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DE1 (Fach) / Schriftlinguistik (Lektion)
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- Was ist die Semiotik ? Zeichentyp und Sprachzeichen
- Was ist ein Index? Ein Index zeigt ein Bild, welches einen Grund und eine Folge darstellt und somit eine Kausalität herstellt: bspw. ein Feld mit Feuer und Rauch.
- Was ist ein Ikon? Ein Ikon ist ein Zeichen, welches informativen Charakter hat wie bspw. das "Stop-Zeichen". Es zeigt eine Ähnlichkeit zu Situationen.
- Was ist ein Symbol? Ein Symbol basiert auf eine Konvention (gemeinschaftliche Regel) wie bspw. das Gefahrensymbol für entzündlich.
- 1) Was ist also ein indexikalisches Zeichen ? 2) Was ist ein ikonisches Zeichen ? 3) Und was ein symbolisches Zeichen ? 1) Indexlexikalisches Zeichen: Kausalität (Grund-Folge): Feuer und Rauch auf dem Feld 2) Ikonisches Zeichen: Ähnlichkeit: "Stopp"-Zeichen 3) Symbolisches Zeichen: Konvention: Warnzeichen für Entzündbarkeit
- Welche Perspektiven hat ein sprachliches Zeichen ? - es ist bilateral - es besteht aus Signifiant "Baum" und Signifié "Baum als Bild / Vorstellung" - es hat eine Form- bzw. Ausdrucksseite, welches lautlich oder schriftlich realisiert ist - es hat eine Bedeutungs- bzw. Inhaltsseite, welches einen Vorstellungsinhalt, Begriff oder eine Bedeutung des Zeichens hat
- Wie ist die Beziehung zwischen dem Signifiant "Baum" und dem Signifié "Baum als Bild" ? - die Beziehung ist arbiträr (willkürlich, nicht motiviert) - ist konventionell (durch gesellschaftlichen Gebrauch stabil) - ist assoziativ (durch mentale Verknüpfung eine Einheit im Gedächtnis)
- Beispiel für die Beziehung zwischen Signifiant und Signifié Wenn wir etwas Gesprochenes (Signifiant) hören, dann verbinden wir eine Lautkette eines Wortes wie bspw. "Hund" direkt mit einer Vorstellung (Signifié) mit dem Begriff "Hund", und vice versa.
- In welcher Beziehung steht die Sprache mit der Schrift ? (Zwei Theorien) 1) Autonomiehypothese (Eigenständigkeit): Schrift ist ein eigenständiges Zeichensystem. 2) Dependenzhypothese (Abhängigkeit): Schrift ist ein von der gesprochenen Sprache abhängiges, sekundäres Zeichensystem.
- Was besagt die Dependenzhypothese? - die Schrift ist eine Visualisierung von Sprache, sie ist in Buchstaben umgesetzter Schall - Sprache geht phylogenetisch (für die Menschheit als Ganzes) und ontogenetisch (für das einzelne Individuum) der Schrift voraus - Gesprochene Sprache wird natürlich erworben , geschriebene muss unter besonderen Bedingungen gelernt werden - es gibt Sprache ohne Schrift, aber keine Schrift ohne Sprache - gesprochene Sprache ist häufiger als geschriebene (Dürscheid)
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- Was besagt die Autonomiehypothese? - Schrift besteht aus disrekten Einheiten, die gesprochene Sprache ist ein Kontinuum - Lesen und Schreiben funktionieren bei kompetenten Nutzern unabhängig von der gesprochenen Sprache - die Schrift ermöglicht durch Dekontextualisierung, Deautomatisierung und Distanzierung einen strukturellen Zugriff auf Sprache - die Schrift wirkt in literalisierten Gesellschaften auf die gesprochene Sprache zurück - die Schrift prägt in literalisierten Gesellschaften das kulturelle Gedächtnis und sie ist Material des Archivs (Dürscheid)
- Was ist ein Piktogramm ? Es ist ein einfacher Symbol mit einer simplen Darstellungsform wie bspw. ein Ikon.
- Was ist ein Ideogramm ? Es ist ein Begriffszeichen, welches für ganze Wörter / Begriffe steht, bspw. Symbol.
