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Motivationspsychologie (Fach) / Motivation (Lektion)
Motivation
Diese Lektion wurde von Tina1999 erstellt.
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- Was besagt die Metapher der Meschanine/kypernetisches Modell (Miller)? - Findet permanenter Abgleich von Referenzwert und tatsächlichem Zustand statt - Bei Diskrepanz erfolgt Regulation des Verhaltens bis Kongruenz --> Diskrepanz führt zu Dissonanz (autonomer Erregung) und energetisiert durch Zielerreichung und Infragestellung der Informationsgrundlage
- Was besagt der Ansatz von Mischel? Wie gelingt es langfristige Ziele zu verwirklichen, wenn kurzfristig konkurrierende Ziele auftreten? - Wenn gelingt auf kurzfristige Belohnung zu verzichten, kann größere längerfristige Belohnung erzielt werden - Warum oft schwierig auf unmittelbare Belohnung zugunsten langfristiger zu verzichten? --> Repräsentation unmittelbaren Belohnung sensorisch sehr viel differenzierter als relativ abstrakte langfristige Belohnungàdeshalb oft unmittelbare Belohnung präferiert --> langfristige Ziel eher blass und mit weniger Emotionen verbunden --> Mischel differenziert zwischen heißen und kalten Informationsverarbeitungssystem: - Aktivierung heißen Systems: führt zu sensorich reichen Repräsentationen und übt Druck aus entsprechende Verhalten zu zeigen - Kalte System besitzt keine unmittelbare Verbindung zu Verhalten; hauptsächlich kontrollierende Funktion über heiße System - Langfristige Ziele eher kalte Informationsverarbeitungssystem
- Welches Fazit kann man aus Mischels Ansatz entnehmen? - durch Repräsentationsformat ausgelöste Gefühle reduzieren Fähigkeit zum Belohnungsaufschub bei gleichzeitig verfügbaren kleinen Belohnungen --> wird Selbstkontrolle ausgeübt wenn: Aufmerksamkeit weg von Produkten des heißen Systems und lieber Visualisierung/Ausmalung der sensorischen Reichhaltigkeit des langfristigen Ziels
- Was besagt der Ansatz von Higgens? - Zentrale Vorstellung: kann erwünschte Endzustände/Ziele auf unterschiedliche Weise annähern oder unerwünschte Endzustände vermeiden - Anwesenheit von etwas Positivem nicht identisch mit Abwesenheit von etwas Negativem - Unterscheidung in zwei grundlegend unterschiedliche Systeme der Selbstregulation: den Prevention Fokus und den Promotion Fokus --> Promotion Fokus: o Geht um Ideale und Aspirationen o Können erreicht (gain) oder nicht (non gain) werden o Besteht eher Sensitivität gegenüber Annäherung an positive Zustände --> Prevention Fokus: o Geht um Verantwortlichkeiten und Sicherheit o Können erreicht (non loss) oder nicht (loss) werden o Besteht eher Sensitivität gegenüber Vermeidung von negativen Zuständen - Menschen besitzen meist beide Foki: als überdauernde Persönlichkeitseigenschaft oder als temporäre States in spezifischen Situationen (können über Rollenverhalten bestimmen: z.B. Eltern-Kind, Lehrer-Schüler)
- Warum genügt hedonische Prinzip nicht zur Erklärung von Verhalten? - Erwartungs x Wert Theorien widerspiegeln hedonische Prinzip - Im Prevention Fokus Erwartungsinformation weniger relevant: Loss unter allen Umständen vermeiden (egal wie klein) -->nicht wie bei ExW: keine lineare Funktion --> Je stärker Promotion Fokus, desto eher Produkt von Erwartung x Wert positiv; für Personen im Prevention Fokus jedoch umgekehrt
- Welche Ansätze gibt es in der Willenspsychologie? - Ansatz von Ach - Ansatz von Heckhausen und Gollwitzer
