49
Emotionspsychologie (Fach) / Emotion (Lektion)
Emotion
Diese Lektion wurde von Tina1999 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Worin Unterscheiden sich Gefühle und Schmerz? Gefühle wirken sich auf den ganzen Körper/Stimmung aus. kann nicht nur in Teilen der Person ein gefühl haben
- Warum sind Gefühle so schwer zu erforschen? - da sie schwer verbalisierbar sind --> nutzen von Metaphern - in Philosophie nutzen von Qualias: subjektiver Erlebnisgehalt mentaler Zustände - Privatheit des subjektiven Erlebnisgehaltes: jeder empfindet anders
- Was ist eine Einstellung und was ist Stress? Einstellung: Bewertende Reaktion auf ein Objekt Stress: unspezifische negative Belastungsreaktion
- Worin unterscheiden sich Gefühle? - state (vorübergehend) und trait (anhaltend) - affektive Gefühle (eindeutig angenehm oder unangenehm: Emotionen und Stimmung) - nicht affektives Gefühl (Vertrautheit, Wachheit)
- Worin unterscheiden sich Emotionen und Stimmung? Und was sind ihre Wechselwirkungen? Stimmung: - langhanhaltend, aber nicht so intensiv -->eher im Hintergrung - nicht immer Objekt/situationsbezogen -->können auch einfach Folge physiologischer Prozesse sein Emotion: - immer objekt/situationsbezogen --> basieren auf kognitiven/evaluativen Prozessen - kurzanhaltend dafür sehr intensiv Wechselwirkungen: - daily hassles: wirken sich auf Stimmung aus - Stimmungen verstärken Emotionen: wenn eh schon in positiver Stimmung --> positive Emotion stärker wahrgenommen
- Was für Emotionsdefinitionen gibt es? Kleinginna und Komponentenmodell von Scherer
- Wie definiert Kleinginna Emotionen? - komplexes Interaktionsgefüge aus subjektiven und objektiven Faktoren, welche über das hormonelle und neuronale System vermittelt werden - sie lösen dabei verschiedene Prozesse aus: --> affektive Prozesse, wie Gefühle der Erregung und Lust/Unlust --> kognitive Prozesse, wie emotional relevante Wahrnehmungseffekte, Bewertungen, Klassifikationsprozesse --> ausgedehnte physiologische Prozesse --> ausgelöste Verhalten ist adaptiv, zielgerichtet und expressiv
- Wie definiert Scherer in seinem Komponentenmodell Emotionen? - Emotionen ausgelöst nach Abfolge von aufeinander bezogener, synronisierter Veränderung in den Zuständen aller fünf Subysteme - Funktion --> Subystem --> Komponenten: - Reizbewertung --> Informationsverarbeitendes Subystem --> Kognitive Komponente - Systemregulation --> Versorgungsystem --> Neurophysiologische Komponente (schnelle ENergiebereitstellung) - Handlungsvorbereitung --> Steuerungsystem --> motivationale Komponente (Rückmeldung auf Emotionen) - Kommunikation von Reaktion und Intention --> Aktionssystem --> Ausdurckskomponente - Refelxion und Kontrolle --> Monitorsystem --> Gefühlskomponente
- Welche Klassifikationsversuche von Emotionen gab es? - Wundt - kategoriale Ansätze - Basisemotionen
- Wie klassifiziert Wundt EMotionen? - ordnet Emotionen durch DImensionen Valenz (Lust/Unlust) und Erregung (Spannung/Beruhigung) - Russles Circumplex: Dimensionen orthogonale Achsen --> jeder Emotion bestimmter Wert von Valenz und Erregung zugeordnet
- Anzeige
- Wie klassifizieren die kategorialen Ansätze Emotionen? - Differenzierung durch grundlegende Emotionskategorien: Liebe, Freude, Überraschung, Trauer, Ärger, Angst - aber es existiert kein zuverlässliges Kriterium, wie viele Kategroien es gibt
- Wie klassifizieren die Basisemotionen EMotionen? - Ekman: wie Periodensystem der Elemente: jede Emotion Mischung aus 6 Basisemotionen (Freude, Überraschung, Ekel, Angst, Trauer, Ärger) - Plutchnis nennt 8 (Erwartung und AKzeptanz)
