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Waldwirtschaft und Umwelt (Fach) / Waldumbau (Lektion)
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- Welche Gründe gibt es für die Notwendigkeit von Waldumbau? Anstieg gesellschaftlicher Anforderungen (Multifunktionalität) Fehlbestockungen und reine Nadelholz-Monokulturen zur Risikominimierung infolge des Klimawandels Bedarf an geschlossenen Nährstoffkreisläufen aufgrund zunehmender Eutrophierung Bedeutung für Biodiversität ZIEL:Schaffung natürlicher, stabiler und nachhaltiger Wälder, die Waldfunktionen erfüllen, Betriebsrisiko senken und für künftige Generation ebenso zur Verfügung stehen
- Welche drei Elemente von Beständen werden durch Umbau beeinflusst und verändert? (1) Struktur(2) Funktion(3) Komposition
- Nenne die Ziele des Beimischungs-Voranbaus (für Fi)? (1) Erhöhung Ta-/Bu-Anteil(2) Schaffung von Voraussetzung f. Aufbau v. Mischbeständen(3) Stabilisierung(4) Optimierung Waldfunktionen
- Nenne und erkläre beide Arten des Voranbau. (A) Passiv – in natürlichen Lücken/Löchern nicht-hiebsreifer Bestände. Ohne Nachlichtung(B) Aktiv – In angehend hiebsreifen Beständen; Hieb ins geschlossene Kronendach zur gezielten Einleitung der Verjüngung
- Nenne und erkläre die beiden Varianten der Hiebsführung für Fi Kernproblem Fi: Sturmwurfrisiko vs. Überschirmungsschutz --> Widerspruch zw. Stabilisierung durch Eingriffe ins Kronendach vs. Daraus resultierender Labilität der Bestände gegenüber Sturm (1) Fichten-Altbestand (gepflegt) – auf gründigen/wassergesättigten Böden, erfolgt Auflichtung mittels Schirmschlag/Femelhiebe (2) Labiler homogener Fi-Bestand – Dort wo Fi nicht stanodrtsgemäß, erfolgt Hieb kleinflächig entgegen der Hauptwindrichtung durch Saumschirm- bzw. Saumfemelhiebe (keilförmig/gebuchtet)
- Welche Baumarten sind in Niederwaldsystemen heimisch bzw. überhaupt Stockausschlagsfähig? Eigentlich ausschließlich Laubhölzer (außer Eibe): Ei, Hbu, Bu, Li, Bi, Pa, Hasel, Ginster
- Welche Größen beeinflussen Wiederauftrieb? Vor allem von Verbiss abhängig und nicht von: Alter, Dimension, Erntetechnik
- Warum sind Niederwälder bzw. Mittelwälder so artenreich? (1) Hoher (vertikaler) Strukturreichtum und enges Raum-Zeit-Mosaik (?)(2) Ideal für Lichtbaumarten(3) Co-Evolution vieler Arten mit diesem Nutzungssystem
- Nenne mindestens drei Gründe für eine Waldrestauration. (1) erhöht Naturschutzwert(2) stark degradierte Flächen(3) Verbesserung Produktivität
- Nenne 5 Beispiele zu Mikrohabitaten Spechthöhlen, Dendroothelme, Horste, Rinderisse, Kronenbruch, Epiphyten etc.
