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Grundlagen der Schulpädagogik (Fach) / Der Lehrerberuf aus professionstheoretischer und empirischer Perspektive (Lektion)

Lehrerberuf profession

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  • Wie hängen Lehrerbildung, -handeln und Schülerlernen zusammen? Lehrerbildung -> Lehrerhandeln -> Schülerlernen
  • Was sind die Leitfragen zwischen Lehrerbildung bis hin zum Schülerlernen? Lehrerbildung -> Wissen, Fähigkeiten& Dispositionen der Absolventen | Haben Sie das gelernt, was Sie sollen? ->Lehrerhandeln im Klassenzimmer | Tun Sie das, was sie gelernt haben? ->Schülerlernen | Führt Ihr Handeln zum Lernen der Schüler?
  • Profession (überholter Begriff, ersetzt durch Expertenbegriff) • Professionen sind Berufe, die mit der stellvertretenden Krisenlösung fürPersonen betraut sind, wobei sich die Krise auf zentrale Werte bezieht:Gesundheit, psychische Integrität, Bildung usw.• Ziel des professionellen Handelns ist es, die Autonomie der Lebenspraxisund die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit ihrer Klienten zuermöglichen oder wieder herzustellen, was nur durch die aktive Mitwirkungihrer Klienten möglich ist.• Berufe, die aus soziologischer Perspektive durch eine Reihe spezifischerKriterien ausgezeichnet sind, z.B. Autonomie und Selbstkontrolle in derBerufsausübung, Bindung an ein berufliches Ethos• Klassische Professionen: Jurisprudenz, Medizin, Theologie
  • Professionalität a. eine modellhafte Zusammenstellung verschiedener Wissens- und Inhaltsbereichesowie Dispositionen von Lehrpersonen / Kompetenzen (z.B. Baumert/Kunter 2006,Hericks 2006, Bauer 2009, Keller-Schneider 2010, Nieke 2012)b. Qualitätsaussage über das pädagogische Handeln (Helsper/Tippelt 2011)
  • Professionalisierung a. (berufliche) Entwicklungsprozesse angehender Lehrpersonen – sehr unspezifischeKonzeptionen (z.B. Frey 2002) (verstanden als individueller Prozess derProfessionalisierung)b. Stufenmodelle oder komplexe Modelle (z.B. Dreyfus/Dreyfus 1989, Fuller & Brown1975, Keller- Schneider 2009, Kosinar 2014), die die Prozessstruktur aufgreifen
  • strukturtheoretischer Ansatz • beschreibt im Anschluss an Oevermann (1996) das pädagogische Handeln vonseiner Strukturproblematik her• verweist auf dessen antinomischen (Helsper 2011), diffusen und quasitherapeutischenStrukturen.• Fokus auf typischen originären Handlungsanforderungen des Berufs• eher soziologisch ausgerichtet
  • kompetenztheoretischer Ansatz • setzt bei der Organisation schulischer Lernprozesse an• bildet zentrale Kompetenzen und Dispositionen ab, die Lehrpersonen zurerfolgreichen Bewältigung ihrer beruflichen Aufgaben mitbringen müssen (vgl.Baumert & Kunter 2006; Kunter et. al. 2011).• Fokus auf notwendigen Kompetenzen und Ressourcen für den Beruf• eher psychologisch ausgerichtet
  • berufsbiographischer Ansatz • Professionalität entwickelt sich im Prozess des Lehrerwerdens (vgl. Terhart 2001)• vollzieht sich auf der Grundlage bisheriger (berufs-)biographischer Erfahrungen (vgl.Entwicklungsaufgabenkonzept, Hericks 2006).
  • Berufliche Entwicklungsaufgaben Anforderungen,• die individuell als Aufgaben eigener Entwicklung gedeutet werden können.• die „unhintergehbar“ sind, „d.h., sie müssen wahrgenommen und bearbeitetwerden, wenn es zu einer Progression von Kompetenz und zu einerStabilisierung von Identität kommen soll“ (Hericks 2006, 60).• Kanonmodell für den Berufseinstieg von Lehrpersonen (Keller-Schneider /Hericks2011, Keller-Schneider 2010, Hericks 2006).