- Welche Kennzeichen von Basisemotionen nennt Ekman? - kommen onthogenetisch früher vor - haben höheren evolutionären Anpassungswert - haben spezifisches physiologisches Grundmuster - kommen in allen Kulturen vor (universalität)
- Welche Kritik wird gegen Ekmans Basisemotionen hervorgerbracht? - uneinigkeit über Anzahl der Basisemotionen - fehlende Kriterium für Reduzierbarkeit - Unklarheit über spez. physiologische Grundmuster - physiopsychologische Komponenten (Korrugatormuskel) Bestandteil mimischer Ausdrücke mehrerer Emotionen
- Welche Möglichkeiten zur Emotionserforschung gibt es? - Verhaltens/Ausdrucksmaße - Subjektive Indikatoren - physiologische Indikatoren
- Welche möglichkeiten von physiologischen Indikatoren bei der Emotionsforschung gibt es und was sind ihre Grenzen/Probleme? - Physiologische Messverfahren setzen Beziehung zwischen bestimmten Biosignalen und der Emotion voraus - Beispiele: o EEG (Elektroenzephalogramm): gute zeitliche Auflösung, wann kommen welche Emotionen vor, aber nicht in welchem Hirnabschnitt o fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie): keine zetiliche Auflösung, dafür räumliche Anschauung o EKG (Elektrokardiogramm): Herzfrequenz o GSR (Galvanic Skin Response) o EMG (Elektromyogramm): Muskelbewegungspotential - Grenzen der Methode: o Relation von Biosignalen zu Emotionen meist komplex o die Qualität einer Emotion lässt sich nicht aus einzelnen Biosignal bestimmen àmehrere Biosignale/Kanäle notwendig - Ausweg: Messung der spontanen Reaktionen der Gesichtsmuskeln (EMG) o Nur für Emotionen möglich, die im Gesicht ausgedrückt werden o Trotzdem kann bewusste Verfälschung geben und Vpn aktivieren ganz unterschiedliche Infos in Reaktion auf Reize
- Wie lassen sich EMotionen durch Verhaltens und Ausdrucksmaße erforschen? - Emotionen lösen spezifisches Verhaltensmuster aus: --> angst: Flucht zum Schutz --> Ekel: AUsspucken zur Zurückweisung --> Ärger: Angriff zum Zerstören des Grundes - Verhalten beruht auf deliberativen und automatischen Prozessen --> können also verändert werden - nicht jede Person reagiert auf alles gleich: Angst kann auch zu Angriff führen
- Wie kommt es laut James dazu das eine Emotion ausgelöst wird? - traditionelle Sichtweise: Situation --> Emotion --> körperliche Reaktion - James-Lange Theorie: Situation --> körperliche Reaktion --> Emotion (spüren der körperlichen Reaktion ist die Emotin - Beispiel: § Begegnen Bären --> ergreifen Flucht § Wahrnehmung der körperlichen Reaktion ist das Gefühl der Angst § Gefühl ist nicht die Voraussetzung für die körperliche Reaktion, sondern seine Folge --> Emotion ist Empfindung körperlicher Veränderung Drei Elemente: - Wahrnehmung einer Situation ist hinreichend für körperliche Veränderung - Veränderungen sind emotionsspezifisch und müssen bewusst/wahrnehmbar sein bewusste Erleben körperlicher Veränderung ist die Emotion
- Welche Kritik spricht Cannon gegen den Ansatz von James aus? - autonome Reaktionen zu unspezifisch und langsam - innere Organe zu unempfindlich - emotionale Erleben troz Abtrennung der viszeralen Rückmeldung vom ZNS - künstluch herbeigeführte typischer viszeralen Veränderung führt nicht zur Auslösung entsprechender Emotionen
- Welche Ansätze zu Erklärung der Rolle der Erregung beim Emotionalen Erleben gibt es? Ansatz von Schachter und Singer ANsatz von Zillman Ansatz von Valins