- Was besagt der Ansatz von Ach? Welche Probleme gibt es dabei? - Ausdruck von Willensakte: wenn Widerstände/Schwierigkeiten zu überwinden sind - Experiment von Ach: --> Zunächst erlernen sinnloser Silben (bis-zis); sollten dann reproduziert werden --> In anderen Bedingung: soll zweite Silbe umgestellt werden (bis-sib) --> Über Fehler/Reaktionszeiten: Aufschluss über Willensstärkeàsind nicht einfach Funktion der Zielsetzung - Prämissen: --> Starke Motivation nicht hinreichend für Erklärung von Handlung --> Anreiz, Ziel, Selbstverpflichtung stellen nicht immer erfolgreiches Handeln zur Zielerreichung sicher --> Volitionsprozesse (Umsetzung des Ziels in Verhalten) dient Initiierung und Aufrechterhaltung des Handelns --> beinhaltet Strategien, welche Intention aufrechterhalten und gegen alternative Ziele abschirmen bis Ziel erreicht ist - Volitionsprozesse nur von Bedeutung, wenn Schwierigkeiten beim zielgerichteten Handeln zu erwarten sind
- Was besagt der Ansatz von Heckhausen & Gollwitzer: Rubikon Modell der Handlungsphasen? - Zusammenhang von Absichten und Verhalten oft gering - Welche Prozesse müssen durchlaufen werden von Absicht bis zum Verhalten? --> Unterscheidung von motivationalen vs. volitionalen Phasen in 4 Phasen: prädezisionale, präaktionale, aktionale, postaktionale Phase
- Was passiert in der prädezisionalen Phase? - Zwischen Wünschen/Befürchtungen: potentielle Ziele darstellen, abwiegen, auswählen (wie bei ExW: Welche Möglichkeiten habe ich?) - Bewusstseinslage des Abwägens: Kognitive Inhalte sind Wünschbarkeit (Bewertung) und Machbarkeit (subj. Wahrscheinlichkeit) --> klassische Gegenstand von ExW - Bildung einer Absicht (deliberative mindset) - Erste Trennlinie zwischen Phasen: Bildung einer Zielintention (der Rubikon)
- Was passiert in der präaktionalen Phase? - Im Vordergrund steht Zielrealisierung - Kognitive Inhalte: Überlegen einer Strategie, wie soll Handlung begonnen, ausgeführt und beendet werden? - Geht um günstige Gelegenheiten und alternative Handlungsstrategien - Bewusstseinslage des Planens: Denken ist selektiv und optimistisch auf gewählte Ziel gerichtet --> Vermeidung von erneutem Abwägen von Handlungsfolgen - Bildung von Vorsätzen (implementation intentions) - Zweite Trennlinie: Handlungsinitiierung: beim Eintreten günstigen Gelegenheit beginnt Person, unterstützt durch entsprechenden Vorsatz, mit zielgerichteten Aktivitäten
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- Was passiert in der prädezisionalen Phase? - Zwischen Wünschen/Befürchtungen: potentielle Ziele darstellen, abwiegen, auswählen (wie bei ExW: Welche Möglichkeiten habe ich?) - Bewusstseinslage des Abwägens: Kognitive Inhalte sind Wünschbarkeit (Bewertung) und Machbarkeit (subj. Wahrscheinlichkeit) --> klassische Gegenstand von ExW - Bildung einer Absicht (deliberative mindset) - Erste Trennlinie zwischen Phasen: Bildung einer Zielintention (der Rubikon)
- Was passiert in der aktionalen Phase? - Konkretes Handeln auf Ziel hin (Handlungsorientiert) - Mobilisierung von Anstrengung in Reaktion auf Hindernisse - Handelnde Bewusstseinslage: Fokus der Aufmerksamkeit je nach Schwierigkeit und momentanem Fortschritt auf höheren oder niedrigeren Ebenen der Zielrepräsentation - Volitionsstärke der Zielintention durch Intensität und Ausdauer - Dritte Trennlinie: Abschluss der Handlung bei Zielerreichung oder Antreffen einer situativen Bedingung (wurde in präaktionalen Beendigungsintention antizipiert: Deaktivierung der Zielintention --> Übergang zu erneuten motivationalen Phase)
