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AWL (Fach) / Beschaffung (Lektion)
Lernfeld Beschaffung (z.B. Ausbildung Kauffrau für Bürokommunikation)
Diese Lektion wurde von Knuuutel erstellt.
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- Bedarfsermittlung - Umsatzstatistiken (Verkaufsstatistiken, aufgrund der Umsatzzahlen vergangener Zeitabschnitte wird der zukünftige Umsatz (Bedarf) ermittelt) - Markt- und Börsenberichte, enthalten Informationen über die Marktlage - Berichte von Verkäufern, Reisenden, Handelsvertretern, Kommissionären und Handelsmaklern - Erwartungen über die Umsatzentwicklung, sie sind abhängig von der Einschätzung der konjunkturellen Lage, der Kaufkraftentwicklung und z.B. dem Modetrend
- Womit befasst sich die Beschaffungsplanung? - Sortimentsdisposition, was soll eingekauft werden (unterschieden nach Art, Qualität usw.) - Mengendisposition, wie viel soll bestellt werden (abhängig von Produktions- und Absatzplan) - Zeitdisposition, wann soll bestellt werden (Bestellpunkt- oder Bestellrythmusverfahren) - Preisdisposition, zu welchem Preisen soll eingekauft werden (kalkulatorische Ermittlung der höchstens aufzuwendenden Einkaufspreise) - Bezugsquellendisposition, wo soll eingekauft werden (Wahl der Lieferanten)
- 1. Große Beschaffungsmengen - Bieten Preisvorteile durch hohe Nachlässe - Machen den Betrieb von Schwankungen der Beschaffungsmarktes unabhängiger - Führen zu hohen Lager- und Kapitalkosten (hohe Lagerbestände) - Bergen die Gefahr des Absatzrisikos (Ladenhüter)
- 2. Kleine Beschaffungsmengen - Geringe Kapital- und Lagerkosten - Bieten eine hohe Flexibilität und Anpassungsmöglichkeit an den Markt - Vermindern das Risiko der technischen Veralterung der Lagerbestände - Erhöhen aber die Transport- und Bestellkosten - Keine großen Preisvorteile - Führen bei Beschaffungsproblemen sofort zu Engpässen
- 3. Optimale Beschaffungsmenge - Liegt zwichen der großen und kleinen Beschaffungsmenge - Versucht deren Vor- und Nachteile auszugleichen - Ist die Menge, bei der die Summe der Beschaffungs- und Lagerkosten pro Mengeneinheit möglichst klein ist
- ABC-Analyse Die ABC-Analyse dient unter anderem der Wirtschaftlichkeitskontrolle der Beschaffung und der Lagerung. Sie ist das Verfahren zur Erkennung solcher Materialien, die aufgrund ihreshohen wertmäßigen Anteils am Gesamtbedarf von besonderer Bedeutung sind und somit für einen hohen Umsatz sorgen. A-GÜTER: Die A-Güter sind bedeutend und hochwertig, sie haben einen hohen Anteil am Gesamtwert (ca. 60-85%) und haben einen niedrigen Anteil an der Gesamtmenge an Güter. B-GÜTER: Sind weniger Bedeutend im Bestand, sie sind mittelwertig und haben einen mittlerer Anteil am Gesamtwert (ca. 10-25%) Sie haben auch einen mittlerer Anteil an der Gesamtmenge. C-GÜTER: Diese sind eher unbedeutend, haben einen niedrigeren Wert am Gesamtwert und auch einen niedrigeren Anteil am Gesamtwert (ca. 0,5-10%). C-Güter haben einen hohen Anteil an der Gesamtmenge.
- Bestellpunktverfahren: Die Bestellung eines Materials erfolgt bei Erreichen des Meldebestandes (Bestellpunkt)
- Bestellrythmusverfahren: Die Bestelltermine wiederholen sich in einem periodischen Rhythmus (z.B. bei Kleinmaterialien mit annähernd gleichem Verbrauch)
- Organisationsmittel für die Beschaffungsplanung: - Lagerkartei bzw. –datei - Bedarfsmeldung (i.d.R. Vordruck) - Bestellkartei bzw. –datei (für Bestellte, noch nicht gelieferte Artikel) - Liefererkartei bzw. –datei (nach den verschiedenen Lieferern aufgebaut) - Artikeldartei bzw. – datei (nach den verschiedenen Artikeln aufgebaut)
- Eigenfertigung: Das heißt der Betrieb stellt Betriebsmittel, Energie, Produktionsteile, Fertigerzeugnisse u.a. selbst her
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- Fremdbezug Kauf oder Leasing
- Nach welchen Kriterien wird entschieden ob Eigenfertigunh oder Fremdbezug? Kostenvergleich (Eigenfertigung belastet den Betrieb i.d.R. mit fixen Kosten für zusätzlich erforderliche Produktionsanlagen und mit variablen Kosten; Fremdfertigung belastet den Betrieb überwiegend mit variablen Kosten) Vorhandene technische Einrichtungen und technische Kenntnisse, um selbst produzieren zu können Beschäftigungslage des Betriebes (Auslastung der betrieblichen Kapazität) Beschaffungs- und Fertigungsdauer
- Bezugsquellenermittlung: 1. Interne Bezugsquellenverzeichnisse - Liefererkartei bzw. –datei - Artikelkartei bzw. –datei 2. Externe Bezugsquellenverzeichnisse z.B. : - „Wer liefert was?“ - „ABC der deutschen Wirtschaft“ - „Gelbe Seiten“ - Branchenverzeichnisse 3. Externe Informationsmöglichkeiten für Bezugsquellen z.B.: - Ausstellungen und Messen - Fachzeitschriften, Kataloge, Prospekte 4. Externe Informationsstellen für Bezugsquellenverzeichnisse z.B.: - Industrie- und Handelskammer - Wirtschaftsverbände
- Beschaffungsablauf im Lager - Feststellung des Bedarfs (anhand der Lagerkartei bzw –datei, Fertigungsplanung) - Bedarfsmeldung en die Einkaufsabteilung (mit Artikelbezeichnung, Artikelnummer, Fabrikat, Qualitätsbezeichnung, DIN-Angaben u.a.)
