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Umweltethik (Fach) / Umweltethik (Lektion)

Umweltethik

Diese Lektion wurde von TobiasMeyer erstellt.

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  • Was sind moralische Intuitionen? •Damit sind keine spontanen Geschmacksurteile gemeint, sondern hartnäckige gefühlsmäßige Überzeugungen. •Sie haben sich der Kritik durch die ethische Theorie bereits gestellt und diese „Reinigung“ unbeschadet überstanden. •Prüfkriterien: Konsistenz, Widerspruchsfreiheit, Verträglichkeit mit den empirischen Fakten
  • Zweigleisigkeit der Ethik: Welche zwei Gleise gibt es? Subjektivität Objektivität
  • Welche Funktionen haben moralische Intuitionen in der Ethik (1) Startpunkt aller ethischen Überlegungen (2) Einziges externes Prüfkriterium für die ethische Theorie
  • Welche drei Arten von Anthropozentrik gibt es? 1) Ontologische (metaphysische) Anthropozentrik •Anschauung, nach der der Mensch von seiner Wesensbestimmung her, also „tatsächlich“, Mitte und Endzweck der Welt sei. 2) Erkenntnistheoretische (strukturelle) Anthropozentrik •Einsicht, dass wir die Dinge dieser Welt grundsätzlich nur aus unserer spezifisch menschlichen Perspektive heraus erkennen und beurteilen können. ( Anthroponomie) 3) Ethische Anthropozentrik •These, dass ausschließlich Menschen einen Eigenwert besitzen und damit direkteGegenstande von Moral sein können
  • Welche Merkmale prägen die anthropozentrische Umweltethik? •Das Verantwortungsverhältnis gegenüber der außermenschlichen Natur ist stets ein indirektes. •Ob ein Eingriff in die Natur gerechtfertigt werden kann oder nicht, hängt allein davon ab, ob und in-wieweit Menschendadurch beeinträchtigt werden. •Begründungspflichtig ist nicht der Eingriff, sondern dessen Einschränkung bzw. Verbot.
  • Man unterscheidet stark, schwach und zweistufig anthropozentrische Argumente Was unterscheidet/charakteriesiert sie? 1) Stark anthropozentrische Argumente •Bezugnahme auf konkrete und verallgemeinerbare menschliche Interessen. •Bsp.: Ökonomischer und ökologischer Nutzen der Natur •Große Überzeugungskraft, aber begrenzte Reichweite 2) Schwach anthropozentrische Argumente •Bezugnahme auf eher abstrakte und oft nur sehr individuelle Interessen. •Bsp.: Ästhetische und eudaimonistischeArgumente •Geringere Überzeugungskraft, aber große Reichweite 3) Zweistufig anthropozentrische Argumente •Auf der ersten Stufe nicht-anthropozentrisch, auf der zweiten Ebene aber dann doch wieder anthropozentrisch •Bsp.: Argument der Selbstachtung: Um seiner selbst willen sollte der Mensch andere Wesen nicht nur aus Eigennutz achten. •Nahezu unbegrenzte Reichweite, aber zum Preis einer hohen Abstraktion
  • Argument des Wissensmangels: Da man letztlich nie genau wissen kann, ob eine nutzlos erscheinende Art nicht doch wichtige unbekannte Nutzen-aspekte für die Menschheit hat und da eine Ausrottung irreversibel ist, sollte man Arten „für alle Fälle“ schützen. Welchen Einwand könnte man bringen? Da man im praktischen Leben nie alle denkbaren Ziele gleichzeitig anstreben kann, muss man Güterabwägungen vornehmen. Dabei empfiehlt es sich in der Regel, einen nur möglichenund nicht einschätzbaren Nutzen zu übergehen, um einen wirklichen und bekannten Nutzen zu gewinnen
  • Ökologische Version des Arguments des Wissensmangels: Da man nie genau weiß, ob eine ökologisch bedeutungslos erscheinende Art nicht doch irgendeine wichtige, aber verborgene Rolle in ihrem Ökosystem spielt bzw. künftig spielen könnte, und da zumindest eine globale Ausrottung irreversibel ist, sollte man „aus Sicherheitsgründen“ alle Arten schützen Welchen Einwand könnte man bringen? Eine nur theoretisch denkbare Gefahrhält uns im Alltag niemals von einer bestimmten Handlung ab. Dazu bedarf es konkreter Indizien, dass diese Handlung gefährlich ist.