- Wie beschreiben Schachter und Singer die Rolle der Erregungim emotionalen Erleben? Welches experiment stellen sie auf? - Körperliche Erregung stellt notwendige, aber nicht hinreichenden Bestandteil emotionalen Erlebens dar - Zum Erleben von Emotionen 2 Faktoren notwendig: § Physiologische Erregung (bestimmt die Intensität) § Kognition (bestimmt die Qualität): Kausalattribution (Zuschreiben auf Grund) der Erregung auf eine emotionale Ursache --> keine Emotion erlebt bei Zuschreibung auf nicht-emotionale Ursache - Emotionen sind postkognitiv, insofern zunächst Erregung vorhanden ist, die dann einer Ursache zugeschrieben wird: körperliche Reaktion, dann schaut in sich hinein (findet Ursache) --> Emotion Experiment Schachter & Singer (1962): Zusammenhang von Erregung und Kognition: - Erregung: Injektion von Adrenalin vs. Placebo (Kochsalzlösung) - Angeblich soll Einfluss Vitamins (Superoxin) auf Sehfähigkeit überprüft werden - Erklärungsbedürfnis: VPN werden über Nebenwirkung des Vitamins richtig informiert (Superoxin: erregende Wirkung), falsch informiert, oder gar nicht informiert - richtig informierte: kennen Grund für Erregung schon, müssten geringere Ansteckungsquote haben; nicht informierte: höchste Ansteckungsquote - Emotionale Kognition: Angebliche andere VPN (Verbündeter) wartet mit ersten VPN alleine und verhält sich entweder euphorisch oder verärgert - Abhängige Variable: Selbsteinschätzung der empfundenen Emotion und Verhalten
- Welche Kritik wurde am Experiment von Schachter und Singer geäußert? - Konnte nicht repliziert werden (Marshall & Zimbardo, 1979) - Nur T Test Nutzung: keine Varianzprüfung - Adrenalin erzeugt negative Stimmung zusätzlich zu hohe Erregung - Beta-Blocker Untersuchungen geben keinen Hinweis auf verringerte emotionale Empfindung (Herzfrequenz Senker) - Emotionen bei Querschnittsgelähmten ergeben keinen eindeutigen Hinweis auf die Notwendigkeit physiologischer Erregung
- Welche Rolle schreibt Zillmann der Erregung beim emotionalen Erleben zu? - Erregung ist unspezifisch und klingt langsam ab --> deshalb für Menschen schwierig: richtige Quelle zu erkennen - Erregung (eigentlich aus vorhergehenden Situation) fälschlicherweise auf gegenwärtige Situation zurückgeführt: Erregungstransfereffekt (residuale Erregung) --> Erregungstransfereffekt nur dann, wenn vorangegangene Situation nicht mehr als Ursache der Erregung angesehen wird - Gemeinsamkeiten mit der Theorie von Schachter & Singer: Mehrdeutigkeit der Quelle der Erregung (Transfereffekt am höchsten, wenn unklar woher Erregung) - Unterschied zur Theorie von Schachter & Singer: Bei Zillmann ist Bewusstheit der Erregung keine Voraussetzung, aber physiologisch messbarkeit
- Welche Rolle schreibt Valins der Erregung beim emotionalen Erleben zu? - Aktivierung wirkt nicht unmittelbar und automatisch, sondern muss erst wahrgenommen werden: um emotionale Erleben zu beeinflussen - Fähigkeit zur Wahrnehmung interner Aktivierung ist schlecht --> Deshalb Menschen irrführbar durch Vorgabe falschen Feedbacks über innere Aktivierung - Experiment Valins (1971): § VPN bekommen falsches Feedback über Herzfrequenz beim Betrachten von Aktfotos § Nachfolgend Aktfotos abgebildeten Personen bezüglich Attraktivität eingeschätzt § Personen attraktiver eingeschätzt, wenn vorher höhere Herzfrequenz rückgemeldet - Kritik am Ansatz von Valins: § Attraktivitätseinschätzungen nicht gleichzusetzen mit Emotionen § Fraglich, ob die Wahrnehmung der Erregung notwendige Voraussetzung ist § Möglicherweise verändert das False Feedback wiederum die autonome Erregung
- welche modernen physiologischen Anstätze gibt es bei der erklärung emotionalen Erlebens? Ansatz von LeDoux und Ansatz von Damasio
