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Emotionspsychologie (Fach) / McDougall (Lektion)
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- Bedeutung McDougall •aufbauend auf Darwins Erkenntnissen Arbeit an Etablierung einer evolutionär orientiertenAnalyse der menschlichen Motivation und Emotion (kaum sinnvolle Trennung möglich):hormische Psychologie“•Ziel:„… eine vollständige und zutreffende Beschreibung der fundamentalsten Bausteine unserKonstitution zu liefern, nämlich der angeborenen Tendenzen zum Denken und Handeln , die dieererbte Grundlage der Psyche ausmachen.“•Prägung des Instinktbegriffs
- Hormische Psychologie In Abgrenzung zum radikalen Behaviorismus des John B. Watson betonte McDougall aber die inneren Antriebe (Instinkte, Triebe, Motive, Willen) und Zielgerichtetheit des Verhaltens und schloss das Bewusstsein nicht aus seinen Untersuchungen aus. Er nannte seine Herangehensweise hormische Psychologie (griech. hormé: Antrieb, Drang, Eifer).
- Was ist ein Instinkt nach McDougall? = innere Dispositionen, die uns zu bestimmten Handlungen drängenBegriff bezieht sich NICHT auf aktuellen Zustand eines Organismus Instinkt = Disposition, Veranlagungvs.Emotion = aktueller Zustand angeborenes Muster in Bezug auf Reaktionen, die in bestimmten Arten von Situationenerfolgen• Instinkte setzen Mechanismen in Kraft, die einen Organismus handeln lassen• spezifische, tatsächlich gezeigte Handlungen beeinflusst durch … Instinkte, Lernprozesse, Umwelt, andere Prinzipien
- Instinkt Beispiele Tierwelt Reproduktives Verhalten, BalzNestbauFütterungKampf-/Fluchtverhalte Beispiele insbesondere im Tierverhalten sehr gut zu beobachten – wenn diese Aktivitätenzeigen, die nicht auf Erfahrungen basieren: McDougall sieht Instinkte nicht auf die Tierwelt beschränkt → auch beim Menschenzahlreiche Verhaltensweisen durch Instinkte gesteuert• beim Menschen Instinkte vor allem in Zusammenhang mit Emotionen beobachtbar
- Für Instinkte als angeborene, bereichsspezifische psychische Dispositionen gilt … "allen Mitgliedern einer Art gemeinsam“ resultieren aus evolutionären Anpassungsprozessenweder er lernbar noch ver lernbarhohe Bereichsspezifität(bezogen auf spezifische Instinktziele)hoher motivationaler Bezug(dienen Auswahl & Auslösung von Handlungen) angeborene mentale Strukturen & „Mechanismen“ bestimmen McDougall zufolge verschiedene (große) Teilbereiche unseres Denkens, Fühlens und Handelns
- Komponenten des (beobachtbaren) Instinktverhaltens instrumentelles, zielgerichtetes Verhalten (sichtbares instrumentelles Verhalten(emotionaler Ausdruck)) emotionaler Ausdruck(kein notwendiges Kriterium, nur bei einigen Instinkten) (Disposition, das Instinktverhaltenzeigen zu können (=Instinktmechanismus) vegetative Reaktion (psychophysische Prozesseu.a. vegetative Reaktionen)
- Welche Teilprozesse liegen dem Instinktprozess zugrunde? Kognitiver Teilprozess Erkennen eines instinktrelevanten ObjektsAuslöser: plötzliche lauteGeräusche, plötzlicherVerlust von Halt, extremeAbweichungen vomGewohnten Affektiver Teilprozess spezifische Gefühlsqualitätin Bezug auf dieses ObjektEmotion: Furcht Konativer Teilprozess Handlung oder Handlungstendenz– „Streben hinoder weg von diesemObjekt“Handlungsimpuls:Davonlaufen, sichverstecken
- Aktualgenese Instinktprozess Stimlulus (Schlüssel-Schloss-Prinzip) Kognitiver Teilprozess Affektiver Teilprozess Konativer Teilprozess Verhalten
- Instinktprozess: Schlüssel-Schloss-Prinzip kognitive Teilprozesse sind angeborene oder natürliche Auslöser, die in „Schloss“ desjeweiligen Instinktmechanismus passen und Instinktprozess auslösen• → Instinktprozess wird in Gang gesetzt durch einen/mehrere angeborene oder natürliche,instinktspezifische Auslöser• jeder Instinktmechanismus verfügt über ein für ihn charakteristisches Schloss (nurempfänglich für bestimmten Auslöser)