- Was passiert in der postaktionalen Phase? - Bewertung des Erreichten: Wurde Ziel vollständig erreicht? Besteht weiterhin Diskrepanz zwischen Ziel und Istzustand? Sind weitere oder alternative Handlungen wünschenswert? - Evaluative Bewusstseinslage: Gekennzeichnet durch Objektivität, Suche nach Informationen und vergleichende Orientierung
- Warum sind Vorsätze laut dem Rubikon Modell so wichtig? Automatische Aufmerksamkeitslenkung durch Vorsätze: - Zielintentionen allein stellen Handlungsinitiierung nicht sicher (z.B.: Ich will Ziel X tatsächlich anstreben) - Wenn günstige Gelegenheiten zum Handeln selten oder schwer zu erkennen sind: erleichtern Vorsätze das Handeln (z.B.: Wenn Situation Y eintritt, will ich Handlung Z ausführen) - automatische Aufmerksamkeitslenkung auf Ziel und intendierte Handlung, wenn Situation Y tatsächlich eintritt --> brauche starke Konkretisierung (wann genau tue ich was); Implementierungsintension: wenn äußere Situation eintritt: automatische Aufmerksamkeitslenkung Zielintentionen und Implementierungsintentionen: - Absicht (Zielintention): Ich will mich auf die Prüfung vorbereiten - Vorsatz (Durchführungsbezogene Intentionen): Ich will mich jeden Tag von 10.oo bis 15.oo auf die Prüfung vorbereiten
- Welche Kritik wird am Ansatz von Heckhausen geäußert? - empirisch gezeigte Generalisierung von Bewusstseinslagen Effekten: wenig funktional -->Personen arbeiten an mehreren Zielen/ Entscheidungsproblemen in verschiedenen Phasen - Dichotomie zwischen günstigen und ungünstigen Gelegenheiten ist unrealistisch - Gelegenheiten variieren fließend in Günstigkeit und meist suboptimal --> Überspezifikation eines Vorsatzes führt zur Untätigkeit, weil optimale Gelegenheit nie eintritt - Hinzunahme volitionaler Konzepte und Unterscheidung distinkter Phasen/Bewusstseinslagen erhöht Präzision der Beschreibung und Erklärung von Prozessen der Handlungskontrolle - Heckhausen und Gollwitzers Theorie ist empirisch gut gestützt
- Was ist Glück und Zufriedenheit? - In Psychologie setzte sich Ansicht durch, dass Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit auf subjektiven Konstruktionsprozessen beruht - Subjective well being: Glücklich ist, wer häufig in positiver Stimmung und selten in negativer Stimmung ist (hedonistische Perspektive) - Psychological well being: gelingendes Leben, menschliche Stärken, Sinn im Leben und Selbstakzeptanz (eudaimonische Perspektive)
- Welche Rollle spielen Ziele bei der Zufriedenheit? - Ohne Ziele fehlt Orientierung und Grundbedürfnisse könnten nicht gestillt werden - Ziele spielen Rolle bei Herausbildung der Identität und Bewältigung von Entwicklungsprozessen und Krisen - Wohlbefinden am stärksten beeinträchtigt bei starker Zielbindung und ungünstigen Realisierungschancen --> Wohlbefinden steigt nur dann, wenn Ziel motivkongruent ist - Motivinkongruenzen wirken als Stressoren und senken das Wohlbefinden --> Je höher ausgeprägt Fähigkeit zur Wahrnehmung innerer Reize und Affekte ist, desto eher besteht Motivkongruenz - Motive nur ablesbar an Emotionen - Motivkongruenz variiert mit Fähigkeit nonverbale in verbale Signale zu übersetzen - Imagination von Zielen soll implizite Motive mit Zielen vereinbar machen (möglichst lebhafte Vorstellung: wie es sein wird)