- Erkläre den Ansatz von LeDoux beim emotionalen Erleben - Warum empfindet Dissoziationen von „Herz“ und „Verstand“? - Dissoziationen auf neuronale Struktur des Gehirns zurückzuführen - Nach traditionellen Verständnis der Emotionsentstehung: Auge/Ohr leiten die sensorische Information über Thalamus zum Neokortex weiter --> dort Signale semantisch interpretiert und dann zur Amygdala weitergeleitet - LeDoux Entdeckung: sensorische Informationen vom Thalamus direkt (ohne Vermittlung über Neokortex) an Amygdala weitergegeben werden --> daher können motorische Fluchtreaktionen ausgelöst werden --> bevor Information im Neocortex verarbeitet wurde - Beispiel: § Spaziergänger eine Schlangeàzeigt schnelle automatische Fluchtreaktion § Erst bei genauerer Analyse im Neocortex wird klar: nur Ast § Verbindung von Thalamus/Amygdala erlaubt sehr schnelle Reaktionen § Info nur sehr oberflächlich verarbeitet --> kann zu Fehlern kommen
- Erkläre den Ansatz von Damasio beim emotionalen Erleben - Beschäftigt sich mit Frage: wie entsteht Bewusstsein? Welche Rolle spielen physiologische Prozesse? - Somatic-Marker-Hypothesis: § Rationale Entscheidungen durch emotionale somatische Reaktionen beeinflusst § automatischen somatischen Reaktionen auf vorangegangene Konditionierungsprozesse zurückzuführen § Personen mit Schädigungen im Präfrontallappen Konditionierungsprozesse erfolglos - Experiment: § VPN ziehen Karten aus mehreren Stapeln (bieten unterschiedliche Erfolgswahrscheinlichkeiten)àRegelhaftigkeit nicht zu erkennen § VPN ohne neurologische Störung erfolgreicher/zeigten erhöhte Erregung, wenn nach dem Stapel mit weniger Erfolg greifen - Untersuchungen bestätigen die Auffassung von James, dass körperliche Reaktionen wesentliche Grundlage für das Erleben von Emotionen bilden --> Irrtum bestehe in strikten Trennung zwischen Körper und Bewusstsein - Embodiment Ansätze: somatische Zustände sind Teil der multimodalen Repräsentation im Gedächtnis (Gegensatz amodal) Warum fühlen wir? Bechara et al. zeigen, dass Gefühle adaptiv sind (Experiment): § Shiv et al. (2005): VPN müssen eine Summe für die nächste Runde investieren --> wer viel investiert, wird belohnt § VPN mit präfrontalen Hirnschädigungen (niedriger EQ) schnitten besser ab --> Normale VPN zeigen eine Risiko-Aversion (Risikoabneigung) --> Ob Emotionen adaptiv sind, hängt von der Passung von Umwelt und Emotion ab --> Maia & McClelland (2004): Reaktionen können auch durch bewusstes Wissen vermittelt sein
- Welche Ansätze gibt es um den Einfluss von Kognition auf Emotionen zu beschreiben? Appraisalansätze: Ansatz von Lazarus und Kritik von Zajonc Attributionsansatz von Weiner Neue Appraisalansätze von Scherer und Gross
- Wie beschreibt Lazarus den Einfluss von Kogntion auf Emotionen? - Interaktion von Situation und kognitiver Interpretation ist emotionsauslösend - Worin unterscheiden sich emotionsauslösende kognitive Prozesse („hot cognitions“) von kognitiven Prozessen (z.B. Rechenaufgabe), die keine Emotionen auslösen? - Einschätzungsprozesse in Auseinandersetzung mit Umwelt: § Primary Appraisal: Bewertung einer Handlung/Ereignisses im Hinblick auf eigene Wohlergehen (Was bringt mir die Situation?) § Secondary Appraisal: momentanen Ressourcen im Umgang mit einem Ereignis (kann ich mit Situation fertig werden?) § Reappraisal: Neueinschätzungen durch die Veränderung der Umwelt (umdrehen nach gefährlichen Tier, ob in Sicherheit nun) - Experiment von Lazarus (1964): VPN sehen Filme über Beschneidungsriten mit unterschiedlichen Kommentaren (positiv/negativ)àreagieren unterschiedlich obwohl selbe Situation gezeigt wird (Lazarus sieht sich bestätigt) --> Kritik: eigentlich geht es dabei nicht um eigene Wohlergehen, sondern Empathie
