303
Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Strobel (Lektion)
Anzeige
- Theorie des arousaldeterminierten Verhaltens (Eysenck) Anwendungsbereiche von TSE und THE: in reizarmen Situationen zeigen Introvertierte bessere Leistungen als Extravertierte störende Stimulation mindert das Leben Introvertierter stärker als das Extravertierter > Konsequenzen: individuumsspezif Lern-/Leistungsumgebung schaffen/ zulassen Stimulantien verstärken tendenziell introvertierte Verhaltensmuster, inhibierende Drogen fördern tnedenziell extravertierte Verhaltensmuster Extravertierte konsumieren tendenziell mehr Nikotin und Koffein > Konsequenzen: individuumsspezifische Informations-, Präventionsprogramme schaffen
- Biopsycholog Traittheorien Zsfassung Biolog Grundlage von Extraversion: ARAS-moduliertes Arousal in Antwort auf sensorische und kogn Stimulation sowie VBS-Erregung Biiolog Grundlage Neurotizismus: VBS-modulierte Activation in Antwort auf emotionale Reize interindividuelle Unterschiede im Grad des Arousals bzw der Activation gehen einher mit spezif Unterschieden im Leistungsverhalten
- Biopsycholog Traittheorien Bewertung Befundlage zu Extraversion stützt - trotz einiger Inkonsistenzen - i.a. Eysencks Annahmen Annahmen zu Neurotizismus meist nicht bestätigt (Problem eines einheitl Activation-Mechanismus) Theorie fruchtbar für weitere Theorieentw, vonn exemplarischem Wert
- *Was ist Sensation Seeking? Bedürfnis nach wechselnden, neuen, intensiven und komplexen Erregungen und der Bereitschaft, um dieser Erregungen Willen physische, finanzielle, soz Risiken auf sich zu nehmen
- Komponenten des Sensation Seeking - deskriptive Theorie Zuckerman TAS: Thrill and Adventure Seeking: Verlangen nach Outdoor-Aktivitäten inkl. Risiken, Adrenalin-Junkies ES: Experience Seeking: neue sensorische, mentale Erfahrungen; Erweiterung des Bewusstseins mithilfe Drogen Dis: Disinhibition: Präferenz für Aktivitäten, die außer Kontrolle geraten (illegal, Party, Trinken) BS: Boredom Susceptibility: Intoleranz gegenüber Monotonie, Langeweile > Ruhelosigkeit Erfassung mit Sensation Seeking Scales
- Skalen-Interkorrelationen & Korrelationen mit Big Five - Sensation Seeking r=.50 > TAS und ES; mittlere Korrelation > Dis und BS; geringe Korrelation > ES und Dis hohe pos Korrelation: O und ES mittlere pos Korr: E und TAS mittlere neg Korr: V mit ES und BS; G mit ES und Dis geringe Korrelation: neg: TAS und N, pos: Dis und N
- *Wie lauten die Grundannahmen von Eysencks Aktivierungstheorie der Persönlichkeit? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Leistungshandeln Extravertierter und Introvertierter? Extraversion vermittelt über ARAS-moduliertes Arousal in Antwort auf sensorische und kognitive Stimulation sowie VBS-Erregung Neurotizismus vermittelt über VBS-modulierte Activation in Antwort auf emotionale Reize interindividuelle Unterschiede im Grad des Arousals bzw. der Activation gehen einher mit spezifischen Unterschieden im Leistungsverhalten
- Deskriptives Modell der Persönlichkeit: Zuckerman Ausgangspunkt, ERgebnis, Erfassung Ausgangspunkt: gemeinsame Faktorenanalyse etablierter Persönlichkeitsskalen Ergebnis: sinnvolle Faktorenzahl fünf (ungleich Big Five) oder drei (= Eysenck) Entw des Zuckerman-Kuhlman-Personality Questionnaire zur Erfassung dieser fünf Faktoren, der sog Alternative Five
- Eysenck - Bewertung Befundlage zu Extraversion stützt – trotz einiger Inkonsistenzen – i.A. Eysencks Annahmen Annahmen zu Neurotizismus meist nicht bestätigt (Problem eines einheitlichen Activation-Mechanismus) Theorie dennoch fruchtbar für weitere Theorieentwicklung (u.a. Zuckerman, Gray etc.) und auch heute noch von exemplarischem Wert