  • Berufsbiographische Prozesstheorie 1. Wie wird Entwicklung ausgelöst und dauerhaft?2. Wie lassen sich das Verhältnis äußerer Anlässe und innerer Anstöße und derenNachhaltigkeit beschreiben (vgl. Terhart 2011, 208)?2. Theorie des Erfahrungslernens (nach Dewey, Combe 2010, Combe & Gebhard 2007, 2012)• Das Krisenlösungsverlaufsmodell als Heuristik für die Rekonstruktion des Umgangsmit berufsphasenspezifischen Anforderungen (z.B. im Referendariat, Kosinar 2014)
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  • Welche Frage stellt sich in Anbetracht auf der Professionalisierung im Berech Schule? Im Zuge einer kompetenzorientierten Reform der Lehrerbildung stellt sich somit die Frage,wie sich Professionalisierungsprozesse institutionell, curricular und personell zielführendgestalten lassen
  • Normative Zielvorstellungen, Standards für die Lehrerbildung Lehrkräfte sind Fachleute für das Lehren und Lernen. (Kompetenzbereich: Unterrichten)• Lehrkräfte sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng mit demUnterricht und dem Schulleben verknüpft ist. (Kompetenzbereich: Erziehen)• Lehrkräfte üben ihre Beurteilungs- und Beratungsaufgabe kompetent, gerecht undverantwortungsbewusst aus. (Kompetenzbereich: Beurteilen)• Lehrkräfte beteiligen sich an der Schulentwicklung. (Kompetenzbereich: Innovieren)• Lehrkräfte entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter. in der ersten Phase des Studiums geht es um dieDekonstruktion der bisherigen subjektiven Theorien der Studierenden überUnterricht und um den Aufbau differenzierten Wissenschaftswissens. Selbst nach der zweiten Phase werden Studierende nicht als fertige Lehrer angesehen, sondern lediglich als kompetente Berufseinsteiger.
  • Wozu wird die Lehrerbildung institutionalisiert? Ziel der institutionalisierten Lehrerausbildung ist es, diesen „berufsbiographischenEntwicklungsprozess anzuleiten, zu begleiten und zu unterstützen
  • Was sind notwendige Bedingungen für den intendierten Prozess der Professionalisierung? Horizontale Kohärenz zwischen verschiedenen Ausbildungsphasen(Bachelorstudium, Masterstudium, Referendariat, berufliche Tätigkeit) sowie vertikaleKohärenz zwischen Wissensdomänen (Fachwissen, fachdidaktisches Wissen undbildungswissenschaftliches Wissen) sind notwendige Bedingungen
  • Was sind zentrale Felder der schulischen Praktika? 1. Integration von Wissensbeständen2. Aufbau angemessener und entwicklungsfähiger Handlungsmuster3. Erfahrungen beim Kooperieren im realen Berufsfeld4. Selbstverantwortliche Gestaltung des Professionalisierungsprozessesdurch Begleitung und Reflexion
  • Was bedeutet theoretisch-formales Wissen ? • Expertise(1) Fachliches Wissen(2) Fachdidaktisches Wissen(3) Pädagogisches Wissen• Dieser Wissenstypus ist mentalpropositioniert, d.h. abhängig von derPerson.• Kann mit semantischen Netzwerkenbeschrieben werden.
  • Was bedeutet praktisches Wissen und Können? • Beinhaltet viele Bereiche desLehrerhandelns• erfahrungsbasiert,• kontextuell (eingebunden in spezifischeKontexte und konkreteProblemstellungen)• auf Problemstellungen bezogen• Wahrnehmung vonHandlungssituationen;• gebunden an Skripts und Routinen,aber flexibel
  • explizites Wissen • Inhaltswissen (subject-matter content knowledge)• curriculares Wissen (curriculum knowledge)• Philosophie des Schulfachs• pädagogisches Wissen (general pedagogical knowledge)• fachspezifisch-pädagogisches Wissen
  • implizites Wissen Dabei handelt sich um mentale Repräsentationen systematischer Handlungsabfolgen, die alsverdichtetes Erfahrungswissen gesehen werden können
  • Fachwissen Unter ‚Fachwissen‘ ist das tiefe Verständnis des zu unterrichtendenStoffes zu verstehen (content knowledge) – keinesfalls das universitäreForschungswissen
  • Fachdidaktisches Wissen ‚Fachdidaktisches Wissen’ meint Wissen darüber, wie fachliche Inhaltedurch Instruktionen vermittelt werden können.
  • Fachdidaktisches Wissen ‚Fachdidaktisches Wissen’ meint Wissen darüber, wie fachliche Inhaltedurch Instruktionen vermittelt werden können.
