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Sportpsychologie - OvGU (Fach) / Sportpychologie - Vorlesung 1-6 (Lektion)

Wissensbestand Vorlesung OvGU

Diese Lektion wurde von soeren6993 erstellt.

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  • Was versteht man unter Sportpsychologie? (nach Janssen, 1995) Sportpsychologie ist die angwandte Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten und Erleben (sowie deren Ursachen und Folgen) von Menschen beschäftigt, welche dem Sport aktiv oder passiv verbunden sind.
  • Was versteht man unter Sportpsychologie? (nach Gabler, Nitsch & Singer, 2000) Sportpsychologie wird als Wissenschaft aufgefasst, die sportliche und Bewegungsaktivität zum spezifischen Gegenstand hat und darauf auch ihre Methoden, Messinstrumente und Theorien bezieht.
  • Was versteht man unter Sportpsychologie? (nach Brandt, 2010) Psychologisches Wissen wird dazu genutzt, das Verhalten von Sporttreibenden zu beschreiben, es zu erklären, zu verändern oder vorherzusagen. Psychologisches Fachwissen und Methoden werden auf den Verhaltensbereich Sport angewandt und aus ihm generiert.
  • Welche Stellung nimmt die Sportpsychologie im System der Wissenschaften ein? Schnittmenge aus Sportwissenschaft, Sportpsychologie und Sportpraxis
  • Womit beschäftigt sich die Sportpsychologie? (grundlegende Aspekte des psychischen System, Differenzierung nach aktuellen Prozessen, situativen Bedingungen, personalen Faktoren und deren Veränderungen) - Bedingungen der sportlichen Betätigungen (im Verein, in der Schule, private Anbieter) - Psychologische Aspekte (Wahrnehmen, Aufmerksamkeit, Denken/Gedächtnis, Motivation/Wille, Emotionen, Einstellungen, Entwicklung, Gruppen/Mannschaften, Persönlichkeit, Diagnostik) - Zielrichtungen (Lernen/Üben, Leisten, Gesundheit erhalten, Gesundheit herstellen, Bewerten, Beobachten...) - Beteiligte Personen (Sportler/Schüler, Trainer/ÜL/Lehrer; Mitsportler, Partner/Familie, Zuschauer, Kampfrichter, Presse)
  • Welche Aufgaben hat die Sportpsychologie? - Forschung (Grundlage für Lehre und Praxis, Forschungsmethoden, Veröffentlichung) - Lehre (Universitäre Lehre, Aus- und Weiterbildung) - Praxis (Leistungssport, "Exercise Psychology")
  • Was ist ein alltags- oder laienpsychologisches Verständnis (Alltagspsychologie im Sport)? •       System kulturell tradierter Überzeugungen über menschliches Erleben und Verhalten und dessen Ursachen, Bedingungen und Folgen. (Asendorpf, 2005; Riemann, 2006)
  • Was versteht man unter einer wissenschaftlichen Erlärung / Theorie / wissenschaftlichen Perspektive? Erklärungen, bei denen auf der Grundlage bestimmter Deskriptoren (Wahrnehmungen, Beobachtungen, sprachliche Aussagen, Messungen…) der Erkenntnisgegenstand (z.B. Leistungsmotivation im Sport) in Form von theoretischen Sätzen bzw. Begriffen (Furcht vor Misserfolg, Hoffnung auf Erfolg, Anstrengung etc.) repräsentiert wird. (vgl. Popper, 1993; Wenninger, 2002)
  • Worin unterscheiden sich alltagspsychologische von wissenschaftlichen Aussagen (Alltagspsychologie vs. wissenschaftliche Psychologie? wissenschaftliche Theorien gehen über "naive" Alltagsvorstellungen hinaus und können u.U. dem alltagspsychologischen Vorverständnis widersprechen
  • Welche wissenschaftlichen Ansätze (Theorien/Perspektiven) werden in der Sportpsychologie zur Beschreibung/Erklärung des Verhaltens und Erlebens von Menschen im Sport herangezogen? - Psycho-physiologische Perspektive - Kognitiv-behaviorale Perspektive - Sozial-psychologische Perpektive - Psychodynamische Perspektive - Humanistische Perpektive - Handlungstheoretische Perspektive
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  • Was versteht man unter Kognition? (nach Gabler, Nitsch & Singer, 2004) Sammelbegriff für alle Prozesse des Wahrnehmens, Denkens, Erkennens, des Sich-Vorstellens, des Sich-Erinnerns und des Sprechens
  • Welche Zusammenhänge können zwischen kognitiven Prozessen und der Bewegung angenommen werden? Embodiment (=Verkörperlichung): Kognitionen beeinflussen Bewegungen, aber Kogintionen werden auch durch sensomotorische Bewegungserfahrungen modelliert
