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RAAP Klinische Psychologie (Fach) / 8 & 9 Angststörungen (Lektion)
Angst, Furcht und Panik
Störungen: Phänomenologie, Epidemiologie und Diagnostik
• Spezifische Phobien
• Soziale Phobie
• Agoraphobie und Panikstörung
• Generalisierte Angststörung
Diagnostik
Ätiologie
Therapie
Diese Lektion wurde von PsychologieSemester6 erstellt.
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- Erkläre die Begriffe "Furcht", "Angst" und "pathologische Angst". Furcht• biologisches Reaktionsmuster auf konkrete Stimuli (z.B. vor einem Bären stehen)• starke autonome Reaktion -> Vorbereitung für Angriff oder Flucht• Lernprozesse Angst• biologisches Reaktionsmuster auf diffuse Stimuli (z.B. in Prüfungssituation)• Auseinandersetzung mit mangelnder Vorhersagbarkeit und Risiko• geringe körperliche Symptome Pathologische Angst• exzessive Furcht/Angst in ohne wirkliche Gefahr• starke körperliche (Angst-)Reaktion ohne Zeil und mangelnde Bewältigungsmöglichkeiten• Erwartungsangst (z.T. Angst vor der Angst) und Vermeidungsverhalten
- Wie werden Angststörungen im ICD-10 und DSM-5 klassifiziert? ICD-10• Phobische Störungen (F40)- Agoraphobie (F40.0)- Soziale Phobien (F40.1)- Spezifische Phobien (F40.2)• andere Angststörungen (F41)- Panikstörung (F41.0)- Generalisierte Angststörung (F41.1)• Zwangsstörungen (F42)• Reaktionen auf schwere Belastungen(F43)- akute Belastungsstörung (F43.0)- PTBS (F43.1)- Anpassungsstörung (F43.2) DSM-5• Angststörungen- Trennungsangst- Selektiver Mutismus- Spezifische Phobie- Soziale Phobie- Panikstörung- Agoraphobie- Generalisierte Angststörung• Zwangsstörungen und verwandte Störungen• Trauma- und Stressbezogene Störungen- reaktive Bindungsstörung- PTBS- akute Belastungsstörung- Anpassungsstörung
- Was gibt es zur Epidemiologie der Angststörungen zu sagen? (Prävalenz) https://drive.google.com/open?id=19rKxCgwecZWnsVWKctwxwTA0hmnKo4y2
- Was sind die Symptome einer Panikattacke (nach dem ICD-10)? Vegetative Symptome• Palpitationen (Herzrasen), Herzklopfen oder erhöhte Herzfrequenz• Schweißausbrüche• fein- oder grobschlägiger Tremor• Mundtrockenheit Symptome, die Thorax und Abdomen betreffen• Atembeschwerden• Beklemmungsgefühl• Thoraxschmerzen und -missempfindungen (Brust)• Nausea oder abdominelle Missempfindungen (Übelkeitund Magen-Darm-Beschwerden) Psychische Symptome• Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit• Derealisation (Gefühl von Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich von der eigenen Person losgelöst fühlen)• Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden oder auszuflippen• Angst zu sterben Allgemeine Symptome• Hitzewallungen oder Kälteschauer• Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle
- In Kombination mit welchen Syndromen treten Panikattacken auf? Was für Typen gibt es? Was sind die Merkmale? ... sind kein eigenständiges Syndrom, sondern treten auf bei• Panikstörung• Agoraphobie (mit Panikstörung), spezifischer und sozialer Phobie• Zwangsstörung, Generalisierte Angststörung, Posttraumatische Belastungsstörung• u.U. Psychosen und Depression Typen:• unerwartete (nicht ausgelöste) Panikattacken• situationsgebundene (ausgelöste) Panikattacken• situationsbegünstigte Panikattacken Merkmale:• zeitlich umgrenzten Episoden (Dauer ca. 30 min) von intensiver, akuter Angst,• mindestens 4 Symptome• erreichen innerhalb von 10 Minuten einen Gipfel
- Was sind nach DSM-5 Symptome einer spezifischen Phobie? A. Ausgeprägte Furcht oder Angst vor einem spezifischen Objekt oder einer spezifischen Situation (z.B. Fliegen, Höhen, Tiere, eine Spritze bekommen, Blut sehen).B. Das phobische Objekt oder die phobische Situation ruft fast immer eine unmittelbare Furcht oder Angstreaktion hervor.C. Das phobische Objekt oder die phobische Situation wird aktiv vermieden bzw. nur unter starker Furcht oder Angst ertragen.D. Die Furcht oder Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen Gefahr durch das spezifische Objekt oder die spezifische Situation hinaus und ist im soziokulturellen Kontext unverhältnismäßig.E. Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist anhaltend, typischerweise über 6 Monate oder länger.F. Die Furcht, Angst oder Vermeidung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.G. Das Störungsbild kann nicht besser durch die Symptome einer anderen psychischen Störung erklärt werden. (Agoraphobie: Situationen, Zwangsstörung bei Zwangsinhalten, PTBS bei Trauma, Trennungsangst bei Trennungssituationen, Soziale Angststörung bei sozialen Situationen)
- Was sind die Symptome einer spezifischen Phobie (nach ICD-10)? A.entweder:• deutliche Furcht vor einem bestimmten Objekt oder Situation• deutliche Vermeidung solcher Objekte und SituationenBsp.: Tiere, Vögel, Insekten, Höhen, Donner, Flugreisen, keine geschlossene Räume, Anblick von Blut oder Verletzung, Injektionen, Zahnarzt- oder Krankenhausbesuche B.Angstsymptome in den gefürchteten Situationen (mind. 2)Herzklopfen, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Thoraxbeschwerden, Übelkeit, Schwindelgefühl, Unwirklichkeitserleben, Angst vor Kontrollverlust, Angst zu sterben, Hitze-/Kältewallungen, Gefühllosigkeit/Kribbeln C.deutliche emotionale Belastung durch die Symptome oder Vermeidungsverhalten; & Einsicht D.Symptome sind auf die gefürchtete Situation oder auf Gedanken an diese beschränkt. Ausschluss: Soziale Phobie & Agoraphobie
- Was sind häufige Untergruppen spezifischer Störungen? - Tier-Typus: Spinnen, Schlangen, Hunde, Insekten, .. - Umwelt-Typus: Sturm, Wasser, Höhe, ... - Situativer Typus: Tunnel, Flugzeuge, Fahrstuhl, enge geschlossene Räume, ... - Blut-Spritzen-Verletzungstypus: Injektionsnadeln, invasive medizinische Verfahren - Anderer Typus: z.B. Angst vor Ersticken, Erbrechen, Verschlucken, ...
