25

Führung und Nachhaltigkeit (Fach) / Nachhaltigkeit (Lektion)

Nachhaltigkeit SS 2020

Diese Lektion wurde von kpforce erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Charakteristische Nachhaltigkeitskonzeptionen (5) Erkenntnistheoretischer Skeptizismus Sehr schwache Nachhaltigkeit Schwache Nachhaltigkeit Starke Nachhaltigkeit Kritische Nachhaltigkeit
  • Schwache vs Starke Nachhaltigkeit Schwache Nachhaltigkeit  - Naturkapital und Sachkapital werden als substitutiv betrachtet  - Summe von Naturkapital und Sachkapital im Sinne eines aggregierten Wertes konstant gehalten  - Ursprung: neoklassische Ökonomie Starke Nachhaltigkeit  - Komplementarität: jede einzelne Komponente soll für sich unversehrt bleiben  - Begründung:     - eine intergenerative Gerechtigkeit setzt den Bestand der Kapitalarten voraus, was insbesondere für das Nautkapital gilt, da dieses häufig in einer komplementären Beziehung zum Sachkapital steht     - Das Überleben der Menschheit ist entscheidend von der Erhaltung sensibler Ökosysteme aabhängig 
  • Freier Markt und seine Selbstregulation Eigennutz als wichtiger Motor Freier Markt garantiert die Befiedigung aller Bedüfnisse, Wohlstand und gerechte Verteilung,  denn ein Markt entsteht überall, wo Güter knapp seien, mit der Folge, dass knapp Güter in erster Linie an diejenigen Personen übergehen, die am meisten dafür bezahlten
  • Drei Säulen der Nachhaltigkeit Ökologie Soziales Ökonomie
  • Ökologie: Aspekte ökologischer Nachhaltigkeit 4 Handlungsregeln: Gesunderhaltung ökologischer Systeme, Beachtung der Aufnahmefähigkeit ökologischer Systeme, Ausgewogene Nutzung regenerierbarer Ressourcen, Ausgewogene Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen 3 Grundstrategien: Suffizienz, Effizienz, Konsistenz 4 Grundprinzipien:Verantwortungsprinzip, Kooperationsprinzip, Kreislaufprinzip, Prinzip der Funktionsorientierung 4 Konzepte: Entstofflichung, Energieeffizienzsteigerung, Entflechtung, Entschleunigung +
  • Handlungsregeln bzgl. Verhältnis Wirtschaftssystem <=> Ökosphäre 1. Gesunderhaltung ökologischer Systeme --> Keine Beeinträchtigung der Ökosysteme --> Erhalt der biologischen Vielfalt 2. Beachtung der Aufnahmefähigkeit ökologischer Systeme --> Abfälle und Emissionen dürfen die Assimilationsfähigkeit der Ökosysteme nciht übersteigen 3. Ausgewogene Nutzung regenerierbarer Ressourcen --> Nutzungs- bzw. Abbaurate regenerierbarer Ressourcen darf deren natürliche Regenerationsrate nicht übersteigen 4. Ausgewogene Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen --> Verbraucht nur in dem Maße, wie eine entsprechende Erhähung der (gesamtwirtschaftlichen) Ressourcenproduktivität und/oder eine Substitution durch regenerierbare Ressourcen sichergestellt ist
  • Gemeinsame Prinzipien von Führung & Nachhaltigkeit <-- eher rational                                                    eher ethisch-->  Effektivität?!        Effizienz                    Suffizienz           Konsistenz Suffizienz (Consume and produce less!) genügsame Lebensweise Reduzierung der Bedürfnisse Effizienz (Do more with less!) Realisierung eines gleichbleibenden Nutzenniveaus mit geringeren Umweltschädigungen Konsistenz (Do what is within the limitations of nature!) (wirtschaftliches) Handeln im Einklang mit der Ökosphäre durch Beachtung der Tragfähigkeit der Erde und Stoffkreisläufe, die eine natürliche Abbaufähigkeit des Produkts mit sich bringen 