- Was macht Menschen glücklich? - Menschen besitzen starke Überzeugungen was glücklich macht --> Menschen, die in Kalifornien leben nicht glücklicher als Menschen im mittleren Westen der USA (glauben aber Menschen in Kalifornien seien glücklicher) --> Lotteriegewinner nach Übergangsphase nicht glücklicher als andere Menschen --> Querschnittsgelähmte nach Übergangsphase nicht unglücklicher als andere --> Meisten Menschen überzeugt, dass höheres Einkommen zufriedener macht (Wenn Einkommen Grundbedürfnisse abdeckt: keine Zusammenhänge von Einkommen und Wohlbefinden
- Warum haben meisten Menschen Überzeugung, dass Wohlbefinden von Einkommen abhängt? Wie wird Lebenszufriedenheit erfasst? Fragen die man sich stellt: - Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihrem Leben? - Wie fühlen Sie sich jetzt in diesem Moment? - Erfassung einer Vielzahl von einzelnen Emotionen --> Fragen lenken Aufmerksamkeit auf Faktoren wie das relative Einkommen im Vergleich zu anderen - Lebenszufriedenheit nicht einfach aus Gedächtnis abrufbar: Antwort vor Hintergrund gerade salienter Informationen (Ankerpunkte) konstruiert --> Antworten hängt ab: worauf Menschen gerade Aufmerksamkeit lenken Akzentuierungsillusion (focusing illusion)
- Gründe für geringen Einfluss des Einkommens auf Wohlbefinden - Akzentuierungsillusion kann erklären, warum Befunde oft kontraintuitiv sind: Wir denken nicht permanent über positive/negative Lebensumstände nach - Adaptation: besondere Speise löst weniger positiven Affekt aus, wenn man sie häufig konsumiert - Wünsche ändern sich mit den Möglichkeiten
- Was spricht dafür, dass wir das falsche wollen und falsche Vorhersagen machen? welche Gründe gibt es? Gründe: - Focalism: fokussieren auf wenige Details, wenn wir uns fragen, wie wir uns fühlen werden -->Positivität der Dinge wird überschätzt - Immune neglect: kritische Lebensereignisse lösen Bewältigungsmechanismen aus (z.B.: Reappraisal), die helfen die Ereignisse in einem anderen Licht zu sehen - Zukünftige Ereignisse werden relativ abstrakt repräsentiert, sodass wenige Merkmale die affektive Reaktion bestimmen Spricht dafür, dass wir gelegentlich das Falsche wollen: - Psychisch gesunde Menschen verzerren Realität im Dienste des Selbstwerts und einer optimistischen Sicht der Zukunft --> Überschätzen somit unsere Fähigkeiten: nehmen schwere Aufgaben an (positiv) --> Solche positiven Illusionen können gegen Informationen immunisieren, die zu einem besseren Gesundheitsverhalten führen würden (gefährlich)
- Wonach besteht laut Seligman Zufriedenheit? - Positive Emotionen (the pleasant life): Positive Emotionen entwickeln gegenüber Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit - Engagement (the engaged life): Ein Leben, das Beschäftigtsein, Teilnahme und Aufgehen in Arbeit, tiefe Beziehungen und Freizeit verfolgt - Sinn (the meaningful life): Stärken/Talente verwenden, um etwas tun/unterstützen, das größer ist als man selbst
- Welche Dinge soll man laut positiver Psychotherapie machen? - 5 größten Stärken kennen und nutzen - 3 gute Dinge die passiert sind am Tag aufschreiben - Eigene Todesanzeige schreiben: was sollte am meisten erinnert werden - Dankbarkeit gegenüber Menschen zeigen die einem geholfen haben - Einmal am Tag mindestens konstruktives mit jemand anderem interagieren - Einmal am Tag an nichts Negatives denken, sich komplett auf etwas fokussieren
- Was ist Emphathie und was sind ihre vorraussetzungen? Empathie = unvoreingenommene Verstehen positiven/negativen Erfahrungen anderer wird vielfach als Voraussetzung für prosoziales Verhalten angesehen - Voraussetzung für Empathie: --> Perspektiven- und Rollenübernahme: Versuch Verhalten, Gedanken und Gefühle anderer nachzuvollziehen --> Voraussetzungen hierfür sind positive Einstellungen oder wahrgenommene Ähnlichkeit - Prosoziales/altruistisches Verhalten definiert durch: Absicht, einer anderen Person Gutes zu tun und trotz Entscheidungsfreiheit