- Wie sieht die Epidemiologie der spezifischen Phobie aus? (Prävalenz, Verlauf) Prävalenz • Lebenszeitprävalenz: 5 - 12 %• häufigste Formen: Tier-, Höhen-, Flug-, Blut-Phobien• Frauen deutlich häufiger betroffen 2:1 bis 4:1• Behandlungsprävalenz sehr viel geringer (max. 10 % der Betroffenen, wenn in Relation zu Lebenszeitprävalenz geschätzt)• Blut-Spritzen-Verletzungstypus: familiäre Häufung• Alter bei Beginn:- oft in Kindheit (im Mittel: 10 J.) und früher Jugend (Tierphobien amfrühesten)- situationale Phobien: Kindheit bis Anfang 20 J. Verlauf• Komorbidität: mind. 42% haben weitere Angststörung• Remission: bei alleinigem vorliegen Phobie 60%; bei 2-3 weiteren Ängsten nur30% Remission (Wittchen & Hoyer, 2011)
- Grenze die Schüchternheit von einer sozialen Phobie ab. Schüchternheit - bezieht sich mehr auf die Person: scheu, ruhig, gehemmt- kaum Beeinträchtigung- vermindert bei Gewöhnung oder vertrauten Personen Soziale Phobie - mehr auf soziale Situationen bezogen: Vermeidung, Sicherheitsverhalten- Beeinträchtigung- keine Gewöhnung an soziale Situationen
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- Beschreibe, wie sich eine soziale Angsstörung psychisch und körperlich auf Betroffene auswirkt. Was sind typische Auslöser? Symptomenegative Gedanken (Kognitionen) und starke Angst• „ich darf nicht stottern (einen Fehler machen), sonst halten die anderen mich für dumm“• „niemand mag mich“, „ich bin unfähig“, … körperliche Reaktionen: Erröten, Schwitzen, Zittern, aber auch Herzklopfen,Atembeschwerden, Harn- und Stuhldrang nonverbales und verbales motorisches Verhalten: Vermeidungsverhalten, Sicherheitsverhaltensweisen und konkretes Verhalten in sozialen Situationen („soziale Performanz“)• Auswendiglernen eines antizipierten Gesprächsbeitrags• Tragen bestimmter Kleidung, um Schweißflecken oder Rotwerden zu verbergen• Auswahl eines versteckten Platzes im Restaurant• Alkohol trinken, um locker zu werden• Hände in die Hosentaschen, um nicht zu zittern Situationen/ Auslöser• öffentliches Sprechen• Prüfungen, Beurteilungen, Kritik• informelles Reden, z.B. Party• Essen/Trinken in der Öffentlichkeit
- Was sind Symptome einer sozialen Angststörung (sozialen Phobie) nach dem DSM 5? A. Ausgeprägte Furcht oder Angst vor einer oder mehreren sozialen Situationen, in denen die Person von anderen Personenbeurteilt werden könnte. B. Betroffene befürchten, dass sie sich in einer Weise verhalten könnten oder Symptome der Angst offenbaren, die von anderen negativ bewertet werden (d.h. die beschämend oder peinlich sind, zu Zurückweisung führen oder andere Personen kränken) C. Die sozialen Situationen rufen fast immer eine Furcht- oder Angstreaktion hervor D. Die sozialen Situationen werden vermieden oder unter intensiver Furcht oder Angst ertragen E. Die Furcht oder Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen Bedrohung durch die soziale Situation hinaus und ist imsoziokulturellen Kontext unverhältnismäßig F. Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist andauernd; typischerweise über 6 Monate oderlänger G. … klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen H. Ausschluss: Substanzwirkung oder eines medizinischen Krankheitsfaktors I. Ausschluss: andere psychische Störung z.B. Panikstörung, Körperdysmorphe Störung oder Autismus-Spektrum-Störung J. Falls ein medizinischer Krankheitsfaktor (z.B. Morbus Parkinson, Adipositas, eine Entstellung durch Verbrennung oder Verletzung) vorliegt, so steht die Furcht, Angst oder Vermeidung nicht damit im Zusammenhang oder geht deutlich darüber hinaus bestimme: „Nur In Leistungssituationen“
- Was sind nach dem ICD-10 Symptome einer sozialen Phobie? A. entweder:1. deutliche Furcht im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, oder sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten2. deutliche Vermeidung der Situationen Bsp.: Essen oder Sprechen in der Öffentlichkeit, Begegnung von Bekannten in der Öffentlichkeit, Hinzukommen oder Teilnahme an kleinen Gruppen (Partys, Konferenzen, Seminare) B. Angstsymptome in den gefürchteten Situationen und mind. 1 Symptom:1. Erröten oder Zittern2. Angst zu erbrechen3. Miktions- oder Defäkationsdrang bzw. Angst davor C. deutliche emotionale Belastung durch die Symptome oder das Vermeidungsverhalten; & Einsicht D. Symptome beschränken sich auf die gefürchtete Situation oder auf Gedanken an diese E. Ausschluss: Wahn, Halluzinationen oder andere psychotische Störung
