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Psychosomatische Medizin (Fach) / Abnormes Essverhalten Study Guide (Lektion)

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Diese Lektion wurde von jillian erstellt.

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  • Welche Krankheitsbilder fallen unter abnormes Essverhalten? Anorexia nervosa Bulimia nervosa Binge-Eating-Störung Essattacken Erbrechen bei anderen psychischen Störungen 
  • Kernsymptome Anorexia nervosa? reduziertes Körpergewicht (BMI < 17,5) Gewichtsverlust durch - kalorienreduziertes Essverhalten und/ oder - aktive Maßnahmen zur Gewichtsreduktion (selbstinduziertes Erbrechen/ Abführen, exzessive körperliche Aktivität, Appetitzügler/ Diuretika) - endokrine Störung (HPA-Achse) - Amenorrhoe bei Frauen, Libido- und Potenzverlust bei Männern 
  • Kernsymptome Bulimia nervosa Essanfälle mit Gefühlen des Kontrollverlustes Vermeidung der Gewichtszunahme durch - selbstinduziertes Erbrechen - Abführen, Diuretika - Schilddrüsenpräparate - Hungerperioden/ gezügeltes Essverhalten Übertriebene Beschäftigung mit Körpergewicht krankhafte Furcht, dick zu werden 
  • Kernsymptome der Binge-eating-Störung/ Essattacken: - Essanfälle mit Gefühlen des Kontrollverlustes - keine gegeregulierenden Maßnahmenn zur Gewichtskontrolle - Ggf. einhergehend mit Übergewicht oder Adipositas 
  • Was wird bei einer Binge-eating-Störung nicht gezeigt? gegenregulierende Maßnahmen zur Gewichtskontrolle 
  • Übergewicht BMI 25-29,9
  • Adipositas BMI 30 oder höher 
  • Was zeigen Patienten mit Essstörungen oft initial geringe Krankheitseinsicht oder Behandlungsmotivation 
  • Wer übernimmt bei der Früherkennung von Essstörungen eine wichtige Funktion? Allgemeinmedizinier Gynäkologen Internisten Zahnärzte
  • Was sind Hinweise für das Vorliegen einer Essstörung? niedriges Körpergewicht (v.a. bei jungen Frauen) oder Übergewicht Gewichtssorge trotzt Unter- oder Normalgewicht Zyklusstörungen oder Amneorrhoe Zeichen der Mangelernährung Gastrointestinale Symptome Wiederholtes Erbrechen/ erkennbare Zahnschäden
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  • Welche Screeningfragen eigenen sich v.a. bei Essstörungen? Sind sie zufrieden mit ihrem Gewicht/ ihrer Figur/ ihrem Essverhalten? Beeinflusst ihr Gewicht ihren Selbstwert? Essen sie heimlich? Haben sie gelegentlich Heißhungerattacken? Kommt es vor, dass Sie sich nach dem Essen übergeben? Haben Sie manchmal das Gefühl, die Kontrolle über das Essen zu verliegen und Sorge, mit dem Essen nicht aufhören zu können?
  • Wie berechnet man den BMI? kg / m^2 
  • Was sind mögliche Einflussfaktoren, die bei der Entstehung von Essstörungen eine Rolle spielen? Ätiologie = multifaktoriell: biologische, psychische und soziale Faktoren spielen eine Rolle und beeinflussen Verlauf  1. biolgosiche Faktoren/ genetische Disposition: - Gewichtsabweichungen, Geschmackspräferenz, Anzahl der Fettzellen, Grundumsatz, respiratorsicher Quotient, Bewegung, innere Unruhe 2. Soziokulturelle Faktoren:  - Überflussgesellschaft (anorektische und bulimische Erkrankungen sind in Entwicklungsländern selten), Leistungsorientierung, Rollenkonflikte, Schlankheitsideal
  • Die Ätiologie der Essstörungen ist multifaktoriell (biologische, psychische und soziale Faktoen spielen eine Rolle und beeinflussen ihren Verlauf) 
  • Was sind biologische Faktoren/ genetische Dispositionen die zur Entstehung von Essstörungen beitragen? Gewichtsabweichungen Geschmackspräferenz Anzahl der Fettzellen Grundumsatz respiratorsicher Quotient Bewegung innere Unruhe
  • Was sind soziokulturelle Faktoren, die zur Entstehung einer Essstörung beitragen? Überflussgesellschaft (anoerektische und bulimische Erkrankungen in Entwicklungsländern selten) Leistungsorientierung Rollenkonflikte Schlankheitsideal 
  • Psychodynamische Aspekte bei der Entwicklung der Anorexie Erkrankungsbeginn: Pubertät/ Adoleszenz, selten früher Pubertätsmagersucht = Ausdruck der Schwierigkeiten bei der Bewältigung der altertypischen Entwicklungsschritte in der Pubertät - Ablösung von Ursprungsfamilie - Individuierung - Entwicklung eines autonomen, erwachsenen Selbst - alterstypische Reifung, Veränderungen des Körperbildes, weibliche Identitätsentwicklung Weitere Auslösefaktoren:  - Trennung oder Tod einer nahen Bezugsperson - sexuelle Triebversuchung/-versagung - Konflikte um Autonomie vs. Abhängigkeit/ Nahe vs. Distanz Manchmal auch:  - Ausdruck einer Lebensverweigerung mit ausgeprägtem depressiven Rückzug und autodestruktiven Tendenzen oder prolongierter Suizidalität 
  • Anorexie als Ausdruck von Schwierigkeiten bei alterstypischen Entwicklungsschritten: diese sind - Ablösung von Ursprungsfamilie - Individuierung - Entwicklung eines autonomen, erwachsenen Selbst - alterstypische Reifung, Veränderungen des Körperbildes, weibliche Identitätsentwicklung