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- Durch welche Größen wird Anzahl und Reichtum von Mikrohabitaten beeinflusst? Erhöhtes Vorkommen in Mischwäldern, bei hohen BHD’s, vertikaler Strukturreichtum und durch Ästung (s. Stadtbäume)
- Nenne und erläutere die vier Kernparadigmen der Waldrestauration (1) Revegetation – Fokus auf Begrünung/Wiederbewaldung o. Berücksichtigung ursprüngliche Arten oder Strukturvielfalt (2) Ökologische Restauration – Wiederherstellung „Vor-Störungs-Zustand“ und damit der vergangenen BA-Zusammensetzung (wg. KW überholt!) (3) Funktionale R. – Widerherstellung degradierter ÖkS unter Berücksichtigung zukünftiger Veränderungen (4) Restauration v. Waldlandschaften (FLR) – Wiederherstellung funktionierender Landschaft zur Gewährleistung von Waldfunktionen/ÖSD für lokale Bevölkerung
- Nenne und erläutere die vier waldbaulichen Strategien der Waldrestauration (1) Reclamation – Wiederherstellung Bodenproduktivität stark degradierter Flächen ohne Vegetation, z.B infolge von Bergbau (s. RWE). Erfolgt mittels Saat/Pflanzung (2) Reconstruction – Wiederherstellung einheimischer Pflanzengesellschaften, nachdem Fläche in jüngster Zeit anderer Ressourcennutzung diente (z.B. von LW-Flächen) (3) Rehabilitation – Wiederherstellung gewünschter Arten/Struktur/Prozesse und Funktionen auf bestehenden, aber degradierten Waldflächen (4) Replacement – Ersatz von Arten, die durch den Klimawandel durch neue BA oder anderer Genotypen derselben Art
- Erläutere den Unterschied zw. Bannwald und Schonwald (A) Bannwald – Waldschutzgebiet wird natürlicher Entwicklung überlassen (sog. Prozessschutz), waldbauliche Eingriffe sind verboten. Ohne Zielsetzung (B) Schonwald – Bewirtschaftete Waldreservate mit Naturschutzziel (z.B. Erhalt historischer Waldnutzungsform/Lichte oder nasse Wälder etc.), v.a. auf Flächen mit seltenen BA
- Was sind Ziele der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz? (1) Erhalt/Förderung von Lichten Waldbiotopen(2) Erhalt/Förderung historischer Waldnutzungsformen (NW/MW)(3) Erhalt/Förderung Wälder nasser Standorte(4) Managementkonzept für Waldzielarten(5) Arteninformationssystem + Monitoring(6) 10% Prozessschutzflächen ins.
- Warum sind Prozessschutzflächen so bedeutend? (A) Ökologie – Schutz natürlicher Prozesse, Förderung Biodiversität(B) Wissenschaft – Referenzflächen für Bewertung naturnaher waldbaulicher Verfahren(C) Soziales – Umweltbildung, Naturerlebnis
- Welche Instrumente verwendet der Waldnaturschutz? Nationalparks > Bannwälder (+Biosphärengebietskernzonen) > Waldrefugien > Habitatbaumgruppen --> Synthese aus kleinen (s. AuT) und großen Prozessschutzflächen (Bannwald) Waldrefugium – Bestand/Bestandesteile von 1-3 ha, dauerhaft aus Bewirtschaftung genommen HBG – Baumgruppe von ~15 Individuen, werden ausgewählt und markiert und den natürlichen Zersetzungsprozessen überlassen
- Welchen Beitrag leisten Naturwaldforschung und Naturwaldreservate im Hinblick auf Waldrestauration? (1) Referenzfläche f. natürliche Walddynamik – Erkenntnisse zu Waldentwicklungsphase, Bewirtschaftungseinfluss, Verjüngungs-/Störungsdynamik etc. (2) Schutz natürlicher Prozesse (3) Ableitung diverser naturnaher Waldbaustrategien/Schutzkonzepte (4) Politikberatung
- Durch welche Parameter lassen sich Störungen beschreiben? Störungsfrequenz/Umtriebszeit, Intensität/Nutzungsmenge, Störungsfläche/Hiebsgröße
- Was ist mit dem Begriff „Retention Forestry“ gemeint? Ist ein waldbaulicher Ansatz zum langfristigen Erhalt von Strukturen und Organismen. Ziel ist Erhalt der Kontinuität von Struktur, Zusammensetzung und Komplexität von Wäldern zum Schutz der Biodiversität und der ökologischen Funktionen des Waldes (berücksichtigt natürliche Störungsdynamiken)