- Wie sieht die Epidemiologie einer sozialen Angststörung aus? Lebenszeitprävalenz:- Schüchternheit/Scheu: 40%- Soziale Ängste: 23% Sozialen Phobie:- Lebenszeit ca. 7%- 12-Monate ca. 2-4%- Geschlechterverhältnis: Frauen sind etwas häufiger betroffen (1.5 – 2fach) Verlauf:- häufig chronischer Verlauf- Beginn in Pubertät/ Adoleszenz (M = 15 Jahre)- Durchschnittsalter bei Behandlungsbeginn: ca. 30 Jahre- Komorbidität: Angststörungen, affektive Störungen und Abhängigkeitserkrankungen- Suizidversuche bei generalisierter sozialer Phobie: 22%
- In was für Situationen tritt üblicherweise eine Agoraphobie auf? Was sind in diesen Situationen typische Ängste und welche Arten von Sicherheitsverhalten werden von Betroffenen ausgeübt? typische Situationen: Kaufhäuser, Kinos, ÖffentlicheVerkehrsmittel, Menschenmengen, engegeschlossene Räume, Autofahren, Brücken 1. Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel (z.B. Autos, Busse, Züge, Schiffe, Flugzeuge)2. Auf offenen Plätzen sein (z.B. Parkplätze, Marktplätze, Brücken)3. In geschlossenen öffentlichen Räumen sein (z.B. Geschäfte, Theater, Kino)4. Schlange stehen oder in einer Menschenmenge sein5. Allein außer Haus sein typische Angst:• Situation nicht verlassen können• keine Hilfe verfügbar• Peinlichkeit Sicherheitsverhalten:• Begleitung,• Nummer des Arztes,• Medikamente,• Handy,• Wasserflasche,• sich neben den Ausgang setzen etc.
- Was sind Symptome einer Agoraphobie nach dem DSM-5? A. Ausgeprägte Furcht oder Angst vor zwei (oder mehr) der folgenden fünf Situationen: öffentlicher Verkehrsmittel, auf Plätzen sein, in geschlossenen öffentlichen Räumen sein, Schlange stehen oder in einer Menschenmenge sein, allein außer Haus sein B. Diese Situationen werden gefürchtet oder vermieden, weil eine Flucht schwierig sein könnte, oder weil im Falle panikartiger Symptome oder anderer stark beeinträchtigender oder peinlicher Symptome (z.B . Furcht vor dem Fallen; Furcht vor Inkontinenz) Hilfe nicht erreichbar sein könnte. C. Die agoraphobischen Situationen rufen fast immer eine Furcht- oder Angstreaktion hervor D. Die agoraphobischen Situationen werden aktiv vermieden, können nur in Begleitung aufgesucht werden oder werden unter intensiver Furcht oder Angst durchgestanden E. Die Furcht oder Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen Gefahr durch die agoraphobischen Situationen hinaus und ist im soziokulturellen Kontext unverhältnismäßig F. Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist andauernd, typischerweise über 6 Monate oder länger G. Die Furcht, Angst oder Vermeidung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen H. Falls ein anderer medizinischer Krankheitsfaktor vorliegt (z.B.Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Morbus Parkinson), so ist die Furcht, Angst oder Vermeidung deutlich ausgeprägter, als dies normalerweise bei diesem medizinischen Krankheitsfaktor zu erwarten wäre I. Die Furcht, Angst oder Vermeidung kann nicht besser durch die Symptome einer anderen psychischen Störung erklärt werden (Spezifische Phobie, Soziale Phobie, Zwangststörung, PTSD, Trennungsangst)
- Was sind nach dem ICD-10 Symptome einer Agoraphobie? A. deutliche Furcht vor oder Vermeidung von mind. 2 Situationen• Menschenmengen• öffentliche Plätze• alleine Reisen• Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause B. mind. 2 Symptome einer Panikattacke in den gefürchteten Situationen (mind. 1 vegetatives Symptom) C. deutliche emotionale Belastung durch die Symptome oder Vermeidungsverhalten; & Einsicht D. Symptome sind auf die gefürchtete Situation oder auf Gedanken an diese beschränkt. E. Ausschluss: A-Kriterium ist nicht durch Wahn oder Halluzinationen bedingt. F40.00 Agoraphobie ohne PanikstörungF40.01 Agoraphobie mit Panikstörung