- Was ist ein Logogramm ? Es stellt einen Begriff dar und besteht aus mehreren logografischen Zeichen wie bspw. die Symbole "+, &, 1".
- Was ist ein Phonogramm ? Es ist ein Graphem, bestehend aus Phonemen wie bspw. Pferd "ma" auf Chinesisch.
- Welche Zeichentypen gibt es ? (4) 1) Piktogramm (Telefonikon) 2) Ideogramm (Herzsymbol) 3) Logogramm (+, 1, &) 4) Phonogramm (Schriftzeichen "ma" Chinesisch für "Pferd")
- Nenne Beispiele für Silbenschriften und Alphabetschriften. - Silbenschriften: Chinesisch (morphosyllabisch), Japanisch (phonosyllabisch), Koreanisch (analytisch-syllabisch) - Alphabetschriften (Verschriftung einzelner Laute): Hebräisch (Konsonantenschrift), Thai (zwei Zeichensätze), Lateinisch (Zeichensatz)
- Welche Beziehung gitb es zwischen dem Signifiant und dem Signifié nach de Saussure ? 1) Sprachliche Zeichen können arbiträr sein: willkürlich und unkonventionell 2) Sprachliche Zeichen können konventionell sein: durch den gesellschaftlichen Gebrauch stabil 3) Sprachliche Zeichen können assoziativ sein: durch mentale Verknüpfung eine Einheit im Gedächtnis sein
- 1) Was für ein Zeichen ist das Vorfahrtstraßenzeichen (gelb-weißes Viereck) ? 2) Was für ein Zeichen ist das "Nicht-Schwimmen"-Zeichen ? 3) Was für ein Zeichen ist das Warnzeichen mit dem Totenkopf und dem schwarzgelben Dreieck ? 1) Das Zeichen funktioniert symbolisch und hat keine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen der Bedeutung "Vorfahrtsstraße" und der Form des Zeichens. 2) Das Zeichen "Nicht-Schwimmen" ist ikonisch, weil man einen Schwimmer sehen kann und es eine Ähnlichkeitsbeziehung zu der Bedeutung des Zeichens trägt. 3) Das Zeichen "Totenkopf" in einem gelbschwarzen Dreieck ist konventionell festgelegt in ISO 7010.
- Welche Eigenschaften besitzt ein Minimalpaar und nenne hierzu Beispiele ? - ein Minimalpaar hat eine gleiche Anzahl und Reihenfolge von Lauten - es unterscheidet sich nur in einem Laut / Phon - es hat unterschiedliche Bedeutungen Bsp. Säge - Sage, Bahn - Bann
- 1) Was ist eine nackte Silbe ? 2) Was ist eine bedeckte Silbe ? 3) Was ist eine offene Silbe ? 4) Was ist eine geschlossene Silbe ? 1) Die nackte Silbe beginnt mit einem Silbenkern. 2) Die bedeckte Silbe beginnt mit einem Konsonanten. 3) Die offene Silbe endet mit einem Vokal. 4) Die geschlossene Silbe endet mit einem Konsonanten. Onset - Nukleus (Kern) - Coda - Bsp. pl - a - nt
- Wie sieht das Vokaltrapez aus ? Das Vokaltrapez zeigt oberhalb den Artikulationsort, links die Lippenbeteilgung (hoch, halbhoch, halbniedrig, niedrig), unten die Lage (vorn, zentral, hinten) und rechts den Öffnungsgrad des Mundes (geschlossen, halb-geschlossen, halboffen, offen). Beispielsweise wird der laut (y:) hoch (oder geschlossen), vorn, gerundet, gespannt (oder lang) artikuliert.
- Wie ist der Sprechapparat aufgebaut ? Der Sprechapparat ist eine vereinfachte Darstellung der Artikulationsorgane und -orte: Lunge, Zwerchfell, Kehlkopf, Zunge, Lippen, Gaumensegel (Velum), Nase, Nasenlöcher, Unterkiefer. Man kann die Laute unterscheiden hinsichtlich der Stimmhaftigkeit, dem Artikulationsort und der Artikulationsart.