  • Der Rebound Effekt - Die problematische Seite der Effizienz Rebound beschreibt das Phänomen, dass Einsparungen, die durchEffizienzverbesserungen erzielt wurden, letztlich nicht oder nur teilweiserealisiert werden. Ein Rebound von über 100% wird Backfire genannt. Beispiele:  ▪ Energieökonomie: Einführung der Glühbirne (als Ersatz derKohlefadenlampe)▪ Schnellere Verkehrsverbindungen führen zu längeren zurückgelegtenStrecken▪ Verbrauchsärmere Fahrzeuge führen zu einer Steigerung der Zahlgefahrener Kilometer
  • Ökologie: Grundprinzipien 1. Verantwortungsprinzip Eigenverantwortung der Unternehmen für ökologische Belange,insbesondere dann, wenn die Rahmenbedingungen diese nicht ausreichendsicherstellen, Inter- und intragenerative Gerechtigkeit soll hergestellt werden. 2. Kooperationsprinzip Abgestimmtes Zusammenwirken verschiedener Akteure zur Erreichung vonNachhaltigkeitszielen, z. B. Verwertungsnetzwerke 3. Kreislaufprinzip Schließung von Stoffkreisläufen nach dem Vorbild des natürlichenStoffkreislaufes, d.h. keine Abfälle (Cradle to Cradle) 4. Prinzip der Funktionsorientierung Unternehmen als Anbieter intelligenter Lösungen, nicht als Hersteller vonSachgütern
  • 4E-Konzept Entstofflichung (Materie) Bedürfnisbefriedigung nicht durch Sachleistungen, sondern durch immaterielle Leistungen Energieeffizienzsteigerung (Energieeffizienzsteigerung) Senkung des Energieverbrauchs durch verbesserte energetische Wirkungsgrade Entflechtung (Raum) dezentrale Stoffkreisläufe regionalen Zuschnitts zur Absenkung transportbedingter Umweltschäden Entschleunigung (Zeit) Verlangsamung von Nutzungsmustern; Verlängerung der Produktlebensdauer
  • Anzeige
  • Soziale Dimension der Nachhaltigkeit  - Einkommensverteilung (Verteilungsgerechtigkeit) - Faire Bezahlung der Arbeit - Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen - Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz („Health & Safety - Work Life Balance - Diversity Management - Investitionen in Ausbildung und Personalentwicklung - Partizipation
  • Zur Bedeutung der Einkommensverteilung Veränderungen der Einkommensverteilung und Einkommenszuwächse sindzwei der wichtigsten Themengebiete, mit denen sich Entwickler ökonomischerRichtlinien befassen.
  • Ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit Ökonomische Nachhaltigkeit beschreibt die Maximierung des ökonomischen Ertrags bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der benötigten Eingangsressourcen. Bsp:  Gesunde Struktur der öffentlichen HaushaltePreisniveaustabilitätAusgeglichene WirtschaftsstrukturGleichmäßige Verteilung der ArbeitAngemessener privater VerbrauchMöglichst hoher regionaler SelbstversorgungsgradUmwelt und sozialverträglicher Wachstum
  • Die Diskussion um Wachstum Vorteile:  -  Nachteile:   - Übernutzung von endlichen Ressourcen und Zerstörung von Ökosystemen  - Problemlösungsversprechen nicht erfüllt  - Niedergang von Werten  - Erhöhter Stress und Krankheiten Lösungen:  "Green Growth": gleichzeitige wirtschaftliche Entwicklung und Reduzierung der Umweltbelastung bzw. Ressourcenverbrauch --> Effizienz "Degrowth" dauerhaftes Wachstum ist weder technisch noch politischrealisierbar --> absolute Reduzierung des Materialdurchflusses, Nullwachstumoder Schrumpfung
  • Drei-Säulen-Modell vs. Vorrangmodell der Nachhaltigkeit Drei-Säulen-Modell: Jeder Bereich wird als gleich wichtig und gleichberechtigt angesehen Aussage: Nachhaltigkeit kann nur bei gleichwertiger Rücksichtnahme auf alle drei Bereiche erreicht werden Vorrangmodell der Nachhaltigkeit: Einzelne Bereiche werden in ihrer Beziehung und Abhängikeit zueinander gesehen Keine Wirtschaft ohne eine Gesellschaft und keine Gesellschaft ohne Ökologie.
