22
Psychologische Diagnostik (MA) (Fach) / VL 3 + 4 (Lektion)
affgfggf
Diese Lektion wurde von Ayaya erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Klinische Urteilsbildung Freie, intuitive Urteilsbildung (Idiographisches Vorgehen) Grundlage: Subkeltives Wissen + Erfahrung Kein Bezug zu klinischer Psychologie
- Basis klinischer Urteilsbildung Fachwissen, Erfahrung und Intuition--> Keine expliziten Urteilsregeln Fokus = Erfassung individueller Einmaligkeit (Individuum = Einzigartige Merkmalskonstellation, nur idiosynkratisch erfassbar) Orientierung an jeweiligen Besonderheiten des konkreten Falls (Höchstens Vergleich mit ähnlichen Einzelfällen aus der Vergangenheit)
- Mechanische Urteilsbildung Formalisiertes Vorgehen auf Basis vorher festgelegter Regeln Mechanisch --> Normative RegelfestsetzungStatistisch = Regelfestsetzung aufgrund empirischer Beziehungen
- Konsequenz mechanischer Urteilsbildung Abdecken individueller Besonderheiten, wenn diese durch Prädiktorvariablen abgedeckt werden Statistische Modelle im einfachsten Fall so, dass interessierendes Kriterium durch gewichtete Kombination von Prädiktoren vorhergesagt wird Gewichte vorab in empirischen Untersuchungen ermittelt Menschliches Urteil nicht mehr in Datenkombination involviert
- Psychometrische Daten Ableitung aus Tests und anderen Verahren Standardisierte Vorgabe und einheitliche Klassifikation/Verrechnung der Reaktionen
- Nicht-psychometrische Daten Basis sind ermessensentscheidungen der DiagnostikerInnen
- Kombinationsmöglichkeiten (Urteilsbildung - Datenformen) Nicht-Psychometrische Dateb --> Klinisch kombiniertBeispiel: Fahreignung aufgrund unstardadisiertem Interview beurteilt Psychometrische Daten --> Klinisch kombiniertBeispiel: Ergebnisse eines Konzentrationstest intuitiv für Diagnose genutzt Nicht-Psychometrische Daten --> Statistisch kombiniert Beispiel: Unstandardisiertes Interview --> Daten werden nach Regelsystem integriert Psychometrische Daten --> Statistisch kombiniertBeispiel: Ergebisse eines Konzentrationstests werden anschließend in eine Gleichung zur Bestimmung des Unfallrisikos eingesetzt
- Meta-Analyse zum Vergleich von mechanischer und klinischer Datenkombination 6 - 10% der Fälle = Überlegenheit klinisch 33 - 47% der Fälle = Überlegenheit statistich Restliche Fälle sind ähnlich gut in Aussagekraft Feste Regeln sind im Mittel c.a. 10% besser als eine klinische Entscheidung
- Zusammenfassende Faktoren (Datenkombination) Empirische Regel sollte angewendet werden, wenn vorhanden Computer in Statistik besser als Menschen Aufgabe des Menschen ist die Bildung von Theorien Urteilsstrategie sollte dokumentiert werden Mensch ist verantwortlich für seine getroffene Entscheidung
- Supervised Learning Lernen bei vorgegebenen Kategorien bei neuronalem Netzwerk Jedes Neuron bekommt zufälliges mathematisches Gewicht zugeordnet Training mit Daten, deren Kategorien vorab bekannt sind (Dynamische Anpassung d. Gewichte) Validierung mit Daten, deren Kategorie unbekannt ist
- Anzeige
- Unsupervised Learning Keine vorgegebenen Kategorien = Netz selbst findet Gemeinsamkeiten in Daten AnwenderInnen interpretieren Muster Ähnlichkeit mit explorativer FA
- Reinforcement Learning Neuronales Netz bekommt keine Kategorien vorgegeben (Gute und schlechte Zustände) Netz optimiert und reguliert Gewichte selbst --> Ähnlich zu menschlichem Lernen Hohes Potential
- Problematische Aspekte der Datenverarbeitung mit Big Data Datenqualität Bias aufgrund problematischer historischer Daten Scheinkausalität Selbsterfüllende Prophezeiungen
- Logische Struktur der Qualitätsbeurteilung (Kersting & Westermeyer, 2013) Beurteilungssubjekt (x) beurteilt die Qualität von Objekt (y) relativ zu Beurteilungskriterien (k) zu zeit (t) und kommt dabei zu Resultat (z)
- Soziale Beurteilungskriterien Resultat sozialer Konstruktionen --> Durch Gruppe von personsn konstruiert Im Auftrag einer gesellschaftlichen Institution mit Definitionsmacht konstruiert
- Persönliche Beurteilungskriterien Ein Praktiker konstruiert Kriterien für die Beurteilung diagnostischer Verfahren in einer bestimmten persönlichen Art und Weise zu einem bestimmten Zeitpunkt --> Beurteilt dann in bestimmter Art und Weise relativ zu seinen eigenen Beurteilungsmaßstäben zu einem bestimmten Zeitpunkt
- Viabilität Kriterium der Lebbarkeit Effektive Intervention auf Basis der Diagnose/Prognose möglich Einfluss auf Akzeptanz
- Sozialer Konstruktivismus Begriffe mit denen wir die Welt verstehen = Soziale artefakte (Ergebnis aktiver, kooperativer Bemühungen miteinander in Beziehung stehender personen) Interaktion von Personen zum Erlangen eines gemeinsamen Weltverständnisses--> An historische Situation gebunden
- Qualitätsstandard (Definition) Regelwerk dessen Beachtung die Erfüllung hochwertiger Ziele unterstützt Formulierte Regeln und Prinzipien für den diagnostischen Prozess
- Unterscheidungsebenen (Qualitätsstandards) Richtlinien Kompetenzorientierte Qualitätsansätze Beurteilungssysteme für Tests und Frageböge (Übergänge teils fließend)
- Definition eines psychologischen Gutachtens (TBS-TK) Gutachten dokumentiert ein wissensch. fundiertes Gutachten & beantwortet eine vom Auftraggeber vorgegebene Fragestellung Fragestellung wird im rahmen d. diagnostischen Prozesses beantwortet Prozess und Beantwortung in Gutachten nachvollziehbar dargestellt Methoden so beschrieben, dass sie nach wissensch. akzeptierten Gütekriterien beurteilt werden können
- Prozess-Schritte eines Gutachtens (TBS-TK) 1. Nennen der Fragestellung des Auftraggebers 2. Herleitung psychologischer Fragen 3. Planung/Begründung der Informationserhebung mit qualitativ hochwertigen und angemessenen psychologischen Methoden 4. Begründung/Festlegung von Entscheidungsstrategien 5. Durchführung + Auswertung 6. Transparente, differenzierte, korrekte Darstellung der Erlebnisse (Berücksichtigung der Messgenauigkeit) 7. Ableiten von Schlussfolgerungen aus Ergebnissen 8. Beantwortung psychologischer Fragen 9. Beantwortung der Fragestellung