- Was sind nach dem DSM-5 Symptome einer Panikstörung? A. Wiederholte unerwartete Panikattacken. Eine Panikattacke ist eine plötzliche Anflutung intensiver Angst oder intensiven Unbehagens, die innerhalb von Minuten einen Höhepunkt erreicht, wobei in dieser Zeit vier (oder mehr) der folgenden Symptomeauftreten:1. Palpitationen, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag 2. Schwitzen 3.Zittern oder Beben 4. Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot 5. Erstickungsgefühle 6. Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust 7. Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden 8. Schwindelgefühle, Unsicherheit, Benommenheit oder Gefühl, der Ohnmacht nahe sein 9. Kälteschauer oder Hitzegefühle 10. Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle) 11. Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich von der eigenen Person losgelöst fühlen) 12. Angst die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt zu werden“ 13. Angst zu sterben B. Bei mindestens einer der Attacken folgte ein Monat (oder länger) mit mindestens einem der nachfolgenden Symptome:1. Anhaltende Besorgnis oder Sorgen über das Auftreten weiterer Panikattacken oder ihre Konsequenzen (z.B. die Kontrolle zu verlieren, einen Herzinfarkt zu erleiden, „verrückt“ zu werden).2 . Eine deutlich fehlangepasste Verhaltensänderung infolge der Attacken (z.B. Vermeidung) C. Das Störungsbild ist nicht Folge der physiologischen Wirkung einer Substanz (z.B. Substanz mit Missbrauchspotenzial, medikamentöse Wirkstoffe) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors (z.B. Hyperthyreose, kardiopulmonale Erkrankungen) D. Das Störungsbild kann nicht besser durch eine andere psychische Störung erklärt werden (z.B. spezifische Phobie, soziale Angststörung, PTBS, …)
- Was sind nach dem ICD-10 Symptome einer Panikstörung (F41.0)? A. wiederholte Panikattacken, die nicht auf eine Situation oder Objekt bezogen sind und oft spontan auftreten (d.h. Attacken sind nicht vorhersagbar). B. Panikattacke hat alle folgenden Charakteristika:− einzelne Episode intensiver Angst oder Unbehagen− beginnt abrupt− erreicht innerhalb weniger Minuten ihr Maximum und dauert einige Minuten− mind. 4 Symptome einer Panikattacke (mind. 1 vegetatives Symptom) C. Ausschluss: PA sind folge einer körperlichen Störung, organischen psychischen Störung (F0), Schizophrenie (F2), affektiven Störung (F3) oder somatoformen Störung (F45). F41.00 mittelgradige Panikstörung (mind. 4 PA in 4 Wochen)F41.01 schwere Panikstörung (mind. 4 PA pro Woche über 4 Wochen)
- Was versteht man unter Hyperventilation? Was passiert, wenn man hyperventiliert? HyperventilationSteigerung der Atemfrequenz respiratorischer Alkalose:• Anstieg des ph-Wertes im Blut, zu vielCO2 abgeatmet Symptome:• Kribbeln in Extremitäten• Angst• Muskelspasmen, die sich in Karpfenmund, Lidkrämpfen und Karpopedalspasmen (Pfötchenstellung) äußern
- Wie sieht die Epidemiologie von Panikstörung & Agoraphobie aus? Lebenszeitprävalenz:• Panikstörung: 3-4 % (12-Monats-Prävalenz: 2,3%)• Agoraphobie: 5 % (12-Monats-Prävalenz: 2%)• einzelne Panikanfälle: 9% Geschlechterverhältnis: Frauen: Männer• Agoraphobie: 2-3:1• Panikstörung: 2:1• Frauen: früherer Beginn (< 30 Lj.),Männer: zweigipflige Ersterkrankungskurve (< 30 Lj.; > 40 Lj.) Komorbidität bei Panikstörung• Querschnitt: 51-60% (lifetime 80- 90%)• Angststörungen, affektive Störungen, Substanzabhängigkeit, Persönlichkeitsstörungen Verlauf• häufig beginnt die Störung erst im Erwachsenenalter,• verläuft aber chronisch, Spontanremissionen sind eher selten (14% innerhalb von 7 Jahren)
- Was gibt es für Haupttypen der Sorgen? Grenze diese voneinander ab. Typ I Sorgen: Bsp. Schaff ich das mit der Arbeit? ... Das ist so wenig Zeit. ... Das wird nicht ordentlich. ... Das wird der Geschäftsführung nicht gefallen. Typ II Sorgen: Bsp. Wenn ich mir keine Sorgen mache, werde ich vielleicht böse überrascht. Vor lauter Sorgen kann ich nicht mehr schlafen, finde keine Ruhe mehr, bin nicht mehr leistungsfähig, werde meinen Job verlieren. Sich so viele Sorgen zu machen ist nicht mehr normal.