- Eysenck: Theorie des arousaldeterminierten Verhaltens >> Anwendungsbereiche von TSE und THE In reizarmen Situationen zeigen Introvertierte bessere Leistungen als Extravertierte.Störende Stimulation mindert das Lernen Introvertierter stärker als das Extravertierter. > Konsequenzen z.B.: individuumsspezifische Lern- /Leistungsumgebung schaffen bzw. zulassen Stimulantien verstärken tendenziell introvertierte Verhaltensmuster, inhibierende Drogen fördern tendenziell extravertierte Verhaltensmuster. Extravertierte konsumieren tendenziell mehr Nikotin und Koffein. (zur Erreichung des Arousal-Niveaus) > Konsequenzen z.B.: individuumsspezifische Informations- und Präventionsprogramme schaffen Durchschnittsperson > mittlere kogn/ sensorische Stimulation
- Anzeige
- Zsfassung Eysenck Biologische Grundlage von Extraversion: ARAS-moduliertes Arousal in Antwort auf sensorische und kognitive Stimulation sowie VBS-Erregung Biologische Grundlage von Neurotizismus: VBS-modulierte Activation in Antwort auf emotionale Reize interindividuelle Unterschiede im Grad des Arousals bzw. der Activation geheneinher mit spezifischen Unterschieden im Leistungsverhalten
- Biopsych. Traittheorien - Zuckerman Ausgangspunkt initiale Beobachtung: Personen unterschieden sich in ihrem Bedürfnis nach Stimulation und in der Unruhe bei sensorischer Deprivation Versuch der Systematisierung und Operationalisierung des Phänomens Konzeptualisierung von Sensation Seeking
- Zuckerman: Deskriptives Modell der Persönlichkeit - 5 Faktoren Activity: Unfähigkeit, sich zu entspannen, Präferenz für herausfordernde Arbeit, aktives bewegtes Leben und ein hohes Energieniveau Sociability: Präferenz für Zssein mit anderen gegenüber Alleinsein und einzelgängerischem Verhatlen Impulsive Sensation Seeking: Mangel an Planung, Impulsivität, Erfahrungssuche, Risikobereitschaft Aggression-Hostility: verbale Aggression, unhöfl, unbedachtes, antisoz Verhalten, Rachsucht Neuroticism-Anxiety: Verstimmung, Spannungen, Sorgen, Ängstlichkeit, Mangel an Selbstbewusstsein, Empfindlichkeit gegenüber Kritik
- Zuckerman: Deskriptives Modell der Psy (Alternative Five) - Zuordnung zu drei anderen Faktoren Activity + Sociability = E-Sociability Impulsive Sensation Seeking + Aggression-Hostility = Psychoticism-Impulsive Unsocialized Sensation Seeking Neuroticism-Anxiety = N-Anxiety
- Zuckerman: Biopsychologische Fundierung > Psychopharmakologisches Modell Einfluss von Neurotransmittern, Enzymen, Hormonen auf Unterschiede in Psychotizismus-Impulsive Unsocialized Sensation Seeking (P-ImpUSS) hohes P-ImpUSS: stark ausgeprägte Annäherungstendezen (Approach) als Ausdruck einer erhöhrten Dopamin-Aktivität sowie direkter/ indirekter modulierender Einflüsse der Aktivität von Testosteron (hoch) und MAO-B (niedrig) viel Testosteron > E-Sociability hoch hohes P-ImpUSS: geringe Verhaltenshemmung (Inhibition) infolge geringer Serotonin-Aktivität hohes P-ImpUSS: geringe kortikale und autonome Erregung (Arousal) als Konsequenz niedriger Noradrenalin-Aktivität, die wiederum durch die Aktivität von DBH (hoch), Endorphinen (niedrig) und GABA (niedrig) beeinflusst GABA neg Einfluss auf N-Anxiety
- Psychopharmakologisches Modell: Empirische Bewährung - Zuckerman Rolle der Monoamine für Unterschiede in Sensation Seeking im Allgemeinen akzeptiert, jedoch einige Unklarheiten bzw. widersprüchliche Befunde positive, vs. keine oder negative Zusammenhänge zwischen Indikatoren von Neurotransmittern und Sensation Seeking > gerichtete Annahme (hoch Dopamin, niedrig Serotonin und Noradrenalin bei Sensation Seeking) daher problematisch >außerdem Differenzierung notwendig in Neurotransmitteraktivität (tonische Wirkung) und -ansprechbarkeit (phasische Wirkung) Zusammenhänge teils mit einzelnen Sensation Seeking Subskalen gefunden (nicht stabil) > geringe Messgenauigkeit des Fragebogens behindert Forschung
