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Klinische Psychologie 1 (Fach) / Kogn. Theorie und Therapie (Lektion)
NF
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- Kognitiver Ansatz: Grundidee - Wir reagieren nicht auf Situationen, sondern auf unsere Interpretation einer Situation „Was die Menschen bewegt, sind nicht die Dinge selbst, sondern die Ansichten, die sie von den Dingen haben“ - Emotionen sind die Folge von Gedanken/ Interpretationen - Kern psychischer Störungen sind dysfunktionale Kognitionen / Bewertungen
- Beck: neg. automatische Gedanken Gedanken in konkreten Situationen - schnell ablaufend - blitzartig auftretend - subjektiv plausibel erscheinend - unfreiwillig vermitteln zwischen dem Ereignis und der Reaktion
- Beck: Architektur der Kognitionen Frühe Erfahrungen -> Grundannahmen, Schemata I Regeln, Annahmen I Situation -> Automatischer Gedanke -> Gefühl
- Beck: Kognitive Schemata - Kognitive Tiefenstrukturen - Lebensgeschichtlich entwickelt - Können unterschiedlich stark aktiviert sein - Wenn aktiviert, lenken Schemata die Informationsverarbeitung Folge: - schemakongruente autom. Gedanken, - Aufmerksamkeitsverzerrungen, - Gedächtnisverzerrungen, etc. -> Aufrechterhaltung der Schemata
- Definition: Kognitive Schemata (Beck) - Relativ stabile kognitive Muster - bestimmte Klassen von Situationen können damit interpretiert werden - Mensch ist mit bestimmten Gegebenheiten konfrontiert = ein diesen Umständen entsprechendes Schema wird aktiviert. - Schema ist die Grundlage für die Umwandlung von erlebten Tatsachen in Kognitionen - Schema bildet die Basis für die Überprüfung, Differenzierung und Kodierung der Stimuli, denen ein Individuum begegnet. - Erfahrungen werden mit Hilfe einer Matrix von Schemata kategorisiert und bewertet
- Kognitive Fehler (Beck) Alternativer Begriff: kognitive Verzerrungen Folgen kognitiver Fehler: - Bevorzugte Verarbeitung schemakongruenter Information - Nichtbeachtung schemainkongruenter Information Beispiele: Übergeneralisierung: - Schluss von einer spezifischen Situation auf alle anderen Situationen - Beispiel: Ablehnung durch eine Person = Niemand mag mich Schwarz-Weiß-Denken (Dichotomes Denken): - Denken in extremen Beurteilungsdimensionen - Beispiel: Entweder es gelingt mir alles, oder ich bin ein Versager Personalisierung: - Äußere Ereignisse werden ohne ausreichende Evidenz auf die eigene Person bezogen - Beispiel: Die Gäste sind so früh gegangen, weil ich ein schlechter Gastgeber war.
- Kognitives Modell der Panikstörung (Clark 1985) Kern: Katastrophisierende Interpretation harmloser Körperempfindungen Kreislauf: Äußere Reize wirken ein -> Wahrnehmung -> Gedanken -> Angst -> Physiolgische Veränderung -> Körperl. Empfindung
- kognitive Theorie der Depression (Beck) Kognitive Triade: Negative Schemata und Überzeugungen bezüglich - der eigenen Person (z.B. Ich bin nicht liebenswert)- der Umwelt (z.B. Andere Menschen sind vor allem auf ihren Vorteil bedacht)- der Zukunft (z.B. Meine Situation wird sich niemals bessern). Schemata werden in Reaktion auf frühe Erfahrungen und Lernprozesse erworben Aktivierung der Schemata in Reaktion auf belastende Lebensereignisse führt zur Auslösung von Depression Aufrechterhaltung der Depression durch kognitive Fehler und negative automatische Gedanken Ereignisse (externe/interne) + Dysfunktion. Grundannahmen, rigide Schemata, neg. kogn. Stile -> wirken ein auf Automatische Gedanken: absolutistisch, verallgemeinernd, verzerrt, unlogisch, unangemessen -> führen zu Depression: emotionale, somatische, motorische, motivationale Symptome
- Kognitive Therapie: Ziele - Bewusstsein für negative automatische Gedanken schärfen- Disputation und Veränderung negativer automatischer Gedanken- Veränderung dysfunktionaler Schemata
- Kognitive Therapie: Methoden - Kognitive Umstrukturierung: Disputation/Prüfung dysfunktionaler Gedanken/Bewertungen- Aufbau alternativer funktionaler Gedanken/Bewertungen- Training der neuen Konzepte- Verhaltensexperimente Beispiele: - Tagesprotokoll für negative Gedanken - Verhaltensexperiment bei Panikstörung: Bewusste Induktion der Körpersymptome aus Überzeigung des Klienten (Herzrasen, Schwitzen, Schwindel, bekomme Herzinfarkt) durch Hyperventilation Ziel: Direkter Test der Befürchtung, Erfahrung, dass befürchtete Katastrophe nicht eintritt
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- Traditionelle kognitive Ansätze: Kritik - Mangelhafte Anbindung der theoretischen Konzepte an kognitive Psychologie - Probleme der Überprüfbarkeit zentraler Konzepte der kognitiven Theorie z.B. Konzept latenter kognitiver Schemata → Wie lassen sich diese untersuchen/nachweisen? - Hinweise, dass negativen Emotionen nicht immer bewusste Gedanken vorausgehen -> Entwicklung komplexer Modelle, die verschiedene Wege der Emotionsgenerierung beinhalten
- Dot-Probe-Paradigma - Vpn werden mit zwei verschiedenen Reizen gleichzeitig konfrontiert- An der Stelle eines Reizes folgt darauf ein Zielreiz („probe“)- Aufgabe für Versuchspersonen: so schnell wie möglich auf den „probe“ reagieren ------------------------------------- Auswertung Vergleich1. Reaktionszeit für Durchgänge, bei denen der „probe“ an der Stelle des bedrohlichen Reizes auftauchte 2. Reaktionszeit für Durchgänge, bei denen der „probe“ an der Stelle des neutralen Reizes auftauchte-> Vergleich von Störungsgruppen mit gesunden Kontrollpersonen ---------------------------- Patienten mit Angststörungen wenden ihre Aufmerksamkeit stärker auf bedrohliche im Vergleich zu neutralen Reizen ->Hinweise auf biphasische Reaktion: Erst Hinwendung, dann Vermeidung Folge oder Ursache von Angststörungen?- Experimentelle Induktion eines positiven vs. negativen Aufmerksamkeitsbias: im Dot-Probe-Task erscheint der „probe“ in 80% der Fälle hinter dem positiven/neutralen vs. negativen Reiz ->Erhöhung von Angst in der negativen Trainingsbedingung
- Klinische Implikationen neuerer kognitiver Ansätze - Traditionelle Kognitive Therapie: Veränderung der kognitiven Inhalte (Gedanken) - Neuere Ansätze: Veränderung der kognitiven Prozesse -> Veränderung von Verzerrungen in Aufmerksamkeit, Interpretation, Gedächtnis -> Abbau von repetitivem negativem Denken