- Was besagt die FFH-Richtlinie? (1) Fläche der Waldlebensraumtypen und die Anteile an Baumarten, Habitatbäumen und Totholz darf nicht abnehmen (2) Es gilt ein Verschlechterungsverbot (3) Verbot der Tötung od. Verletzung geschützter Arten; ebenso dürfen Populationen geschützter Arten nicht gestört werden (4) Schutz der Forstpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Arten
- Was genau ist das Alt-und Totholzkonzept? = Resultat der europäischen FFH-Richtlinie -> BNaschtG Ziele: Erhalt/Förderung der Biodiversität, Recht in Praxis umsetzen, objektive Grundlage f. Bewertung von NaturschutzleistungenVorhaben wie FFH
- Was genau ist das Alt-und Totholzkonzept? = Resultat der europäischen FFH-Richtlinie -> BNaschtG Ziele: Erhalt/Förderung der Biodiversität, Recht in Praxis umsetzen, objektive Grundlage f. Bewertung von NaturschutzleistungenVorhaben wie FFH
- Erläutere den Unterschied zwischen segregativen und integrativen Waldnaturschutzkonzepten. Welche Form ist in D. naheliegend? Segregativ – Trennung von Naturschutz- und Produktionsfläche Integrativ – Integration von Naturschutzflächen in Produktionslandschaft --> Ersteres in Deutschland aufgrund des hohen Privatwaldanteils von 50% schwierig umsetzbar; eher Methode für Staats-/Kommunalwald
- Nenne und erläutere die zwei Arten von Struktur (1) Horizontal – Strukturreich, wenn azonale Waldgesellschaften, diverse Sukzessionsstadien, Waldränder u. -lücken, Gewässer und Nicht-Wald (Moore, Wiesen etc.) existieren (2) Vertikal – Strukturreich, wenn diverse Größen-/Altersklassen vorhanden sind, sowie eine intakte Kraut-/Strauch-/Unter-/Mittelschicht vorhanden ist. Weiterhin Kletterpflanzen, Totholz, Mikrohabitate, Wurzelteller und unterschiedliche Blüten-/Früchtedynamik vorliegt. --> Abhängig von Baum-/Kronendachhöhe, Belaubungsdichte u. -verteilung
- Was bedeutet Old-Growthness? Bezeichnet einen Bestand mit einer großen Anzahl an alten/großen Bäumen, vertikalem Strukturreichtum, mit viel liegendem und stehendem Totholz und mit hohem Maß an Durchmesserspreitung. Weiterhin charakteristisch ist Anzahl/Größe/Verteilung von Lücken, die starke Humusauflage und besondere Strukturelemente (Wurzelteller, Epiphyten etc.) (1) Lifeboating – Totholz und Bauminseln bereitstellen als Refugien (2) Anreicherung von Strukturelementen v.a in jungen Bestände (z.B. durch Vorwald) (3) Habitatverbund – unterstützt Bewegung/Verbreitung von Organismen (z.B. Trittsteine essentiell für genetischen Austausch)
- Welche Arten der walbaulichen Behandlung mit dem Ziel der Strukturförderung bzw. des Strukturerhalts kennen Sie? (1) Waldbau in alten Wäldern – Strukturerhalt durch lange Produktionszyklen, Patches (Inseln), ungestörte Unterschicht, Habitatbäume und Totholz (stehend/liegend) (2) Erhalt Strukturreichtum – Wiederherstellung natürliches Störungsregime (s. feuerangepasste Ki-Wälder oder MW-Bewirtschaftung) (3) Strukturförderung semi-natürlicher Wälder – Erfolgt mithilfe von Plenterhieben, selektiver Nutzung, Schaffung von Lücken, langen Umtriebszeiten, Ringeln, Fällen + umziehen
- Welche Vorteile bringen Strukturelemente mit sich? (1) Unterstützen NV, z.B. durch Vorhandensein von Mykorrhizen oder Verjüngung auf Wurzelteller (=Wuchsvorsprung/verringerter Verbissdruck) (2) Pufferung des Mikroklimas und positive hydrologische Effekte (3) Einfluss auf Stabilität und Produktivität Negativ: Quelle für Schädling und Krankheiten