- Biops Traittheorien - Gray Ausgangspunkt drei Pers.faktoren als deskriptive Basis aber andere Rotation und Benennung Pers.unterschiede als Resultat individueller Unterschiede in Hirnsystemen, aber Fokussierung nicht auf kortikale Erregung, sondern auf die differentielle Reaktivität für Hinweisreize für Belohnung/ Bestrafung (unterschiedl Reaktionen/ Sensitivität) > Reinforcement Sensitivity Theory (RST)
- Gray: RST (klassische Fassung) - Annahmen 1 Belohnungs-, Bestraftungssensitivität Verteilung der Pers.eigenschaften auf Dimensionen: Ängstlichkeit: E-/N++ (Introversion, Neurotizismus); Impulsivität: E++/N+ (Extraversion, Neurotizismus) pos/neg Verstärkung, Bestrafung Typ 1/2 (Grundlagen)
- Gray: RST (klassische Fassung) - Annahmen 2 Systeme Behavioral Inhibition System Behavioral Activation System Fight-Flight-System >> unterschiedliche Ansprechbarkeit/ Reaktivität auf diese Systeme > Ursprung individueller Unterschiede
- Was ist das Behavioral Inhibition System nach Gray? (RST) (septohippocampales System inkl. Verbindungen zum cingulären und präfrontalen Cortex sowie Noradrenalin- und Serotonin-Afferenzen (Impulse)) sensitiv für konditionierte Hinweisreize für Bestrafung Aktivierung resultiert in: Unterbrechung aktuellen Verhaltens, erhöhter autonomer Erregung als Reaktionsvorbereitung und verstärkter Aufmerksamkeit auf Umwelt (v.a. bedrohliche Reize), Gefühl der Angst << Verhaltenshemmung
- Was ist das Behavioral Activation System nach Gray? (RST) (Basalganglien, v.a. dorsales und ventrales Striatum, inkl. Verbindungen zum PFC und DA-Afferenzen) sensitiv für konditionierte Hinweisreize für Verstärkung Aktivierung resultiert in: Annäherungsverhalten oder aktiver Vermeidung („Annäherung an Sicherheit“; Entfernung von Bestrafung); erhöhter autonomer Erregung zur Verhaltensmobilisierung; Gefühl der Euphorie, des Glücks << Verhaltensaktivierung
- Was ist das Fight-Flight-System nach Gray? (RST) (u.a. medialer Hypothalamus und zentrales Höhlengrau) sensitiv für unkonditionierte Bestrafungsreize Aktivierung resultiert in Kampf (falls Distanz gering) oder Flucht/Erstarrung (falls Distanz größer) erhöhter autonomer Erregung; Gefühl der Panik
- Gray: RST (revidierte Fassung) - Annahmen Bestrafung (un-/ konditioniert) >> FFFS (Fight-Flight-Freeze-System (Erstarrung)) >>+ Vermeidung Belohnung (un-/ konditioniert) >> BAS (Behavioral Activation System, Annäherungsverhalten) >> +Annäherung Neuheit >> FFFS sowie BAS FFFS sowie BAS >> Konfliktdetektor (Verhaltensentscheidung) + Angst >> BIS (Behavioral Inhibition System) >> Erregung, Aufmerksamkeit
- Gray: BIS, BAS, FFFS - revidierte RST - Erfassung mehrere konkurrierende Neuentw: - rRst-Q: 31 Items zur Erfassung von rBIS, rBAS, FFFS (mit den Subskalen Fight, Flight, Freezing) - RST-PQ: 65 Items zur Erfassung von FFFS, BIS, BAS (mit Subskalen Reward Interest, Goal-Drive Persistence, Reward Reactivity, Impulsivity)
- Gray: BAS, BIS, FFFS - revidierte RST Befunde und Fazit viel versprechende biopsychologisch fundierte Persönlichkeitstheorie integriert persönlichkeitspsychologisch orientierte Ansätze (Impulsivität/Ängstlichkeit) mit lerntheoretischen (Belohnungs/Bestrafungssensitivität) und kognitiv-neurowissenschaftlichen Zugängen (conflict monitoring, Aufmerksamkeit) Forschung zur empirischen Prüfung und psychometrischen Erfassung, meta-analytische Befunde stützen im Wesentlichen die Voraussagen der revidierten RST zu Persönlichkeitsunterschieden Detaillierte Besprechung der RST