- Was unterscheidet die Phonetik und die Phonologie ? 1) Phonetik: akustische Phänomene (materielle Seite) - wie wir beim Sprechen Laute erzeugen 2) Phonologie: Sprachzeichen (systematische Seite) - wie Laute als Sprachzeichen funktionieren
- Welche vier Ventile und Räume gibt es beim Sprechapparat ? Die vier Ventile sind der Kehlkopf (Larynx), die Zunge, die Lippen und der Gaumensegel (Velum). Die drei Räume (Luftströme und Lauterzeugung) sind der Mund, der Rachen und die Nase.
- Woraus besteht der Kehlkopf (Larynx) ? Es besteht aus dem Kehldeckel, der Stimmritze, den Stimmbändern und dem Kehlkopfknorpel.
- Welche Phonation ist beim Kehlkopf (Larynx) möglich ? 1) Die Hauchstellung wie in "Haus" -> glottaler Reibelaut - Larynx halboffen 2) Glottisverschluss (?) = glottaler Verschlusslaut wie in (?aus) - Larynx verschlossen 3) Tiefatmungsstellung - Larynx weit offen 4) Flüsterstellung - Larynx leicht geöffnet
- Welche Aspekte unterscheidet man bei der Artikulation der Konsonanten ? Man unterscheidet das Artikulationsorgan, den Artikulationsort, die Artikulationsart und die Stimmhaftigkeit.
- Wie können Konsontanten artikuliert werden ? 1) labial = Lippe 2) dental = Zähne 3) alveolar = Zahndamm, Zahntaschen 4) postalveolar = hinter Zahndamm 5) palatal = vorderer, harter Gaumen 6) velar = Gaumensegel 7) uvular = Gaumenzäpfchen 8) glottal = Stimmritze 9) apikal = Zungenspitze 10) dorsal = Zungenrücken 11) radikal = Zungenwurzel
- Nenne Beispiele für die Artikulationsorte von Konsonanten. 1) labial (Lippe): p, f, m 2) koronal (Vorderzunge): d, z, sch 3) dorsal (Zungenrücken): g, kh 4) glottal: h, ?
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- Welche Artikulationsorte gibt es ? 1) Lippen (labial) 2) Zähne (dental) 3) Zahndamm (alveolar) 4) hinter dem Zahndamm (postalveolar) 5) harter Gaumen (palatal) 6) weicher Gaumen (velar) 7) Halszäpfchen (uvular) 8) Stimmritze (glottal)
- Artikulationsarten 1) Was sind Obstruenten ? 2) Was sind Sonoranten? 3) Was sind Frikative ? 4) Was sind Plosive? 5) Was sind Nasale ? 6) Was sind Laterale ? 7) Was sind Vibranten ? 8) Was sind Affrikaten ? 1) Obstruenten: Sprachlaute der Konsonanten, bei denen eine Verengung oder ein Verschluss des Artikulationsorgans stattfindet und stoppt somit Phonationsstrom in Mund und Nase (dazugehörig sind Plosive, Frikative und Affrikaten) 2) Sonoranten: Sprachlaut Vokal oder Konsonant, aber es bildet sich hinter der Verengung der Artikulationsorgans kein Luftstrom (Gegenteil zu den Obstruenten) - dazugehörig sind Nasale, Laterale und Vibranten 3) Frikative: f, s, sch, kh, w, z, dsch, j4) Plosive: p, t, k, b, d, g5) Nasale: m, n6) Laterale: l7) Vibranten: r, R 8) Affrikate: ts, pf, tsch, ng
- Was ist ein glottaler Verschlusslaut und was ist ein glottaler Reibelaut ? 1) glottaler Verschlusslaut - (?aus) "aus" 2) glottaler Reibelaut - (Haus) "Haus"
- Welche stimmlosen und welche stimmhaften Plosive und Frikative gibt es ? 1) stimmlose Plosive: p, t, k 2) stimmhafte Plosive: b, d, g 3) stimmlose Frikative: f, s, sch, kh, ch, 4) stimmhafte Frikative: w, z, dsch, j, R
- Wo werden Vokale artikuliert ? 1) Vertikale Zungenlage (Öffnung): Zunge hoch -> Mundraum geschlossen -> offen (ae:) wie "Äh" 2) Horizontale Zungenlage (vorn / hinten): hinten wie (u:) "gut", vorn wie (y:) "kühl" 3) Lippenrundung: ungerundet wie (i:) "nie", gerundet wie (y:) "kühl" 4) Gespanntheit / Länge: ungespannte Kurzvokale: a, e, i, o, uh, u, oe, ij
- Was ist ein Schwa-Laut ? Das Schwa-Laut wird wie ein umgedrehtes (e) geschrieben und steckt bspw. im Wort "Lehre" - ä- . Hingegen wird ein umgedrehtes (a) wie in "Lehrer" - a- geschrieben. Das Erstgenannte wird zentral und halboffen artikuliert, das Zweite zentral-offen.
