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Differentielle Psychologie 1-3 (Fach) / 1-3 (Lektion)

Einführungssitzung + Eigenschaftstheorie I+II

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  • evaluative & deskriptive Bedeutung von Persönlichkeit evaluative = bewertende Bedeutung ( Im Alltagsgebrauch bspw. über die Kleidung ) deskriptive = beschreibende Persönlichkeit, Menschen haben nicht mehr oder weniger Persönlichkeit
  • Definition: Charakter, Temperament, Typus Charakter: Das Eingeprägte, aufgeprägte Eigentümlichkeit, woran man eine Person erkennt und sie von anderen unterscheiden kann Temperament: Heute: ererbte Merkmale in den Bereichen Affekt, Aufmerksamkeit Typus: Ausprägungsmuster von Persönlichkeitsmerkmalen, Persönlichkeitsprofil (William Stern: Komparationsforschung)
  • Temperamentstypen des Hippokrates Blut - sanguinischer Typ (sorglos, augenblicksbezogen) Schleim - phlegmatischer Typ (langsam,untätig) Gelbe Galle - cholerischer Typ (aufbrausend, leicht erregbar)  Schwarze Galle - melancholischer Typ (besorgt, pessimistisch)
  • Temperamentstypen des Hippokrates Blut - sanguinischer Typ (sorglos, augenblicksbezogen) Schleim - phlegmatischer Typ (langsam,untätig) Gelbe Galle - cholerischer Typ (aufbrausend, leicht erregbar)  Schwarze Galle - melancholischer Typ (besorgt, pessimistisch)
  • Die vier Disziplinen der Differentiellen Psychologie nach William Stern (1911) Variationsforschung: ein Merkmal, an vielen Individuen Korrelationsforschung: zwei oder mehr Merkmale an vielen Individuen Psychographie: eine Individualität in Bezug auf viele Merkmale Komparationsforschung: zwei oder mehrere Individualitäten in Bezug auf viele Merkmale
  • Was ist Persönlichkeit? Herkunft, Zitat von Kluckhohn & Murray, Def von Herrmann und Pervin Persona: Maske,Rolle,Person "Jeder Mensch ist in gewisser Hinsicht... - wie alle anderen Menschen - wie einige andere Menschen - wie kein anderer Mensch " "....als ein bei jedem Menschen einzigartiges, relativ stabiles und den Zeitablauf überdauerndes Verhaltenskorrelat" - Herrmann " "komplexe Organisation von Kognition, Emotion und Verhalten, die dem Leben einer Person Richtung und Zusammenhang gibt.... schließt Auswirkungen der Vergangenheit und Konstruktionen der Gegenwart,sowie der Zukunft ein ." - Pervin
  • Ziele/ Aufgaben von Persönlichkeitstheorien Aufgaben: Beschreiben -> Erklären -> Vorhersagen -> Veränderungen Persönlichkeitsbeschreibung : Sprachliche Dartstellung von Pähnomenen / Diagnostik, Erhebung von Daten Persönlichkeitserklärung: deskriptive vs. explikative Konstrukte; Vererbung & Lernen Vorhersage Persönlichkeitsveränderung: Unterschied zwischen Veränderungen im Verlaufe der Entwicklung vs. Intervention
  • Bereiche interindividueller Differenzen Persönlichkeitsunterschiede im: - Bereich der Fähigkeiten und Kompetenzen (Intelligenz,Kreativität) - Emotional-kognitiven Bereich (Ängstlichkeit,Optimismus) - Sozialer Bereich (Empathie, Aggresivität) Quer dazu : Geschlechterunterschiede, sowie biologisch und kulturell bedingte Persönlichkeitsvariationen
  • Persönlichkeitstheorien als Quasi-Paradigmen oder als Domain-Programme Quasi-Paradigmen: Man hat eine Theorie und sucht möglichst verschiedene Anwendungsmöglichkeiten Domain-Programme: Es wird ein Problemfeld bspw. Angst mit vielen verschiedenen Fachbereichen erforscht
  • Was sind Persönlichkeitsmerkmale? - Wissenschaftstheoretische Perspektive: Sind auf den Menschen bezogene Dispositionsprädikate. Beobachtungsprädikate (direkt beobachtbar) vs. Dispositionsprädikate (hypothetische Konstrukte)
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  • Definition der Persönlichkeitsmerkmale (nach Amelang und Bartussek) !wichtig! "Traits als relativ breite und zeitlich stabile Disposition zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen aufrtreten..:" => Transsituative Konsistenz und zeitliche stabilität
  • Traits als Netzwerke "latente-Variable-Perspektive": - reflektives Modell, d.h Verhalten auf den Items reflektieren den Trait (Korrelation) Netzwerkperspektive: - Keine latente Variable, die Verhalten und Zusammenhänge zwischen Verhalten "verursacht" - Korrelationen kommen durch die Konnektivität von Verhaltensweisen/Itemantworten im Netzwerk zustande