- Beschaffungsablauf im Einkauf - Abstimmung mit der Einkaufsplanung (Einkaufsbudget) - Bezugsquellenermittlung - Einholen von Angeboten - Angebotsvergleich - Bestellung (Durchschläge an Warenannahme, Lager, Rechnungsprüfung) - Auftragsbestätigung vom Lieferanten - Terminüberwachung (z.B. mit Hilfe von Bestellkartei, -datei, -buch, Terminmappe, Terminkalender) - Mahnung bei Lieferungsverzögerung
- Beschaffungsablauf in der Warenannahme - Überprüfung der Sendung in Gegenwart des Überbringers anhand der Warenbegleitpapiere (Lieferschein, Frachtbrief) und der Bestellung in Bezug auf Anschrift, Absender, Stückzahl, Gewicht, Schäden an der Verpackung - Schriftliche Bestätigung von Schäden an der Verpackung bzw. von Mängeln an den Waren durch den Überbringer (Annahme unter Vorbehalt u.U. Annahmeverweigerung) - Quittieren des Empfangs - Ausstellung des Wareneingangsscheins (Durchschlag an bestellende Abteilung, Rechnungsprüfung, Einkauf) und des Materialbegleitscheins (für das Lager)
- Beschaffungsablauf im Lager - Unverzügliche Prüfung der Waren auf Mängel (bei großen Mengen -> Stichpunkte) - Vergleich der Lieferung mit der Bestellung (Versandanzeige, Rechnung) - Verbuchung des Stoffeingangs auf Lagerfachkarten und in der Lagerkartei bzw. –datei
- Beschaffungsablauf im Lager - Überprüfung der ordnungsgemäßen Vertragserfüllung anhand des Wareneingangsscheins und der übrigen Einkaufsunterlagen - Eintragung des Wareneinganges in der Bestellkartei bzw. –datei - Überprüfung der sachlichen und rechnerischen Richtigkeit der Eingangsrechnung anhand der Bestellung und Wareneingangsscheins - Anweisung der rechtzeitigen Zahlung der Eingangsrechnung
- Kriterien des Angebotsvergleich - Angaben im Angebot (Preise, Liefer- und Zahlungsbedingungen, Erfüllungsort, Bindung an das Angebot) - Zuverlässigkeit des Lieferers - Gleich bleibende Qualität der Erzeugnisse - Kundendienst und Garantieleistungen - Abwicklung von Reklamationen - Streuung des Beschaffungsrisikos
- Bürgerlicher Kauf Die Parteien sind Nichtkaufleute oder der Kauf ist für die Parteien kein Handelsgeschäft, z.B. Kauf unter Privatleuten
- Einseitiger Handelskauf Ein Vertragspartner ist Kaufmann, wobei der Kauf für ihn ein Handelsgeschäft sein muss, z.B. Privatperson kauft in einem Handelsbetrieb.
- Zweiseitiger Handelskauf Kauf unter Kaufleuten, wobei der Kauf für beide Parteien ein Handelsgeschäft sein muss, z.B. Großhändler verkauft Waren an einen Einzelhändler
- Kauf auf Probe Käufer hat Rückgaberecht innerhalb einer bestimmten Frist. Schweigen des Käufers gilt als Billigung (Rückgaberecht entfällt)
- Bestimmungeskauf (Spezifikationskauf) Der Käufer behält sich die näheren Bestimmungen über Form, Maß oder ähnlichen Verhältnissen (z.B. Farbe) einer beweglichen Sache vor. Der Käufer ist verpflichtet , die vorbehaltene Bestimmung zu treffen.
- Kommissionskauf Der Käufer ist erst dann zur Zahlung verpflichtet, wenn er sie selbst weiter verkauft hat.
- Kauf auf Abruf Der Zeitpunkt der Lieferung wird vom Käufer bestimmt. Er muss die Ware allerdings innerhalb einer bestimmten Frist ganz oder teilweise abrufen. Der Käufer kann so mit dem Einkauf größerer Mengen verbundene Rabatte ausnutzen und dabei gleichzeitig seine Lagerkosten verringern.