- Wo können Vokale artikuliert werden ? 1) Schwa-laut: umgedrehtes (e) wie in Lehre 2) Schwa-laut: umgedrehtes (a) wie in Lehrer 3) Nasale: (a) mit Welle darüber wie in Gourmand 4) Nasale: (umgedrehtes 3 mit Welle darüber) wie in Teint 5) Nasale: (oe mit Welle darüber) wie in Parfum 6) Diphtonge: ei, au, eu
- Was sind Laute als Sprachzeichen hinsichtlich des "R's" - nenne Beispiele hierzu. 1) Zäpfchen-R: (R) und (R) umgedreht: gerolltes R 2) Zungenspitz-R: (r) und (r) gerundet: gespitztes R 3) Retroflexes R: (r) mit Verlängerung nach unten: Zungenspitze wird hinter den Zahndamm gelegt
- Was ist der Unterschied zwischen einem Phon, Allophon und Phonem ? 1) Phon =Als Allophon bezeichnet man in der Linguistik eine lautliche Variante eines Phonems. Allophone werden auch als Phonemvarianten oder subphoneme Varianten bezeichnet. 2) Allophon = Als Allophon bezeichnet man in der Linguistik eine lautliche Variante eines Phonems. Allophone werden auch als Phonemvarianten oder subphoneme Varianten bezeichnet. 3) Phonem = Ein Phonem ist die abstrakte Klasse aller Laute, die in einer gesprochenen Sprache die gleiche bedeutungsunterscheidende Funktion haben
- Nenne fünf Beispiele für Minimalpaare. 1) Bein - Pein 2) bieten - bitten 3) Lerche - Lärche 4) Rost - Rose 5) Säge - Sage 6) trinken - winken 7) Fron - Frost 8) Bahn - Bann
- Wie kann man die Phonetik und die Phonologie unterscheiden ? 1) Phone = akustische Einheit und akustisch unterscheidbar - empirisch zugänglich - definiert durch Artikulationsort, Artikulationsart, Artikulationsorgan - Realisation eines Phonems -> Phonetik 2) Phoneme = Funktionseinheit des Systems und bedeutungsunterscheidend - analytisch zugänglich - definiert durch Opposition (Minimalpaare) - Verankerung der Phone -> Phonologie
- Was ist eine Silbe ? - die Silbe ist eine artikulatorische Einheit aus einem vokalischen Kern - es hat zwei Ränder, die mit konsonantischen Lauten besetzt sein können - Silbe -> Kopf (Anfangsrand) -> Silbenschale - Silbe -> Reim mit Kern (Nukleus) und Koda (Endrand) -> Silbenschale - die Silbe wird nach der Besetzung des Anfangsrandes als nackt oder bedeckt, nach Besetzung des Endrandes als offen oder geschlossen bezeichnet - Bsp. "Ei" im Kern ein Vokal (nackt/offen) - Bsp. "bei" im Kopf (Anfangsrand) ein Konsonant, in der Mitte (Kern) ein Vokal (bedeckt/offen) - Bsp. "ein" im Nukleus ein Vokal und im Koda ein Konsonant (nackt/geschlossen) - Bsp. "Bein" im Onset ein Konsonant, im Nukleus ein Vokal und im Koda ein Konsonant (bedeckt /geschlossen)
- Welche Wörter entsprechen der Phonem-Graphem-Korrespondenz ? - Bären -> /bae:Ren/: die Lautschrift und die Schreibung entsprechen der Phonem-Graphem- Korrespondenz - Fälle -> /fele/ - am Ende umgedrehtes e: die Lautschrift und die Schreibung entsprechen nicht der Graphem-Phonem-Korrespondenz - gelb -> /gelp/ - nicht alle Wörter mit der PGK erklärbar, hier morphematisches Prinzip mit Auslautverhärtung - lecker > /l3keR/ - am Ende umgedrehtes e: silb. Prinzip, Gelenkschr.
