23

Innovationsmanagement (Fach) / 2. Begriff und Facetten der Innovation (Lektion)

Kapitel 2

Diese Lektion wurde von Benutzername915 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Invention Invention: - Neuheitsfaktor (->Prototyp) -erstmalige technische Umsetzung einer Idee - Ideengenerierung u. aufdecken von Lösungspotentialen -zeitpunktbezogene Sichtweise -Turning money into ideas
  • Innovation (Unterschied Invention / Innovation) - wirtschaftliche Rentabilität -erstmalige wirtschaftliche Umsetzung einer Idee -Ökonom.Optimierung der Wissensverwertung u. wirtschaftl. Anwendung -objekt- oder prozessbezogene Sichtweise - Turning ideas into money
  • Dimensionen der Innovation nach Hauschildt/Salomo (2007) Inhalt                 Was ist neu? Intensität           Wie neu? (inkrementell vs radikal) Subjektiv            Neu für wen? Prozessual          Wo beginnt und wo endet "neu"? Normativ             Wie erfolgreich ist neu?
  • Arbeitsdefinitionen nach Hauschildt/Salomo (2016) Definition 1: Innovationen sind alle diejenigen Produkte oder Verfahren, die innerhalb einer Unternehmung erstmalig eingeführt werden (rein betriebliche Sicht). Definition 2: Innovation beinhaltet sowohl -diejenigen Änderungsprozesse, die das Unternehmen zum ersten Mal durchführt, - die Ergebnisse dieser Änderungsprozesse, wobei diese Ergebnisse einer marktbezogenen Nutzung oder innerbetrieblichen ökonomischen Verwertung zugeführt werden sollen. (Beispiel: firmeneigene Software zur internen Nutzung) Definition 3: „Innovation is generation, implementation and diffusion of creative (that is, novel and useful) ideas.“    
  • 7 Mythen der Innovation (Sawhney & Wolcott, 2004) Myth#1: You need more ideas. Myth#2: Innovation is a department. Myth#3: Let people loose to innovate Myth#4: Innovation is a radical departure from the past Myth#5: Mistakes are costly. Myth#6: Avoid the detours Myth#7: Innovation is about creating new things.
  • Myth#1: You need more ideas -  Reality: You need more homes for ideas. o    Innerhalb eines Unternehmens gibt es meist genügend Ideen o    Problem: Ideen werden nicht in innovative Produkte/Dienstleistungen überführt o    Beispiel: Boeing Ventures – Slipper pallett (loading mechanism) => Mehr Raum/Möglichkeiten schaffen, Innovationen auszubauen: „What you need is fertile ground where existing seeds can germinate and grow.“  
  • Myth#2: Innovation is a department. Reality: Innovation is a company-wide competency. o    Innovationsentwicklung ist keine abteilungsspezifische Aufgabe o    Sie ist eine Denkhaltung, die jeder im Unternehmen einnehmen solle o    Beispiel: Cisco applying internet capabilies to all departments to improve business processes
  • Myth#3: Let people loose to innovate. Reality: Enable people through structure and process. o    Unternehmen mit bürokratischen und hierarchischen Strukturen und vielen Geschäftsbereichen benötigen Strukturen und Prozesse, um den gegenseitigen Austausch zu fördern o    Beispiel: Google encourages employees to spend one day a week working on pet projects (20% of company time) => “You should give employees the freedom to imagine, but then provide them structure to act.”  
  • Myth#4: Innovation is a radical departure from the past. Reality: Innovation often creatively combines pieces of the past. o    Innovationen sind nicht immer radikaler Natur sondern oftmals inkrementelle Neuerungen, die aus der Neukombination bereits bestehender Kenntnisse hervorgehen. o    “Radical innovatons are often not successful, and the most successful innovations are often not radical.”  
  • Myth#5: Mistakes are costly. Reality: Early mistakes are profitable. o    Unternehmen benötigen eine Unternehmenskultur, in der Fehler nicht als Scheitern, sondern als Möglichkeit des Lernens angesehen warden o    Fehler in den frühen Phasen des Entwicklungsprozesses können den späteren Erfolg einer Innovation fördern o    Merke: Innovation und Risiko gehen immer Hand in Hand! o    Beispiel: Toyota lässt mehrere Modelle gleichzeitig designen, obwohl das kostet. Jedoch lernen sie dadurch eine größere Vielfalt kennen – zu einer Zeit, in der die Kosten noch nicht allzu hoch sind.  
  • Anzeige
