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Grundlagen der Schulpädagogik (Fach) / Das deutsche Bildungswesen aus historischer und struktureller Perspektive (Lektion)

Etablierung des öffentlichen Schulwesens

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  • Institutionalisierung von Schule 1. Ausgangslage? 2. Welche 3 Triebkräfte sorgten für Ausbau des öffentlichen Schulwesens? 1. ein Großteil der Bevölkerung besuchte keine Schule 2. - Schule als Mittel zur Herausbildung eines Staats- und Nationalbewusstseins    - Förderung / Bereitstellung von qualifiziertem Personal für die Wirtschaft und die staatliche          Verwaltung    - Erweiterung der eigenen Lebensmöglichkeiten des Einzelnen
  • Unterrichtspflicht Teilhabe an Unterricht, sei es an schulischem Unterricht, oder am Unterricht, den Privatlehrer erteilen
  • Schulpflicht Teilhabe an Unterricht in eigens dafür eingerichteten, privat oder öffentlichen getragenen Institutionen
  • Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten -1794 -jeder Einwohner, der seinem Kind nicht den Unterricht zu Hause bieten kann (finanziell) oder möchte, muss dieses mit vollendetem 5. Lebensjahr zur Schule schicken
  • Durchsetzung Schulpflicht als langer Weg 1717 General Edict (Friedr. Wilhelm I.) -> 1763 Generallandschulreglement ( Friedrich d. Große) -> 1794 Allgemeines Landrecht
  • Anzahl Schulbesuchsjahre gesetzlich festgelegt 1. Vollzeitschulpflicht? 2. Berufsschulpflicht in den meisten Bundesländern vom 6. Jahr 12 Jahre lang 1. 9, höchstens 10 Schulbesuchsjahre  2. nach Ablauf der Vollzeitschulpflicht
  • Verfestigung des gegliederten Schulsystems Allgemeines Landrecht differenzierte zwischen niederem und höherem Schulwesen 
  • Welche Arten von Schulen gab es vor den Reformmaßnahmen? Stadtschulen,  Gelehrtenschulen,  Lateinschulen,  Bürgerschulen,  Ritterakademien
  • Gründe für die Neuordnung des höheren Schulwesens -unkoordiniertes System in vielen Schulformen -Bedarf eines einheitlchen, hohen Leistungsniveaus
  • Welche Etappen gab es auf dem Weg zur staatlichen Schulaufsicht? -1787 Gründung des Oberschulkollegiums -1808 Gründung der Sektion für den Kultus und den Unterricht als Bestandteil des Innenministeriums -1817 eigenes Ministerium für Kultus und Unterricht
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  • Wann und wozu ist das Abitur eingeführt worden? 1. Abiturreglement 1788 Schüler solllen ordentlich geprüft werden, bevor sie die Universität besuchen.
  • Zweites Abiturreglement 1812 Abitur als Zugangsvorraussetzung für Staatsexamen
  • Was bedeuten die drei Aspekte, die im 19. JH das höhere Schulwesen charakterisierten? -Etablierung eines Berechtigungssystems -Stärkung eines Leistungsgedankens -zunehmende Kontrolle der Qualität schulischer Bildung -unter staatlicher Kontrolle durchgeführte Abschlussprüfung ermöglicht Zugang zu einer Ausbildung in nachfolgender Institution -nicht mehr Stand allein bestimmt Zugangschancen, sondern in Prüfung gezeigte Leistung (Übergang Stände- in Leistungsgesellschaft) -Prozess der Vereinheitlichung und Überprüfung von Bildinhalten
  • Drittes Abiturreglement 1834 Abitur als Voraussetzung für alle universitärenStudiengänge
  • Charakteristika des höheren Schulwesens im 19. JH 1. Etablierung eines Berechtigungssystems 2. Stärkung des Leistungsgedankens 3. zunehmende Kontrolle der Qualität schulischer Bildung 1. Eine unter staatlicher Kontrolle durchgeführte Abschlussprüfung ermöglichtden Zugang zu einer Ausbildung in der nachfolgenden Institution 2. Nicht mehr der Stand allein bestimmt über Zugangschancen, sondern die ineiner Prüfung gezeigten Leistungen (Übergang von der Stände- zurLeistungsgesellschaft) 3. Prozess der Vereinheitlichung und Überprüfung von Bildungsinhalten
  • Wer entwickelte Anfang des 19. JHs einen gymnasialen Lerhplan mit neuhumanistischer Ausrichtung? Wilhelm von Humboldt
  • Was sind die Inhalte der Humboldtschen Bildungsreform? -Abgrenzung von utilitaristischer Pädagogik -im Fokus: allgm. Menschenbildung -Sprache im Mittelpunkt, stark philologisch ausgerichteter Lehrplan
  • Modernisierungstendenzen im höheren Schulwesen -Etablierung zwei weiterer gymnasialer Typen mit dem Recht der Abiturvergabe und voller Studienberechtigung (Allerhöchster Erlass)
  • Ausdifferenzierung gymnasialer Bildung für Jungen 3 Gymnasialtypen ab 1900 neuhumanistisches GymnasiumRealgymnasiumOberrealschule
  • Wie wirkte sich der Industrialisierungsprozess auf den Anteil gymnasialer Anstalten an höheren Schulen aus? Er ist gesunken.