  • Das Fünf-Faktoren-Modell OCEAN - Openness - Conscientiousness - Extraversion - Agreeableness - Neuroticism
  • Faktoren und Facetten der Big Five - Offenheit für Erfahrung (Offenheit für Werte, Gefühle, Ideen) - Gewissenhaftigkeit (Kompetenz, Selbstdisziplin, Pflichtbewusstsein) - Extraversion (Geselligkeit, Herzlichkeit) - Verträglichkeit (Vertrauen, Bescheidenheit, Gutherzigkeit) - Neurotizismus (Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depression))
  • ABCDs der Big Five Beispiel Extraversion: - Affect (Fröhlich, ausgelassen sein) - Behavior (auf Personen zugehen,Gesellig) - Cognition (Optimistisch denken) - Desire (Abenteuerlustig)
  • Psycholexikalischer Ansatz - Weisheit der Sprache und Sedimentationshypothese - Psycholexikalische Studien: personenbeschreibende Adjektive aus Wörterbüchern werden in mehreren Schritten reduziert -> Einsatz zur Fremd - und Selbsteinschätzung der Persönlichkeit
  • Evolutionspsychologische Perspektive 5 Antworten auf 5 Fragen Erfolgreiche Fortpflanzung -> Überleben somit stellen sich 5 Fragen 1. Ist X aktiv und dominant oder passiv und unterwürfig? (Kann ich X schikanieren?) 2. Ist X verträglich (warmherzig) oder unverträglich (kalt)? 3. Kann ich mich auf X verlassen? 4. Ist X verrückt oder gesund? 5. Ist X klug oder dumm?
  • Inventare zu Erfassung der Big Five NEO-FFI NEO-PI-R BFI BFI-2 TIPI IPIP
  • Was ist eine Korrelation? Zusammenhänge zwischen Variablen/Merkmalen über Personen und nicht Zusammenhänge zwischen Merkmalen innerhalb einer Person Dürfen Nicht kausal interpretiert werden r= 0.10 schwacher Zusammenhang r= 0.30 mittlerer Zusammenhang r= 0,50 startker Zusammenhang
  • Prädiktive Validität Die Messung soll das Kriterium vorhersagen. Wenn ein Flugschüler im Flugsimulator sicher ein Flugzeug beherrscht, wird er dies in vielen Fällen dann auch in der Realität können (Stangl, 2020).
  • Universalität der Big Five? 2 Methodische Zugänge: - Einfache Übersetzung in entsprechende Kultur ( Problem = Bedeutungsgleichheit fraglich ) => Kongruenz bei vier der fünf Faktoren ( Außer Offenheit ) - Psycholexikalische Studien in der jeweiligen Kultur => Extraversion, Liebenswürdigkeit und Gewissenhaftigkeit interkulturell replizierbar
  • Erkennbarkeit der Big Five Brunswiks Linsenmodell "Cue Validität" (Gute Informationen) Selbsteinschätzung / Fremdeinschätzung mit mehreren Cue1,Cue2,Cue3.. "Cue-Nutzung"
  • Studien von Borkenau und Liebler - Eine ca. 90 Sekunden lange Verhaltensstichprobe: Person betritt Raum, liest kurzen Text und verlässt den Raum => Korrelationen zwischen Selbst- und Fremdeinschätzungen bei Extraversion, Gewissenhaftigkeit
  • Verhaltenspuren und Big Five Konvergenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzungen der Big Five zwischen …. .05 (Extraversion) .12 (Gewissenhaftigkeit) .13 (Offenheit)
  • Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen als extrem ausgeprägte Persönlichkeitsmerkmale -> nur dann, wenn Persönlichkeitszüge zu Funktionsbeeinträchtigung oder subjektivem Leiden führen
  • Wichtig: Persönlichkeitsstile und Persönlichkeitsstörungen nach Fiedler Cluster A: Sonderbar exzentrisch -> paranoid (misstrauisch-scharfsinnig) Cluster B: dramatisch, emotional -> Borderline (spontan-sprunghaft) Cluster C: ängstlich, vermeidend -> zwanghaft (sorgfältig-gewissenhaft)
  • Berufsbezogene Persönlichkeitseigenschaften (BIP) Ziel: Erfassung relevanter Persönlichkeitsdimensionen für beruflichen Erfolg und berufliche Zufriedenheit relevante Persönlichkeitsdimensionen zB. bei Bewerberauswahl, Karriereberatung 210 Items zur Eigenvoraussetzung + 42 Items zur Fremdeinschätzung Gute Voraussetzungen wenn: Motive und Wertestruktur von Person und Tätigkeit kompatibel ist
  • BIP Persönliche Eignungsvoraussetzungen Berufliche Orientierung: Leistungsmotivation Arbeitsverhalten: Gewissenhaftigkeit Soziale Kompetenzen: Kontaktfähigkeit Psychische Konstitution: Belastbarkeit
  • Kritik am Fünf Faktoren Modell - Wie viele Dimensionen brauchen wir? 16, 5 oder doch 3? - Kritik an der lexikalischen Hypothese - keine Aussage ur intraindividuellen Organisation