  • Myth#6: Avoid the detours. Reality: Detours may be the destination. o    Innovationen entsprechen nicht immer ihrem ursprünglich beabsichtigten Ergebnis o    Sie entstehen häufig auf Umwegen o    Beispiel: Laser waren für präzise Ausmessungen da, nun werden sie bei Augen-Ops genutzt
  • Myth#7: Innovation is about creating new things. Reality: There are many paths to Innovation. o    Bei Innovation handelt es sich nicht ausschließlich um neue Produkte. o    Mehrere Dimensionen sind. Möglich (z.B. Prozesse, Vertriebskanäle) o    Beispiel: Starbucks hat Kaffee nicht erfunden – aber eine Espressobar, die manchen als “third place” dient, neben Zuhause und Arbeit  
  • Innovationstypen nach Schumpeter (1964) Produkt-/Serviceinnovation Prozessinnovation Beschaffungsinnovation Managementinnovation Absatzmarktinnovation Geschäftsmodellinnovation
  • Produkt-/Serviceinnovation Herstellung eines aus der Sicht des Konsumenten neuen Gutes oder neuen Qualität des GutesBeispiel: DriveNow Carsharing mit BMW und Mini
  • Prozessinnovation Einführung einer aus der Sicht der betreffenden Branche neuen (Produktions-)Methode
  • Beschaffungsinnovation Erschließung neuer Bezugsquellen von Rohstoffen oder Halbfabrikaten Beispiel: Biodiesel aus Algen
  • Managementinnovation Durchführung einer Neuorganisation Beispiel: Fusion zweier Unternehmen
  • Absatzmarktinnovation Erschließung eines für den betreffenden Industriezweig (eines Landes) Marktes der bis dato nicht genutzt wurde
  • Geschäftsmodellinnovation Veränderung eines bestehenden Geschäftsmodells bzw. die Schaffung eines neuen Geschäftsmodells, das Kundenbedürfnisse besser befriedigt
  • Innovationsbegriff nach Schumpeter - entsteht durch wirtschaftliche Umsetzung neuer Ideen/Erfindungen und bedarf eines systematischen, ganzheitlichen und personenbezogenen Innovationsmanagements. -nicht limitiert auf neue Produkte oder Technologien, sondern finden auch in anderen Bereichen statt. -Verschiedene Innovationstypen bedingen unterschiedliche Managementansätze; die Auswahl eines für den spezifischen Fall geeigneten Klassifizierungsansatzes ist deshalb unbedingt notwendig.
  • Innovationsmatrix (Pfeiffer, Staudt 1975) Innovation als neuartige Kombination von Zweck und Mitteln                      Problemlösungs-                           potential                   Gegenwärtig                    Neu An- bzw                                                                                                                      Verwendung Gegenwärtig                                                                        Problemlösungsinnovation        Neu                                     An- bzw Verwendungsinnovation   Bilaterale Innovationen
  • Problemlösungsinnovation „Das Fräulein vom Amt“ mit ihrem „Sprechzeug“ um 1919 – Auswertungen von Statistiken 1909 ergaben, dass durch die Zunahme von Telefongesprächen (Entwicklung der amerikanischen Bevölkerung) um etwa 1920 jede Frau in den USA im Amt arbeiten müsse, um weiterhin alle Telefonate bedienen zu können.Ergebnis: Innerhalb von zwei Jahren hatte AT&T die automatische Schalttafel entwickelt und installiert. (Drucker, 2000)   Ursprung des Handys: Der spätere Gründer von Motorola fragte sich, wie Soldaten im Feld miteinander kommunizieren konnten. Er entwickelte das Handie Talkie. Danach folgten Telefone in Autos, damit Geschäftsmänner auch von unterwegs telefonieren konnten.  
  • Anwendungsinnovation Aspirin wurde primär entwickelt, um als Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen zu helfen. Erst späte fanden Ärzte heraus, dass der Wirkstoff Aspirin blutverdünnend wirkt. Seitdem wird Aspirin auch als Blutverdünner bei thrombosegefährdeten Patienten verabreicht.   Galt Botox früher noch als Gift, entstehend aus verdorbenen Lebensmitteln, wird es heute zunehmend in Bereichen der Medizin – und immer häufiger – der Kosmetik genutzt. In den 90er Jahren nutzte es ausschließlich die Medizin zur Bekämpfung des Blinzelkrampfs. Ab den 2000ern wurden Anwendungsgebiete in der Kosmetik aufgetan: Falten können nun durch das Nervengift „aufgefüllt“ werden. Zudem wirkt Botox nun auch gegen Migräne und Blasenschwäche, Schielen, Depressionen, Zähneknirschen, übermäßiges Schwitzen, uvm.   Weitere Beispiele: Aus einer Buttermaschine wurde eine Waschmaschine (Miele); Gilette macht das viele Geld nicht durch den Rasierer selbst, sondern durch den teuren Verkauf der Klingen