  • Was waren die Ziele des niederen Schulwesens? -Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht  -Alphabetisierung der Bevölkerung -Nationalerziehung -Klage des Militärs über Gesundheitsmängel als Folge der Kinderarbeit
  • Charakteristika einer preußischen Volksschule im 19. JH. -ist i.d.R. einklassig -umfasst zumeist nur eine höchstensdreijährige Schulzeit -und beschäftigte Lehrer, die nicht übereine akademische Ausbildung verfügten
  • Drei Stiehlsche Regulative verschärften Bildungsbegrenzungen im niederen Schulwesen. Was beinhalteten sie? 1. betonten die religiöse Erziehung mit dem Zielder Ausbildung einer christlich-vaterländischenGesinnung im Sinne eines Bündnisses von„Thron undAltar“,2. reduzierten der Bildungsinhalte der Volksschuleauf das angeblich „Wesentliche“ und3. reglementierten die Ausbildungslektüre derangehenden Volksschullehrer
  • Zwei Ebenen der Modernisierung des niederen Schulwesens äußere Modernisierung -kleinere Klassen (mehrklassige Volksschule)-Sicherung der Basisausstattung, Vorgaben zur Größe von Klassenzimmern-Mindestvorgaben für Lehrergehälter innere Modernisierung -40% Mathematik und Naturwissenschaften, technisches Zeichnen-Abbau des Anteils sozialisierender Fächer, Religion mit abgeschwächterBedeutung
  • Was macht das mittlere Schulwesen aus? -Vom Anspruch her zwischen niederer und höherer Bildung angesiedelt-Idee einer praxisorientierten Bildung-Abschluss: Einjährige („wissenschaftliche Befähigung für den Einjährig-Freiwilligen Militärdienst“)
  • Mittleres Schulwesen -zwischen niederer und höherer Bildung -Idee einer praxisorientierten Bildung -Abschluss: Einjährige (wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst)
  • Hilfsschule -als eigenständige Institutin ab 1881 -1911 erstes Gesetz zur Schulfplicht f. Gehörlose u. Taubstumme -> fast zeitgleich Eröffnung erster offizieller Sonderschulen -1960 Gutachten zur Ordnung des Sonderschulwesens: wird zur eigenständigen Schulform zur Föderung von SuS mit Behinderungen -1994 Empfehlungen der KMK sonderppädagogischer Förderung in Schulen der BRD
  • Welche Schulen gingen aus dem Weimarer Schulkompromiss hervor? Simultan-, Konfession- und freie Schulen
  • Was ging noch aus dem Weimarer Schulkompromiss hervor? 1. Strukturfrage  -gemeinsame Volksschulunterstufe für Schulanfänger bis 4. Klasse (historischer Schritt) -anschließend: meisten Kinder in Volksschule für Mittelschule und Gymnasium gab es Eignungsprüfungen (Übergang vom Stände- zum Leistungsprinzip) 2.Konfessionsfrage -3 Volksschultypen  -Simultanschule (Regelfall)  -Bekenntnisschule  -freie Schule
  • Welche strukturellen Umgestaltungen gab es während der NS-Zeit? -weitgehende Übernahme der Struktur der Weimarer Republik aber Elite, Auslese, Selektion -vorrangige Konzentration auf inhaltl. Umgestaltung der übernommenen Strukturen  -Ideologisierung dominierte 
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  • Beispiele für das Prinzip der Auslese im Schulsystem der NS-Zeit -Ergänzung nationalsozialistischer Ausleseschulen  -nationalpolitische Erziehungsanstalten  - Adolf-Hitler-Schulen -Ausleseprinzip zur Durchsetzung eigener Ideologien  -schrittweise Verdrängung jüdischer SuS  -Bildungsbegrenzung richtete sich auch gegen Frauen und Mädchen -Schulstruktur wurde im Verlauf der beginnenden Kriegsvorbereitungmodifiziert
  • Was passierte durch den Krieg mit dem Schulsystem? -ab 1939 dienten viele Schulen hauptsächlich militärisch und konnten nur zeitweise beschränkten Betrieb aufrechterhalten -ab 1941/42 keine geordnete Bildungspolitik mehr  -1945 war das Bildungssystem strukturell kaum vom Weimarer Schulsystem zu unterscheiden, wich jedoch inhaltlich sehr stark ab