  • Was sind weitere mögliche Auslösefaktoren der Anorexie neben Schwierigkeiten in der Bewältigung alterstypischer Entwicklungsschritte - Trennung oder Tod einer nahen Bezugsperson - sexuelle Triebversuchung/-versagung - Konflikte um Autonomie vs. Abhängigkeit/ Nahe vs. Distanz
  • Was drückt die Anorexie manchmal auch aus? - Ausdruck einer Lebensverweigerung mit ausgeprägtem depressiven Rückzug und autodestruktiven Tendenzen oder prolongierter Suizidalität 
  • Was sind die wesentlichen psychodynamischen Aspekte bei der Entwicklung einer Bulimie? Erkrankungsbeginn in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter Spiegelt Probleme bei der Bewältigung notweniger Entwicklungsschritte in dieser Phase wieder  - Risikofaktor: geringes Selbstwertgefühl  - Betroffene versuchen das Selbstwertdefizit durch Schlankheit zu kompensieren - ein rigides und über längere Phasen restriktives Essverhalten ist die Folge - gezügeltes Essverhalten ist eine wichtige Disposition für die Entwicklung der Bulimie - im Verlauf auftretende Essattacken sind Ausdruck des Impulskontrollverlustes und haben zudem eine affektregulierende Funktion - das anschließende selbstinduzierte Erbrechen/ andere gegenregulatorische Maßnahmen dienen der Gewichtskontrolle und sollen den Kontrollverlust ungeschehen machen  Risikofaktoren: sex. Missbrauch, körperliche Vernachlässigung und dysfunktionale Interaktionsmuster in der Ursprungsfamilie
  • Was ist eine wichtige Disposition für die Bulimie? gezügeltes Essverhalten
  • Was ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Bulimie? geringes Selbstwertgefühl 
  • Was sind neben gezügeltem Essverhalten weitere Risikofaktoren für eine Bulimie? sexueller Missbrauch  körperliche Vernachlössigung  dysfunktionale Interaktionsmuster in der Ursprungsfamilie
  • Was sind Risikofaktoren für eine Binge-Eating-Störung? Diätverhalten und Schlankheitsdrang Vorbilder für riskantes Essverhalten in der Familie (Modelllernen) depressive Symptome emotionales Essen/ Stressesser geringes Selbstwertgefühl wenig soziale Unterstützung 
  • Welche körperlichen Folgeerkrankungen der Anorexie und Bulimie müssen bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden? 1. Laborwertveränderungen: - Leukopenie, Hypercortisolismus, funktionelle Hyperthereose, Hypercholesterinämie, gestörte Glukosetoleranz, Hyperamylasämie 2. Elektrolytstörungen: - Hypokaliämie, Hypnatrimämie, Hypocholrämie 3. Metabolische Alkalose 4. Herzrhythmusstörungen, Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenverlargen (kardiale Begleitsymptome) 5. Osteopenie und Osteoperose 6. Schädigung des Zahnschmelzes durch Säureeinwirkung 
  • Was ist die Therapie erster Wahl zur Behandlung von Essstörungen? evidenzbasierte Psychotherapie (KVT oder TP) 
  • Wie sollte die Behandlung sein und was muss sie berücksichtigen? störungsorientiert körperlichen Aspekte berücksichtigen
  • Was sollte die Behandlung beinhalten? störungsspezifische Elemente - Gewichtsvertrag - regelmäßiges Wiegen - Essprotokoll - Ernährungsberatung 
  • In welchen Settings kann die Therapie stattfinden und wovon ist das abhängig? ambulant, teilstationär, stationär von Schwere der Erkrankung und Komorbiditäten
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  • Wann und warum sollte die Behandlung eingeleitet werden? aufgrund der Chronifizierungstendenz frühzeitig
  • Wie ist der Heilungsprozess und was sollte daher angestrebt werden langwierig Behandlungskontinuität
  • Was ist bei den Versorgungsstellen wichtig? eine engmaschige Zusammenarbeit (Therapeut, Klinik, Hausarzt, Beratungsstelle) 
  • Wie stehen die Betroffenen der Veränderung des Gewichts gegenüber und was sollte daher beachtet werden? hochambivalent Förderung der Motivation und Bearbeitung der Ambivalenz
  • Pharmakotherapie untergeordnete Rolle, lediglich als Begleictmedikation
  • Antidepressiva sind zur Gewichtszunahme bei Anorektikerinnen nicht sinnvoll 
  • Welches Medikament ist bei der Bulimie zugelasen Fluoxetin aber nur in Kombination mit Psychotherapie
  • Was eignet sich zur Symptomreduktion pharmakologisch bei der Binge-Eating-Störung? SSRIs aber Langzeiteffekte nicht ausreichend erforscht 
  • Was sind die Ziele von der Behandlung von Essstörungen? Verlässliche Stabilisierung des Essverhaltens Gewichtsnormalisierung Bearbeitung der damit verbundenen psychischen Symptome und Schwierigkeiten Förderung der Selbstannahmen 
  • Welche wichtigen Einflussfaktoren gibt es auf die Steuerung des menschlichen Essverhaltens? 1. biologische Mechanismen und genetische Disposition - Metabolische Regulationsmechanismen (Hypothalamus, Leptin, Insulin) - genetische Disposition (Set-Point) 2. Kognitive Prozesse, Information, Wissen, Einstellung - gezügeltes Essverhalten 3. Emotionale Disposition (Stress) 4. Lernprozesse, Konditionierung, Reiz-Reaktions-Bildung - Entwicklung von Geschmackspräferenzen - mere exposure effect/ Gewöhnung - spezifische-sensorische-Sättigung