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Differentielle Psychologie 5-6 (Fach) / 5-6 (Lektion)

- Psychodynamische Theorien I: Freud - Psychodynamische Theorien II: Narzissmus

Diese Lektion wurde von stas92 erstellt.

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  • Der psychische Apparat: System, Ziel Das Psychische System umfasst 3 Instanzen: ES: Inhalt ererbt, Triebe, unbewusst, Verdrängtes; Lustprinzip (Lust durch Spannungsreduktion) Ich: Es Kontakt mit Realität, Aufgabe: Selbsterhaltung, vorbewusst, Realitätsprinzip Über-Ich: Einfluss der Eltern, Kultur; zum Teil auch unbewusst jedoch leichter bewusst zu machen als Verdrängtes Ziel: Allgemines Ziel = Spannungsreduktion  Dritte Kränkung der Menschheit nach Galileo und Darwin: Primat des Unbewussten Analogie: Reiter (Ich) und Pferd (Es) "Es kam einfach über mich" Aber "Wo Es war, soll Ich werden"
  • Abwehrmechanismen (wichtig) Verdrängung: (wichtigster) unerwünschte oder gefährliche Triebimpulse werden ins Unbewusste Reaktionsbildung: Nicht akzeptable Impulse werden mit Gegenteil abgewehrt (Mutter liebt Kind statt es zu hassen) Projektion: Eigene nicht akzeptable Impulse werden anderen zugeschrieben (zB. Aggresivität) Regression: Eine Person fällt auf frühere Entwicklungsstufe zurück Rationalisierung: Ein problematisches Verhalten ( Schlagen der Kinder ) wird damit gerechtfertigt, dass man dies aufgrund vernünftiger Gründe tut ( zur Abhärtung ) Sublimierung: Triebenergie wird bspw. in Kunst oder Wissenschaft umgewandelt Heute: Bewältigungsstrategien statt Abwehrmechanismen, die nicht per se dysfunktional sind
  • Phasenlehre von Freud • orale Phase: Mund als erogene Zone, Saugen und Lutschen des Babys bei der Nahrungsaufnahme ist deutlich mit Lustgewinn verbunden • anal-sadistische Phase: Lustgewinn durch Zurückhalten und Loslassen der Exkremente; Befriedigung durch Aggression • phallische Phase: Genitalien • Ödipuskomplex und Kastrationskomplex: FALLBEISPIEL: Der kleine Hans • Latenzzeit • genitale Phase in der Pubertät
  • Kritik an Freuds psychosexuellen Entwicklung - Sexistische Annahme: Penisneid bei Mädchen anstelle von Ödipuskomplex - Keine empirischen Belege für Phasenlehre - Aber wichtige Grundidee: Erfahrung in der Kindheit -> Einfluss auf spätere Interaktionsmuster
  • Die Traumdeutung • Traumarbeit: manifester(eindeutig) vs. latenter(uneindeutig) Trauminhalt -> Traumdeutung • Traum als Wunscherfüllung / Kompromissbildung -> Traum als Hüter des Schlafes
  • Die Psychoanalyse als Behandlungsmethode zuerst: Hypnose, Drucktechnik, freie Assoziation (Studie über Hysterie) Katharsis-Hypthese: Hysterie Symptome verschwinden, wenn die Person sich an das traumatisches Erlebniss wieder erinnert Verführungstheorie: verdrängte Erinnerungen sind immer sexueller Natur (Missbrauch Eltern) Hauptproblem: Nicht das Verdrängte, sondern das, was verdrängt, das Verdrängende. Patient muss Probleme selbst erkennen und durcharbeiten
  • Die Psychoanalyse als Behandlungsmethode - Übertragung und Gegenübertragung - Sozial-kognitive Interpretation - Ziel - Übertragung: der Patient projiziert Gefühle auf den Therapeuten und wiederholt frühere Beziehungen zu Mutter oder Vater - Gegenübertragung: Therapeut projiziert Gefühle auf den Patienten, weil er ihn an eine frühere Beziehung erinnert - Sozial-kognitive Interpretation: Gegenübertragung und Übertragung => Mentale Repräsentationen von Anderen beeinflussen unser Interaktionsverhalten - Ziel: Einsicht, Ich-Stärkung, "WO ES war, soll ICH werden"