- Biops Traittheorien - Cloninger Teile des Temperaments Persönlichkeit = Unterteilung in zwei Teilsysteme, Temperament (weitgehend angeboren) und Charakter (nicht angeboren) Teile des Temperaments: 1. verhaltensaktivierendes System (Suche nach Neuheit, novelty seeking) - Dopaminerge Aktivität 2. verhaltenshemmendes System (Vermeidung von Unangenehmem, harm avoidance) - serotonerge Aktivität 3. reward dependence: bestimmt, wie sehr Aufrechterhaltung von Verhaltensgewohnheiten von pos Verhaltenskonsequenzen abhängt - Noradrenerge Aktivität 4. persistence: bestimmt, wie hartnäckig Verhaltensgewohnheiten aufrechterhalten (keine Annahme zur Zuordnung eines Transmittersystems)
- Fazit zu Zuckerman, Gray, Cloninger hoher theoretischer Gehalt bei teils ausstehender empirischer Bewährung deskriptive Teile: wie Eysenck Annahme dreier genereller Persönlichkeitsdimensionen, die inhaltlich teils identisch > Zuckerman: P-ImpUSS, Neuroticism-Anxiety, Extraversion-Sociability; Gray: BAS, BIS, FFFS; Cloninger: Novelty Seeking, Harm Avoidance, Reward Dependence explanative Teile: Annahme zu Hirnsystemen, die Annäherung und Vermeidung beeinflussen, in ihrer Aktivität durch die Neurotransmitter moduliert werden, wobei drene exakte Rolle unterschiedlich beschrieben > Zuckerman: DA-vermittelte Annäherung, 5-HT-vermittelte Hemmung, NA-vermittelte Erregung als Basis für P-ImpUSS; Gray: DA-moduliertes BAS vermittelt Belohnungssensitivität und Impulsivität, 5-HT- und NA-moduliertes BIS vermittelt Bestrafungssensitivität und Ängstlichkeit etc; Cloninger: DA > NS, 5-HT > HA, NA > RD
- *Was ist Sensation Seeking und welche biopsychologischen Grundlagen nimmt Zuckerman an? = Bedürfnis nach wechselnden, neuen, intensiven und komplexen Erregungen und der Bereitschaft, um dieser Erregungen Willen physische, finanzielle, soziale Risiken auf sich zu nehmen unterteilbar in Abenteuersuche (TAS), Erfahrungssuche (ES), Enthemmung (Dis), Anfälligkeit für Langeweile (BS) moduliert durch die Monoamine Dopamin, Serotonin und Noradrenalin
- *Was sind die Grundannahmen der revidierten Reinforcement Sensitivity Theory von Gray? BAS moduliert Annäherungsverhalten in Antwort auf appetitive Reize FFFS moduliert Vermeidungsverhalten in Antwort auf aversive Reize BIS als Detektor von Verhaltenskonflikten (zB durch aber nicht nur bei Neuheit) beeinflusst kogn Vorgänge (Aufmerksamkeit) und körperliche Prozesse (Erregung) Rolle der Monoamine weniger eindeutig spezifiziert
- *Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ansätze von Zuckerman, Gray und Cloninger? deskriptive Teile: wie Eysenck Annahme dreier genereller Persönlichkeitsdimensionen, die inhaltlich aber nur teils identisch explanative Teile: Annahmen zu Hirnsystemen, die Annäherung und Vermeidung beeinflussen und in ihrer Aktivität durch die Neurotransmitter DA, S-HT, NA moduliert werden, wobei deren exakte Rolle unterschiedlich beschrieben wird wirken alle drei nachhaltig in aktueller Forschung fort
- Anzeige
- Interaktion: Konsistenzdebatte Hartshorne und May (1928) Beobachtung von Schulkindern in sieben verschiedenen Situationen, in denen unehrliches Verhalten (Mogeln bei Selbstkorrektur einer Klausur, Diebstahl eines kleinen Geldbetrags etc.) ohne Angst vor Entdeckung möglich war. Ergebnis: durchschnittliche Korrelation der einzelnen Verhaltensweisen niedrig (r = .23), d.h. transsituative Konsistenz ähnlichen Verhaltens gering (kein ähnl Verhalten über versch Situationen hinweg) >> nicht nur Persönlichkeitsmerkmale bestimmen Verhalten, sondern auch situative Merkmale