  • Drei Dimensionen des fachdidaktischen Wissens: 1. Wissen über das didak=sche und diagnos=sche Poten=al von Aufgaben, Wissen über die kogni=venAnforderungen und impliziten Wissensvoraussetzungen von Aufgaben, ihre didak=schenSequenzierungen und die langfris=ge Anordnung von Stoffen2. Wissen über die Schülervorstellungen (Fehlkonzep=onen, typische Fehler, Strategien) und Diagnos=kvon Schülerwissen und Verständnisprozessen3. Wissen über mul=ple Repräsenta=ons- und Erklärungsmöglichkeiten
  • Empirische Befunde zu Fachdidaktischem Wissen Schwacher, positiver Zusammenhang zwischen fachdidaktischem Wissen und Leistungsfortschritt derSchüler• Enger Zusammenhang zum Fachwissen: Fachwissen und fachdidaktisches Wissen sind beizunehmender Expertise von Lehrkräften stärker vernetzt• Ein hohes fachdidaktisches Wissen der Lehrperson führt zu einer höheren kognitiven Aktivierung derSuS.• Durch Berufserfahrung kein Zuwachs an Fachwissen oder fachdidaktischem Wissen• Empirische Unterrichtsanalysen zeigen große Unterschiede im didaktischen Zugang verschiedener,jedoch ähnlich erfolgreicher Lehrer auf, selbst beim Unterrichten desselben Unterrichtsstoffes. Dieszeigt, wie hoch individualisiert das fachdidaktische Wissen von Expertenlehrern ist
  • Pädagogisches Wissen ‚Pädagogisches Wissen’ meint Wissen über die Schaffung und Optimierung vonLehr-Lern-Situationen sowie entwicklungspsychologisches und pädagogischpsychologischesGrundwissen.
  • Vier Dimensionen pädagogischen Wissens 1. Bildungswissenschaftliches Grundlagenwissen (Erziehungsphilosophische,bildungstheoretische und historische Grundlagen von Schule und Unterricht;Psychologie der menschlichen Entwicklung, des Lernens und der Motivation)2. Allgemeindidaktisches Konzeptions- und Planungswissen (Modelle derUnterrichtsplanung, Unterrichtsmethoden)3. Unterrichtsführung und Orchestrierung (effektive Klassenführung, Sicherung einerkonstruktiv-unterstützenden Lernumgebung)4. Diagnostizieren, Prüfung und Bewertung
  • 6 Dimensionen bildungswissenschaftlichen Wissens - Unterrichtsdidaktik- Schulpädagogik (Schule als Organisation, Heterogenität)- Bildungstheorie & Bildungsgeschichte- Lernen & Entwicklung- Diagnostik & Evaluation- Lehrerberuf
  • Was bringt umfangreiche theoretische Vorbereitung vor der Praxis? -geringes Erleben von Erschöpfung während des Vorbereitungsdienstes und danach -Stärkere Verbesserung der Unterrichtsqualität während der Vorbereitung -stärkere Beteiligung an der Schulentwicklung nach 2 Jahren im Beruf -Produktivere Reflektion von Unterrichtsvideos
  • Fazit professionelles Wissen Positive Wirkung von Fachwissen auf verschiedenen Unterrichtsebenen: z.B. Inhaltsauswahl, Lehrbuchabhängigkeit• Fachdidaktisches Wissen kann teilweise fehlendes Fachwissenkompensieren und ist eine Voraussetzung dafür, dass Fachwissenvermittelt werden kann• Pädagogisches Wissen optimiert Unterricht durch effektivereKlassenführung und einer zutreffenderen Einschätzung vonSchülerleistungen.
  • Zusammenfassung Professionalisierung für Berufspraxis <--> Professionalisierung durch Berufspraxis 1. Im Vergleich zu früheren Konzeptionen von phasenkonformen, linearen Berufsbiografien (vgl.Wildt, 1996) haben die Hochschulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung es heutevermehrt mit phasenvermischten und nicht-linearen berufs- und bildungsbiografischen Verläufenzu tun (vgl. u.a. Bäuerlein et al., 2018).2. Die Gestaltung theoretischer und schulpraktischer Lerngelegenheiten bedarf folglich neben derinstitutionellen und curricularen Abstimmung in hohem Maße auch einer adaptiven Komponente.