  • Merkmale des Konzeptes Nachhaltigkeit Ressourcenorientiertnotwendige Nebenbedingung zur ZielerreichungMultidimensionalRäumlichZeitlichMultidisziplinärÖkonomie (mikro--, makro-)ÖkologieSozialesImperativeRational (erweiterte Ökonomie)Ethisch (übergeordnete Moralreflexion)Wissenschaftstheoretisches MerkmalSystemisch/kybernetischNormativAufforderung zu aktiver Gestaltung von Problemlösungsmaßnahmen
  • Herausforderungen der Nachhaltigkeit im Unternehmen 1. Übersintimmung zwischen den Akteuren hinsichtlich der Übereinstimmung zwischen den Akteuren hinsichtlich der Ziele, Wege, Aushandlungs und Einigungsprozesse 2. Fähigkeit der Akteure zum Lernen und Bereitschaft die gewohnten Handlungs und Denkmuster zu ändern 3. Schaffung von politischen und institutionellen Rahmenbedingungen, damitdie Akteure Anreize erhalten, sich den gesetzten Nachhaltigkeitszielenentsprechend zu verhalten
  • Umweltschutzpolitische Instrumentarien 1. Ordnungsrechtliche Instrumente a) Produktbezogene Regelungen b) Prozessbezogene Regelungen 2. Marktwirtschaftliche Instrumente a) Abgaben b) Subventionen c) Zertifikate d) Umwelthaftungsregeln 3. Flankierende Instrumente a) Moralische Beeinflussung und Information b) Kooperation zwischen Staat und Unternehmen
  • Die Rolle der Politik Handlungsunfähigkeit der Politik  - auf globaler Ebene  - auf nationaler Ebene --> Umsetzungsvakuum bzgl. notwendiger Veränderungen  - wachsender Druck von Verbrauchern und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), insbes. auf Markenunternehmen
  • Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (2002) 2017 neu aufgelegt mit dem ziel der Konkretisierung und Umsetzung der 17 Sustaiable Development Goals Kritik:   - Priorität der intergenerativen Gerechtigkeit gegenüber der intragenerativen  - Betrachtung des Wachstums primär als Element der Problemlösung  - Zu optimistische Betrachtung der Effizienzsteigerungspotenziale  - Unzureichende Beschreibung der konkreten Umsetzungsmaßnahmen  - Unzureichende Angaben zu den finanziellen Mitteln
  • Hauptsatz der Wirtschaftsethik Der systematische Ort der Moral in der Wirtschaft ist die Rahmenordnung --> Wunschvorstellung in der heutigen Situation, insbesondere in globaler Perspektive
  • Hauptsatz der Unternehmensethik Die Legitimationsverantwortung fällt bei Defiziten in der Rahmenordnung an dieUnternehmen zurück.
  • Unternehmensverantwortung auf dem Nachhaltigkeitsprinzip Interne Perspektive ökonomische Verantwortung für das Überleben des Unternehmens, Sicherstellung der Interessen der Eigentümer und der Beschäftigten --> Bewertungskriterien: Gewinn, Rendite, Marktanteil, Wachstum Externe Perspektive: Verantortungsübernahme innerhalb der Lieferketten, Kommunen, Gesellschaft als Ganzes für die Folgen des unternehmerischen Handelns --> Bewertungskriterien: Ressourcenverbrauch, Umweltbelastungen, Form und Intensität der Arbeit, Entwicklung des Humankapitals
  • Steuerung der Unternehmensverantwortung Wie? NachhaltigkeitsmanagementOrientierung des unternehmerischen Handelns an bestimmten Kriterien BerichterstattungRechnungslegung über die Nachhaltigkeits Performance Durch wen? Fremdsteuerungdurch den Staat und seine Rahmenbedingungen, durch andere Unternehmen, durch Produkt und FinanzmärkteSelbststeuerungmithilfe der Konzepte und Methoden des unternehmensinternen Nachhaltigkeitsmanagements (Corporate Social Responsibility, Corporate Governance, Compliance)
  • Bereiche und Instrumente im Unternehmen Corporate Citizenship - Spenden - Sponsoring - Employee EngagementCorporate Social Responsibility - Ökologie - Soziales - ÖkonomieCorporate Governance - Unternehmensführung - UnternehmenskontrolleCompliance - Regelüberwachung - Ethisch konformes Verhalten