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GK Sprachwissenschaft (Fach) / 5.2 Gesprächsanalyse II (Lektion)

Meer/Pick 2019: 20-38

Diese Lektion wurde von deviltrigger erstellt.

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  • Ethnomethodologische Konversationsanalyse soziale Wirklichkeit wird durch kommunikatives (auch sprachliches) Handeln konstruiert interaktive Herstellungsleistung: konkrete Verfahren ermöglichen geregelten Ablauf die Herstellung von Sinn und Bedeutung ist ein ständiger Prozess accountability: beide Gesprächspartner sind dafür verantwortlich, ihre Beiträge für den anderen verständlich zu gestalten Reflexivität/Indexikalität: gewinnen erst durch Interpretation Bedeutung -> Partner gehen davon aus, dass der/die andere weiß, worum es geht, außer es wird anderweitig signalisiert -> anhand der Bezüge der turns aufeinander feststellbar, wie das Gespräch sich entwickelt (2. Schritt: mögliche Lesarten analytisch ermitteln)
  • "lingo" der Interaktionen turn: Gesprächsbeitrag einer Person, was zwischen zwei Sprecherwechseln gesagt wird turn-taking: Sprecherwechsel/Übernahme des Turns turn construction unit: eine einzige, Informationen kodierende Einheit, aus der Gesprächsbeiträge konstruiert werden (prosodisch/semantisch/syntaktisch markiert) trp: "transition relevance place", Grenzen der tcus, Interaktions-/Informationsmanagement; zeigen das Ende einer Informationseinheit an, wo ein Turnwechsel möglich wäre; Gestik, Mimik, Blicke complicit Unterbrechungen: erfolgreich/nicht erfolgreich -> simultanes Sprechen Überlappungen: gleichzeitiges Sprechen back-channel behaviour: Hörerrückmeldungen, "hm", "ja", "oha" Sequenz: thematisch strukturiert, Einschubsequenz unterbricht bereits initiierte Sequenz; Verständnissicherung/Explikation; -> Frage-Antwort-Paar Gesprächsphase: Eröffnung, Hauptteil, Schlussteil, durch "boundary signals" gekennzeichnet
  • Konditionelle Relevanz/(nicht) präferierte Reaktion konditionelle Relevanz: konversationelle Struktur, die eine bestimmte Reaktion nahelegt (z.B. Frage-Antwort, Gespräche sind "kommunikativ vorstrukturiert"; -> institutionell geprägt? präferierte/nicht präferierte Reaktion: letzteres muss genauer erläutert werden oder erklärt werden, wieso dies später passieren wird; z.B. Bekräftigung, Rechtfertigung etc. -> präferierte Reaktion auf eine Einladung: Akzeptanz, nicht präferiert: Ablehnung
  • Definition ethnomethodologische Konversationsanalyse " ... anhand der Aktivitäten der an einer konkreten Gesprächssituation Beteiligten nachzuvollziehen, welche sprachlichen Techniken und Verfahren Gesprächsteilnehmer/innen anwenden, um ihre Gespräche entstehen zu lassen und um ihre Interpretation der Situation verstehbar zu machen.”
  • Funktionale Pragmatik (1/?) nicht alles Relevante wird immer in der aktuellen Gesprächssituation verhandelt (implizites Wissen) nicht alles Relevante wird für den Analysierenden sichtbar kommuniziert/indexikalisch markiert institutionelle Voraussetzungen für Gespräche: "Spezialisten/Autoritätsfiguren" -> studierter Hintergrund doppelsinnige Handlung: freundliche Geste vs. Kundenbindung? its all about context yo manchmal werden Wissensstrukturen der Beteiligten nicht von außen erkannt
  • Funktionale Pragmatik (2/?) berücksichtigt den sozialen Kontext/gesellschaftlichen Zweck mehr -> anhand authentischer Gesprächsdaten Warum und Wozu, Teil einer Gesellschaftsanalyse wiederkehrende soziale Zwecke konkrete institutionsspezifische Handlungsmuster, die von Gesprächsteilnehmer/innen situationsspezifisch erworben werden -> Tiefenstrukturen -> viele verschiedene Realisationsmöglichkeiten, die sich abstrakt auf ein Muster abbilden lassen
  • Funktionale Pragmatik (3/?) - Adjazenzpaar Frage-Antwort-Muster; Wissenstrukturen und mentale Prozesse erfüllt je nach Situation unterschiedliche Zwecke: Lehrer z.B. weiß die Antwort bereits, dient daher nicht der Akquise neuen Wissens; unterscheidet sich vom Polizeiverhör, Arztgespräch etc. oberflächlich ähnliche Handlungsmuster lösen unterschiedliche mentale Prozesse aus; -> werden von der FP systematisch rekonstruiert Institutionsanalyse: Überblick über das Wissen/Hintergrund der Beteiligten,
  • Funktionale Pragmatik (4/4) Die Funktionale Pragmatik begreift den Kontext der untersuchten Gespräche vorrangig als außersprachlich und fragt hierauf aufbauend danach, welche spezifischen gesellschaftlichen Zwecke im Rahmen konkreter (institutioneller) Situationen von den Beteiligten realisiert und ausgehandelt werden. Hierbei geht sie davon aus, dass jede Gesellschaft ein spezifisches Ensemble konkreter sprachlicher Muster (Handlungsmuster) entwickelt hat, um spezifische gesellschaftliche Zwecke zu bearbeiten.
  • Asymmetrie in Gesprächen/linguistische Diskursanalyse Foucault yey Rollenbegriff: inwieweit selbstgewählt, inwieweit mit Sanktionen reinforced? Asymmetrien: im Zweck des Gesprächs begründet? Interaktionsverlauf: erfahrenerer Gesprächspartner versucht das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu steuern, zeigt sich jedoch "kompromissbereit", wenn andere dies hinauszögern Diskurs: sprachlich strukturierte, begrenzte Möglichkeitsfelder dessen, was gesagt, gefragt oder bestritten werden kann; nicht jeder hat beliebig Zugang zu allen diskursiven Feldern; muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um an sozialen Situationen teilhaben zu können -> wird von Institutionen mitstrukturiert
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