  • Was versteht man unter Wahrnehmung? (Mausfed, 1996) Aspekt des psychischen Geschehens und Erlebens, der sich auf die Kopplung zwischen Organismus und funktional relevanten Aspekten der physikalischen Umwelt bezieht
  • Welche Stufen durchläuft ein Wahrnehmungsprozess (bottom up - top down) top down / Psychologische Prozesse / Physiologische Prozesse / Physikalische Prozesse / Bottom Up
  • Aus welchen Perspektiven können Wahrnehmnungsprozesse betrachtet werden? Physikalische Perspektive (beschreibt die physikalischen Charakteristika der Umwelt, z.B. Beschaffenheit des Wassers, Schneeverhältnisse, Lichtverhältnisse...) Physiologische Perspektive (beschreibt Rezeptoren, die Reizweiterleitung und die Verarbeitung der Informationen im Gehirn aus neurophysiologischer Sicht) Psychologische Perspektive (Objektwahrnehmnung, Gestaltsprinzipien) (beschreibt die Verarbeitung der Informationen zu (bewussten) Wahrnehmungsinhalten, d.h. wie die Wahrnehmung durch die Bedeutung eines Reizes und durch die Erwartungen des Probanden beeinflusst wird)
  • Welche Besonderheiten weisen Wahrnehmungsprozesse im Sport auf? Bewegungsmöglichkeiten, Bewegungserfahrungen, Bewegungszustand, Körperschema
  • Was versteht man unter Gedächtnis? •       Enkodierung (taktische Varianten müssen zuerst erlernt und abgespeichert werden) •       Speicherung (sie müssen im Gehirn behalten werden) •       Abrufen (sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzbar sein)
  • Welche Einstellungen des Gedächtnisses können betrachtet werden und welche Charakteristika weisen sie auf? (Schlussfolgerung für die Sportpraxis) Artgedächtnis (Anteil vererbten Wissens; z.B. Reflexe (Lidschlussreflex beim Boxen, Orientierungsreflex beim Turnen) Individualgedächtnis (über individuelle Lernprozesse aufgebaut; z.B. Fakten, Wissen (Spielregeln), Fertigkeiten (Handstand usw.)
  • Was versteht man unter Interferenzen und Transferenzen? •       Proaktive Interferenz (zuvor Gelerntes beeinträchtigt nachfolgend Gelerntes) •       Retroaktive Interferenz (nachfolgend Gelerntes beeinträchtigt zuvor gelerntes) •       Proaktives Transferenz (zuvor gelerntes fördert nachfolgend gelerntes) •       Retroaktive Transferenz (nachfolgend gelerntes fördert zuvor gelerntes)
  • Wie laufen Vorstellungsprozesse im Sport ab? - Kreation bzw. Re-Kreation von auf Erfahrungen basierender Gedächtnisinformationen einschließlich quasi-sensorischer, quasi-perzeptueller und quasi-affektierter Merkmale - unter volitiver Kontrolle des sich Vorstellenden - kann auch ohne vorangegangenenen realen Stimulus auftreten
  • Was versteht man unter mentalem Training im weiteren und im engeren Sinne? •       MT im weiteren Sinne         •       Motivationstraining         •       Stressimpfungstraining         •       Kommunikationstraining usw. •       MT im engeren Sinne         •       Systematische Trainingsform         •       Planmäßiges, wiederholtes „Sich-Vorstellen“ einer sportlichenHandlung ohne deren                      praktische Ausführung
  • Was versteht man unter einem Motiv? "Ursache" für individuell unterschiedliches, aber situationsübergreifendes und zeitstabiles Handeln = Wertungsdisposition einer Person
  • Wie können Motive im Sport klassifiziert werden? Bezogen auf das Sporttreiben selbst: - Ichbezogen (Bewegung, Körperliche Aktivität) - Im sozialen Kontext (Soziale Interaktion) Bezogen auf das Ergebnis des Sporttreibens: - Ichbezogen (Leistung als Selbstbestätigung) - Im sozialen Kontext (Leistung als Präsentation, Leistung als Macht) Bezogen auf Sporttreiben als Mittel zum Zweck: - Ichbezogen (Gesundheit, Fitness, Entspannung) - Im sozialen Kontext (Kontakt, Anschluss, Sozialer Aufstieg)
  • Wie wird Motivation definiert? aktueller Zustand eines Sportlers, der Verhalten aktiviert und in Gang setzt, ihm Richtung und Ziel gibt und es steuert
  • Wie wird Motivierung definiert? Motivation wird bei einer Person situativ angeregt