- Welchen Kritik am Fragebogendesgin beim Beweis von Lazaurs Theorie über den Einfluss von Kognition auf Emotionen gibt es? § Keine Kausalschlüsse in korrelativen Designs § Erlebte vs. vorgestellte Emotionsauslöser macht Unterschied § Erleben Kleinkinder Emotionen? § Kann Psychopharmaka das emotionale Erleben verändern? (eher Stimmungsveränderungen, als Emotionsänderung laut Lazarus) § Automatische Einschätzungsprozesse? § Lachen durch Kitzeln eine Emotion? § Kognition als konzeptuelle Implikation
- Anzeige
- Welche Kritik formuliert Zajonc am Ansatz von Lazarus? und welche Beweise bringt er an? · Zajonc gegen Auffassung: Emotionen beruhen immer auf komplexen kognitiven Prozessen · Geht davon aus: § Affektive Urteile oft schwer begründbar und setzen kein Wissen voraus (kann vergessen haben, was in film passiert ist, weiß dennoch Gefühl darüber) § Gefühle lassen sich willentlich nur schwer verändern - Kognitionen sind in Phylogenesis zeitlich Emotionen nachgeordnet - affektive und kognitive Systeme sind voneinander unabhängig - Situation --> Kognition und Emotion verlaufen parallel (affektiv Emotion sogar schneller als Kognition manchmal) Beweise: - Experiment von Zajonc zum „mere-exposure“ Effekt: Vorliebe für chinesische Schriftzeichen steigt mit Anzahl Darbietungen, ohne Erinnerung an Darbietung - Experiment zum affective priming: subliminale Darbietung emotionaler Gesichtsausdrücke beeinflusst Einschätzung chinesischer Schriftzeichen --> Lazarus hält untersuchten Phänomene nicht für Emotionen
- Wie beschreibt Weiner den Einfluss von Kognition auf Emotionen? - Wie Schachter/Singer geht Weiner davon aus, dass Attributionsprozesse (Frage nach Ursache) in Emotionen eine Rolle spielen - Anders als Schachter/Singer nimmt Weiner an, dass Attributionsprozesse notwendig und hinreichend sind, um Emotionen auszulösen --> Physiologische Erregung spielt bei der Emotionsauslösung in Weiners Modell keine Rolle - nimmt einen sequentiellen Prozess der Emotionsauslösung an: * Wurde das individuelle Ziel erreicht? * Welche Ursache hat das Ereignis oder die Handlung? * Einordnen der Ursache auf Dimensionen
- Wie beschreibt Scherer den Einfluss von Kognition auf Emotionen? - Geht davon aus, dass Emotionen bestimmt werden durch eine sequentielle Abfolge von Appraisalprozessen - Qualität der Emotion durch das Muster der jeweiligen beteiligten Appraisalprozesse bestimmtà Bei Kenntnis der Emotion --> kann Rückschlüsse auf Appraisalprozesse ziehen
- Wie beschreibt Gross den Einfluss von Kognition auf Emotionen? Was ist ein gesunder Umgang mit Emotionen? - unterscheidet antezedenzbezogene (nicht schädigend) und reaktionsbezogene Formen der Emotionsregulation - besteht grundlegender Unterschied, ob emotionale Reaktion (Empfindung, Verhalten, Physiologie) bereits ausgelöst ist (reaktionsbezogen=Suppression) oder nicht (antezedenzbezogen=Reappraisal) - Experiment: Filme über medizinische Behandlung von Verbrennungen gezeigt --> Eine Gruppe soll Film möglichst objektiv zu sehen, eine sollte nicht zeigen, was sie fühlt und eine erhielt keine Instruktion --> Reappraisal führt zu Abnahme der Emotionalen Empfindung --> Suppression führt zu Herzraten Anstieg: ungesund, schädlich auf Dauer, da Unterdrückung auslöst: § starke Erhöhung der Reaktion des ANS --> Prädiktor für kardiovaskuläre Schädigungen und Inhibition der Immunabwehr § deutlichen Verringerung kognitiver Kapazität, sodass Erinnerung an enkodierte Inhalte abnimmt § Unterminierung positiven Ausdrucks im Alltag --> Personen, die ihren Ausdruck unterdrücken, lösen auch bei Interaktionspartnern erhöhte ANS Aktivität aus - Beispiele für Reappraisal: --> Streitanfälliges Pärchen, soll „über Konflikte mit Ihrem Partner aus der Perspektive einer neutralen dritten Person, die nur das beste für alle will“ --> stoppt Negativtrend in der Paarzufriedenheit