  • Argument des unbekannten Schwellenwerts: Da wir den Sicherheitsspielraum an Arten-Redundanz in der Biosphäre nicht kennen und da vieles dafür spricht, dass wir ihn auch in Zukunftnicht in allen relevanten Aspekten kennen werden, sollten wir aus Vorsicht vor möglicherweise katastrophalen Folgen für die Lebenserhaltungssysteme des Planeten jedwede weitere Reduzierung der Artenvielfalt unterlassen Welchen Einwand könnte man bringen? Es fehlen sowohl Indizien, dass jede Art gleichermaßen einen signifikanten Beitrag zur Aufrechterhaltung ökologischer Systemfunktionen leistet, als auch dass sich die Biosphäre derzeit bereits in der Nähe der Redundanzschwelle befindet.
  • Definiere Nachhaltigkeit „Eine Entwicklung ist nachhaltig, wenndie Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
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  • Was ist das Vorsorge-Prinzip? •Von einer erneuerbaren Ressource darf nur der jeweilige Zuwachs verbraucht werden. •Gelebt wird von der Rendite, der Kapitalbestand bleibt dauerhaft erhalten. -> Nachhaltigkeit Ausdehnung dieses Prinzips auf sämtliche irdischen Bestände und über den Betrachtungshorizont eines einzelnen menschlichen Lebens hinaus.
  • Nenne Kriterien für Nachhaltigkeit Zeitliche und räumliche Übertragbarkeit aller menschlichen Aktivitäten, die im Rahmen der Befriedigung gegenwärtiger Bedürfnisse entfaltet werden. •zeitlich: intergenerationelle Übertragbarkeit (zwischen heute und später) •räumlich: intragenerationelle Übertragbarkeit (zwischen „Nord“ und „Süd“)
  • Was unterscheidet starke und schwache Nachhaltigkeit? Schwache Nachhaltigkeit •Naturkapital darf verbraucht werden, wenn dafür Ersatz gefunden wird, der den gleichen Nutzen erzeugt. •Entscheidend ist, dass der Gesamtbestand an Kapitalien so groß bleibt, dass der Durchschnittsnutzen pro Person nicht sinkt. •Unstrukturierte Hinterlassenschaft Starke Nachhaltigkeit •Naturkapital und menschlich erzeugtes Kapital werden in nur sehr begrenztem Maße für austauschbar gehalten. •Naturkapital darf deshalb nicht verbraucht werden. •Strukturierte Hinterlassenschaft
  • Was ist der Rebound-Effekt? Welche drei Formen gibt es? Direkt: Eine Energiedienstleistung, die effizienter angeboten wird, wird dadurch billiger. Was billiger wird, wird stärker nachgefragt. Der Effizienzgewinn wird so teilweise wieder aufgefressen. Indirekt: Wer dank Effizienzsteigerung Energie und damit Geld spart, gibt das Geld oft für anderes aus, das ebenfalls Energie verbraucht. Makroökonomisch: Die eingesparte Energie ist als zusätzliches Angebot auf dem (weltweiten) Markt, was den Preis senkt und die Nachfrage stimuliert. Was einer spart, verbraucht dann ein anderer.