- Wie entsteht Emphathie? Welche theorien gibt es? - Theory of Mind: Fähigkeit mentale Zustände sich selbst und anderen zuzuschreiben und zu differenzieren (SItuation der P1 --> versucht P2 zu rekonstrzieren, um zu wissen wie sich P2 fühlen würde) - emotionale Ansteckung: Freud übertragung der Gefühle des Klienten auf Therapeuten, sodass Gefühle nachvollziehen kann (Emotionen P1 direkt aud Emotionen der P2: ohne Vorwisse -->unwarhrscheinlich wegen privatheit der Emotionen) - angesteckte Stimmung: Ausdruck der P1 erkennen und immitieren-->löst Stimmung in P2 aus)
- Warum wird geholfen? - Das egoistische Gen: Aus evolutionären Sichtweise betrachtet sollten Menschen egoistischer sein, damit nur eigener Genpool weitergeben wird - Beobachtung: Tiere und Menschen helfen anderen Angehörigen ihrer Spezies oft unter Gefahr für eigenes Überleben --> kin selection: Hilfe wird vorrangig Verwandten gegeben; je enger Verwandtschaft, desto mehr Hilfe --> dient Weitergabe der eigenen Gene - Reziproker Altruismus: Wechselseitige Hilfe auch unter nichtverwandten Individuen; Natürliche Selektion für reziproken Altruismus v.a. in Spezies, die in sozialen Gruppen leben, deren kollektives Überleben von Kooperation abhängt und die keine rigiden Hierarchien besitzen (Homo Sapiens) - Reziprozitätsnorm: Neben biologischen Faktoren tragen auch soziale Normen der Fairness zu reziprokem Verhalten bei --> jenen zu helfen, die einem geholfen haben: Empfangen von Hilfe ohne Möglichkeit, Hilfe zurückzugeben, ist emotional aversiv
- Warum wird nicht geholfen? - Motiv des Glaubens an die gerechte Welt (Person hat das schon verdient) - Kognitives Modell der Hilfeleistung: 1. Potentielle Notfallsituation nicht bemerkt? F 2. Frage der Interpretation: Wirklich ein Notfall? Soziale Vergleichsprozesse: „Wie verhalten sich die anderen?“ pluralistische Ignoranz --> neue/lokale Norm wird erzeugt 3. Frage Übernahme von Verantwortung: Bin ich für Hilfeleistung verantwortlich? Sind da schon genug andere? --> Verantwortungsdiffusion 4. Frage der eigenen Kompetenz: Bin ich zum Helfen in der Lage? 5. Frage der Handlungsinitiierung Motivationale und volitionale Aspekte --> Konkurrierende Ziele machen helfendes Handeln unwahrscheinlicher - Arousal Cost Reward Model: Erweiterung der Entscheidungssequenz um zwei Aspekte: Emotionale Erregung und relative Kosten des Helfens (für einen selbst) versus Nichthelfens (für die Person in Not) --> Notfall löst negative emotionale Spannung aus, Kann auf verschiedene Weise reduziert werden: o Helfende Intervention o Ignorieren oder Uminterpretieren der Gefahrensignale o Flucht oder aus dem Feld gehen --> Welche Alternative gewählt wird, hängt vom Ergebnis Kosten-Nutzen-Analyse ab
- Strategien der Prävention von Nichthelfen/bystander Effekt? - Mehrdeutigkeit der Notfallsituation reduzieren und Notwendigkeit der Hilfeleistung deutlich machen - Verantwortung individuell fokussieren - Hilfebezogene Selbstwirksamkeit in anderen stärken - Identifikation mit demjenigen stärken, der Hilfe braucht - Normen etablieren, die Hilfsbereitschaft stärken und in gegebenen Situation aktivieren - Trainings zur Zivilcourage: Erkennen von Notlagen üben (Schritt 1 & 2); Verantwortungsdiffussion und pluralistische Ignoranz reduzieren (Schritt 2 & 3); Strategien schneller und effektiver Hilfe (Schritte 4 & 5).
