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Psychologische Diagnostik (MA) (Fach) / VL 5 + 6 + 7 (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Ayaya erstellt.

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  • Verhaltensbeobachtung - Definition (Spinath & Becker, 2011) Systematische Erfassung und Protokollierung von sinnlich oder apparativ wahrnehmbaren aspekten menchlicher Handlungen und Reaktionen--> Vorgehen ist dokumentiert und offengelegt Ziel = Wissenschaftlich
  • Einzigartige Informationen durch Verhaltensbeobachtung Informationen die durch andere Wege nicht einsehbar sind Ausschluss von Testeffekten (Aufmerksamkeit für Erhebungsgegenstand) Vermeidung des Einholens von Auskünften von Dritten
  • Vorteile - Verhaltensbeobachtung Direkte Erfassung von Verhalten (Kein Einfluss von Selbstauskunft + Rückerinnerung) Reales Verhalten in realem Umfeld Dokumentierbar + Überprüfbar Einbezug wichtiger Situationen Eigenständige Info-Quelle
  • Ablauf des Beobachtungsprozesses 1. Erstellen eines Beobachtungssystems --> Verhaltensnahe Operationalisierung zu beobachtender Merkmale--> Entwicklung mit Ablaufsystematik + Beobachtungs-/Beurteilungsbogen--> Auswahl o. Konstruktion eines Verfahrens + Gestaltung von Verfahrenskombi 2. Zielgerichtete Beobachtung--> Relevantes Verhalten erkennen + protokollieren 3. Merkmalsbezogene Beurteilung--> Wenn notwendig: Zuweisung der Protokollnotizen zu interessierenden Merkmalen--> Gesamtzusammenschau v. Einzelbeobachtungen+ Merkmalsbezogene Beurteilung 4. Integration der Einzelergebnisse--> Soweit vorgesehen: Abgleich von Beobachterübereinstimmung--> Kombination der Einzelergebnisse
  • Trait-Aktivierungs-Theorie Wenn Trait gezeigt werden soll, muss Situation dies auch in angemessenem Maß hergeben
  • Ideale Merkmale einer Beobachtungssituation Situation muss genügend situative Anreize bieten, um merkmalsrelevantes Verhalten zu provozieren --> Kooperative Person kann Merkmal nur mit entspr. Gelegenheit zeigen Handlungsspielraum muss groß genug sein 
  • Einteilungskriterien von Beobachtungsdesign Systematik Stichprobe Abbildung Beobachtung Rahmenbedingungen
  • Freie Beobachtung Beobachter entscheidet selbst über beobachtetes Verhalten--> Aufmerksamkeit auf best. Bereichen
  • Systematische Verhaltensbeobachtung Genaue Vorgabe der zu beobachtenden Verhaltensweisen und Dokumentationsmethode Voraussetzungen: Starke Vorbereitung, Hypothesen über relevante Verhaltensaspekte, Indexsystem (Liste relevanter Verhaltensweisen)
  • Zeitstichprobenplan Beobachtung über einen vorab terminierten zeitraum
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  • Ereignisstichprobe Beginn mit dem Eintreten eines vorab definierten Ereignisses
  • Isomorphe Deskription Möglichst vollständige und unveränderte Wiedergabe der Beobachtungen + = Abbildung stark differenziert - = Aufwand, weißes Rauschen
  • Reduktive Deskription Nur bestimmte Verhaltensaspekte abgebildet (vorab bestimmt), Bezeichnungen können vergeben werden + = Geringer Protokollaufwand-  = Hoher Konstruktionsaufwand
  • Indexsystem Genutzt zur Dokumentation von reduktiver Deskription--> Reduktion auf bestimmte Verhaltensebenen/-merkmale  - Konkreter als Kategoriesysteme- Indizes positiv formuliert- Merkmale repräsentativ für Fragestellung (+ eindeutig und ohne Erklärung verständlich)- Offenes System --> Ergänzung möglich- Mehrere Merkmale gleichzeitig möglich
  • Kategoriesysteme Abstrakter als Indexsysteme Kategorien schließen sich gegenseitig aus (erschöpfend)--> Person kann nicht mehrere Merkmale haben
  • Voraussetzungen der reduktiven Deskription Klarheit über relevante Verhaltensaspekte vor Beginn der Beobachtung Entscheidung für Index- o. Klassifikationssystem vor beobachtung Wahl des Deskriptionssystems abhängig davon ob Verhalten einander ausschließen oder konkurrent auftreten können
