neuzugewanderte --> Personen aus EU können Teilnahme beantragen--> für Personen aus Drittstaaten verpflichtend - Menschen, die schon lange in DE leben--> nur, wenn sie „rechtmäßig auf Dauer im Bundesgebiet“ leben - Menschen ohne dauerhafte Bleibeperspektive ausgeschlossen Spezielle Kursformen- Eltern- und Frauenintegrationskurse- Sprachkurse in Kombi mit Alphabetisierungskursen- sprachpädagogische Förderkurse- Intensivkurs- Orientierungskurs Gesetzliche Grundlage- Aufenthaltsgesetz (AufenthG) Zuständige Institutionen und jeweilige Aufgaben- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge --> Durchführung der Integrationskurse - in Zusammenarbeit mit: - Bundesverwaltungsamt - Kommunen - Migrationsdiensten - Trägern der Grundsicherung --> Festlegung inhaltlicher und administrativer Standards --> Prüfung der Qualifikation der Dozent_innen --> Zulassung von Kursträgern --> Zulassung von Lehrmaterial für die Integrationskurse - Regionalkoordinator_innen des BAMF --> inhaltliche und administrative Umsetzung der Vorgaben --> Entscheidung über Anträge auf Zulassung im Integrationskurs - kommunale Ausländerbehörden - Aussprechen der Teilnahmeverpflichtung - öffentliche und private Träger – Durchführung der Kurse
- Schammann und Montanari sprechen auf S. 409 von einer „enge[n] Verbindung von politischen Debatten und gesetzlich definierten Zielen und Zielgruppen des Integrationskurses“. Um welche politischen Debatten mit welchen Inhalten handelt es sich? - Diskussion um die deutsche Leitkultur--> Endpunkt mit Einbürgerungstests--> konsentierte Elemente einer vom Staat einzufordernden „Leitkultur“ – Grundwissen zum politischen System Deutschlands - bei stark fallender Zuwanderungszahl- und Asylantenanträgen ist das Thema „nachholende Integration“ --> Hoffnung, die Versäumnisse der Vergangenheit seitens des Bundes aufzuarbeiten - ab 2012 – mit den beschleunigten Anstieg der Zuwanderungs- und Asylantragszahlen--> Integrationskurse auch für EU-Bürger_innen, Asylsuchende, Geduldete öfnen--> Thema bleibt regelmäßiger Bestandteil der Diskussionen
- Welche Vorteile sehen Sie im Konzept der Integrationskurse in der beschriebenen Form? Welche Nachteile sehen Sie? - positiv: Festlegung von Qualifikationsstandards der Dozent_innen, Lehrwerke und zugelassenen Träger = großer Fortschritt - zeitlicher Umfang zu gering – wurde von 20 auf 100 UE aufgestockt- Umsetzung des Ziels des Integrationskurses - sprachliche Handlungsfähigkeit im deutschsprachigen gesellschaftlichen Alltag – kritisch--> komplexe Erfordernisse im Alltag der Zuwander_innen steht im Gegensatz zu den begrenzten sprachlichen Mitteln, die sie in einem bestimmten Zeitrahmen erarbeiten sollen--> Sprachniveau A2 oder B1 bei Kommunikation mit Institutionen nicht realistisch - Prüfungsformat muss realistische Handlungsbedarfe widerspiegeln- mehrsprachige und mehrschriftliche Kenntnisse der Zugewanderten bleibt unbeachtet- auf Integrationskurs aufbauende Kurse notwendig, um an Lernerfolg anzuknüpfen- erheblicher Verwaltungsaufwand
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