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GK Sprachwissenschaft (Fach) / 5.1 Gesprächsanalyse I (Lektion)

Meer, Dorothee, Pick Ina (2019): Gesprächsforschung: Methoden und Verfahren der Analyse authentischer Gespräche. In: Einführung in die Angewandte Linguistik. Stuttgart, 15-20 Koch/Oesterreicher

Diese Lektion wurde von deviltrigger erstellt.

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  • 1. Was ist ein Gespräch? 2. Wie geht die Gesprächsanalyse vor? 3. Was ist das "Zwiebelprinzip"? 1. eine Zusammenarbeit aus zwei oder mehreren Personen, die gemeinsam sprachlich handeln (nutzen verbale und körperliche Ausdrucksressourcen) 2. radikal empirisch; d.h. es werden nur authentische Gespräche verwendet (die mit dem Einverständnis der Probanden gesammelt werden) 3. Unterscheidung zwischen Baiss- und Feintranskription Basis: Pausen, Überlappungen, Hauptakzente Fein: intonatorische/prosodische Informationen, multimodaler stuff -> Gespräche werden nicht "bereinigt" oder "korrigiert"!
  • Transkriptionskonventionen nach GAT 2 1. Pausen [] Überlappung/Simultansprechen und=eh schneller, unmittelbarer Anschluss neuer Beiträge und_eh Verschleifungen innerhalb einer Einheit : Dehnung komischer Glottalhaken (.) Mikropause (-) 0,25 Sekunden Pause (1,3) gemessene Pause
  • 2. Vokalisation .h/.hh Einatmen h./hh. Ausatmen so(ho)o begleitende Lachpartikel haha hehe silbisches Lachen wtf hm Rezeptionssignal hm_hm zweisilbiges Rezeptionssgnal
  • 3. Akzentuierung akZENT Fokusakzent akzEnt Nebenakzent
  • 4. Tonhöhenbewegung Wort? Hoch steigend Wort, leicht steigend Wort- gleich bleibend Wort; leicht fallend Wort. Tief fallend
  • 5. Volumen/Sprechgeschwindigkeit <<f> forte laut <<p> piano leise <<all> allegro schnell <<len> lento langsam <<cresc> lauter werdend <<dim> leiser werdend <<acc> schneller werdend <<rall> langsamer werdend
  • 6. Sonstiges ((husten)) <<erstaunt>> intepretierend ( ) Unverständliches (anthologie) vermuteter Wortlaut
  • Kontinuum von Mündlichkeit und Schriftlichkeit konzeptionell schriftlich/medial geschrieben: wissenschaftlicher Aufsatz, Behördenbrief, Gesetz konzeptionell mündlich/medial geschrieben: Chats, Emails, SMS an Freunde, ggf. Tagebuch konzeptionell schriftlich/medial gesprochen: Predigt, Presseerklärung, mündl. Prüfung? konzeptionell mündlich/medial gesprochen: Telefonat, spontantes Gespräch Mediale Transkodierung: Verlautlichung, Verschriftung Konzeptionelle Verschiebung: Vermündlichung, Verschriftlichung
  • Kommunikationsbedingungen mit Einfluss auf Medium und Konzeption (Koch/Oesterreicher) Privatheit vs. Öffentlichkeit Vertrautheit vs. Fremdheit der Kommunikationspartner starke vs. geringe emotionale Beteiligung Situations-/Handlungseinbindung vs. -entbindung referentielle Nähe vs. Distanz raum-zeitliche Nähe vs. Distanz kommunikative Kooperation vs. ... nicht Dialogizität vs. Monologizität Spontaneität vs. Reflektiertheit freie Themenentwicklung vs. Fixierung
  • Wann reden wir von "gesprochener Sprache"? (Merkmale) Kontrast zur geschriebenen Sprache face-to-face-Situation spontanes/freies Sprechen ohne Vorbereitung Sprechen in natürlichen Situationen, in denen Sprechen nicht im Vordergrund steht kann nicht wiederholt werden dynamischer, weniger explizit (?) Tempo vom Produzenten bestimmt Unterstützung durch Nonverbales keine optische Verdeutlichung (Zitatmarkierung, Absätze, Überschriften ... )
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  • Stilistische Merkmale gesprochener Sprache lexikalische Gliederung ("mal was ganz anderes...") Interjektionen als Einstellungsindikatoren ("ne!" "ach!") Vagheit/Heckenausdrücke (vielleicht, irgendwie so) Satzbrüche Satzabbrüche Umstellung von Satzgliedern Wiederholungen Korrekturen Verwendung von Partikeln (ja) Füllwörter Pausenzeichen Verschleifungen/Verkürzungen Umgangssprache/regionale Ausdrücke
  • Verstehenssignale Hörerrückmeldungen (backchannel behaviour): "Kenn ich", "ja genau" Vorschaltungen: Hmm, öhm, ja ... Nachschaltungen: ja? Nicht wahr? ...
  • Syntax Reparaturen/Verstehenssicherung: Artikulations-, Syntax-, Koordinations-, Sinnprobleme Nebensequenzen: Verstehensnachfragen Syntaktische Besonderheiten: Referenz-Aussage-Strukturen: sprachliche Einheit wird benannt, dann mit rückverweisendem Ausdruck erneut aufgegriffen ("den Ausweis, den bräuchte ich auch noch") Apokoinu-Konstruktionen: ein Satzteil wird in umgekehrter Reihenfolge wiederholt -> Drehsätze ("das ist ein Hammer ist das")