- Beschreibe die Generalisierte Angststörung. • zentrales Merkmal: häufige und andauernde Sorgen bzw. chronische Besorgnis• Sorgen- kognitives, von negativen Gefühlen begleitetes Phänomen,- beziehen sich auf gegenwärtige und zukünftige ungewisse Ereignisse und mögliche Gefahren• Sorgenbereiche: Arbeit, Familie/soziale Beziehungen, Finanzen, Gesundheit, UnfälleKinder: Sorgen über Kompetenz und Qualität der Leistungen• Kontrollverlust: Gefühl der Überwältigung von den Inhalten und dem Ausmaß der Sorgen (nicht mehr abschalten oder sich ablenken können)• Verbunden mit der Sorge treten körperliche Symptome auf (z.B. Ruhelosigkeit)• Vermeidungsverhalten ist kein diagnostisches Kriterium, tritt aber häufig auf:z.B. Vermeidung von potentiell bedrohlichen Gedanken und Situationen & Rückversicherungen
- Was sind die Symptome einer Generalisierten Angststörung (GAS) nach DSM-5? A. Übermäßige Angst und Sorge (furchtsame Erwartung) bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oder Schulleistungen), die während mindestens 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten B. Die Person hat Schwierigkeiten, die Sorgen zu kontrollieren C. Die Angst und Sorge sind mit drei oder mehr der folgenden sechs Symptome verbunden (wobei mindestens einigeder Symptome in den vergangenen 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage Vorlagen):1. Ruhelosigkeit oder ständiges „auf-dem-Sprung-sein“2. Leichte Ermüdbarkeit3. Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf4. Reizbarkeit5. Muskelspannung6. Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten oder unruhiger, nicht-erholsamer Schlaf) D. … klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigenFunktionsbereichen E. Ausschluss: Substanzwirkung oder eines medizinischen Krankheitsfaktors F. Ausschluss: andere psychische Störung
- Was sind die Symptome einer Generalisierten Angststörung nach ICD-10? A. Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen in Bezug auf alltägliche Ereignisse, mind. 6 Monate B. mind. 4 Symptome (1 vegetatives): (siehe Folie 7)− Vegetative Symptome− Symptome, die Thorax und Abdomen betreffen− Psychische Symptome− Allgemeines Symptome− Symptome der Anspannung:‣ Muskelverspannung, akute und chronische Schmerzen‣ Ruhelosigkeit und Unfähigkeit zur Entspannung‣ Gefühle von Aufgedrehtsein, Nervosität und physiologischer Anspannung‣ Kloßgefühl im Hals oder Schluckbeschwerden− andere unspeziefische Symptome: z.B. übertriebene Schreckreaktion C. Ausschluss: organische Ursache, psychotische Störung, affektive Störung, somatoforme Störung
- Wie sieht die Epidemiologie der Generalisierten Angststörung aus? Lebenszeitprävalenz: ca. 3-5%, 12-Monatsprävalenz: 2-4%wenig Inanspruchnahme, häufig in Allgemeinarztpraxen Geschlechterverteilung: häufiger bei Frauen (2:1) Risikofaktoren: unverheiratet, geringer sozioökonomischer Status, hohes Lebensalter Verlauf:• Beginn: mittleres Erwachsenenalter (35-45J.)• meist chronischer Verlauf, z.T. ausgeprägt psychosoziale Einschränkungen hohe Komorbiditätsraten (45-98%): affektive Störungen, Angststörungen
- Was für Faktoren sind für die Diagnostik von Angststörungen und die Wahl einer Behandlungsstrategie wichtig? Warum? zentrale Befürchtung (Differentialdiagnostik)• Panik: körperliche oder geistige Katastrophen• Agoraphobie: keine Hilfe, Peinlichkeit der Symptome• Soziale Phobie: andere Menschen, Peinlichkeit, Blamage• Spezifische Phobie: Gefahren, die vom Objekt ausgehen• Generalisierte Angststörung: Sorge über Gefahren und über Sorgen• Zwangsstörung: schwere Erkrankung, großes Unglück• PTBS: Konfrontation mit den eigenen Erinnerungen/Auslösern Komorbidität -> Behandlungsstrategie Somatische Differentialdiagnose• Medikamente: Anxiolytika, Antidepressiva, Betarezeptorblocker• medizinische Untersuchung: Hyperthyreose, Herzerkrankungen, Hypoglykämie Problemanalyse• auslösende Situationen, Vermeidungsverhalten, eigene Bewältigungsstrategien Symptomtagebücher (Erfassung des tatsächlichen subjektiven Erlebens)
- Nenne unterschiedliche Interviewverfahren (strukturiert/standardisiert), die zur Diagnostik von Angsstörungen genutzt werden können. Strukturierte oder Standardisierte Interviews• SKID: Gibt es noch irgendwelche anderen Dinge, vor denen Sie sich besonders fürchten, wie z.B. Fliegen, Blut zu sehen, eine Spritze zu bekommen, Höhen, geschlossene Räume oder bestimmte Tiere oder Insekten? • CIDI: Hatten Sie schon einmal eine starke Angst davor etwas in der Gegenwart anderer Menschen zu tun oder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer zu stehen? • DIPS: Kommt es zurzeit vor, dass Sie ganz plötzlich einen Ansturm intensiver Angst, Furcht oder das Gefühl intensiven Unbefangen spüren?Gibt es Situationen wie zum Beispiel Kaufhäuser, Schlangestehen, Autofahren, Menschenmengen oder enge geschlossene Räume, in denen Sie Angst haben oder die sie vermeiden? Waren Sie in den letzten 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage sehr besorgt und ängstlich bezüglich verschiedener Dinge oder Alltagsangelegenheiten?