  • Nenne Stärken und Schwächen der anthropozentrischen Umweltethik Stärken: •Jahrhundertealte Tradition •Als moralischer Mindeststandard intuitiv plausibel und gut begründbar •Gute Anschlussfähigkeit an viele der derzeit herrschenden politisch-ökonomischen Randbedingungen Schwächen: •Nur eingeschränkte Universalität •Kontingenz •Abhängigkeit von schwankenden menschlichen Präferenzen •Unvereinbarkeit mit einigen elementaren Intuitionen (insbesondere des Tier- und Artenschutzes)
  • Welche naturschützerische Intuitionen sprechen für eine holistische Ethik? 1) Postulat eines allgemeinen Artenschutzes Arten sollten grundsätzlich vor der Ausrottung bewahrt werden, auch wenn sie für menschliche Interessen ohne Belang sind. •Indiz: Rote Listen der gefährdeten Tier-und Pflanzenarten 2) Postulat des Wildnisschutzes Ursprüngliche Ökosysteme sollten sich eigenständig, d.h. möglichst wenig vom Menschen beeinflusst, fortentwickeln dürfen. •Indiz:Kernzonen der Nationalparke
  • Was ist das Problem der paradoxen Optimierung beim Wildtierschutz? Konsequent verwirklichter Wildnisschutz -> möglichst wenige Menschen Überzeugende Begründung -> möglichst viele Menschen
  • Welche naturschützerische Intuitionen sprechen für eine holistische Ethik? 1) Postulat eines allgemeinen Artenschutzes Arten sollten grundsätzlich vor der Ausrottung bewahrt werden, auch wenn sie für menschliche Interessen ohne Belang sind. 2) Postulat des Wildnisschutzes Ursprüngliche Ökosysteme sollten sich eigenständig, d.h. möglichst wenig vom Menschen beeinflusst, fortentwickeln dürfen. •Indiz:Kernzonen der Nationalparke
  • Was zeichnet den moralischen Standpunkt aus? Der Moralische Standpunkt •ist die Gegenposition zum Egoismus •verzichtet auf Willkür und unkontrollierte Macht •richtet sich freiwillig nach verallgemeinerbaren ethischen Prinzipien (z.B. der Goldenen Regel)•ist seinem Wesen nach universal, d.h. -er bezieht sich auf „alle“ und zwar immer -er lässt diesbezüglich keine Ausnahmen zu
  • Was ist der Kategorische Imperativ? „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ - Immanuel Kant
  • Was besagt der Gleichheitsgrundsatz? Gleiches ist gemäß seiner Gleichheit gleich zu behandeln, Verschiedenes je nach Art der Verschiedenheit verschieden.
  • Nenne 4 Gründe für die Ungleichbehandlung von Haustieren und Wildtieren 1) Respekt vor der Autonomie des Wildtieres schließt Hilfspflichten, wie sie gegenüber Haustieren bestehen, in der Regelaus. 2) Die ökologischeGemeinschaft des Wildtieres ist völlig anders strukturiert als die sozialedes Haustieres. Selektion ist ein wesentlicher Faktor im Naturgeschehen. 3) Menschliche Hilfe gegenüber Wildtieren kann langfristig gesehen sowohl für das Einzelindividuum als auch für dessen Populationnachteilig sein. 4) Hilft man bestimmtenWildtieren, schadet man damit indirekt oft anderen Wildtieren und Pflanzen, insbesondere wenn sie in einem antagonistischen Verhältnis zueinander stehen.
  • Nenne zwei Gründe gegen die Abstufung des Eigenwertes •Für eine Wertrangordnung gibt es keinen objektivenMaßstab. Das gängige Kriterium „Organisationshöhe“ ist biologisch gesehen alles andere als klar. •In den meisten Ethiken wird der Eigenwert des Menschenebenfalls nicht aufgrund bestimmter Kriterien abgestuft.
  • Was ist Restitution? „Aufhebung einer zum Nachteil des Betroffenen erfolgten Entscheidung aus Gründen der Billigkeit”.
  • Welches sind die Bedingungen für eine Restitution? 1)Es muss ein früherer Eingriff in ein Ökosystem stattgefundenhaben und als moralisch falsch erkannt worden sein. 2) Der frühere Eingriff muss an selber Stelle annähernd korrigierbar sein und zwar besser als durch schlichtes Abwarten. 3) Die mit der Korrektur verbundenen neuen Beeinträchtigungen dürfen nicht größer sein als die alten, die sie auszugleichen vorgeben. 4)Deshalb darf der frühere Eingriff noch nicht allzu lange zurück liegen. 5)Der korrigierende Eingriff muss eine vorübergehende Maßnahme bleiben.
  • Sollte man ein Moor renaturieren? Die Antwort hängt davon ab, wie lange die Entwässerung schon zurück liegt: •z.B. 5 Jahre Restitution,denn dann sind noch genügend Substanz und Struktur des alten Moores vorhanden, um den Torfbildungsprozess rasch wieder zum Laufen bringen zu können. •z.B. 500 Jahre Prozessschutz,denn dann hat sich an selbiger Stelle ein „neues“ Öko-systemherausgebildet, dessen Entstehungskomplexität durch den zweiten Eingriff zunichte gemacht werden würde.
  • Wie lautet der erweiterte kategorische Imperativ? •„Handle so, dass du alles Seiende niemals nur als Mittel, sondern immer zugleich als Selbstzweck gebrauchest.“ •„Instrumentalisiere andere Wesen und Gesamtsysteme so wenig und schonend wie möglich.“