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Psychosomatische Medizin (Fach) / Somatisch nicht erklärbare Erkrankungen Study Guide (Lektion)
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Diese Lektion wurde von jillian erstellt.
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- Was zählt zu den somatisch nicht erklärbaren Erkrankungen nach ICD-10? Somatoforme Störungen (Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung) Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) Depression Angststörung Schizophrenie
- Wie ist das Krankheitsbild der somatoformen Störung definiert? Störungen von vegetativen und Organfunktionen auf seelischer Grundlage sind nach dem Modell körperlicher Krankheiten und Beschwerden geformt haben ihren Ursprung aber im psychischen Bereich trotz angemessener ärztlicher Untersuchungen lassen sich keine körperlichen Störungen nachweisen Patienten sind von organischer Verursachung überzeugt Patienten nehmen Gesundheitswesen zeit- und kostenintensiv in Anspuch
- Was sind somatoforme Störungen nicht? Störungen körperlicher Funktionen als Reaktion auf Stress, Anspannung oder als körperliche Begleitreaktion von verschiedenen Affekten wie z.B. Angst
- Was sind Kernsymptome somatoformer Störungen? wiederholte Darbietung körperlicher Symptome multiple auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome anhaltende Beschäftigung mit den körperliche Schmerzen/ Symptomen hartnäckige Forderung nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind krankheitsbezogene Ängste Bei somatoformer Schmerzstörung: Schmerzen unterschiedlicher Lokalisation Bei hypochondrischer Störung: beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit an einer schweren Krankheit zu leiden
- Abgrenzung einzelner somatoformer Störungen - somatoforme Schmerzstörung - hypochondrische Störung Bei somatoformer Schmerzstörung: Schmerzen unterschiedlicher Lokalisation Bei hypochondrischer Störung: beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit an einer schweren Krankheit zu leiden
- Was sind typische Verhaltensweisen von Patienten mit somatoformer Störung Präsentation und Berichten von körperlichen statt psychischen Beschwerden präsentation einer organischen Ursachenüberzeugung Patienten werden sich wiederholt mit großer Hoffnung auf die Erklärung ihrer Beschwerden an neue Ärzte rasche Enttäuschung, wenn Beschwerden nicht geheilt werden doctor hopping mit vermehrter Inanspruchnahme des Gesundheitsweises, mit vermehrtenn Therapieabbrüchen, inkompatiblen Parallelbehandlungen undurchsichtiges Aufsuchen von verschiedenen Therapeuten, erschwerte Arzt-Patienten-Beziehung
- Was sind typische Begleitsymptome? (welchem anderen Krankheitsbild ähneln diese - Differentialdiagnose) Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit (ähnlich Depression) Ängstliche Erwartungen, krankheitsbezogene Ängste, Todesangst (wie Angststörung) inntere Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsstörung (wie PTBS)
- Von welchen Krankheitsbildern muss die somatoforme Störung abgegrenzt werden? Depression Angststörung PTBS
- Wie ist die Abgrenzung zu Depression, Angststörung und PTBS möglich? weniger über die Art der Beschwerden erfolgt eher über den zeitlichen Verlauf --> wenn körperliche Beschwerden klinischh im Vordergrund stehen und zeitlich unabhängig bzw. nur partiell gleichzeitig mit Angst oder Depression auftreten ist eigenständige somatoforme Diagnose gerechtfertigt --> bei PTBS Abgrenzung durch typische Symptome wie wiederholte Erinnerung und Gedanken an das traumatisierende Ereignis; beim partiellen Bild der PTBS (Hyperarousal und Vermeidungsverhalten) ist Abgrenzung schwer und nur durch Traumanamnese möglich
- Worüber erfolgt die Abgrenzung zu Depressionen, Angststörung und PTBS, worüber nicht? weniger über die Art der Beschwerden erfolgt eher über den zeitlichen Verlauf