- Was gibt es für Fragebögen zur Erfassung von Angststörungen? Spezifische Phobie• Fragebogen zur Angst vor Spinnen (FAS, Rinck 2002)• Angsterwartungsfragebogen bei Flugreisen (AES, Mühlberger et al. 1996) Soziale Angststörungen• Liebowitz Social Anxiety Scale (LSAS; Stangier & Heidenreich, 2004)• Social Phobia Scale & Social Interaction Anxiety Scale (SPS und SIAS; Stangier, Heidenreich; Berardi, Golbs & Hoyer, 1999)• Fragebogen zu sozialphobischem Verhalten (SPV; Stangier et al., 1996)• Skala Angst vor negativer Bewertung (SANB; Vormbrock & Neuser, 1983) Agoraphobie und Panikstörung• Panik- und Agoraphobie-Skala (Bandelow, 1995, Fremd- und Selbstbeurteilungsversionen)• Fragebogen zu körperbezogenen Ängsten, Kognitionen und Vermeidung (Ehlers & Margraf, 2001), 3 Teile:- Angst vor körperlichen Symptomen (Body Sensations Questionnaire, BSQ)- Angstbezogene Kognitionen (Agoraphobic Cognitions Questionnaire, ACQ)- Phobisches Vermeidungsverhalten (Mobility Inventory, MI) Generalisierte Angststörung• Anxiety Screening Questionnaire (ASQ; Wittchen & Boyer, 1998)• Penn State Worry Questionnaire (PSWQ; Meyer et al., 1990).
- Beschreibe die 2-Faktoren-Theorie nach Mowrer. 2-Faktoren-Theorie (Mowrer, 1947, 1960): Schritt 1: Klassische Konditionierung• Assoziation eines traumatischen Ereignisses (US) und eines neutralen Reizes oder einer Situation (CS) sowie folgende Schreck/Schmerz-Reaktion (UR).• Nach einer oder mehreren CS-US Paarungen löst CS die Angstreaktion CR aus Schritt 2: Vermeidungslernen (Operante Konditionierung):• Verlassen der CS-Situation (Flucht) oder antizipierendes Vermeiden verhindern oder reduzieren die CR (d.h. senken die tatsächliche oder antizipierte Angst) und verstärken damit das Vermeidungsverhalten.• Dieses Vermeiden verhindert die Löschung der CS-CRAssoziation
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- Was wurde an der Konditionierungshypothese (wie Bsp. in Mowrers 2-Faktoren-Theorie) kritiziert? Kritik an der Konditionierungshyptothese• Angstkonditionierung gelingt experimentell selten• häufig kein Konditionierungsereignis nachweisbar• Verletzung des Äquipotentialitätsprinzips
- Erkläre die Preparedness-Theorie. Preparedness-Theorie• Seligman: evolutionär „vorbereitete“ Reize werden leichter zu Angstauslösern (evolutionär sinnvoll und „vorbereitet“)• Öhmann: Konditionierte Furchtreaktionen (autonome Hautreaktionen) beim Menschen waren bei bestimmten phobischen Objekten (Schlangen, Insekten, etc. ) löschungsresistenter• moderne Gefahrenreize (z.B. Schusswaffen) sind als Angstauslöser nicht löschungsresistent
- Beschreibe die Lerntheorie zur Angst von Mineka. Mineka:• Affen lernen erst durch Beobachtung Angst vor Schlangen• Beobachtungslernen von Furcht bei jungen Affen gelingt besser mit bestimmten Auslösern (Schlangen)• Interaktionseffekt: weder preparedness noch Modelllernen erklären für sich allein die Entstehung von Schlangenangst; nur Interaktion beider Faktoren führt zu Aktivierung bleibender Lernprozesse
- Beschreibe das Thee-Pathway Modell (nach Rachmann). Aus welchen anderen Lerntheorien zur Angstentwicklung wurden Elemente übernommen? Three-Pathway Modell (Rachmann)• klassische & operante Konditionierung• Imitations- & Modelllernen• Instruktionslernen (z.B. Ängste oder Warnungen der Eltern)
- Was wurde zu Rachmanns Three-Pathway Modell noch ergänzt? Ergänzung (Poulton & Menzies, 2002): Nicht-assoziatives Model• gelernte (z.B. Zahnarztphobie) vs evolutionär erworbene, nicht-assoziative Ängste (z.B. Höhe, Wasser)• angeborene Ängste werden im Entwicklungsverlauf verlernt (durch Erfahrung und Habituation)• nicht-assoziative Phobien: mangelnde Erfahrung in der Bewältigung potentieller Angstauslöser (d.h. angeborene Furchtdisposition wird nicht überwunden) oder mangelnde Habituation (Stressreaktivität) • leichtere Angstkonditionierung und schwerere Löschung bei Anststörungen(Craske et al. 2009, Michael et al. 2007)
- Was sind Interozeptive Konditionierungsmodelle zur Erklärung von Panikattacken? Was weisen sie für Probleme auf? Interozeptive Konditionierungsmodelle:• während der ersten Panikattacke wird interozeptive Angst konditioniert• körperliche Empfindungen (CS, z.B. Herzklopfen, Schwitzen) werden mit der Panikattacke assoziiert und werden mitAngst verknüpft -> werden zum Signal für weitere Attacken• Vermeidung des CS führt zum Ausbleiben der Angst• erklärt antizipatorische Angst und agoraphobische Angst, sowie das auftreten von (unerwarteten) Panikattacken Problem:nicht alle Personen, die Panikattacken haben entwickeln eine Panikstörungnicht immer treten Panikattacken nach einem CS auf