- Was kann man gegen Gewalt tun? - milde Strafen - Sympathie für Opfer durch Videos und Diskussionen - Informationen der Eltern - Lehrer gehen gegen Schimpfworte und andere Aggression direkt vor - Mehr Aufsicht
- Wie kann man Dilemma: Ausleben und Unterdrücken ist schädlich lösen? - Konstruktives Ausleben aggressiver Impulse - Hilfreich: Austausch über starke Gefühle mit Freunden - Entschärfung von Konflikten durch Entschuldigungen - Vorbilder, die auf Frustration nicht mit Aggression reagieren - Problemlösetrainings - Einübung von Perspektivenübernahme - Ursache von Amokläufen häufig der Versuch Scham und Erniedrigung in Stolz umzuwandeln (Wiederherstellen der Ehre)
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- Wie wird Aggression von Erregung beeinflusst? - Aversiv erlebte Erregung erhöht Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten - Neben Frustration können noch andere Faktoren Erregung erhöhen - Zillmann: Residuale Erregung auf gegenwärtigen Kontext übertragen, wenn tatsächliche Auslöser der Erregung nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit steht --> Entscheidend ist offenbar, worin Ursache für momentane Erregung gesehen wird: Attribution (bei Pause vergisst man woher Erregung kam) - Berkowitz kritisiert Position von Zillmann: --> Erregung sei nicht neutral, sondern besitze häufig negative Valenz --> Aversive Ereignisse führen unmittelbar zu aversivem Erleben und lösen direkt (ohne Attribution) Aggression oder Flucht aus
- Wie wirkt sich Schmerz auf Aggression aus? - Je unangenehmer Ereignis empfunden wird, desto eher Bereitschaft aggressiv zu handeln - Aggressives Verhalten resultiert nur, wenn gleichzeitig aggressive Hinweisreize vorhanden sind
- Wie wirkt sich Attribution auf Aggression aus? Welche kognitiven Prozesse beeinflussen aggressives Verhalten? - is-ought Diskrepanzen (Ausmaß: in dem sich erwartetes/gezeigtes Verhalten unterscheiden) - Verantwortlichkeitsattribution (Zuschreibung der Verantwortlichkeit für das gezeigte Verhalten) Weitere Abstufungen der Attribution denkbar, wie etwa Absicht des Akteurs und Vorhersehbarkeit des Ereignisses, sowie weitere Motive des Akteurs --> Entschuldigungen haben nur dann Einfluss auf aggressive Vergeltung, wenn sie vor Provokation erfolgen
- Wie kann Aggression als soziale Konstruktion gesehen werden? - Erregung kann auch Folge subjektiven Einschätzung von frustrierenden Umständen sein (kognitive Emotionstheorien): --> Beinahe jedes Verhalten (unterlassene Hilfeleistung) als Schädigung anderen Person aufgefasst werden --> Umgekehrt auch schwere Gewaltanwendung als legitime Form der Verteidigung und nicht als Aggression eingeschätzt werden - Bezeichnung aggressiv keine Beschreibung mehr, sondern impliziert negative Bewertung des Verhaltens
- Wie ist Aggression in Gruppen? - Individuen zeigen häufig sehr viel weniger aggressiveres Verhalten als Gruppen - Je mehr Personen beteiligt, desto gewalttätiger die Ausschreitungen - LeBon: Menschen verhalten sich in Gruppen impulsiver und enthemmter - Deindividuation: --> Wenn sich Menschen großen Gruppen anschließen, werden sie erregter --> Individualität tritt in Hintergrund und Orientierung an eigene Normen nimmt ab --> langfristigen Konsequenzen des Handelns werden ausgeblendet - Zahlreiche Studien weisen hin, dass Anonymität einer Gruppe oft zu weniger und nicht mehr antisozialem Verhalten führen kann --> Entscheidend ist, welche Normen in Gruppe vorherrschen, welchen Verhaltenserwartungen sich Mitglieder sehen --> Befunde sprechen gegen Enthemmungsthese von Le Bon · Befunde sprechen für Tatsache, dass in Gruppen lokale Normen implementiert werden und dass Gruppenmitglieder sich bewusst an diese Normen halten.