- Definition Instinktprozess „Wir definieren einen Instinkt als eine ererbte oder angeborene psychophysische Disposition,die dafür verantwortlich ist, dass ihr Besitzer Objekte einer bestimmten Klasse [bevorzugt]wahrnimmt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt [kognitiver im Falle derWahrnehmung eines solchen Objekts eine emotionale Erregung ganz bestimmter Qualität erlebt[affektiver Teilprozess] und in Bezug auf [das Objekt] in ganz bestimmter Weise handelt oderzumindest den Impuls zu einer solchen Handlung erlebt [konativer Mc Dougall ,1908)
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- Kriterien Primäre Emotionen sind mit einem Instinktprozess verbunden•Vergleich Mensch Tier sind nicht spezies spezifisch•Studium von "Geisteskranken" zeigt, dass diese dort in "übersteigerter Form" auftreten
- Funktionen Primäre Emotionen 1. Lösung vonAnpassungsprozessen 2. BereitstellunggeeigneterHandlungsoptionen
- Primäre Emotionen und ihre Auslöser Instinkt Angeborene Auslöser Gefühl/Emotion Handlungsimpuls Biologische Funktion
- Emotionsauslöser Spezifische angeboreneAuslöser(s. Tabelle wie z.B. fürFurcht plötzliche lauteGeräusche, Verlust vonHalt, …)Mitfühlen (Empathie)KlassischesKonditionieren
- Emotionsauslöser: Mitfühlen (Empathie) •= Neigung, als Folge der Wahrnehmung vonInstinktverhalten bei Artgenossen dasselbe instinktiveVerhalten & damit assoziierte Emotionen undHandlungsimpulse zu zeigen•Auslöser: Wahrnehmung von Instinktverhalten beianderen•Instinktive Handlungstendenz: gleichgerichtetesinstinktives Verhalten•Funktion: kommunikative Funktion, die selbst undarterhaltend ist
- Emotionsauslöser: Klassisches Konditionieren •=„assoziierte•z.B. Furcht: Objekte/Ereignisse, die vormals keineFurcht auslösten, lösen aufgrund Assoziation nunFurcht aus zwei Prozesse möglich:a)Reizgeneralisierung: Objekte/Ereignisse, die einemunkonditionierten oder konditionierten Auslöserähnlich sind, lösen nun ebenfalls Furcht ausb)Reizdiskrimination: von verschiedenen Varianten einesnatürlichen Auslösers verursachen aufgrund vonDiskriminationslernen nur noch bestimmte VariantenFurcht
- Sekundäre Emotionen: Komplexe Emotionen Vermischung primärer Emotionen analog zu einer Art von „Farbmischungslehre“ für Emotionen•z.B.:Bewunderung = Staunen +Unterwürfigkeit?Dankbarkeit = Zärtlichkeit +Unterwürfigkeit?Verachtung = Ekel + Ärger?Ehrfurcht = Staunen +Unterwürfigkeit + Furcht? Objekt/Ereignis löst gleichzeitig mehrere primäre Emotionen aus•Entstehung durch Lernprozesse: überwiegend durch Assoziation (klassisches Konditionieren)•komplexe Emotionen beruhen auf einer Mischung aus den „Gesinnungen“ Zuneigung, Abneigung & Respekt
- Sekundäre Emotionen: Abgeleitete Emotionen Zusammenhang zu (nicht) erfolgreichem Ausführen einer Handlung•enger Bezug zum kognitivenKonzept der Erfolgserwartung•stehen meist in Zusammenhang mitanderen Instinktzielen•z.B.:Reue, Freude, Hoffnung( slosigkeit ),Zuversicht, Verzweiflung Resultat des Zusammenwirkens zweier Faktoren (letzterer i.d.R. nur beim Menschen):1. Konativer Faktor = aktivierte Handlungstendenz eines spezifischen Instinktprozesses2. Kognitiver Faktor = subjektive Wahrscheinlichkeit von Erfolg/Misserfolg• nicht mit einem spezifischen Handlungsimpuls assoziiert•McDougalls Beispiel: Polarforscher auf dem Heimweg Übergang von Zuversicht inHoffnung, dann in Hoffnungslosigkeit und letztlich in Verzweiflung• Merkmale in diesem Fall:A. Konstanz der konativen KomponenteB. Variation der Wahrscheinlichkeitskomponente
- Warum ist McDougall so lange Zeit in Vergessenheit geraten? -mangelnde experimentelle Belege für seine Theorie• Glaube, dass auch erworbene Merkmale vererbt werden (aber: Lamarckismus war zu seinerZeit weit verbreiteter Irrtum)• Analyse parapsychologischer Phänomene (aber: Parapsychologie inzwischen Teilgebiet derPsychologie)• Kritik aus behavioristischer Perspektive (McDougall als „rotes Tuch" der Psychologie)• McDougalls Haltung zur Eugenik
- McDougalls Thesen, die ihn zum Außenseiter machten: McDougall postulierte nicht nur Angeborenes und angeborene individuelle Unterschiede,sondern auch „Gruppenunterschiede“ z.B. zwischen Nationen wie Frankreich & England••„Demokratischer Elitarismus“ und Eugenik: zwar stand McDougall Ideen der deutschenNationalsozialisten sehr kritisch gegenüber, unterstütze aber z.B. Bemühungen Japans um„relative