- Was ist die Vokalquantität ? Als Vokalquantität wird in der Sprachwissenschaft die Quantität, das heißt die Länge gesprochener Vokale bezeichnet. Vokale können in vielen Sprachen kurz oder lang gesprochen werden.
- Was ist ein Silbengelenk ? Ein Silbengelenk bzw. ein ambisyllabischer oder ambisilbischer Konsonant ist ein von Peter Eisenberg in die Germanistik eingeführter Begriff. Mut-ter, Häu-ser
- Wann werden Konsonanten gedoppelt ? Nach dem quanitätsbasierten Ansatz werden Konsonanten in der Schreibung gedoppelt, die allein nach einem betonten Kurzvokal stehen wie bspw. denn, Fall, Fälle, Bollwerk, Truppe, Karussell. Nach dem silbenbasierten Ansatz werden Konsonanten in der Schreibung gedoppelt, wenn sie im Silbengelenk stehen oder aus einer Form mit Silbengelenk morphematisch übertragen werden.
- Wann schreibt man oftmals Doppelkonsonanten wie bspw. in Fall - Fälle ? - Konsonanten stehen im Silbengelenk, wenn sie sich alleine nach einem betonten Kurzvokal und vor einer weiteren, unbetonten Silbe befinden - nach dem silbenbasierten Ansatz werden Konsonanten in der Schreibung gedoppelt, wenn sie im Silbengelenk stehen oder aus einer Form mit dem Silbengelenk morphematisch übertragen werden - Fall, Fälle, Truppe, Karussell - nach dem quantitätsbasierten Ansatz werden Konsonanten in der Schreibung gedoppelt, die allein nach einem betonten Kurzvokal stehen - denn, Fall, Fälle, Bollwerk, Truppe, Karrussell
- Was ist ein Silbengelenk ? - von einem Silbengelenk spricht man, wenn man im Silbenschnitt (= Übergang von der ersten zur zweiten Silbe) nur einen Konsonanten hört - Regel: hört man im Silbengelenk nur einen Konsonanten, so wird dieser verdoppelt
- Was meint die graphematische Integration ? - es gibt drei Formen der graphematischen Integration: graphemisch, grapho-phonemisch, phono-graphemisch (nach Munske) - graphemische Integration: die Fremdgrapheme werden nach den Regeln der deutschen Graphematik ersetzt wie bspw. "bureau" zu "Büro" oder "perruque" zu "Perücke" - grapho-phonemische Integration: Leseaussprache -> die Fremdgrapheme werden nach den Regeln der deutschen Graphem-Phonem-Korrespondenz gelautet wie bspw. "boomerang" zu "Bumerang" - phono-graphemische Integration: Fremdmorpheme werden integriert und die Schreibung der Integration angepasst wie bspw. "cakes" zu "Keks" oder "restaurant" zu "Restorang"
- 1) Was ist ein Buchstabe ? 2) Was ist ein Graphem ? 3) Was ist ein Phonem ? 1) Ein Buchstabe ist ein Schriftzeichen in der Alphabetschrift. 2) Ein Graphem ist eine minimale Funktionseinheit des Schriftsystems. Grapheme können aus mehreren Buchstaben bestehen: <ch>, <sch> Theorie 1 "Autonomie": Grapheme sind die kleinsten bedeutungsunterscheidende Einheiten eines Schriftsystems und lassen sich, wie Phoneme, durch Minimalpaarbildungen ermitteln: <weich>, <reich> etc. Theorie 2 "Dependenz I: Polyrelationalität": Grapheme sind die schriftlichen Repräsentationen von Phonemen. Einem Phonem können verschiedene Grapheme entsprechen: /f/ -> <f>,<ff>,<v>,<ph> Theorie 3 "Dependenz II: Funktionalität": Grapheme sind die Basiseinheiten für die schriftliche Repräsentation von Phonemen. Das Grapheminventar wird so erstellt, dass sich möglichst viele Schreibungen als regelmäßig erfassen lassen: /f/ -> <f>, /n/ -> ng, /x/ -> <ch< 3) Ein Phonem entspricht der minimalen Funktionseinheit des Lautsystems.