- Interaktion: Konsistenzdebatte Mischel (1968) Fazit zur Vorhersagbarkeit von Verhalten anhand von Persönlichkeitseigenschaften: durchschnittliche Korrelation Trait x Verhalten überschreitet nur selten r = .30 (Ausnahme: Intelligenz) >> mittlerer Zshang, Spielraum für andere Einflüsse > Ausgangspunkt für zahlreiche Untersuchungen zur Klärung der Rolle der Person und der Situation beim Zustandekommen von Verhalten
- Interaktionismus - Person, Situation, Person-Situations-Interaktion > Grundgedanke und Meta-Analyse Grundgedanke von Endler und Hunt (1966): Einschätzung von verschiedenen Reaktionen auf verschiedene Situationen durch verschiedene Personen erlaubt Schätzung des Einflusses verschiedener Varianzquellen Meta-Analyse von Richards et al. sowohl Person als auch Situation einzeln mit Einfluss auf Reaktion (r=.2) >erkannt: Interaktion dieser bringt Zuwachs an Erklärungskraft
- Arten von Person-Situation-Interaktionen reaktive/ evokative/ proaktive/ manipulative Interaktionen
- Arten von Person-Situation-Interaktionen > reaktive Interaktionen Menschen nehmen ein und dieselbe objektive Situation persönlichkeitsvermittelt unterschiedlich wahr und verhalten sich entsprechend. > Extravertierte interpretiert Frage des Sitznachbarn im Zug als Gesprächsangebot.
- Arten von Person-Situation-Interaktionen > evokative Interaktionen Interpretation der Situation und entsprechendes Verhalten einer Person beeinflusst das Verhalten anderer und wirkt darüber vermittelt zurück auf die Person. > Extravertierte verwickelt Sitznachbar in Gespräch, das dieser erwidert.
- Arten von Person-Situation-Interaktionen > proaktive Interaktionen Personen suchen sie Situationen ihrer Persönlichkeit entsprechend aktiv auf und kontrollieren so den Einfluss, den Situationen auf ihr Verhalten haben können. > Extravertierte fährt Zug statt Auto, um Gelegenheit zu Gesprächen zu haben.
- Arten von Person-Situation-Interaktionen - manipulative Interaktionen Personen gestalten Situationen ihrer Persönlichkeit entsprechend aktiv. > Extravertierte spricht Sitznachbarn gezielt an.
- Interaktionismus > State = Sit x Trait (Endler, Spielberger) Zustände wie Angst oder Ärger ergeben sich aus synergetischer, d.h. sich gegenseitig verstärkender Interaktion von Situation und Person (d.h. wechselseitige Verstärkung der Merkmale Trait-Ängstlichkeit + bedrohl Situation) Bsp.: Ängstliche unterscheiden sich von Unängstlichen darin, inwieweit sie in bedrohlichen Situationen Zustandsangst ausprägen (a) bzw. unterscheiden sich stark bedrohliche Situationen von schwach bedrohlichen darin, inwieweit sie bei ängstlichen Personen Zustandsangst auslösen (b). Diagramme siehe Skript
- Interaktionismus: Walter Mischel (*1930) Zentrale Begriffe Konsistenzparadoxon: Obwohl Individuen ihr Verhalten als konsistent wahrnehmen, verhalten sie sich vergleichsweise selten konsistent. „Persönlichkeitskoeffizient“: .30 Belohnungsaufschub: Fähigkeit, eine aktuelle kleinere Belohnung zugunsten einer späteren attraktiveren Belohnung ausgeschlagen, als wesentlicher Aspekt des individuellen Sozialisationsprozesses Fünf-Personvariablen- und CAPS-Modell
- Interaktionismus: Walter Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell Verhaltensbestimmende Faktoren: Personvariablen 1)kognitive und behaviorale Konstruktionskompetenzen 2)Kodierstrategien und persönliche Konstrukte 3)Verhaltens-Ergebnis-Erwartungen und Reiz-Ergebnis-Erwartungen 4)subjektive Reizwerte 5)Selbst-regulative Systeme und Pläne