- Fazit zu McDougall McDougall war nicht bereit, den genannten Ideen abzuschwören, da er hiervon zutiefst überzeugt war. Er teilt viele Elemente dieser Haltung z.B. mit Konrad Lorenz ohne dass McDougall dieselben Ehren zuteil geworden wären.Was Charles Darwin und vor allem auch Konrad Lorenz am Tierverhalten zeigten,übertrug McDougall auf den Menschen. Die hier gebotene ethische Umsicht ließ McDougall jedoch sehr oft vermissen. Aber:Vorwegnahme und/oder Wegbereitung zahlreicher Aspekte dermodernen Auffassungen (der evolutionären Psychologie) überEmotionen Wegbereiter der Evolutionären Psychologie
- Emotionen aus behavioristischer Sicht: Definition Emotionen = intersubjektivbeobachtbare Reaktionsmuster, diedurch bestimmte Umweltreizeverlässlich ausgelöst werden meisten Reaktionen sind gelernt• außer Basisemotionen nach Watson: Furcht, Wut, Liebe = ungelernt, angeboren → Emotionen als "chaotisches Reaktionsmuster"• instinktive Reaktionen in Abgrenzung dazu = instrumentelle zielgerichtete Handlungen mitAnpassungswert„...ein erbliches Reaktionsmuster, das tief greifendeÄnderungen des körperlichen Mechanismus als Ganzembeinhaltet. (...) Nach Watson „(…) entbindenEmotionen (...) das Individuumvom Existieren als hochgradigperfekte biologische Maschine.“
- Emotionen aus herkömmlicher Sicht: Grundsätzliche Bestandteile ---> Behavioristische Sicht?? Stimulus (((Wahrnehmung (bewusst oder unbewusst) physiologische Veränderung, spezifische Kognition, subjetives Gefühlserleben))) Reaktives Verhalten nur Stimulus und Reaktives Verhalten relevant, Rest nicht beobachtbar laut Behaviorismus
- S-R-Psychologie Alles, was innerhalb einer Person geschieht (subjektives Gefühlserleben &Kognitionen), wird als nicht beobachtbar außer Acht gelassen. Es geht einzigum das hervorzurufende Reaktionsmuster und den dazugehörigen Stimulus
- 3 Phasen der Klassischen Konditionierung -Phase I: NS (Ton) → keine Konsequenz // UCS (Luftstoß) → UCR (Lidschlag)• Phase II: NS (Ton) & UCS (Luftstoß) → UCR (Lidschlag)• Phase III: nur CS (Ton) → CR (Lidschlag)
- Experiment mit dem kleinen Albert (Watson & Rayner) . Klassisches Konditionieren • Ablauf:Phase I: Auswahl von UCS und NS (Alter: 9 Monate)• Furchtreaktion (UCR) bei lautem Geräusch: Schlag mit Hammer auf eine Eisenstange (UCS)• keine Furchtreaktion bei Ratte, Kaninchen, Hund, Affe, Masken, Baumwolle, … (→ NS) Phase II: Furchtkonditionierung (Alter: 11 Monate)• Darbietung von NS (weiße Ratte) und UCS (lautes Geräusch)• zunächst 1x, eine Woche später 5 weitere Durchgänge Phase III: Testphase & Furchtgeneralisierung(Alter: 11-12 Monate)• unmittelbar danach: Ratte (CS) → Furchtreaktion (CR) Lassen sich beim Menschen Furchtreaktionen konditionieren (durch Paarung von neutralem Stimulus mit unkonditionierten Stimulus)? Ja!
- Kleiner Albert: Lassen sich Prozesse der Reizgeneralisierung beobachten? Phase III: Testphase & Furchtgeneralisierung (Alter: 11-12 Monate)• unmittelbar danach: Ratte (CS) → Furchtreaktion (CR)• 5 Tage danach: ähnliche Reize (Kaninchen, Hund, Pelzmantel, Watsons Haar, Nikolausmaske,Baumwolle) → Furchtreaktion (CR)• keine Furchtreaktion bei Bauklötzen, Haar anderer Beobachter, …
- Kleiner Albert: Welchen Einfluss hat die Zeit auf die Aufrechterhaltung der konditionierten Reaktion? eher unklar 31 Tage danach: CR auf die gleichen Reize (etwas schwächer)
- Experiment mit dem kleinen Albert (Watson & Rayner) . Klassisches Konditionieren • Ablauf:Phase I: Auswahl von UCS und NS (Alter: 9 Monate)• Furchtreaktion (UCR) bei lautem Geräusch: Schlag mit Hammer auf eine Eisenstange (UCS)• keine Furchtreaktion bei Ratte, Kaninchen, Hund, Affe, Masken, Baumwolle, … (→ NS) Phase II: Furchtkonditionierung (Alter: 11 Monate)• Darbietung von NS (weiße Ratte) und UCS (lautes Geräusch)• zunächst 1x, eine Woche später 5 weitere Durchgänge Phase III: Testphase & Furchtgeneralisierung(Alter: 11-12 Monate)• unmittelbar danach: Ratte (CS) → Furchtreaktion (CR) Lassen sich beim Menschen Furchtreaktionen konditionieren (durch Paarung von neutralem Stimulus mit unkonditionierten Stimulus)? Ja!