- Was lässt sich zu genetischen Faktoren bei der Ätiologie von Angststörungen sagen? Familiäre Aggregation• 3-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko für Angehörige von Betroffenen mit Panikstörung, Generalisierte Angststörung und Phobien• 17-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko für Angehörige von Betroffenen mit Panikstörung mit einem Beginn vor dem 20 Lebensjahr Erblichkeitsschätzung in Zwillingsstudien• 30% für Generalisierte Angststörung und einfach Phobien• 49% für Panikstörung• 51% für Soziale Phobie• 59% für Phobien des Blut-Spitzen-Verletzungstypus• 61% für Agoraphobie Biochemische Veränderungen• Serotonin, Noradrenalin, GABA, Glutamat
- Welche Gehirnstrukturen sind bei Angststörungen besonders aktiv? Amygdala (emotionale Signifikanz) medialer präfrontaler Kortex (Regulation der Amygdala, Angstlöschung, Emotionsregulation)
- Fasse die neurowissenschaftlichen Befunde zur Ätiologie von Angststörungen zusammen. Symptomprovokation Hyperaktivierung der Amygdala aufphobierelevante Reize v.a. Bilder(Straube et al. 2006, Biol Psychiatry) Konditionierung Personen mit Angststörungen (im Vergleich zuGesunden) zeigen reduzierte Aktivierung in sgACCund vmPFC bei der Betrachtung bedrohlicher Bilder(Britton et al. 2013) Amygdala erhält Input• direkt aus Thalamus (schnell und ungenau) ermöglichen schnelle Reaktion• indirekt über den visuellen Kortex (langsamer und genauer) ermöglichen Verarbeitung von Kontexte und differentielles Lernen (CS+ vs. CS-) Amygdala vermittelt autonome Reaktion (Herzschlag, Blutdruck, muskuläre Effekte) bei der Furchtkonditionierung und Schreckreaktion Preparedness:Neurone im Pulvinar (Kerngebiet des Thalamus) zeigen gesteigerte Feuerrate für Schlangenbilder bei Affen (Van Le et al. 2013, PNAS) bzw. Aktivität in Schlangenphobikern (Almeida et al. 2015)Erhöhte Anzahl an Pulvinar Neurone in Personen mit geringerer Aktivität des Serotonintransporters (s-Allel, Young et al. 2007) weitere Regionen:Hippocampus,dorsal anterior cingulate cortex (dACC),rostral anterior cingulate cortex (rACC)Insular cortex, ventromedial prefrontal cortex (vmPFC)
- Welche psychologischen Faktoren spielen in der Ätiologie von Angststörungen eine Rolle? Behavioral Inhibition (Verhaltenshemmung, Kakan, Reznick & Snidman, 1988)• erbliches Temperamentsmerkmal (+ Modelllernen)• Verhaltenstendenz in neuen Situationen mit anfänglicher Zurückhaltung und Hemmung sowie verstärkter physiologischer Aktivierung zu reagieren• stärker ausgeprägt in Kindern von Personen mit Panikstörung und Agoraphobie• Verhaltenshemmung erhöht Vulnerabilität für Angststörungen (45 % Angststörung im Alter von 7 Jahren bei Kinder mit Verhaltenshemmung im Alter von 14 Monaten vs. 15 % ohne Verhaltenshemmung, Kagan & Snidman, 1999) Angstsensitivität (Reiss & McNally, 1985)• Trait-Merkmal beeinflusst durch genetische Faktoren und Lernerfahrung• Überzeugung, dass Angst und die damit assoziierten Symptome (v.a. körperliche) zu schädigenden körperlichen, psychischen oder sozialen Konsequenzen führen (Angst vor der Angst)• erhöhte Ausprägungen von Angstsensitivität in Angststörungen und als Risikofaktor (längsschnittliche Stunden) (v.a. Panikstörung)• aber auch Risiko für Depression und Störung durch Substanzkonsum• verwandte Konzepte: negativer Affekt bzw. Neurotizismus
- Welche kognitiven Faktoren spielen für die Ätiologie von Angststörungen eine Rolle? Bedrohungsgefühl• erhöhte Aufmerksamkeit für Gefahren und potentielle Angstauslöser Anhaltend negative Zukunftserwartung• Betroffene geben an, das Schlimmste zu erwarten• verzerrte Verarbeitung bzw. Bewertung der Situation bzw. der Konsequenz- Panikstörung: zu sterben wenn man Herzkopfen bekommt- Soziale Angst: Erniedrigung bei erröten in Anwesenheit von anderen Geringe Kontrollüberzeugung• Überzeugung die Umgebung nur geringfügig beeinflussen zu können• negative Kindheitserlebnisse (Trauma, Missbrauch)• Unterschätzung der eigenen Leistungen bzw. Bewältigungskompetenzen -> inadäquate Problemlösung (z.B. Vermeidungsverhalten, Sicherheitsverhalten)