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- Differenzialdiagnose Angststörungen und Depressionen --> wenn körperliche Beschwerden klinischh im Vordergrund stehen und zeitlich unabhängig bzw. nur partiell gleichzeitig mit Angst oder Depression auftreten ist eigenständige somatoforme Diagnose gerechtfertigt
- Differenzialdiagnose PTBS --> bei PTBS Abgrenzung durch typische Symptome wie wiederholte Erinnerung und Gedanken an das traumatisierende Ereignis; beim partiellen Bild der PTBS (Hyperarousal und Vermeidungsverhalten) ist Abgrenzung schwer und nur durch Traumanamnese möglich
- aktuelle Modelle zur Entstehung komplexe Wechselwirkung psychosozialer, biologischer, iatrogener medizinsystemischer und soziokultureller Faktoren welche zu neurobiologische Veränderungen führen dise spielen mit Disposition, Ausläsung und Chronifizirung zusammen biographische Vulnerabilität besteht beim Vorligen frühkindlicher körperlicher, emotionaler und sexueller Traumatisierungen
- Was für ein Modell gibt es nicht für die Erklärung ein monokausales (komplexe Wechselwirkung)
- Wodurch entsteht biographische Vulnerabilität? frühkindlicher körperlicher, emotionaler und sexueller Traumatisierungen
- Welche Erklärungsmodelle sind v.a. von Bedeutung? psychodynamische und kognitiv-behaviorale
- psychodynamische Erklärungsmodelle sind in 2 Konzeptgruppen zu unterscheiden 1. geht von einer neurotischen Konfliktgenese der organisch nciht erklärbaren körperlichen Symptome aufgrund von Abwehrvorgängen aus (Konversionsmechanismsu; Entlastung von Schuldgefühlen, Gewissenskonflikten, aggressiven Motiven durch Körpersymptome) 2. erklrät die körperlichen Symptome durch eine defizitäre Entwicklung der Ich-Struktur mit der Störung von Affektwahrnehmung und -differenzierung, welche als zentrale Komponente der Somatisierung angesehen wird (Körpersymptome als Affektausdruck bei Menschen mit ausgeprägter vegetativer Angstsymptomatik, die jedoch nciht die Angst erleben, sondern nur die Symptome und diese dann als Herzattacke interpretieren)
- Welche 2 psychodynamischen Erklärungsmodelle gibt es? eines geht von einer neurotischen Konfliktgenese aus --> Symptome aufgrund von Abwehrvorgängen eines geht von einer defizitären Entwicklung der Ich-Struktur mit Störung der Affektwahrnehmung und -differenzierung aus (Symptome von Affeken werden erlebt ohne den Affekt selbst zu erleben und werden als Krankheit missinterpretiert)
- Wovon gehen kognitiv-behaviorale Erklärungsmodelle aus? aufgrund von Auslösern (Bagatellsymptome, Informationen, pyhsiologische Erregung) werden normale körperliche Empfindungen intensiver wahrgenommen asl Zeichen einer Erkrankung fehlinterpretiert => Fokussierung der Aufmerksamketi auf körperliche Vorgänge = Verstärkte Wahrnehmung von Körpermissempfindungen = höheres Risiko der Fhelbewertung => Krankheitsverhaltensweisen (z.B. Schonverhalten) = negative Verstärkung --> beides führt zur Symptomverstärkung
- nach kognitiv-behavioralen Modellen führt was zur Symptomverstärkung 1. Fokussierung der Aufmerksamkeit auf körperliche Vorgängen = Verstärkung der Wahrnehmung von Körpermissempfindungen = höheres Risiko der Fehlbewertung 2. dysfunktionales Verhalten, abnormes Schonverhalten = negative Verstärkung = Beitrag zur Chronifizierung
- nach kognitiv-behavioralen Modellen führt was zur Symptomverstärkung 1. Fokussierung der Aufmerksamkeit auf körperliche Vorgängen = Verstärkung der Wahrnehmung von Körpermissempfindungen = höheres Risiko der Fehlbewertung 2. dysfunktionales Verhalten, abnormes Schonverhalten = negative Verstärkung = Beitrag zur Chronifizierung