  • Verhaltensbeobachtungsansatz (Borman, 1978) Beobachtung und Beurteilung müssen strikt getrennt werden --> Versch. Infophasen Beobachtung = Identifikation, Wahrnehmung, Abruf/Wiedererkennung von InformationBeurteilung = Kategorisierung, Integration & Evaluation der Beobachtung  Umsetzung: Leere Beobachtungsbögen ohne Hypothesen + Separieren der Arbeitsschritte
  • Bezugsrahmenansatz (Schleicher & Day, 1998; Gorman & Rentsch, 2009) Hypothesenfreie Beobachtung ist nicht möglich --> Kanalisierung automatisierter Prozesse in vorgegebenen Kategorien Umsetzung: Vorgegebenes Profil in Beurteilungsbogen
  • Unterteilung von Urteilssystemen Selbst- vs. FremdbeobachtungLabor vs. FeldOffen vs. VerdecktTechnisch vermittelt vs. UnvermitteltDirekt (Gleichzeitig) vs. Indirekt (Versetzt) Teilnahme --> Aktiv/Passiv teilnehmend, nicht teilnehmend
  • Feldbeobachtung + = Natürlicher Ausschnitt, Ergebnisse direkt übertrgbar - = Kontrolle von Störung schwierig, Verhalten unter Beobachtung verändert
  • Laborbeobachtung + = Gezielte Gestaltung der bedingungen, Kontrolle von Störungen - = Künstliche Situation, Vorbehalte der Teilnehmer
  • Teilnehmende Beobachtung + = Manchmal einzig mögliche Methode, Technisch unaufwändig - = Doppelbelastung bei aktiver Teilnahme, Beobachtete fühlen sich gestört
  • Nicht-Teilnehmende Beobachtung + = Situation nicht verändert, Fehlerkontrolle möglich - = Technisch nicht immer möglich, meist fester Beobachtungsblickwinkel
  • 5V (Big Data) Volume Variety Velocity Veracity Value
  • Vorteile der erhobenen Daten (Big Data) Daten aus dem Feld  Nicht teilnehmend Technisch vermittelt --> Wiederholt abrufbar Daten teils unverfälschbar Hohe ökologische Validität Nachteil geringe Kontrolle über Perspektive/Situation
  • Ebenen von Beobachtungsfehlern Wahrnehmungsfehler Interpretationsfehler Erinnerungsfehler Wiedergabefehler
  • Fehler zu Lasten des Beobachtungsumfelds Aspekte des zu beobachtenden Verhaltens für BeobachterInnen aus verschiedenen Gründen nicht wahrnehmbar
  • Wahrnehmungsfehler Konsistenzeffekt = Tendenz Urteile/Meinungen urteilsfrei zu bilden Halo - Effekt  Primacy/Recency-Effekt Projektion BeobachterInnen-Erwartungseffekte Logische oder theoretische Fehler Amotionale Valenzen (Sympathie/Antipathie) Observer Drifts- Ermüdung = Scheinbare Abnahme der Intensität von Merkmalen ü. Zeit- Übung = Scheinbare Zunahme der Intensität von Merkmalen über Zeit- Consensual Drift = Drift aller Beobachter gleichförmig
  • Interpretationsfehler Regression zur Mitte Milde-/Strengefehler Anker-/Kontrasteffekte Tendenz sozialer Erwünschtheit
  • Einflüsse auf Verhaltensbeobachtung Einflussbereich der Situation: Relevanz + Zugänglichkeit Einflusssbereich des Empfängers: Wahrnehmung + Verwendung
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  • Moderatoren der Urteilsgenauigkeit Good Trait --> Eigenschaft gut beobachtbar? Good Information --> Video besser als Audio Good Judge
  • Beurteilungsakkuratheit optimieren Vereinfachung der Informationsverarbeitungsprozesse Verbesserung der Beschreibungen von Dimensionen und Skalen Beispiele reichen Beurteilung Merkmal für Merkmal Angleichen von Hintergrundwissen Angleichen von Präsentation der Beurteilungsobjekte
  • Exploration Betrachtung des Lebensraums einer befragten Person
  • Anamnese Betrachtung der Vorgeschichte einer Krankheit o. Störung
  • Kognitives Interview Anwendungsgebiet: u.A. Zeugenaussagen Prinzip --> Spezifische Enkodierung, verschiedene Aspekte der Gedächtnisspur Instruktionen:- In Zusammenhang versetzen- Alles berichten- In anderer zeitlicher Reihenfolge berichten- Aus Perspektive eines anderen berichten
  • Multimodales Interview - Aufbau (Schuler) 1. Gesprächsbeginn (k. B.)2. Selbstvorstellung des Interviewten (Beurteilung - Stellenanforderungen = B.S.)3. Freier Gesprächsteil (BS)4. Berufsinteressen, Berufs-/Organisationswahl, ggf. Handlungswissen (BS)5. Biographiebezogene Fragen (Beurteilung anhand verhaltensverankerter Einstufungsskalen BE)6. Realistische Tätigkeitsinformationen (k. B.)7. Situative Fragen (BE)8. Gesprächsabschluss (k.B.)
