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Grundlagen der Schulpädagogik (Fach) / Der Lehrerberuf aus historischer und struktureller Perspektive (Lektion)
Lehrerberuf
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- Welche zwei Berufsgruppen entwickelten sich entsprechend der Unterscheidung zwischen niederem und höherem Schulwesen? Elementarlehrer (Volksschullehrer) und Gymnasiallehrer
- Wie lief die Entwicklung der Gymnasiallehrerausbildung ab? Insgesamt entwickelte sich damit die Gymnasiallehrerausbildung vomallgemein gebildeten Philologen hin zum Fachlehrer, welcher schließlichauch erziehungswissenschaftlich- didaktische Kompetenzen erwirbt.
- Wie sah die Entwicklung der Volksschullehrerausbildung aus? Insgesamt entwickelte sich damit die Volksschullehrerbildung von einerNebentätigkeit, über eine berufspraktische Ausbildung hin zu einer wissenschaftlichenQualifizierung, die weitestgehend genauso organisiert ist wie die Ausbildung derGymnasiallehrer.
- Was war der erste Statusgewinn der Volksschullehrerausbildung? seminaristische Ausbildung im 19. Jahrhundert
- Was war der 2. Statusgewinn der Volksschullehrerausbildung? Durchsetzung des Abiturs als Voraussetzung für dieAufnahme einer Volksschullehrerbildung sowie die Gründung vonPädagogischen Akademien (Weimarer Republik).• Nach dem 2. Weltkrieg kam es zur Wiedereröffnung der PädagogischenAkademien bzw. Hochschulen
- Was war der 3. Statusgewinn der Volksschullehrerausbildung? Integration der Volksschul- bzw. Grundschul- undHauptschullehrerausbildung in die Universitäten (ab 1970)
- Charakteristika des Lehrerberufs • Zweigeteilter Arbeitsplatz• Klassenunterricht, der staatlich organisiert (öffentliches Schulsystem) undverpflichtend ist• Unvollständig geregelte Arbeitszeit (
- Charakteristika des Arbeitsplatzes Schule • Prinzipielle Offenheit bzw. Grenzenlosigkeit der Aufgabenstellung„Immer kann man noch mehr tun, sich noch besser vorbereiten, sich nocheingehender mit schwierigen Schülern befassen, noch mehr Fachbücherlesen“ (Gieseke 2001)• Schwebelage zwischen Reglementierung und pädagogischer Freiheito Schulen sind äußerlich rechtlich und bürokratisch reglementiert. Lehrer undSchulleiter beklagen dies als Bürokratismus (Beispiel: BASS)o Auf der anderen Seite kann der Kern der Lehrerarbeit, der Unterricht, nursehr bedingt geregelt werden. Die Curricula und Lehrpläne lassen deneinzelnen Lehrer Ausgestaltungsmöglichkeiten.• standortspezifische Akzentuierung und Differenzierung der Lehreraufgaben• (kooperative) Reflexivität im Sinne einer berufsbiografischenEntwicklungsbedürftigkeit von Lehrerprofessionalität
- Durch welche 3 Merkmale ist Unterrichtsgeschehen gekennzeichnet? - erzwungene Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Schülern - Lehrerunterrichten in einer sozialen Konstellation, die nicht auf Freiwilligkeitberuht- asymmetrisches Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern – dieBeziehung der Lehrperson zur Gruppe der Schüler ist durch einenhierarchischen Unterschied geprägt (Alter, Wissen, ´Macht´).- geringe Kontrolle über die Lehrerarbeit und die erzielten Effekte (Angebot-Nutzungs-Modell der empirischen Unterrichtsforschung) –Schülerleistungen können nicht eindeutig auf das Lehrerhandelnzurückgeführt werden.
- Wodurch ist der Beruf Lehrer gekennzeichnet? - Beruf ohne Karriere?! – Die unterschiedlich hohe Bezahlung vonLehrkräften ergibt sich aus der Anzahl der Berufsjahre und der Vorbildung,nicht durch Anstrengung/Leistung- Fehlen eines Berufsgeheimnisses – Lehrer verfügen – anders als Ärzte –nicht über eine ausgewiesene Fachsprache. Ihre spezifische Arbeitsweisekennt jeder aus eigener Anschauung, weshalb es kein exklusivesBerufswissen gibt. Es wird ihm selten ein wirklicher Expertenstatuszugesichert.
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- Befunde zur Entwicklung von Ganztagsschulen aus 14 Bundesländern -Neugestaltung derArbeitsorganisation und Zeitökonomie -Schwierigkeiten bei der Kooperation zwischen den Professionen -standortspezifischen Akzentuierung und Differenzierung des Arbeitsplatzes -statusgruppenübergreifenden Kooperations- und Innovationsbereitschaft
- Was lässt sich über das Gehlt deutscher Lehrer sagen? -Deutschland bietet seinen Lehrkräften mit die höchsten Gehälter unterallen OECD- und Partnerländern -Nach 15 Jahren Berufserfahrung sind die Gehälter etwa 20% höher undsteigen bis zum Ende der Lehrerlaufbahn weiter um nahezu 10%.Hierdurch wird gewährleistet, dass der Beruf während der gesamtenLehrerlaufbahn attraktiv bleibt -Wie viele andere Länder bietet auch Deutschland den Lehrkräften auf denverschiedenen Bildungsstufen nicht die gleichen Gehälter
- Wie wirkt sich das Gender auf den Lehrerberuf aus? -Wie in allen anderen OECD-Ländern setzt sich die Lehrerschaft in Deutschlandgroßenteils aus Frauen (66%) zusammen. Die größten Anteile weiblicherLehrkräfte finden sich aber in den untersten Klassenstufen, und der Anteil sinkt mitjeder Bildungsstufe sukzessive
- Wie alt sind Lehrer in Deutschland? -Deutschland weist eine der ältesten Lehrerschaften unter den OECD-Ländern auf(nach Italien).
- Was versteht man unter einer Antinomie? -ein Spannungsverhältnis zwischen zwei Polen, die gegensätzlich sind, jedoch beide gleixh stark anzustreben sind
- Pädagogische Antinomien des Lehrerberufs Pädagogische Antinomien erster Ordnung1. Die Praxisantinomie2. Die Begründungsantinomie3. Die Subsumtionsantinomie4. Die Ungewissheitsantinomie5. Die Symmetrieantinomie6. Die VertrauensantinomiePädagogische Antinomien zweiter Ordnung1. Die Differenzierungsantinomie2. Die Organisationsantinomie3. Die Autonomieantinomie4. Die Näheantinomie (Exkurs: Entgrenzung)5. Die Sachantinomie
- Was ist die Nähe-Distanz-Antinomie? -Nähe zum Einzelnen Schüler beispielsweise in Entwicklungskrisen steht im Spannungsverhältnis zur professionellen Distanz
- Antinomie von Person & Sache Vermittlung von abstrakten Inhalten und allgemeingültigem Wissen, während dieses abstrakte Wissen auch in alltagsnahen Beispielen den Schülern näher gebracht werden soll
- Antinomie von Einheitlichkeit & Differenz Gebot der Gleichbehandlung vs. verstärkte Föderung einzelner Schüler
- Antinomie von Organisation & Interaktion regelhafte Routinen vs. prinzipielle Offenheit der ungeregelten und nicht strukturierten individuellen Interaktion zwischen Lehrer und Schüler
- Antinomie von Autonomie & Heteronomie Erziehung zur Selbstständigkeit durch Zwang