- Was ist Aggression und welche Unterscheidung gibt es? Aggression = Absichtsvolle Handlung mit dem Ziel, eine andere Person, sich selbst oder einen Gegenstand zu schädigen - Unterscheidung: --> Instrumentelle Aggression: Absichtsvolle Schädigung zur Erreichung eines Ziels --> Feindselige Aggression: Absichtsvolle Schädigung zum Zweck der Schädigung oder Tötung des Opfers · Fließender Übergang der Unterscheidung: kriegerischer Akt meist beides: streben nach Macht/Rohstoffen und Beseitigung des Bösen (verkörpert durch den Gegner)
- Welche Theorien und Ansätze zur Erklärung von Aggressionen gibt es? - Instinkttheorien - Ethologischer Ansatz - Frustrations-Aggressionshypothese - Ansatz von Berkowitz - Ansatz von Bandura - Ansatz von Anderson
- Wie erklären Instinkttheorien Aggression? - McDougall: Aggression als einer von 18 Instinkten - Feindselige Handlungen sind Produkt eines Aggressionstriebs - Freud: Thanatos: auf Zerstörung organischen Lebens gerichteter Trieb --> destruktive Energie entsteht spontan und muss nach außen gerichtet werden --> Destruktionsbedürfnis erzeugt Spannung --> Kartharsis: Abbau der Spannung durch ausagieren/raus lassen --> positiv empfunden
- Wie erklären ethologiesche Ansätze Aggression? Welche Kritk gibt es? - Lorenz: Aggression als angeborene Verhaltensdisposition, die die Anpassung an die Umwelt erhöht - Im Inneren des Organismus gibt es verhaltensspezifische Energie, die sich spontan auflädt - Überdruck strebt nach Entladung - Schlüsselreize z.B. Frustration für Aggression erzeugt Überdruck - Abbau durch kontrollierte Abfuhr (z. B. Sport) Kritik: - Instinkttheorien sind zirkulär - verwendeten Konzepte sehr unscharf --> Vorhersagen kaum möglich - Zweifel: dass Aggression gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt wie wiederkehrende physiologische Bedürfnisse - Empirische Evidenz: ritualisiertes Ausleben der Aggression sorgt für stärkere Reaktion auf Provokation
- Wie erklärt die Frustrations-Aggressionshypothese Aggression? - Frustration ist Folge der Unterbrechung zielgerichteter Handlung - Aggression erfolgt dann gegen Urheber der Frustration - Andere Alternative ist Verschiebung auf anderes Objekt - Zunächst frühe starke Version der Theorie: Frustration führt immer zu irgendeiner Form der Aggression - Später abgeschwächt: Frustration produziert Reaktionen, eine davon ist Aggression - Gibt Vielzahl anderer Reaktionen auf Frustrationen: Weinen oder Apathie - Aggression als dominante Reaktionstendenz auf Frustration --> kommt drauf an welche Reaktion ich früher oft gezeigt habe und somit überlernt wurde; wenn Aggressivität als typische Reaktion, dann wahrscheinlich erneut gezeigt
