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Methoden empirischer Forschung (Fach) / Datenerhebung und Befragung (Lektion)
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Diese Lektion wurde von Niiklas1997 erstellt.
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- 3 Datenerhebungsverfahren 1. Befragung 2. Beobachtung 3. Inhaltsanalyse
- Vor- und Nachteile von Befragungen Vorteile: - Abfragung subjektiver Faktoren (Einstellungen, Werte) - Mögl. Erfassung vergangener Erfahrungen, Situationen etc. - Vermittelt Informationen über schwer zu beobachtende Situationen Nachteile: - Interaktion zwischen Interviewer und Interviewten beeinflusst Antworten - Befragungssituation beeinflusst Antworten
- Mögliche Befragungsformen - persönlich - postalisch - telefonisch - digital
- Unterschied qualitative und quantitative Interviews Qual.: Leitfadengespräche (teilstrukturiert) oder narrative Interviews (wenig strukturiert) Quan.: standardisiertes Interview (feste Fragen, gleiche Reihenfolge)
- 3 verschiedene Interviewsituationen 1. unstrukturiert: - kein Fragebogen - passive Rolle des Interviewers - Anordnung und Formulierung der Fragen bleibt Interviewer überlassen, Anpassung an den Befragten => eignet sich für die Vorbereitung einer Untersuchung 2. teilstrukturiert: - vorformulierter Fragebogen/Interviewleitfaden - Anordnung der Fragen obliegt dem Interviewer, ggf. Anpassung an den Verlauf des Gesprächs => Dient der Exploration des Forschungsgegenstandes, falls dieser noch nicht in allen Dimensionen erfasst wurde 3. strukturiert: - standardisierter Fragebogen - gleiche Formulierungen und gleiche Abfolge für alle Befragten - neutrale Rolle des Interviewers => Dient der Generierung von vergleichbaren Ergebnissen (über die Befragung hinaus), systematische Überprüfung von Hypothesen mit statistischen Methoden
- Persönliche Befragung - strukturiert oder unstrukturiert - konstante Situation (gleiche Fragen, gleiche Abfolge) wichtig - Neutralität des Interviewers - typische Orte: öffentliche Orte, im relevanten Umfeld, bei den Befragten zuhause
- Vor- und Nachteile von persönlichen Befragungen Vorteile: - komplexe Fragen möglich - hohe Ausschöpfungsquote - wenig Befragte genügen meist für ausreichenden Erkenntnisgewinn Nachteile: - Teuer - großer Zeitaufwand - Interviewereffekte
- Vor- und Nachteile einer telefonischen Befragung Vorteile: - hohe Ausschöpfungsquote - einfache Stichprobenziehung (bspw. durch Telefonregister) - geringere Kosten - hohe Anonymität Nachteile: - häufig ausweichende Antworten - wenig geeignet für spezielle Gruppen - erfordert erhöhte Konzentration der Befragten
- Postalische Befragung (Ablauf, Vor- und Nachteile) Fragebogen wird per Post an Befragte verschickt, selbstständig beantwortet und zurückgeschickt Vorteile: - geringe Interviewkosten und geringer Verwaltungsaufwand - Vermeidung von Interviewfehlern - Befragte haben mehr Zeit zum Überlegen und Antworten Nachteile: - keine Rückfragemöglichkeit bei Verständnisproblemen - schwierige Stichprobenziehung - nur wenig komplexe Fragestellungen möglich
- Vor- und Nachteile internetgestützter Befragungen Vorteile: - schnell durchführbar - geringe Kosten - visuelle Darstellungen möglich Nachteile: - technische Hürden - Repräsentativität kaum erreichbar - keine Analyse der Verweigerer möglich
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- Mixed-Mode-Befragung Kombination verschiedener Befragungstypen, um Nachteile auszugleichen -> gleichzeitiger Einsatz mehrer Modi -> Modus-Wahl durch den Befragten ABER -> meist steigende Kosten
- Welche Regeln sind bei der Fragenformulierung zu beachten? - kurze, verständliche und präzise Fragestellungen (einfache Wortwahl, ggf. Definition von Fachbegriffen) - klare Antwortkategorien - neutrale Formulierungen - keine doppelten Verneinungen - hypothetische Formulierungen vermeiden - keine Überforderung (kein spezifisches Wissen voraussetzen)
- Vorbereitung der Durchführung von Befragungen -> Interviewschulungen -> eigene Test-Interviews -> lernen aus Erfolg und Fehlern früherer Studien -> klare Vorgaben für Befragungsinstitut und Interviewer + Kontrolle
- Aufbau eines Fragebogens 1. Eingangsfrage von entscheidender Rolle (muss Interesse wecken) 2. Ordnung der Fragen in thematische Blöcke (Module genannt), innerhalb dieser Module von leichten zu komplexen Fragen 3. keine Abfrage sensibler Informationen am Anfang des Fragebogens 4. Filterung zur Vermeidung überflüssiger Fragen (Falls XYZ (nicht) zutrifft, dann weiter mit Frage 5.3)
- Fehlerquellen bei Befragungen 1. Befragtenmerkmale: - Soziale Erwünschtheit - Meinungslosigkeit - Response-Set (systematisches Beantwortungsmuster) 2. Kontexteffekte: - Effekte der Fragenreihenfolge -> Halo-Effekt, d.h. dass vorherige Fragen die Beantwortung folgender Fragen beeinflussen - Frageeffekte = Reaktion auf formale Aspekte der Fragen, bspw. Kontrasteffekt (Befragte versuchen neue Informationen zu vermitteln, Abgrenzung zum bereits Gesagten) 3. Interviewereffekte/-situation - soziale Distanz - Anwesenheit Dritter - Abfälschungen