  • Standardisierung Vorgegebene Antwortmöglichkeiten zwischen denen im Interview entschieden werden kann  Jeder Schritt von Auswertung + Interpretation festgelegt
  • Strukturierung Verschiedene Vorgaben zur Durchführung und Auswertung des Interviews Unstrukturiert: Keine Vorgabe zu Durchführung + AuswertungTeilstrukturiert: Zu stellende Fragen liegen explizit vor Vollständige Strukturierung: Reihenfolge der Fragen fix
  • Strukturierung (Huffcut & Arthur, 1994) Verschiedene Strukturierungsstufen auf Basis von zwei Dimensionen: Grad der Standardisierung der FragenGrad der Standardisierung von Bewertung der Antworten
  • Standardisierung (Dipboye, Wooten & Halverson, 2004) Domensionen des Interviewprozesses: - Anforderungsbezug- Standardisierung der Durchführung- Standardisierung der Datennutzung
  • 15 Strukturkomponenten von Interviews (Campion, Palmer und Campion, 1997) Fragen: Anforderungsanalyse, Gleiche Fragen für alle KandidatInnen, Limitierter Einsatz von Hilfen/nachfragen, Bessere Fragen (Bsp. Situativ), Längere Interviews, Kontrollierter Einsatz ergänzender Infos, Keine Rückfragen der KandidatInnen Auswertung: Beurteilung jeder einzelnen Antwort, Nutzung verhaltensverankerter Skalen, Detaillierte Aufzeichnungen, Einsatz mehrerer InterviewerInnen, Gleiche InterviewerInnen, kein Meinungsaustausch, Training, statistische Prognose zur Gewichtung/Evaluation der Kandidatenantworten
  • Strukturierte Interviews (Vorteile) Vergleichbarkeit über Interviewte/Interviewer Objektivität + Messqualität Entlastung von Interviewern Wenig anfällig für Gestaltung durch Interviewte Höherer Anforderungsbezug Mehr Aspekte erfasst
  • Psychologisches Interview (Phasen) 1. Planung2. Durchführung3. Auswertung
  • Interviewleitfaden (Inhalte) 1. Notwendige Infos für Beginn des Interviews2. Alle potentiell zu stellenden Fragen3. Erklärende Überleitung zu einzelnen Abschnitten4. Notwendige Erklärungen nicht vermeidbarer Fachbegriffe5. Vorschriften wie Interviewer bei anstehender Entscheidung vorgehen soll 6. Alle vorgesehenen Informationen für Interviewten7. Infos zu Gesprächsabschluss
  • Interviewphasen Eröffnung --> Informationserhebung --> Abschluss
  • Merkmale günstiger Fragen Inhalt (Verhaltensbezogen, eindeutiger Bezugsrahmen, einzelne Aspekte ansprechen) Ausdruck (Kurz + treffend, nicht suggestiv, neutral)
  • Behavior Description Interview Annahme: Vergangenes Verhalten bester Prädiktor für zukünftiges (Bezug zu Critical Incident Technique) Fragen über vergangene Situationen mit vorgegebenen Merkmalen
  • Situational Interview Fiktive Situative Fragen --> Was würden Sie (nicht) tun?
  • Selbstdarstellungstechniken Nonverbal Verbal (Defensive Taktiken, Selbstförderlich (selbstbezogen, fremdbezogen))
  • Vorteile unstrukturierter Interviews Gute Erfassung von Fachkenntnissen und Berufserfahrung Erfassung berufsübergreifender Erfolgsfaktoren: Extraversion, emot. Belastbarkeit, soz. Kompetenz, Intelligenz