- Interaktionismus Walter Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell 1)kognitive und behaviorale Konstruktionskompetenzen Individuen bilden Kompetenzen aus, um in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich handeln zu können. (Pers., Fähigkeitsaspekte) Kompetenzen schließen ein: die Kenntnis von Verhaltensregeln (Verhaltensalternativen, schlussfolgerndes Denken in neuen Situationen nötig) die Konzepte über das eigene Selbst und andere Personen eine Anzahl von Fertigkeiten, die sich auf Personen oder Objekte beziehen. Verhalten entsteht aus Interaktion von (situativen) Anforderungsprofilen und (personellen) Kompetenzprofilen
- Interaktionismus Walter Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell 2) Kodierstrategien und persönliche Konstrukte Individuen verfügen über unterschiedliche Strategien, ihre Umgebung zu kategorisieren bzw. subjektiv zu (re-)konstruieren. Aspekte: selektive Betrachtung von Situationen (Wahrnehmungsselektivität) intern ablaufende Transformationsprozesse persönliche Konstrukte (Kategorisierungsschemata) (Vgl Kelly)
- Interaktionismus Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell 3) Verhaltens- und Reiz-Ergebnis-Erwartungen Individuen entwickeln unterschiedliche Erwartungen über die Folgen ihrer Handlungen.(subj) Unterscheidung Reiz-Ergebnis-Erwartung (auf Folgen von Ereignissen gerichtet) - Was wird in Situation passieren? Verhaltens-Ergebnis-Erwartung (auf Folgen von Verhalten gerichtet) - Was wird nach Verhalten pasieren?
- Interaktionismus Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell 4) subjektive Reizwerte Individuen bestimmen den subjektiven Wert von Ereignis-und Handlungsfolgen höchst unterschiedlich, bei gleicher Erwartung kann die subjektive Bewertung zu unterschiedlichen Handlungen führen
- Interaktionismus Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell 5) selbstregulative Systeme und Pläne Individuen besitzen die prinzipielle Fähigkeit, die Bedingungen und Konsequenzen ihres Verhaltens zumindest teilweise selbst zu beeinflussen Aspekte: Bildung von (Handlungs-)Zielen Entwurf von Selbstwahrnehmungen, die Selbstlob/-kritik enthalten Erwartungen an die eigene Wirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung, Bandura)
- Belohnungsaufschub (bzgl selbstregulative Syteme und Pläne bei Mischel) Def, abh von? = Komponente der (zukunftsorientierten) Selbstkontrolle und -regulation Wahl zw bzw Entscheidung für kleinere (unattraktivere), aber sofort verfügbare Belohnung vs größere (attraktivere), aber erst später verfügbare Belohnung Fähigkeit zum Belohnungsaufschub hängt u.a. von der Verfügbarkeit unterstützender kognitiver Strategien ab (Reizwert, Konsequenzerfahrung, Selbstkontrolle)
- Studie zum Belohnungsaufschub Belohnungsaufschub bei Kindergartenkindern (Mischel, Shoda & Rodriguez, 1989) Fähigkeit zum Belohnungsaufschub im Kindergartenalter → bessere Stressbewältigung, höhere soziale Kompetenz, mehr Selbstbestimmtheit, höhere Zuverlässigkeit und mehr akademischer Erfolg im Jugendalter > Ablenkung, Fantasievorstellungen helfen für Belohnungsaufschub
- Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell verhaltensbestimmende Faktoren: Situationsvariablen starke Situationen (minimieren interindividuelle Unterschiede) z.B. roteAmpel für Autofahrer schwache Situationen(maximieren interindividuelle Unterschiede) z.B. roteAmpel für Radfahrer
- Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell verhaltensbestimmende Faktoren: Person x Situation-Interaktion Wenn-Dann-Verhaltensschemata: Wenn günstige situative Bedingungen vorliegen, greift Person auf entsprechende erlernte Verhaltensweisen zurück.(in vglbaren Situationen > vglbares Verhalten) (= Skinners Dreifachkontingenz > Reiz-Reaktions-Verb in Abh vorheriger Lernerfahrungen; inwieweit treten Situation Konsequenz und Verhalten gemeinsam auf)