  • Entwicklungen der Psychoanalyse nach Freud Jung, Adler, Hartmann, Erikson, Narzissmus, Objektbeziehungstheorien
  • WICHTIG! Gemeinsame Merkmale psychodynamischer Theorien - Viele Prozesse unbewusst -> bestimmen aber trotzdem Verhalten - Konflikt und Kompromissbildung - Abwer und Selbsttäuschung - Einfluss vergangener Erfahrungen - chronische Wirkungen von Interaktionsmustern, die in der Kindheit erworben wurden - Einfluss sexueller, aggressiver und anderer Wünsche/Ängste auf Erlben und Verhalten
  • Vorgehen und Kritik Freuds Vorgehen: - Freie Assoziationen und Trauminhalte - Forschungsansatz: Einzelfallstudien Kritik: - Fehlende Falsifizierbarkeit und Immunisierung - Empirische Studien, die Freuds Konzepte Stützen
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  • Mythos von Narziss und Echo Konflikte und Qualen der Liebe (Vergewaltigung,Homosexuelle Begehren,Extreme Bezogenheit) Narziss als eitle, selbstverliebte Person aber auch Beziehungsstörungen
  • Narzissmus als psychologisches Konstrukt - Persönlichkeitsstörung in der klinischen Psychologie - mehrdimensionales, subklinisches Persönlichkeitsmerkmal
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV-TR (Wichtig: 3-4 kennen!) 1. Neid 2. Arroganz, Überheblichkeit 3. Mangel an Empathie 4. verlangt nach übermäßiger Bewunderung
  • Narzissmus - Dimensionen des deutschen NPI Dimensionen des deutschen NPI1. Führungspersönlichkeit2. Physische Eitelkeit3. Anspruch/Dominanz4. Überheblichkeit/Überlegenheitsgefühl5. Ehrgeiz/Führungswille6. Kompetenzüberzeugung
  • Empirische Befunde zum subklinischen Narzissmus - Überschätzung (zB der Noten, Intelligenz) - ludischer Liebesstil ( sexuelle Abenteuerlust, eher niedrige Bindung an Partner, Bewunderung statt Nähe) - Erstkontakt: kompetent, itelligent, unterhaltsam - Späteres Auftreten; arrogant, angeberisch, feindselig
  • Selbstregulations-Prozessmodell des Narzissmus - Selbstwertschätzung ist grandios, zugleich aber fragil und instabil - Ziel: Stabilisierung der grandiosen Selbstwertschätzung Zwei Regulationsstrategien: 1. Intrapsychische Regulationsstrategie ( zB Selbstüberschätzung ) 2. Interpersonelle Regulationsstrategie ( Streben nach Macht und Bewunderung ) => Paradoxe Beziehungsdynamik: Ausbeuterisches Verhalten verhindert langfristige Beziehungen => Unerreichbarkeit des grandiosen Selbst
  • Entwicklungspsychologische Bedingungen für Narzissmus / Schemata - ablehnendes, emotional kaltes und feindseliges Erziehungsverhalten                                                 + - Unrealistisch positive Bewertungen der Eltern => Hoch negativen und hoch positiven Selbstschemata
  • Ist Narzissmus wirklich so schlecht? - Transformationaler Führungsstil 1. Charismatische Führung durch Ausstrahlung und Hohe Standards 2. Visionär-inspirierende Führung 3. Fordernde Führung 4. Fördernde Führung Fazit: Grandiosität (bewundernswerte Ausstrahlung, hohe Ansprüche, visionäre Ziele) ist auch gemeinsam mit und zum Wohle anderer möglich!
  • Dark triad: Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie Gemeinsamkeiten des Dark triad Machiavellismus: Kaltes, zynisches, manipulatives Machtstreben Psychopathie: Syndrom aus hoher Impulsivität und hohem Streben nach Nervenkitzel (trhill-seeking) und zugleich niedrige Empathie und niedrige Angst Gemeinsamkeiten: Hang zur Selbstdarstellung, emotionale Kälte, Doppelzüngigkeit, Falschheit, Aggresivität, Hang zur Ausbeutung anderer