- Mit welchen dimensionen beschäftigt sich Weiner? Was ist sein Ziel? - beschäftigte sich insbesondere mit drei Dimensionen: § Lokus der Verursachung, Stabilität, Kontrollierbarkeit - Bei Kenntnis jeweiligen Ausprägung der Dimensionen differenzierte Aussagen darüber möglich, welche kognitive Interpretation welche spezifische Emotion auslöst (im Gegensatz zu James, Schachter, Valins u.a.) - Weiner hält demnach Rückschlüsse von Emotionen und Handlungen auf Kognitionen für möglich - Experiment: Ein Schüler habe schlechte Note bekommen, Lehrer reagiere mit Ärger, Mitleid oder Schuld. Worin sieht der Lehrer die Ursache für die schlechte Note? § Ärger --> fehlende Anstrengung des Schülers § Mitleid --> fehlende Fähigkeit des Lehrers § Schuld --> schlechte Aufgabenausübung des Lehrers - Ziel Weiners ist nicht vollständige Systematisierung aller Emotionen --> sondern Schwerpunkt auf dimensionsabhängigen Emotionen (Schuld, Stolz, Mitleid, Ärger)
- In welchen Modalitäten kommen Emotionen zum Ausdruck? - Mimik, Stimme, Blickrichtung, Körperhaltung/Gestik, Orientierung im Raum --> Gesicht/Mimik spiegelt sehr viel mehr Informationen, die vom Gegenüber automatisch verarbeitet werden
- Warum haben sich jeweilige Ausdrücke phylogenetisch so und nicht anders entwickelt? (Bsp.: Warum wird beim Lachen der Mund geöffnet?) - durch vokalen Ausdruck ergeben sich funktionale Restriktionen beim mimischen Ausdruckà Produktion von Lachen in gewissen Lautstärke erfordert geöffneten Mund --> denkbar, dass unterschiedlichen Modalitäten im Laufe der phylogenetischen Entwicklung wechselseitigen Restriktionen unterliegen
- Was sind die physiologische Grundlagen des Ausdrucks von Emotionen? - hirnanatomischen Grundlagen der Enervierung entsprechen Gesichtsausdrücken bei Säugetieren weitgehend - zentrale Rolle übernimmt der faziale Nucleus, der über der Insula liegt - Willkürmotorik durch kortikalen motorischen Areale aktiviert (flexible lernabhängige Steuerung) - Aunwillkürliche Gesichtsausdrücke zusätzlich extrapyramidal oder subkortikal gesteuert (unflexible lernunabhängige Steuerung) --> Willkürliche Gesichtsausdrücke unterscheiden sich von unwillkürlichen
- Was spricht für die Universlität des Emotionsausdrucks? Ekman - Wenn Ausdrucksverhalten phylogenetische Wurzeln hat, sollte Ausdruck von Emotionen in allen Kulturen gleich (universell) sein (Basisemotionen) - Experiment von Ekman (1973): --> Personen aus unterschiedlichen Kulturen werden Fotos des mimischen Ausdrucks von Basisemotionen vorgelegt --> Vpn sollen aus Liste von 6 Emotionen diejenige ausgewähen, die den Ausdruck am besten beschreibt --> Vpn in zehn Ländern gelang es, die 6 Basisemotionen (Freude, Ekel, Überraschung, Trauer, Ärger und Angst) jeweils richtig zuzuordnen
- Welche Kritik übt James Russel am Ansatz/Experiment von Ekman? - Unklar, wie hoch korrekte Erkennung eigentlich sein muss, damit Universalitätsthese als bestätigt gelten kann - Unklar, ob tatsächlich entsprechende Emotion hinter Ausdruck steht oder andere Information - Genauigkeit ist auf Vorauswahl der Bilder und deren Typikalität zurückzuführen (im Normalfall nie nur eine Emotion dargestellt9 - Forced-Choice Wahlverfahren erhöht scheinbare Genauigkeit gegenüber der freien Bezeichnung der Emotionen --> Durch Kritik Universalität von Ausdrucksmustern nicht in Frage gestellt: gewisse Zahl von Emotionen besitzt spezifisches Ausdrucksmuster, das zu einem gewissen Grade kulturunabhängig ist