- Typenkauf Kauf einer Ware nach einer sog. Type (Durchschnittsqualität entsprechend einer Güterklasse)
- Stückkauf Kauf einer nicht vertretbaren (einmaligen) Sache (z.B. Originalgemälde)
- Gattungskauf Kauf von vertretbaren (mehrfach vorhandener) Sachen (z.B. Konsumgüter)
- Barkauf Zahlung unmittelbar nach Erhalt der Ware (Zahlung „Zug um Zug“)
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- Kreditkauf - Zielkauf: Kaufpreis wird in einer Summe zu einem vereinbarten Termin gezahlt - Ratenkauf: Zahlung in gleich hohen Teilbeträgen und in regelmäßigen Zeitabständen
- Terminkauf (Zeitkauf) Die Lieferung muss zu einem vereinbarten Termin oder innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen z.B. „Lieferung am 30. November“, „Lieferung innerhalb eines Monats“
- Fixkauf Die Lieferung muss an oder bis zu einem genau festgelegten Termin erfolgen. Die Vereinbarung über den Liefertermin enthält z.B. den Zusatz „fix“, „genau am“, „fest“ (Fixklausel). Die vereinbarten Erfüllungszeit muss ein so wesentlicher Bestandteil des Vertrages sein, dass eine nachträgliche Leistung nicht mehr als Erfüllung angesehen werden kann.
- Handkauf Die Ware wird im Geschäft des Verkäufers dem Käufer gegen Zahlung des Kaufpreises übergeben. (Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft fallen zeitlich zusammen). Gefahr geht mit der Übergabe auf den Käufer über.
- Platzkauf Befinden sich die Geschäftssitze von Verkäufer und Käufer am gleichen Ort und wird die Ware zum Käufer gesendet, liegt ein Platzkauf vor. Gleiche gesetzlichen Regelungen wie für den Versendungskauf.
- Versendungskauf: (Distanzkauf) - Geschäftssitze von Käufer und Verkäufer an verschiedenen Orten - Ort des Verkäufers ist der Erfüllungsort - Ware wird auf Wunsch vom Käufer an einen anderen Ort gesendet - Geht (nach gesetzlicher Regelung) die Gefahr mit der Übergabe der Ware an den Frachtführer oder Spediteur auf den Käufer (gilt nicht für Verbrauchsgüterkauf) - Käufer trägt die Beförderungskosten (soweit vertraglich nicht anders geregelt)
- Fernkauf - Geschäftssitze von Käufer und Verkäufer an verschiedenen Orten - Ort des Verkäufers ist NICHT der Erfüllungsort - Ware wird an einen vertraglich vereinbarten Erfüllungsort geschickt - Die Gefahr geht mit der Übergabe an den Käufer über - Verkäufer trägt Beförderungskosten
- Streckengeschäft Verkäufer liefert nicht an den Vertragspartner (Käufer) sondern unmittelbar an seinen Kunden. Entsprechend dem Erfüllungsort liegt ein Versendungs- oder Fernkauf vor. Einsparung an Lager- und Transportkosten, Verkürzung der Lieferfristen.
- Zu beachten bei einer Bestellung - Die unveränderte Bestellung bewirkt das Zustandekommen des Kaufvertrages (Bestellung ist die Annahme des vorangegangenen Angebots) - Die abgeänderte Bestellung (d.h. Inhalte des Angebots, wie z.B. Preise werden geändert) ist ein neuer Antrag, der für das Zustandekommen des Kaufvertrags vom Partner angenommen werden muss - Die verspätete Bestellung stellt einen neuen Antrag dar - Die Bestellung ist rechtlich bindend und erlischt nur bei rechtzeitigem Widerruf
- Auftragsbestätigung Annahme bzw. Bestätigung der Bestellung
- Überwachung der Liefertermine - Ständig zu Überwachen mit z.B. Terminkalender, Terminkartei, Terminordner und Datenverarbeitungsprogramm - Bei Überschreitung der Liefertermine iste der Lieferer zu mahnen (Anmahnung), damit die Rechte aus dem Lieferungsverzug geltend gemacht werden können
- Bestandteile des Lieferscheins - Angaben über Ware, z.B. Artikelbezeichnung, Artikel- bzw. Bestellnummer, Menge - Anschriften von Absender und Empfänger - Lieferdatum - Empfangsbestätigung, d.h. der Empfänger bestätigt die Annahme der Ware
- Bestandteile der Rechnung: (lt. Umsatzsteuergesetz) - Leistende Unternehmer und Leistungsempfänger - Steuernummer bzw. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer - Austellungsdatum, Rechnungsnummer, zeitpunkt der Lieferung, Menge und Art der Lieferung bzw. Leistung, detailierte Auflistung aller Beträge, Steuerstätze, vereinbarte Preisnachlässe
- Reklamationen Sind notwendig bei Lieferungsverzug oder Lieferung mangelhafter Ware