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Institutionenökonomik (Fach) / Lektion 6 - Die Prinzipal Agent Theorie (Lektion)

Lektion 6 - Die Prinzipal Agent Theorie

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  • Grundannahmen Sowohl Prinzipale (Auftraggeber) als auch Agenten (Auftragnehmer)... - versuchen ihren Nutzen zu maximieren - verhalten sich opportunistisch - unterliegen begrenzter Rationalität es entstehen Normen, deren Bruch dem Normbrecher individuelle Vorteile verspricht, woraus sich für die normsetzende Instanz ein Koordinations- und Motivationsproblem ergibt zwischen Prinzipal und Agent besteht eine asymmetrische Informationsverteilung
  • Grundmuster der Prinzipal Agent Beziehung der Prinzipal beauftragt den Agenten mit der Wahrnehmung seiner Interessen, indem er bestimmte Aufgaben oder Entscheidungskompetenzen überträgt er tut dies um sich die spezifische Qualifikation des Agenten zunutze zu machen  können sowohl kapazitative Ressourcen (z.B. Zeit) als auch Spezialisierungsressourcen (z.B. Kompetenz) sein Der Agent erbringt die vertraglich vereinbarte Leistung und erhält dafür eine Vergütung
  • typische Prinzipal Agent Beziehungen Aktionäre - Vorstände Kunden - Lieferanten Wähler - Politiker Ärzte - Patienten
  • Problematik einer Prinzipal Agent Beziehung zwischen den Parteien muss ein Vertrag geschlossen werden, der die Rechte und Pflichten beider hinreichend präzise fixiert --> Problem: der Prinzipal kann die Leistung nicht hinreichend präzise formulieren Die Unvollständigkeit der Auftragsbeschreibung verschafft dem Agenten die Möglichkeit zuopportunistischem Verhalten, die er gemäß der Grundannahmen der Theorie auch wahrnimmt asymmetrische Informationsverteilung beruht darauf, dass der Agent durch seine Spezialisierung einen Informationsvorsprung hinsichtlich des Vertragsgegenstandes aufweise und der Prinzipal die Motive des Agenten nicht kennt Prinzipale müssen daher Kontroll- und Motivationsstrukturen in den Vertrag aufnehmen, die den Agenten in seinem Handlungsspielraum begrenzen
  • normative Theorie Teilbereich der Prinzipal Agent Theorie sucht nach optimalen (d.h. paretoeffizienten) Verträgen --> ist dann der Fall, wenn keine Partei ihre Position weiter verbessern kann, ohne die andere Partei dabei schlechter zu stellen
  • positive Theorie Teilbereich der Prinzipal Agent Theorie analysiert die Beziehung, wobei Abweichungen vom Optimalzustand als Agency-Kosten bezeichnet werden es wird ein Vertragsmodell unterstellt, bei dem es unmöglich ist alle Vertragsinhalte vollständig zu beschreiben (unvollständige Verträge) da sich die Beteiligten dieser Unvollständigkeit bewusst sind, versuchen sie der Problematik durch geeignete Maßnahmen beizukommen
  • Hidden Characteristics = Qualitätsunsicherheit P ist vor Vertragsabschluss schlechter über den Vertragsgegenstand informiert  P kann auch nach Vertragsabschluss den Gegenstand nicht beeinflussen Folge: Adverse Selektion --> Qualitätsunsicherheit wirkt sich z.B. auf die Zahlungsbereitschaft aus
  • Beispiele für Hidden Characteristics - Krankenversicherte kennt eigene Gesundheit besser als Krankenversicherung - Arbeitnehmer kennt eigene Fähigkeiten besser als Arbeitgeber - Gebrauchtwagenverkäufer kennt Qualität des Autors besser als Käufer
  • Hidden Action (+ Bsp.) entstehen durch ex-post Handlungen P kann Handlungsergebnis von A beobachten, aber nicht seine Anstrengungen --> das Handlungsergebnis wird ggf. durch exogene Faktoren positiv oder negativ beeinflusst --> Anreiz für A sein Aktivitätsniveau zu reduzieren (--> Shirking) Folge: Moral Hazard Bsp.  AG kann Arbeitsleistung des AN nicht beobachten  Versicherung kann Handlungen des Versichertern nicht beobachten
  • Hidden Information (+ Bsp.) A verfügt über Informationen die P nicht kennt A kann seinen eigenen Beitrag am Produktionsergebnis verbergen und sich fremde Leistungen als eigenen Beitrag zuschreiben --> Anreiz für A sein Aktivitätsniveau zu reduzieren (Shirking) Folge: Moral Hazard Bsp. A ist besser über die Qualität von Ressourcen informiert als P
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  • Hidden Intention (Bsp.) entsteht durch Handlungen ex-post P kann Handlungsabsichten von A nicht perfekt beobachten A kann während der Vertragslaufzeit seine eigenen Absichten umsetzen P erkennt den Vertragsbruch, kann diesen aber nicht verhindern --> Folge: Hold Up Bsp. Sofortige Kündigung nach Abschluss des bezahlten Studiums