- Erkläre den Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung von Angststörungen allgemein & spezifisch für die soziale und die generalisierte Angststörung. Psychoedukation über Angst: körperliche Reaktion, Angstsensitivität• 2-Faktorentheorie: Klassische und operante Konditionierung- Aufrechterhaltung der Angst durch negative Verstärkung für das Vermeidungsverhalten- Rational für die Konfrontation• Vulnerabilitäts-Stress-Modell Soziale Angststörung• Verlagerung des Aufmerksamkeitsfokus und Beobachtung• graduierte in-vivo-Konfrontation nur für bestimmte Situationen sinnvoll, z.B. Sprechen, etwas vorlesen, Vorträge• Verhaltensexperimente zur Überprüfung von Annahmen, z.B. in der VL eine Frage stellen, um zu prüfen, ob die anderen mich auslachen• Training sozialer Fertigkeiten & Selbstsicherheitstraining (z.B. Ullrich & Ullrich-de Muynck oder Pfingsten & Hinsch)• Veränderung dsyfunktionaler Kognitionen Generalisierte Angststörung- Sorgenexposition: „zu-ende-denken“ (Becker & Margraf, 2007)- Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten- Angewandte Entspannung (Öst, 1987): Progressive Muskelrelaxation- Bearbeitung ungünstiger Einstellungen (z.B. mangelnde Unsicherheitstoleranz, Katastrophisieren, Realitätscheck)- Akzeptanz von emotionalen und kognitiven Symptomen
- Beschreibe das Teufelskreismodell (Clark, 1986) als Störungsmodell der Panikstörung. https://drive.google.com/open?id=1yljmG8bkqXmu-NOFnoBvLXhW5wyrstFy
- Erkläre das Störungsmodell der sozialen Phobie (Clark & Wells, 1995). https://drive.google.com/open?id=144P24opib1L2hI4BSA1W0g_jUhY-jx94
- Erkläre das Störungsmodell der generalisierten Angststörung. https://drive.google.com/open?id=1ZCoPsnjnbPmekO7BfsGsNGKDe0szjGeU
- Beschreibe den Ablauf einer Expositionstherapie. Welche Phobie stellt einen Ausnahmefall dar? Wie Effektiv ist die Expositionstherapie? Psychoedukation: - Teufelskreis der negativen Verstärkung, erwarteter Angstverlauf & (Habituation) - angstauslösende Situationen sammeln und Angsthierarchie erstellen Vorbesprechung der Durchführung:• in vivo, in sensu, graduiert, massiert • Therapeuten- und Patientenverhalten (Sicherheitsverhalten) Nachbesprechung• erwarteter vs. tatsächlicher Angstverlauf, Vermeidung• Loben und Selbstverstärkung Hausaufgaben Ausnahme: Blut-Spritzen-TypusApplied Tension: Blutdrucksteigerung durch Anspannung der Skelettmuskulatur (z.B. Progressive Muskelrelaxation ohne Entspannung) Effektivität:Konfrontationsverfahren in vivo: d = 1.05 (ca. 70-80% Erfolgsquote) s. Diagramme https://drive.google.com/open?id=1Oe87o8n2KvNXHnJGII7oH0a02g7oeFIc https://drive.google.com/open?id=1DAfFNLdWupf9R55TbELWa2Sn_3zp8qa1
- Wofür eignen sich Verhaltensexperimente und warum? Wie laufen diese ab? Welche vier Arten der Verhaltensexperimente gibt es? Nenne ein paar Beispiele für Verhaltensexperimente im Kontext von Panikattacken und hoher Angstsensitivität. Infragestellung von dysfunktionalen Annahmen durch systematische Realitätstestung in konkreten Situationen --> ermöglicht erfahrungsorientieres, emotionales Lernen --> Modifikation verhaltensleitender Annahmen und Befürchtungen https://drive.google.com/open?id=1tmEpuH2Aox-pxfYF8Azkq7_BSudUj61R https://drive.google.com/open?id=10ygRnqbL2QivRIDEuY3ww66WjFvkHDgK
- Was für Möglichkeiten gibt es für die medikamentöse Therapie von Angststörungen? Was ist hierbei die erste Wahl und warum? Erste Wahl Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die präsynaptische Zelle. (z.B. Citalopram, Paroxetin) Serotonin-Noradreanalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI): Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptische Zelle. (z.B. Venlafaxin, Duloxetin)• ausreichender Wirknachweis, Wirklatenz: ca. 2-6 Wochen, initiale Nebenwirkungen (v.a. Unruhe, Übelkeit, Schlafstörungen, EKG Veränderungen) lassen nach, keine Abhängigkeit Auch genutzt Trizyklische Antidepressiva: Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und/oder Noradrenalin in die präsynaptische Zelle. (z.B. Clomipramin, Imipramin)• ähnlich wie SSRI/SNRI, schlechtere Verträglichkeit und Nebenwirkungen schwerwiegender (Müdigkeit, Mundtrockenheit, EKG Veränderungen) Benozodiazepine: Verstärkung des GABA-induzierten Einstroms von Chloridionen und Verstärkung der GABA-Wirkung (sehr schnelle Beruhigung) z.B. Alprazolam, Diazepam (Valium), Lorazepam, Clonazepam• schneller Wirkeintritt (Notfallmedikation), aber schwerwiegende Nebenwirkungen (Hangover, Müdigkeit, Vergesslichkeit etc.) und Abhängigkeitsentwickung
- ZUSAMMENFASSUNG Angststörungen https://drive.google.com/open?id=1-EBpLRQwqNt0b3vd-cTkaknR1Y9YkvlS