- Wie erklärt Bandura Aggression? - Aggressives Verhalten wird ebenso erlernt, wie andere Formen des Sozialverhaltens - Dabei spielt Lernen durch Beobachtung anderer Personen eine zentrale Rolle - Bandura: Rocky Doll Experiment: Erwachsene (Modell) häufiger imitiert, wenn er für Verhalten belohnt wurde - Haben aggressive Darstellungen in Medien Einfluss auf Aggression der Zuschauer? --> Korrelationsstudien zeigen positiven Zusammenhang zwischen Häufigkeit des Konsums aggressiver Fernsehsendungen und aggressiven Verhaltensweisen Hypothese: Videospiele wegen aktiver Teilnahme stärkerer Effekt als Fernsehen --> Durch Studien bestätigt: Jungen, die Gewaltvideospiele spielten anschließend aggressiver als Jungen, die anderen Jungen beim Spiel beobachteten
- Wie erklärt Anderson Aggression? - Videospiele mit aggressiven Inhalten aktivieren mehr aggressionsbezogene kognitive Inhalte --> Führen zu mehr aggressiven Handlungen (General Affective Aggression Model) da mehr aggressive Konzepte aktiviert - Klare Befunde sowohl aus Experimenten (kurzfristige Effekte) als auch aus Korrelations/ Längsschnittstudien (wiederholtes Spielen: längerfristige Effekte): Gewaltvideos kausaler Risikofaktor für: --> verstärktes aggressives Verhalten, aggressive Gedanken --> aggressiven Affekt und physiologische Erregung --> weniger Empathie und weniger prosoziales Verhalten
- Wie erklärt Berkowitz Aggressionen? - Problem: Frustration führt manchmal zu Aggression à erlaubt keine Vorhersagen - Berkowitz versuchte: Bedingungen genauer zu spezifizieren, die hinzukommen müssen, damit Frustration zu Aggression führt - Frustration ruft emotionale Erregung (Ärger) hervor - Ärger führt nur dann zur Aggression, wenn zusätzlich aggressive Hinweisreize vorliegen --> Frustration: Hinweisreiz: Aggression - Ähnlich semantischen Netzwerken: Hinweisreiz aktiviert Knoten, welcher mit aggressivem Verhalten assoziiert ist und aktiviert dieses --> Aggressive Hinweisreize: Jeder Reiz, der mit Ärger assoziiert ist Experiment: Der Waffeneffekt § Beispiel für aggressive Hinweisreize sind Schusswaffen § Typisches Aggressionsexperiment: Lernbedingung als Schüler, für Fehler vom Lehrer bestraft, später Wechsel: kann nun Lehrer bestrafen § VPN für Leistung im Experiment bestraft (1-7 Stromstöße) § Je größer Anzahl der Stromstöße, umso höher Ärgererregung § In anschließenden Phase sollte VL bestraft werden in drei Bedingungen: Neben Schockapparatur lag entweder a) ein Gewehr des VL b) ein Gewehr c) nichts § Ergebnis: ohne vorherige Frustration in allen Bedingungen gleichbleibend wenige Stromschläge verteilt, bei Frustration ohne Hinweisreiz weniger Stromschläge als bei Hinweisreiz --> Aggressives Verhalten nicht immer bewusstes/deliberatives Verhalten: Aktivierung der Netzwerke erfolgt automatisch
- Welche Kritik wird an Berkowitz Ansatz bei der Aggressionsforschung geäußert? - Auch bei aggressiven Hinweisreizen wird frustrierte Person nicht immer aggressiv handeln --> Grund dafür: aggressives Verhalten wird sanktioniert - Möglicherweise signalisieren aggressive Hinweisreize, dass aggressives Verhalten im gegebenen Kontext angemessen ist