- Welche weiteren Beweise/Experimente gibt es zur Universalität des Emotionsausdrucks? Experiment zur Körperhaltung bei Stolz: leichtes Lächeln, leicht zurückgelegter Kopf, ausgedehnte Brust, hochgestreckte Arme oder an die Hüfte) - Körperhaltung in unterschiedlichen Kulturen und von Kindern ab vier Jahren von Freude unterschieden --> Obwohl stolz Komplexemotion wird sie erkannt - Annahme: muss erlernter Emotionsausdruck sein, wie ist es bei Blindgeborenen? --> Offenbar wird Körperhaltung bei Stolz nicht erlernt: Blindgeborene bei Paralympics zeigen auf Siegertreppchen gleiche Körperhaltung wie Teilnehmer der Olympischen Spiele Experiment zur erkennungsleistung von Emotionen durch vokalen Ausdruck: - ließen Schauspieler bedeutungsfreie Pseudosätze aus Pseudowörtern (z.B. „Hat sundig pron you senzy.“) mit vokalen Ausdruck von 14 verschiedenen Emotionen sprechen - Mit Ausnahme von Ekel und Scham für alle Emotionen eine Erkennungsleistung berichtet, die über dem Zufallsniveau lag - Ärger wird in unterschiedlichen Facetten sehr differenziert über vokalen Ausdruck kommuniziert Experiment zur Simultanen Betrachtung mehrerer Modalitäten: - intensive positive/negative Emotionen können genauer auf Grundlage Körperhaltung als auf Grundlage Gesichtsausdrucks differenziert werden - Präsentieren von Gesichtsausdruck, Körperhaltung oder beiden von Tennisspielern nach Punktgewinn oder Punktverlust - Einschätzung, wie positiv/negativ Ausdruck ist, gelingt besser, wenn Körperausdruck mit oder ohne Gesichtsausdruck dargeboten wird --> gelingt schlechter, wenn nur Gesichtsausdruck Grundlage Einschätzung ist
- Wie erforschte Darwin die grundlegende Annahmen der Phylogenesis des emotionalen Ausdrucks? Worin sah er diese bestätigt? - These: Mensch stammt vom Tier ab --> sah Darwin unter anderem in Ähnlichkeit des Emotionsausdrucks bei Mensch und Tier begründet - Intrakulturelle Beurteilung des Emotionsausdrucks (kulturelle Invarianz) - Interkultureller Vergleich des Emotionsausdrucks (manche Emotionsausdrücke gleich in unterschiedlichen Kulturen) - Beobachtung des Emotionsausdrucks von Kindern (manche Emotionsausdrücke kommen zeitiger als andere vor) - Beobachtung des Emotionsausdrucks bei Blindgeborenen (spielen Erfahrungen eine Rolle? Welche Ausdrücke sind biologisch determiniert?) - Beobachtung des Emotionsausdrucks bei Psychotikern
- Warum hat sich der Emotionsausdruck so herausgebildet laut Darwin? Darwin benutzt: Lamarck‘schen Theorie. --> erworbene Eigenschaften werden vererbt (z.B. erweiterte Augenöffnung bei Überraschung: dient erleichterten Aufnahme von Information) --> geht also davon aus das Emotionsausdruck eine Funktion hat Emotionen und andere mentale Zustände rufen Emotionsausdruck hervor --> Emotionsausdruck verstärkt/schwächt (reguliert) das Erleben von Emotionen
- Welche Merkmale gibt es um zu erkennen, ob jemand Emotion nur vortäuscht? - echtes Lächeln lässt sich von falschen unterscheiden: dass auch obere Gesichtspartie beteiligt ist (Duchenne-Smile) - Pupillen vergrößern sich bei Erregung (nur bei Schuldgefühlen) - Im Falle von Erregung produziert VNS sichtbare Veränderungen im Gesicht (rot oder weiß werden, schwitzen) - Asymmetrischer Ausdruck: Etwa hochziehen nur eines Mundwinkels - Gestellte Posen werden für Sekundenbruchteile von echten Ausdruck unterbrochen - Gestellte Posen dauern länger
- In wie weit spielen soziale und kulturelle Einflüsse eine Rolle beim Emotionsausdruck? - Ausdruck unterliegt in gewissem Maße der willentlichen Kontrolle --> kann auch ein Gefühl zum Ausdruck gebracht werden, das gar nicht empfunden wird Ekman nimmt an, dass Ausdruck: verstärkt, abgeschwächt, neutralisiert werden kann - unterscheidet gesellschaftlich vermittelte Ausdrucksregeln (display-rules) vom Ausdruck einer Emotion (Symptom) --> Ausdrucksregeln = Prozeduralisiertes Wissen darüber, welche Art von Ausdruck unter welchen situativen Umständen angemessen ist --> gibt in jeder Kultur Regeln/Normen, die definieren, welches Gefühl in einer bestimmten Situation adäquat ist - Ausdruck ist damit Funktion von Emotion und Darbietungsregel: deshalb auch „Zwei-Faktoren-Theorie des Ausdrucksverhaltens“ bezeichnet