- Welche Befunde weisen auf eine erhöhte Gefahr der Chronifizierung hin? häufiger Behandlerwechsel und Therapieabbrüche iatrogene Chronifizierungsfaktoren (z.B. einsetig biomedizinisches oder psychologisierendes Vorgehen, fehlende Kooperation zwischen den Behandlern, organmedizinische Über- und Mehrfachdiagnostik...) Arbeitsunfähigkeit länger als vier Wochen sozialer Rückzug körperliche Folgeschäden, z.B. Fixierung von Fehlhaltungen, Bewegungseinschränkungen sekundärer Krankheitsgewinn Hinweise auf selbstdestruktive Dimension (hohe Zahl invasiver Eingriffe, Suizidalität) Schadensersatzansprüche
- Was sind iatrogene Chronifizierungsfaktoren? einsetig biomedizinisches oder psychologisierendes Vorgehen fehlende Kooperation zwischen den Behandlern organmedizinische Über- und Mehrfachdiagnostik
- Wie zeigt sich eine selbstdestruktive Dimension bei somatoformen Störungen? hohe Zahl invasiver Eingriffe Suizidalität
- Wie sollte man bei einem Verdacht auf somatoforme Störungen vorgehen? - Schritte 1. Sicherung der Diagnose 2. Erweiterung des somatisdhen Krankheitsmodells zu einem ganzheitlich biopsychosozialen Krankheitsmodell 3. psychotherapeutische Behandlung falls nötig
- 1. Schritt bei Verdacht auf eine somatoforme Störung? Sicherung der Diagnose - Differentialdiagnostische Abklärung: Abgrenzung ähnlich erscheinder körperlicher Erkrankungen und anderer psychischer Erkrankungen - gestufte Simultandiagnostik sowohl somatischer, als auch psychosozialer Bedingungsfaktoren => Abwarten der somatischen Ausschlussdiagnostik vor psychischer trotz Hinweis auf psychosoziale Belastungen ist kontrainduziert - anamnestisch möglichst vollständige Erhebung: der aktullen Beschwerden, früheren Beschwerden, Inanspruchnahmeverhalten => bei chronsichen Verläufgen die bereits durchgeführten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bilanzieren
- Wie sollte bei der Sicherung der Diagnose vorgegangen werden? gleichzeitig eine gestufte Simultandiagnostik sowohl der somatischen als auch der psychosozialen Bedingungsfaktoren => man sollte nicht erst die somatische Ausschlussdiagnostik abwarten wenn Hinweise auf eine psychosoziale Belastung vorliegen
- 2. Handlungsschritt bei Verdacht auf eine somatische Störung Erweiterung des somatischen Krankheitsmodells zu einem ganzheitlich biopsychosozialen Krankheitsmodell durch - Aufklärung und Information über das Krankheitsbild in verständlicher bildlicher Sprache - Toleranz für Somatisierung des Patienten - Eruierung psychosozialer Auslöser der Symptomentstehung - regelmäßige Terminvereinbarung unabhängig von Beschwerdekontigenzen - keine Mitteilung von Minimalbefunden - frühzeitige Kooperation mit anderen behandelnden Ärtzen
- 3. Behandlungsschritt bei dem Verdacht auf eine somatoforme Störung Wann sollte ein Patient zur Psychotherapie motiviert wrden? - wenn es über 3 Monate zu keiner Besserung der Beschwerden kommt - bei psychischer Komorbidität - bei Zeichen der eingetretenen sozialen Chronifizierung (z.B. merh als 4 Wochen krankgeschrieben)
- Welche Grundlagen und Voraussetzungen für Diagnostik, Einleitung und Durchführung der Therapie somatoformer Störungen sind zu beachten? Aufbau einer tragfähigen Arbeitsbeziehung ist zentral aktiv und differenziert die Symptomatik erfragen aktives Zuhören durch Zeigen von Aufmerksamkeit, Interesse und Akzeptanz für Beschwerdeklagen, tangentiale Gesprächsführung Beschwerden ernst nehmen subjektive Krankheitstheorie eruieren Affektwahrnehmung und -differenzierung anregen keine vorschnellen Deutungen Symptommanagement unterstützen Entspannungsverfahren vermitteln Symptomauslösende und symptomunterhaltende psychosoziale Bedingungen und lebensgeschichtlcihe Belastungen identifizieren psychische Komorbidität betrachten
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- Was ist die tangentiale Gesprächsführung indirekt statt konfrontativ durch das Begleiten des Wechsels durch Andeuten psychosozialer Belastungen und Rückkehr zur Beschwerdeklage