  • Welche Motivationsarten können unterschieden werden? Intrinsisch •       Mittel (Handlung) und Zweck (Handlungsziel) stimmen thematisch überein •       Vollzug des Handelns wirkt motivierend (Flow) oder •       Ziel ist reizvoll, ohne dass die Folgen von Bedeutung sind Extrinsisch •       Mittel (Handlung) und Zweck (Handlungsziel) stimmen thematisch nicht überein •       Handlung wird instrumentell eingesetzt, um  ein anderes Ziel zu erreichen (z.B. soziale Anerkennung)
  • Was versteht man unter Volition? (nach Beckmann & Elbe, 2007) Selbstregulierungsprozesse, die über den gesamten Verlauf einer Handlung eingesetzt werden können, um einer Motivation Zugang zum Handeln sowie Kontinuität bis zur Zielerreichung zu ermöglichen (Widerstände überwinden: unklare Entscheidungsstrukturen, konkurrierende Handlungstendenzen)
  • Welche Motivationsdefizite können auftreten und welche Ansätze für ein Motivationstraining daraus abgeleitet werden? •       Folgeanreize: Das Resultat einer sportlichen Aktivität muss hinreichenden Anreiz besitzen, um motivierend zu wirken. •       Wirksamkeitserwartungen: Anreiz besetzte Folgen sind zunächst „nur“ Wünsche. Entsscheidend ist, ob dass anvisierte Ergebnis durch eigenes Handeln  erreichtbar ist (bzw. der Sportler dies glaubt). •       Widerstandsfreie Zweckhandlungen: Macht der Sport keinen Spaß, kontrollieren andere die Tätigkeitsausführungen nicht, so kann bei lohnenden  und erreichbaren Folgen trotzdem motiviertes Handeln vorhanden sein (wenn psychische Kosten/Aufwand gering sind!) •       Willensanforderungen: Diese sind notwendig, wenn die Zielverfolgung „psychische Kosten“ verursacht
  • Was versteht man unter dem Leistungsmotiv im Sport? Persönlichkeitsdisposition, die anregt, sich mit einem Güte- und/oder Tüchtigkeitsmaßstab auseinanderzusetzen 
  • Was versteht man unter der Leistungssituation im Sport? •       Ergebnis einer Situation muss objektiv bewertbar sein •       Handlungsergebnis muss auf einen Gütemaßstab beziehbar sein •       Dem Gütemaßstab muss ein Schwierigkeitsmaßstab zugeordnet sein •       Der Sportler muss den Güte- und Schwierigkeitsmaßstab als verbindlich ansehen, d.h. ihn akzeptieren. •       Das Handlungsergebnis muss vom Handelnden selbst verursacht sein
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  • Was versteht man unter der Leistungsmotivation im Sport? Bestreben, eine Aufgabe zu meistern, dabei einen Gütemaßstab zu erreichen/zu übertreffen, Hindernisse zu überwinden, Ausdauer auch bei Misserfolgen zu zeigen und sich selbst für das Leistungsergebnis verantwortlich zu fühlen
  • Welche Aussagen ergeben sich auf der Grundlage des "Risikowahlmodells" für leistungsthematisches Handeln? 2 Personenvariablen (Hoffnung auf Erfolg, Furcht  vor Misserfolg 4 Situationsvariablen •       Subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit (Erwartung von Erfolg, Erwartung von Misserfolg) •       Anreizwerte (Attraktivität von Erfolg, Unattraktivität von Misserfolg)
  • Welche Ursachen können für einen Erfolg/Misserfolg angenommen werden und welche Auswirkungen haben diese Attributionen auf das leistungsmotivierte Handeln? Die Ursachen (=Attributionen), die wir für einen Erfolg / Misserfolg annehmen, bestimmen maßgeblich, ob wir einen Erfolg / Misserfolg erleben und sie beeinflussen auch das Verhalten in künftigen leistungsthematischen Situationen
  • Welche Bedeutung haben die Zielorientierung und das Trainingsklima für leistungsthematisches Handeln im Sport? Zielorientierung •       Aufgabenorientierung: Ziele beziehen sich auf Aufgabenlösung selbst; eher Lernsituation •       Wettbewerbsorientierung: Ziele beziehen sich darauf, andere Personen zu übertreffen; eher Wettbewerbssituation Trainingsklima •       Aufgabenorientiertes Klima: Verbesserung individueller Fertigkeiten und Anstregungen; jeder Athlet wird gefördert •       Wettbewerbsorientiertes Klima: Ziel sind Wettkampfgewinne; Beste Athleten stehen im Mittelpunkt
  • Welche Aussagen lassen sich aus der Selbstbestimmungstheorie für leistungsmotiviertes Handeln ableiten? - Erfolgszuversicht und Aufgabenorientierung ist oft mit intrinischer Motivation verbunden - Wettbewerbsorientierte ähneln insbesondere bei niedirgen Können Misserfolgsängstlichen und können eine Amotivation entwickeln