- Welches Experiement/Beweis nimmt Ekman für Beleg seiner Theorie der kulturellen Einflüsse auf den Emotionsausdruck? Experiment von Ekman: - In Japanischen und amerikanischen Kinobesuchern wurden emotionsinduzierende Filme gezeigt - Hierbei wurde Gesichtsausdruck unbemerkt aufgezeichnet (hell und dunkel) --> zeigte sich, dass Japaner nur in Öffentlichkeit ihre Emotionen anders ausdrücken Emotionsausdruck kann also als Funktion der Emotion und von kulturellen Regeln angesehen werden, wobei Einfluss beider Faktoren vom sozialen Kontext abhängt
- Welche Kritik übt Friedlund an Ekmans Ansatz der kulturellen Einflüsse beim Emotionsausdruck? - nimmt an: wenn automatische Ausdruck mit deutlichen Nachteilen für Sender verbunden ist, müsste sich Kontrolle des Ausdrucks in Evolution frühzeitig herausgebildet haben - anpassung des Emotionsausdrucks an Ausdrucksregeln dauert zu lange - These: Das gesamte Ausdrucksverhalten dient lediglich sozialen Motiven --> Bsp: Trauerausdruck: “kümmere Dich um mich!“ und Ärgerausdruck: “erfülle meine Regeln"
- Welche Experimente wurden benutzt um Friedlunds Therorie zu bestätigen oder zuverwerfen? Experiment Ausdruck von Bowling Spielern: - Wenn Lächeln lediglich Ausdruck von Freude ist, sollte es nur in Situationen, die Freude auslösen, gezeigt werden - Wenn Lächeln lediglich soziale Bedeutung besitzt, sollte nur in sozialen, nicht aber in nichtsozialen Situationen auftreten (wenn eine andere Person zugegen ist) --> Sportlicher Erfolg nur in sozialen Situation Einfluss auf Häufigkeit des Lächelns: dabei insgesamt Lächeln gegenüber Interaktionspartnern immer sehr viel häufiger gezeigt Experiment beeinflusst soziale Nähe mit dem Interaktionspartner (Freund, Fremder), die Intensität der Emotion und den sozialen Kontext (witziger Film allein oder zusammen gesehen)? - Ergebnis: Bei großer soz. Nähe wurde im lustigeren Film mehr gelächelt; bei geringer Bekanntheit spielte Emotionsintensität keine Rolle (kein Lächeln) - Fridlunds Modell in Einklang ist Einfluss sozialen Nähe auf Emotionsausdruck - Nicht vereinbar hingegen ist Einfluss der Emotionsintensität
- Welche Funktion hat der emotionale Ausdruck? Kommunikative Funktion (Bedeutung des Ausdrucks für andere Personen und Regulation der sozialen Beziehung) - Grundlegend für Konstituierung von sozialen Beziehungen und Regulation von Nähe und Distanz - Vorteil für Überleben sozialer Gruppen - Schnelle Form der Kommunikation, die nicht erlernt werden muss (Säugling-Eltern) - Nonverbale Kommunikation besitzt höheren Einfluss auf Eindrucksbildung und Glaubwürdigkeit als verbale Kommunikation - Allerdings ist jeweilige Bedeutsamkeit der einzelnen nonverbalen Kanäle sehr stark kontextabhängig - Nachteil nonverbale Kommunikation: nichtpropositional: sehr viel mehrdeutiger als verbale Kommunikation: Organonmodell Regulative Funktion (Bedeutung des Ausdrucks für eigene Person) - Darwin hat angenommen, dass Intensität des emotionalen Erlebens durch Verhalten beeinflusst (verstärkt/abgeschwächt) werden kann - Kontraktion von Muskeln, die am Emotionsausdruck beteiligt sind, verstärkt/schwächt ab emotionale Erleben --> Kontraktion des Zygomaticusmuskels führt zu mehr Freude und Kontraktion Corrugatormuskels zu mehr Trauer --> In aufrechter Haltung mehr Stolz erlebt als in vorn übergebeugter Haltung --> obwohl wir unsere Ausdrücke selber nicht sehen, beeinflussen sie unsere Emotionen